Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3236

Der schwarze Garten – Michael Marcus Thurner

Dem Club der Lichtträger ist mit der Entführung von Hruam ein Coup gelungen. TLD-Agentin Suyemi Taeb wurde bei der Aktion schwer verletzt. Ihre Chefin setzt dennoch große Hoffnung in die Agentin, die eine neue Wirbelsäule erhält und nach kurzer Genesungszeit zusammen mit Gucky wieder in den Einsatz geht. Taeb bekommt zudem weiteren Zuspruch von Sascha Liebkind.

In einem Unterschlupf auf Terra soll indes die Ara Quefia Ghosham ihren Einfluss auf die Sachverwalterin von ES ausüben, so dass Bo Ingwersen sie verhören kann. Bei Cordt Pahr, der maßgeblichen Anteil am Erfolg des Unternehmens hatte, kommen Zweifel auf. Die Ara umgarnt auch ihn, bleibt dabei jedoch kalt und berechnend. Der Hyperphysiker erkennt, dass er nur ein kleines Rädchen ist und seine Ansprüche in diesem Umfeld nicht erfüllt werden. Er widmet sich der Optimierung seiner Erfindung und wappnet sich gegen die beeinflussenden Drogen, die ihm von der Ara gespritzt werden. Auch der Ara selbst werden von Bo Ingwersen Grenzen aufgezeigt.

Die Myrnjade erweist sich als zäh. Dennoch berichtet sie einige Details aus ihrem Volk und zu ES. Hruam ist Mitglied einer trans-chronalen Zivilisation, die weit in der Zukunft lebt. Sie können ihre Körpermasse in eine andere Dimension, vielleicht den Katoraum, auslagern und in diesem Raum durch die Zeit reisen. Körperlos sind sie nur Beobachter. Hruam wurde, wie andere Myrnjaden auch, von ES rekrutiert und in eine beliebige Zeit versetzt.

Auf Terra empfängt der TLD Signale aus einer Station der Lemurer. Gucky und Suyemi Taeb gehen in den Einsatz. Die Station erweist sich jedoch als Falle, der beide nur knapp entrinnen können. Auch das zweite Ziel ihrer Suche nach der entführten Hruam, ein Mehandorschiff, erweist sich als Falle. Gucky vermutet die Gegner noch immer in Terrania und alles konzentriert sich bei der Suche nun darauf.

Cordt Pahr ist bei der Optimierung der Kardec-Rüstung einen wichtigen Schritt vorangekommen. Die Positronik der Rüstung, die sich sehr widerspenstig zeigt, offenbart ihm, dass sie im Grunde genommen ein Gegenpart von ihm selbst ist. Eine weibliche Komponente. Der Wissenschaftler geht eine stärkere Verbindung mit dieser Intelligenz ein. Er verlässt das Versteck des Clubs der Lichtträger und Terra. Vorher gibt er Gucky einen Tipp. Außerdem empfängt der Ilt eine mentalen Hilfeschrei der Mrynjadin.

Das Versteck, in dem Hruam gefangen gehalten wird, befindet sich im Wall um den Raumhafen. Gucky, Taeb und Liebkind dringen dort ein. Sie stoßen auf Yaqana, die als lebende Schutzschilde missbraucht werden. Deren paramentale Kräfte überschwemmen Taeb und Liebkind. Gucky jagt Bo Ingwersen. Der kann mit der Ara durch einen Transmitter entkommen. Gucky findet die Sachverwalterin, die offenbar Suizid begangen hat.

Rezension

Aus meiner Rezension zum Vorgängerroman muss ich noch eine Korrektur nachreichen. Dem Club der Lichtträger ist nur die Entführung von Hruam gelungen. Xenia Biefang konnte von Suyemi Taeb gegen Cordt Pahr geschützt werden. Offenbar hat das Umdenken des Wissenschaftlers da schon begonnen, denn er hatte alle Trümpfe auf seiner Seite. Ob er einen kompletten Seitenwechsel vollzieht, lässt der Autor in diesem Roman noch offen. Pahr hatte seine Machtgelüste m.E. auch schon vor der verhängnisvollen Einflussnahme von Poison Ivy. In dieser Geschichte stemmt sich der Wissenschaftler gegen die Drogen der Ara. Die findet selbst in Ingwersen ihren Meister. Der Club der Lichtträger scheint keine homogene Truppe zu sein. Für bestimmte Aktionen kann ein Konsens erzielt werden. Die Zusammenarbeit ist jedoch brüchig. Und Hilfskräfte werden gnadenlos ausgelöscht.

Zum Vorgänger schrieb ich, dass mich manche wiederkehrende Muster gestört haben. Obwohl mich das Romandoppel durchaus unterhalten hat, enthält auch dieser zweite Teil die eine oder andere Handlung, die vom Autor recht großzügig ausgelegt wird. Um es vorsichtig auszudrücken. Der unheimlich schnelle Genesungsprozess der TLD-Agentin ist hier zu nennen. Und auch die Wendung im Verhalten des Wissenschaftlers kommt ein wenig hastig daher. Hier ging es wohl darum, die überragende Waffe der Kardec-Rüstung erstmal rauszuschreiben. Sie ist einfach zu mächtig, um sie länger im Spiel zu halten. Ein Punkt hat mich allerdings massiv gestört. Die TLD-Chefin wartet die Genesung ihrer Agentin ab, obwohl sie Hinweise auf die Lemurerstation als möglichen Aufenthaltsort von Hruam hat. Die Station entpuppt sich zwar später als Sackgasse, aber das kann Aurelia Bina da nicht ahnen. Trotzdem wird sie erst tätig, nachdem Taeb soweit wieder hergestellt ist, dass sie in den Einsatz gehen kann. Unverständlich ist auch die Bemerkung des Ilts, an bestimmte Unterlagen nur schwer herangekommen zu sein. Arbeiten alle gegeneinander? Und schließlich wurde vor Monaten ein Kommando unter Achill Maccao gegründet, dass offenbar immer zu spät gerufen oder eingesetzt wird. Wird hier ein Kompetenzgerangel geschildert oder fehlt es der Story an einem überzeugenden Aufbau?

Der erste Dreiteiler mit Suyemi Taeb und dem Club der Lichtträger hatte mich gut unterhalten. Inzwischen scheinen die weiteren Romane zu dieser Thematik jedoch etwas hastig und teilweise nicht ganz durchdacht nachgeschoben zu werden. Nun geht es aber wieder zurück zu den Panjasen. Dort bahnt sich wohl eine Entscheidung an.


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