Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3318

Konstrukt der Ylanten – Susan Schwartz

Die Posmi Aurelia Bina wurde vom Tekener-Tower in Terrania zur Deringhouse Station auf Luna verlegt. TLD, Posbis und QuinTechs bemühen sich, die Semitronik der Posmi zu reaktivieren. Da sie keinen Erfolg haben, darf Bonnifer seine Expertise in den Ring werfen. Sehr zum Widerwillen des USO-Chefs, der dem Wyconder nicht traut. Im Verlauf der Experimente kommt der Conduit mehr aus Zufall mit einem freigelegten Bauteil der Posmi in Kontakt. Dies setzt eine verhängnisvolle Kette von Ereignissen in Gang.

Derweil sind die vier Siganesinnen im Ylanten-Konstrukt im lunaren Orbit in das Zentrum vorgestoßen. Ihnen bleibt nicht viel Zeit. Der Vorstoß hat ihre Sauerstoffvorräte nahezu erschöpft. Das Dreamteam trifft überraschend auf eine Projektion YLAS. Die echte YLA ist mit NATHAN untergegangen. Die Projektion leidet unter einer eingeschränkten Programmierung. Der sich entwickelnde Dialog mit dem Einsatzteam der USO bringt die Erkenntnis, dass es NATHAN gelungen ist, seine Kinder, die Ylanten, zu rufen. Dies führte zu deren Demontage, um NATHAN neu entstehen zu lassen. Außerdem erwartet YLA, das dem Ylanten-Konstrukt die Essenz NATHANS zugeführt wird. Die Siganesinnen wissen nicht, was damit gemeint ist und geraten unter Druck, denn YLA will sie nicht gehen lassen, wenn sie die Essenz nicht herausrücken.

Im Forschungslabor gerät die Situation außer Kontrolle. Bonnifer gebärdet sich wie wild und schreit immerzu: „Bringt sie nach Hause!“ Während Monkey und Tolot den rasenden Wyconder zu beruhigen versuchen, schlägt Aurelia Bina die Augen auf. Diese sind schwarz und die Posmi wirkt auf Tolot so, als sei ihr Bewusstsein nicht vollständig zurückgekehrt. Sie schnappt sich Bonnifer und bricht aus dem Labor aus. Die beiden scheinen irgendwie verbunden.

Den Siganesinnen geht inzwischen der Sauerstoff aus. Sie versuchen aus dem Konstrukt auszubrechen. Dabei wird Nora Concorde lebensgefährlich verletzt. Sina Everest und Ellis McAlistair bringen die Gefährtin aus der Kugel heraus, während Leni Hazard als Geißel von YLA zurückbleibt. Die Leiterin des Dreamteams erfährt Erstaunliches. Es gibt im Ylanten-Konstrukt einen Tank mit Zellplasma. Er soll das Bewusstsein von NATHAN aufnehmen. Vor langer Zeit hat ES einen Langzeitplan zur Rettung der Biopositronik initiiert. Die SI präparierte die ÜBSEF-Konstante NATHANS. Außerdem versorgte sie den Großrechner mit Sextadimempfängern, die NATHAN später in den Ylanten verbaute. Als NATHANS Bewusstsein im Brennenden Nichts verschwand, muss er bei der Verschmelzung der Anomalien auf Terra einen Impuls an die Ylanten gesendet haben. Seine Kinder sollen sein Bewusstsein retten.

Bina und Bonnifer erreichen Cameron Rioz. Dort kann Icho Tolot beide außer Gefecht setzen. Der Haluter hat einen Plan. Damit die Posmi und der Wyconder wieder die Kontrolle über sich gewinnen, müssen sie vom Brennenden Nichts entfernt werden. Er benutzt dazu eine Space-Jet.

Monkey lässt sich unterdessen von den zurückgekehrten Siganesinnen berichten. Während Nora Concorde in ärztlicher Behandlung ist, erfährt der Oxtorner, der nun auch mit Leni Hazard in Funkkontakt kommt, vom Plan NATHANS. Der USO-Chef kombiniert, dass seinerzeit, als Aurelia Bina nach ihrem schweren Unfall ein neuer Körper gegeben wurde, dies im Ylatorium auf Luna geschah. Sie muss ebenfalls einen Sextadimempfängern erhalten haben. Somit wurde sie ebenfalls Empfängerin von NATHANS Hilferuf. Die Stimmen, die Bonnifer und Rioz hörten, ergeben nun einen Sinn. Das Brennende Nichts ist zumindest teilweise ein Bewusstseinsspeicher!

Die beiden Zellaktivatorträger treffen zusammen. Tolot erkennt, dass er vorschnell gehandelt hat. Rioz, Bonnifer und Bina müssen schnellstens zurückgeholt werden. Drei Aufgaben gilt es anzupacken. Die Rettung NATHANS, die Rettung aller anderen und die Löschung des Brennenden Nichts.

Rezension

Und täglich grüßt das Murmeltier, war mein erster Gedanke, als ich in den zweiten Teil des Doppelbandes von Susan Schwartz einstieg. Die Autorin schildert das Verschmelzen der Anomalien in Terrania City. Erneut. Diesmal aus dem Blickwinkel eines TLD-Agenten im Tekener-Tower. Das dürfte die dritte oder vierte Schilderung der Ereignisse sein, die Cameron Rioz ausgelöst hat, als er eine weitere kleinere Anomalie mit seiner Schattenhand schuf. Es ist eine an und für sich gute Idee, ein Ereignis aus einer anderen Perspektive zu schildern. Darin kann man neue Erkenntnisse unterbringen. Nur wird diese Element hier zu häufig ausgeschlachtet. Die anderen Wiederholungen, die Figurenverhalten schildern, die wir auch bereits kennen, führen dazu, dass der Einstieg sehr sperrig geriet. Und letztlich kann die Autorin den bekannten Ereignissen nichts Neues hinzufügen.

Apropos Figurenverhalten. Die beiden Zellaktivatorträger arbeiten zuweilen aneinander vorbei. Na ja, warum nicht? Kann schon mal passieren. Nur kann sich Susan Schwartz nicht entscheiden, wie weit sie den Konflikt Tolots und Monkeys treiben will. Immer dann, wenn man denkt, jetzt knallt es, lenkt die Autorin die Figuren wieder in die richtige Bahn. Schade, dieses halbgare hin und her, passt nicht. Das ist weder Fisch noch Fleisch, oder soll ich sagen, weder Oxtorner noch Haluter!

Es kommen viele Figuren zum Einsatz. Zur Lösung der aufgeworfenen Problematiken setzt die Autorin auf TLD-Agenten, Posbis und QuinTechs. Der Haluter Icho Tolot, der als einziger der Figuren aufgrund seines Erbes als Wissenschaftler bezeichnet werden kann, nimmt weitgehend den Status eines Beobachters ein. Mag ja sein, dass Geheimdienstagenten im 23. Jahrhundert NGZ allesamt auch brillante Wissenschaftler sind. Wenn dem so sein sollte, dann transportiert die Autorin diese Information nicht in ihrer Geschichte. So entsteht der Eindruck, als würde eine bunt zusammengewürfelte Truppe an etwas arbeiten, von dem sie keine Ahnung haben. Der Ort der Handlung, Deringhouse, ist eine Forschungsstation. Das alleine scheint als Begründung zu dienen. Die Figuren passen jedoch nicht ins Bild. Die verwendete Sprache ebenso wenig. Eigentlich soll das Szenario, das die Autorin beschreibt, durch Wissenschaft gelöst werden. Susan Schwartz tut sich damit schwer. Sie setzt ihre Figuren mit einfachen Dialogen ein und mixt die eine oder andere Action dazu. Wenn am Ende zwei Agenten einsam im Labor stehen und drei Ziele formulieren, wirkt das hilflos.

Es geschieht bei Doppelromanen selten, aber hier hat mir der erste Teil mehr zugesagt. Die zweite Geschichte hat mich nicht packen können!


Beitrag veröffentlicht

in

von

Schlagwörter: