Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3173

Meisterin der unbesiegbaren Schatten – von Robert Corvus
Seit dem gescheiterten Einsatz an Bord des Flaggschiffs der Laichkangen, der FASFAKAAR, sind mehrere Wochen vergangen. Der Audh konnte nicht entführt oder ausgeschaltet werden. Allerdings hat Holar Wolkwart den Vhasyr getötet, einen begabten Laichkangen, der die Befehle des Audh verstehen und übersetzen kann. An seine Stelle ist inzwischen Veurnbittar getreten. Doch der neue Vhasyr versteht den Audh noch nicht.
Das verschafft der Allianz Zeit, die eigenen Kräfte zu verstärken. Das ist auch notwendig, denn FENERIKS Truppen haben inzwischen 7000 Schiffe um den Mond Pautpars Auge zusammengezogen. Die Mächte des Chaos beschießen den Gasriesen. Ausbrüche sollen das in der Mondatmosphäre befindliche Episodische Biogat stimulieren. Der Audh benötigt wohl die merkwürdige Lebensform für sein Vorhaben, einen Sextadim-Schutzschirm um Cassiopeia zu errichten.
Die Terraner nehmen Kontakt zu den Wissenschaftlern auf Pautpars Auge auf. Sie erhoffen sich Unterstützung und vor allem Informationen zu dem Biogat. Zwischen Farye Sepheroa-Rhodan und Soynte Abil kommt es zu Spannungen. Die MDI scheint ihren eigenen Weg gehen zu wollen. Während Farye auf die Sicherheit der ihr unterstellten Einsatzkräfte Wert legt, zeigt sich die MDI gnadenloser. Dennoch paktieren die beiden Frauen. Ein schlagkräftiges Kommando der Terraner soll auf Pautpars Auge das Rondell des Audh angreifen, während Abil im All die Flotte gegen die Chaosmächte führt. Sie hat Verstärkung bekommen. 4500 Maahk-Raumschiffe sind eingetroffen. Und ein Kontingent Schattenmaahks, die Unbesiegbaren. Sie können eine spezielle Fähigkeit einbringen. Sie reisen in entmaterialisierten Zustand und platzieren Bomben auf den Schiffen FENERIKS.
Die Flotte kann beachtliche Erfolge erzielen. Dennoch gelingt der entscheidende Einsatz dem Konnektor Damar Feyerlant. Seine unlängst auf einer Kyro-Bank gewonnene Erkenntnis zu „kosmokratisch imprägnierten“ Wesen wird nun genutzt, um dies auf ganz Cassiopeia auszudehnen. Die Kleingalaxis, so wird suggeriert, ist für die Chaostruppen nicht nutzbar.
Es kommt zum Showdown an Pautpars Auge und die LEUCHTKRAFT findet einen neuen Kommandanten.
 
Das dürfte es gewesen sein, mit der Handlungsebene Cassiopeia. Robert Corvus legt sich fürs Finale ordentlich ins Zeug. Mit einem Handwedeln werden Kräfte an den Handlungsort geführt, die wir erst in diesem Roman kennenlernen durften. Die zuletzt von mir schon kritisierte kosmokratische Imprägnierung erweist sich als das gefürchtete Allheilmittel. Somit droht auch der Milchstraße keine Gefahr mehr. Es reicht, wenn Feyerlant dies auch in FENERIK einspeisen kann. Dann wird der Chaoporter an der Milchstraße einfach abprallen und muss von dannen ziehen.
Nicht nur überraschende Joker zieht der Autor aus dem Hut, auch die Charakteristik der Figuren und ihre Sprache ändert der Autor brachial. „Diese“ Soynte Abil ist wohl die, die wir alle erwartet haben. Alleine der Übergang von den bisherigen Schilderungen der Figur zu dem in dieser Geschichte war zu hart. Entwicklungen fanden nicht statt oder waren zu zart in früheren Geschichten angedeutet, als dass man sie als Leser ernst nehmen konnte. Wenn Corvus nun die MDI so schildert, wie es das Autorenteam eigentlich die ganze Zeit vorhatte, dann hat er gute Arbeit geleistet, die anderen Autoren vorher allerdings eine schlechte. Natürlich lässt sich hier auch ein Umkehrschluss ziehen. Die weiteren Romane mit der Figur müssen dazu abgewartet werden.
In meinen Romanbesprechungen, die ich seit 2008 hier veröffentliche, vermeide ich den Ausdruck „Deus ex machina“ weitgehend. Dabei ist die Perry Rhodan-Serie reich an Beispielen für dieses Hilfsmittel. Es ist nicht so, dass Corvus´ Roman explizit auf dieses Hilfsmittel zugreift und schon gar nicht darf man dem Autor und seiner Geschichte den alleinigen schwarzen Peter zuschieben. Aber zur Lösung des Cassiopeia-Problems wurde doch sehr spät mit der kosmokratischen Imprägnierung recht unerwartet eine Begebenheit eingeführt, die den Verbündeten in dieser Kleingalaxis aus der Patche hilft. Die mit fliegenden Fahnen herbeieilenden teleportierenden Maahks sind hier nur das i-Tüpfelchen.
Mir fehlte an dieser „Lösung“ der größere Spannungsbogen, der diesen Schauplatz mit kontinuierlich logischen Zusammenhängen aufbaut und schließlich beschließt. Dieses Ende der Handlungsebene hat mich nicht überzeugt. Ich hoffe, die kommende Milchstraßenhandlung sagt mir mehr zu.