Ansichten zu Perry Rhodan Atlantis 07

Tolcais Totenspiele – von Kai Hirdt
Auf Atlantis wird Arkonis angegriffen. Eine seltsame Schlacht entwickelt sich. Maahks sind in das System eingedrungen. Aber ihre Angriffe sind ziellos und folgen nicht den bekannten Abläufen, die die Arkoniden von diesem Feind gewonnen haben. Quartam da Quertamagin, der sich nach Arkonis begeben hat, erkennt dies als erster. Er benötigt lange, um zum Tato vorzudringen. Dem erzählt er über den Zeittransmitter und erhält prompt den Auftrag, mit einem Stoßtrupp arkonidischer Soldaten in die Unterwasserstation einzudringen und die Maschine zu sichern. Quartam da Quertamagin kann zum Zeittransmitter vorstoßen. Dort entwickeln sich die Dinge jedoch dramatisch. Der Wissenschaftler muss eine Zeitreise machen, um sein Ich der Vergangenheit zu warnen.
Auf Galkorrax haben Atlan und seine Begleiter mit der Gruppe um Perry Rhodan inzwischen einen Waffenstillstand vereinbart. Eine kobaltblaue Walze der Kosmokraten ist erschienen und zerrt die LT-IV, auf der sich alle aufgrund der Suche nach dem Talagon aufhalten, in einen Hangar der Walze. Dort bekommen sie von einem Zwergandroiden ein Ultimatum gestellt. Das Talagon ist an ihre Erhabenheit zu übergeben. Tolcai erwartet an Bord der STRAHLKRAFT unbedingten Gehorsam.
Das tun die Entführten natürlich nicht. Stattdessen schießen sie auf die Wand des Hangars und brechen mit der LT-IV durch. Sie überfliegen eine Landschaft die deutlich größer ist, als die Walze, die sie aufgenommen hat. Weitere Wände werden durchbrochen und führen in immer neue Landschaften. In allen tobt Krieg. Die LT-IV macht erneut eine Bruchlandung. Dieses Mal scheint das endgültige Aus für die BEST HOPE gekommen zu sein. Während Sichu Dorksteiger RCO-3342/B mit der Absicht repariert, aus ihm das Versteck des Talagons zu erfahren, gehen Atlan und Perry mit Geektor und unerfahrenen Soldaten auf Erkundung. Sie erfahren von Tolcais Totenspielen. Ihre Erhabenheit scheint aus Langweile die Lebewesen in diesen Landschaften aufeinander zu hetzen.
Perry Rhodan will dies unterbinden und mit Tolcai zu Verhandlungen zusammenkommen. Seine Schwierigkeit besteht darin, dass er mehr Wissen hat als Atlan und unbedingt verhindern muss, dass der Kristallprinz von Dingen erfährt, die er erst in Jahrtausenden erfahren soll. Schließlich erreichen alle die Zentrale der STRAHLKRAFT, wo Tolcai sie erwartet. Und Perry Rhodan macht einen unverzeihlichen Fehler.
 
Sieben Roman, sieben Autoren. Nun also Kai Hirdt. Der Autor, selbst schon als Exposé-Autor für mehrere Mini-Serien tätig, liefert eine Story ab, die auch in Mission SOL gepasst hätte.
Eine verletzte Arkonidin bekommt an Bord der kobaltblauen Walze eine Pille, die sie heilt. Natürlich ist es eine blaue Pille. Sie mutiert zu einem Kampfroboter. Schließlich erreichen Rhodan und Atlan die Zentrale der STAHLKRAFT. Rhodan trifft dort auf Tolcai, einem Roboter der gleichen Baureihe wie Laire. Rhodan ist irritiert, weil er in Tolcai jenen Schatten identifiziert, der sich zu dem sterbenden Atlan in der Zukunft gebeugt hat. Und Atlan hatte seinen Freund gewarnt, damit „er“ das Artefakt nicht bekäme. Rhodan war davon ausgegangen, dass der Schatten und „er“ ein und dieselbe Person seien. Doch Tolcai wird als „sie“ wahrgenommen. Zuvor hatte der Autor noch eine falsche Fährte gelegt und Dorksteiger den Gedanken äußern lassen, einen Vorgesetzten von Geektor als „er“ anzusehen. Die Auflösung mit der Verwendung eines falschen Pronomens hatten wir auch noch nicht. Und hier hängt das Schicksal eines Spiralarms der Milchstraße dran.
Diese Handlungsebene, die so interessant begonnen hat, mit zwei Gruppen, die sich gegenseitig belauern, aber dennoch zusammenarbeiten müssen, gebar nun Szenarien, die ich affig fand. Das hätte was werden können, mit einem „jungen“ Atlan und einem gereiften Perry Rhodan. Aber die Geschichte verlor sich in, ja in was eigentlich? Einem kosmischen Part? Das hätte die Serie, die den schönen Namen „Atlantis“ trägt, eigentlich nicht gebraucht.
Dann vielleicht eine bessere Story bei Quartam da Quertamagin? Dessen Erlebnisse haben mir zuletzt gut gefallen. Nun begibt sich der „Wirrkopf“ in ein Kommandounternehmen, um den Zeittransmitter für die Arkoniden zu sichern. Es kommt zu einem Fiasko. Den vielen Auswirkungen von Zeitreisen, die in der Serie existieren, fügt der Autor eine weitere hinzu. Steht man im Auge des Sturms, dann werden die Figuren nicht von der Auswirkung einer Zeitreise, die vor ihren Augen stattfindet, erfasst. Der Anführer der Zwergandroiden warnt den Wissenschaftler eindringlich vor einer Zeitreise. Nur, um dann einschränkend hinzuzufügen, dass eine klitzekleine Zeitreise nicht so schlimm wäre. Um da Quertamagin dann erneut vor genau eben einer solchen zu warnen. Quartam, so scheint es, tritt eine Zeitreise an. Die klitzekleine, wie es scheint. Sein anderes ich ist inzwischen erneut an der Unterwasserstation angekommen und will sie erneut erobern. Nun erreicht ihn nicht etwa sein zweites Ich aus der Zukunft, sondern ein Funkspruch, der durch die Zeit geschickt wurde. Er soll das Unternehmen verhindern. Nachdem er davon überzeugt ist, das er es ist, der ihn aus der Zukunft warnt, entfernt sich Quartam da Quertamagin vom Geschehen. Das heißt, er macht nicht das, was ihm sein zukünftiges Ich geraten hat. Nun müssten die Arkoniden des Kommandounternehmens eigentlich ohne ihn weitermachen. Hätten sie auch getan, nur hat da Quertamagins Zukunfts-Ich noch eine Information parat, die das Unternehmen endgültig scheitern lässt. Dem Wissenschaftler, dem in der Vergangenheit, beschert das allerdings eine Horde wütender Arkoniden, die ihn nun verfolgen.
Auf seiner Flucht entwickelt der inzwischen zum Daniel Düsentrieb mutierte Wissenschaftler mal eben den Virtuell-Bildner. An diesem Punkt angelangt, musste ich das Heft mal zur Seite legen. Ich fand die Geschichte inzwischen albern. Die Geschehnisse, die Autor Kai Hirdt in seinem Roman schildert, stellen eine Zäsur dar. Gut war indes das Romanende. Caysey hat das Ei im Bauch des Wartungsroboters versteckt. Und der ist nun bei Tolcai.