Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3243

Ein Hauch von Strangeness – Michelle Stern

Auf dem Planeten Koichert versuchen Perry Rhodan und seine Begleiter mehr über das mysteriöse Raumgefecht in Erfahrung zu bringen, das vor einiger Zeit für Aufsehen im Apcheversystem gesorgt hat. Eines der Schiffe könnte die LEUCHTKRAFT sein. In der kobaltblauen Walze, bzw. ihren vermeintlichen Kommandanten, sieht der Unsterbliche Konkurrenz, wenn es darum geht, die Superintelligenz ES wieder zusammenzusetzen. Rhodan rekapituliert die letzten Ereignisse und ist davon überzeugt, dass die LEUCKTKRAFT oder das andere Schiff das ES-Fragment in Spaphu nicht nur entdeckt, sondern bereits geborgen hat. Umso wichtiger ist es, dass er und seine Begleiter Fortschritte machen. Sie müssen zum Hochschauenden Tchevu gelangen, der das Gefacht beobachtet hatte.

Dieser Weg wird kein leichter sein. Den der Tashzure Hishza hat sich an ihre Fersen geheftet. Der Söldner fühlt sich um seine Beute betrogen, weil Rhodan ihm nicht nur Antanas Lato, sondern auch den Onquoren Poquandar und dessen geheimnisvollen Stock wieder entrissen hat. Hishza hat jedoch Konkurrenz in den eigenen Reihen, der er sich erwehren muss. Aber er wird direkt von Nirrnim Bnevemiu beauftragt, die seltsamen Fremden zu finden. Der Khassu Than scheint ein Interesse an ihnen zu haben. Hishza verlässt sein Schiff, die KASHZOR, und geht auf die Jagd.

Die Galaktiker stoßen zum Chetturm Maitharm vor, ergattern dort ein Fluggerät und weiter geht es zum Chetturm Dhinar. Dort machen Perry und seine Gefährten die Bekanntschaft der Checcoirin Zerccio, die selbst auf einer Suche ist. Sie will den legendären Roten Stein finden und damit ihre Fähigkeit als junge Herrscherin herausstellen. In einer zerfallenen Stadt in der Wüste soll der Stein zu finden sein. Perry und Co schließen sich dieser Suche an. Nach einigen Abenteuern kann der Rote Stein von Shema Ghessow geborgen werden. Rhodan will den Stein an Zerccio übergeben. Im Gegenzug verlangt er einen Zugang zu Tchevu. Schließlich kann man den Hochschauenden befragen. Seine Beobachtungen sind so detailliert, dass Rhodan nun sicher sein kann, dass eines der Schiffe die LEUCHTKRAFT ist. Überraschenderweise erkennt Poquandar in dem anderen Schiff, das einem Doppelkegel gleicht, ein Schiff namens TEZEMDIA.

Leider kann Perry Rhodan das weitere Wissen des Onquoren zu dem fremden Schiff, dem ein Hauch von Strangeness anhaftet, nicht abrufen. Hishza entführt Poquandar auf sein Schiff. Kann das Team Poquandar helfen und wie können sie den Planeten gegen den Willen der Khassu Than verlassen?

Rezension

Manchmal ist es schon merkwürdig. Kritisierte ich zuletzt in der Rezension zum Roman 3242 die fehlenden Überlegungen des Serienhelden zur Situation vor Ort, liefert Michelle Stern nun genau das nach. Ich beanstandete letzte Woche, dass sich der Held zu wenig Gedanken macht. Ihn müsste das „Umfeld“, bzw. die Machtverhältnisse in der Kondor-Galaxie interessieren. Und er müsste sich auch mehr Gedanken zum ES-Fragment etc. machen. Als hätte die Autorin das gelesen, geschieht prompt genau das. Perry wälzt ein paar bedeutungsschwere Gedanken. Natürlich gehen die Überlegungen nicht so tief, dass ein Riesenschritt in der Zyklusgeschichte getan wird. Aber immerhin.

Jedenfalls freue ich mich zu dieser positiven Rückkopplung zwischen meiner Erwartung und dem Verhalten des Serienhelden, bzw. der Schreibe der Autorin. Okay, ja ich weiß, der Roman war schon geschrieben, als ich letzthin rezensierte. Die Geschichte der Autorin spielt ansonsten viel mit dem Element, dass die Figuren Kenntnis von etwas erhalten, das dem Leser zunächst verborgen bleibt. Seien es Beobachtungen oder Pläne, die zunächst nicht offengelegt werden. Dazu spielt die Autorin mit den Empfindungen der Figuren, die teilweise den Überblick darüber verlieren, ob und wenn ja wer, von wem oder was beeinflusst sein könnte. Im Verlauf der Geschichte kehrt die Autorin zurück zu den Elementen, die in den Vorgängerromanen eingeführt wurden. Und die sind profan. Mit überragenden Machtmitteln ausgestattet, der RA, der Eisenkugel mit Koordinaten eines Transportnetzes etc., sucht Perry auf einer öden Welt lieber einen Einheimischen, der mit seinem Fernrohr, bzw. seinen Sinnen ein paar Beobachtungen gemacht hat. Und es kommt, wie es kommen muss. Perry wird in Nebensächlichkeiten verwickelt. Natürlich wissen wir alle, wie es weitergeht. Der Zufall wird Perry wieder in die Spur bringen. Aber es fehlt schon der Zug zum Ziel. Perry und Co. werden nicht so geschildert, wie man es von Figuren erwarten sollte, die mit aller Macht darauf hinarbeiten oder hinwirken, ihre selbstgesteckten Ziele zu verfolgen. Gerade weil der Zeitfaktor immer wieder betont wird, ist es nun an der Zeit, dass der Held den Gedanken, die er anstellt, nun auch handfeste und zielgerichtete Taten folgen lässt.


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