Articles for the Month of Juni 2022

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3174

Die Telepathische Allianz – von Michael Marcus Thurner
In 4601 Lichtjahren Entfernung zu Sol liegt die terranische Kolonie Frenshaun. Eine der ältesten Kolonien Terras. Adomeit Schott, der hier lebt, hat eine ungewöhnliche Begabung. Der Inselbegabte kann mit den Bäumen von Frenshaun in einem telepathieähnlichen Kontakt treten. Zusammen mit dem Goldstaynsystem und dem Sankt-Blasioussystem bildet Frenshaun ein Dreieck, in dessen Zentrum eine Aberrationszone liegt. Hier entstehen merkwürdige, kaum erfassbare, hyperenergetische Phänomene. Mit dem Storchennest hat die LFG dort eine Station vor Ort, die seit Jahrzehnten die Aberrationszone erforscht. Einige Wissenschaftler vermuten, dass die Zone wie eine Linse funktioniert. Sie bündelt und verteilt telepathische Impulse. Auf Laroche im Sankt-Blasioussystem gibt es einen Giga-Pilz und auf dem Planeten Neu-Montana im Goldstaynsystem ein Korallenriff. Mit dem Frenshaun-Wald bilden diese Biotope die Telepathische Allianz.
Die Wissenschaftler des Storchennests erhoffen sich neue Erkenntnisse und laden Adomeit Schott auf die Station ein. Über einen Ableger des Frenshaun-Waldes soll er Kontakt zur Telepathischen Allianz suchen und Informationen liefern. Stattdessen wird Adomeit Schott von der Allianz vor einer Bedrohung gewarnt. Da ihm niemand glaubt, verhilft ihm sein Begleiter, der Posbi Rivel, zu einem Kontakt zur Residentin der Liga. Sichu Dorksteiger nimmt ihn ernst und erscheint mit der THORA und einer kleinen Flotte. Und mit der RIBALD CORRELO kommt auch Perry Rhodan zur Aberrationszone. Er selbst und auch das Schiff treten unter Tarnung auf, da sie als tot gelten. Mit ihm reist Gillian Wetherby. Die Frau aus vergangener Zeit ist Kommandantin der Beibootflotte.
In der Nähe der Aberrationszone erscheint alsbald ein unbekanntes Objekt. Aufgrund der zahlreichen Stachel und der roten Farbe wird es als Roter Stern bezeichnet. Nachdem erste Kontaktversuche scheitern, übermittelt der Rote Stern später einfache Bilder, die den versammelten Schiffen nahelegen, sich nicht dem Sternschiff oder der Aberrationszone zu nähern.
Die Telepathische Allianz schickt erneut eine Warnung vor einer drohenden Gefahr. Dann überschlagen sich die Ereignisse. Die Aberrationszone vergrößert sich und die darin unkontrolliert entstehenden Energien scheint der Rote Stern für einen Angriff auf die Schiffe der Flotte zu nutzen. Gillian Wetherby geht in einen riskanten Einsatz. Wer oder was ist der Rote Stern?
 
Autor Michael Marcus Thurner knüpft mit dieser Geschichte etwa bei Heft 3163 an. Danach kamen zwar noch andere Romane, die in der Milchstraße spielten, aber allen gemein ist, dass sie sich nicht direkt mit FENERIK auseinandersetzen. Sie schildern ungewöhnliche Begebenheiten im „Umfeld“ des Chaoporters. Dabei kann man den Eindruck gewinnen, dass der Kern des Zyklus aus dem Blickfeld gerät. Es wird schon viel „Drumherum“ geschrieben. Das meine ich jetzt nicht negativ. Eine Zeitreise, die Fellmer Lloyd ins Geschehen rückte, eine andere Zeitreise, die die Milchstraße in ferner Zukunft beschreibt. Dazu Reginald Bulls Kampf gegen seinen Plagegeist und das Ende einer Kastellanin. Das waren interessante Romane.
Nun also der Rote Stern. Er steht unzweifelhaft in Verbindung zu FENERIK, bereitet dem Chaoporter den Weg durch die Milchstraße. Der Rote Stern warnt zunächst die vor Ort befindlichen Schiffe unmissverständlich. Später greift er sie gezielt an, obwohl sie sich im Rückzug befinden. Der nächste Roman wird zu diesem Verhalten vielleicht Klarheit bringen.
Mit Gillian Wetherby holt der Autor eine Figur aus der Mini-Serie Wega in die Hauptserie. An der Seite Perry Rhodans hat die Frau, die es von den Anfängen der Dritten Macht in die Zukunft verschlagen hat, im Wegasystem zahlreiche Abenteuer bestanden. Ich habe sie als keck und nicht auf den Mund gefallen in Erinnerung. Und sie hatte Schwierigkeiten, sich an die neuen Verhältnisse zu gewöhnen. Ihre Darstellung in diesem Roman knüpft daran an. Allerdings schreibt der Autor ihr auch eine gehörige Portion Arroganz an. Zumindest kam das so bei mir rüber.
Die Geschichte hat einen ordentlichen Spannungsverlauf. Von der Einführung von Adomeit Schott bis zum energiegeladenen Finale steigert sich die Geschichte kontinuierlich. Einige zeitliche Abläufe, bspw. das Erscheinen der Liga-Schiffe und der CORELLO werden arg strapaziert. Für die Fähigkeiten der Biotope müssen Hyperkristalle herhalten. Das fand ich etwas einfallslos. Die großartig komplex, fremdartig und langwierig geschilderten Kontakte des Inselbegabten mit der Allianz wurden im Finale vom Autor über den Haufen geschmissen. Sonst hätte die benötigte Problemlösung nicht funktioniert. Adomeit Schott steuert nun mit Hilfe der Allianz die Bewegungen der terranischen Schiffe. Das war reichlich übertrieben.
Mein Gesamteindruck von diesem Roman ist dennoch positiv.

Ansichten zum Magazin SOL 106

Die SOL wagt sich an das Thema Perry Rhodan-Verfilmung. Na gut, ein Wagnis ist es nicht. Gibt es doch über die Jahre verteilt unzählige Informationsschnipsel, die sich mit diesem Thema befassen. Kaum ein anderes Thema wird allerdings so häufig und so konträr diskutiert wie eine Verfilmung. Viele wollen eine Verfilmung, haben aber auch Angst vor einer filmischen Adaption des Perry Rhodan-Kosmos. Jeder hat ein anderes Bild im Kopf, wenn er die Romane liest. Das zu treffen, kann einem Filmemacher gar nicht gelingen. Abgesehen von Marktmechanismen, die mancher Fan gerne ausblendet. Schließlich ist Perry Rhodan die größte SF-Serie der Welt. Ein Film, daran gibt es keinen Zweifel, so argumentieren viele, kann daher gar nicht schlecht werden. Und bei so modernen Finanzierungsmöglichkeiten wie bspw. Crowdfunding, sind die nötigen Mittel auch leicht beschafft. Hollywood kann sich schon mal warm anziehen. Warum es aber immer noch keinen (guten) Film gibt, erzählt die SOL in ihrer aktuellen Ausgabe.
Andere Themen sind nicht weniger spannend. Nils Hirseland informiert einleitend über zahlreiche Projekte. Es gibt wieder einen Con. Diesmal in Braunschweig vom 26. bis 28. August 2022. Dazu Buch- und Heftprojekte. Eine weitere Fan Edition ist geplant. Ich bin gespannt.
Matthias Hettler reflektiert die Romane 3143 bis 3155 des laufenden Chaotarchenzyklus. In diesen Bereich fällt auch die Gründung des Dritten Galaktikums und der Autor nimmt das zum Anlass, in einer längeren Einleitung frühere Bündnisse in Erinnerung zu rufen. Sehr interessant. Manches hatte ich schon wieder vergessen.
Der Autor Sascha Vennemann wird in einem Interview vorgestellt. Er hat einen Beitrag zur Miniserie Atlantis geschrieben. Dann gibt es noch einen Rückblick zum PR-Online-Abend anlässlich des 60. Geburtstages der Serie. Das ist schon über ein halbes Jahr her und so habe ich mir mal die Notizen zu den Aussagen der Exposé-Autoren in Erinnerung rufen können.
Gerhard Huber bespricht nochmal den Garching- oder vielmehr TrudingCon 2018. Ich erinnere mich, damals war der ganze Stammtisch Nord vor Ort und wir hatten viel Spaß zusammen.
Wie eingangs schon erwähnt, bildet das Thema zu einer möglichen Verfilmung der Serie, bzw. Teilen davon, den Schwerpunkt. Vieles war mir bekannt, da ich die entsprechenden Kanäle, auf denen das Thema diskutiert wird, verfolge. Die diversen Ansätze, zu einer Verfilmung zu gelangen sind an und für sich schon interessant. Interessanter wären für mich jedoch die Gründe zu lesen, warum es immer wieder scheiterte. Christina Hacker spricht in ihrem Beitrag von einer unendlichen Geschichte, wenn es um die Verfilmung geht. Und das wird so wohl auch bleiben. Nicht ganz richtig allerdings, denn schließlich gab es schon eine Verfilmung. Kurt Kobler beschäftigt sich in seinem Artikel mit den gestohlenen Minuten aus PR – SOS aus dem Weltall. Sehr lesenswert!
Weitere hochinteressante Artikel ergänzen die SOL. Wie immer, sehr gut gelungen!
 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3173

Meisterin der unbesiegbaren Schatten – von Robert Corvus
Seit dem gescheiterten Einsatz an Bord des Flaggschiffs der Laichkangen, der FASFAKAAR, sind mehrere Wochen vergangen. Der Audh konnte nicht entführt oder ausgeschaltet werden. Allerdings hat Holar Wolkwart den Vhasyr getötet, einen begabten Laichkangen, der die Befehle des Audh verstehen und übersetzen kann. An seine Stelle ist inzwischen Veurnbittar getreten. Doch der neue Vhasyr versteht den Audh noch nicht.
Das verschafft der Allianz Zeit, die eigenen Kräfte zu verstärken. Das ist auch notwendig, denn FENERIKS Truppen haben inzwischen 7000 Schiffe um den Mond Pautpars Auge zusammengezogen. Die Mächte des Chaos beschießen den Gasriesen. Ausbrüche sollen das in der Mondatmosphäre befindliche Episodische Biogat stimulieren. Der Audh benötigt wohl die merkwürdige Lebensform für sein Vorhaben, einen Sextadim-Schutzschirm um Cassiopeia zu errichten.
Die Terraner nehmen Kontakt zu den Wissenschaftlern auf Pautpars Auge auf. Sie erhoffen sich Unterstützung und vor allem Informationen zu dem Biogat. Zwischen Farye Sepheroa-Rhodan und Soynte Abil kommt es zu Spannungen. Die MDI scheint ihren eigenen Weg gehen zu wollen. Während Farye auf die Sicherheit der ihr unterstellten Einsatzkräfte Wert legt, zeigt sich die MDI gnadenloser. Dennoch paktieren die beiden Frauen. Ein schlagkräftiges Kommando der Terraner soll auf Pautpars Auge das Rondell des Audh angreifen, während Abil im All die Flotte gegen die Chaosmächte führt. Sie hat Verstärkung bekommen. 4500 Maahk-Raumschiffe sind eingetroffen. Und ein Kontingent Schattenmaahks, die Unbesiegbaren. Sie können eine spezielle Fähigkeit einbringen. Sie reisen in entmaterialisierten Zustand und platzieren Bomben auf den Schiffen FENERIKS.
Die Flotte kann beachtliche Erfolge erzielen. Dennoch gelingt der entscheidende Einsatz dem Konnektor Damar Feyerlant. Seine unlängst auf einer Kyro-Bank gewonnene Erkenntnis zu „kosmokratisch imprägnierten“ Wesen wird nun genutzt, um dies auf ganz Cassiopeia auszudehnen. Die Kleingalaxis, so wird suggeriert, ist für die Chaostruppen nicht nutzbar.
Es kommt zum Showdown an Pautpars Auge und die LEUCHTKRAFT findet einen neuen Kommandanten.
 
Das dürfte es gewesen sein, mit der Handlungsebene Cassiopeia. Robert Corvus legt sich fürs Finale ordentlich ins Zeug. Mit einem Handwedeln werden Kräfte an den Handlungsort geführt, die wir erst in diesem Roman kennenlernen durften. Die zuletzt von mir schon kritisierte kosmokratische Imprägnierung erweist sich als das gefürchtete Allheilmittel. Somit droht auch der Milchstraße keine Gefahr mehr. Es reicht, wenn Feyerlant dies auch in FENERIK einspeisen kann. Dann wird der Chaoporter an der Milchstraße einfach abprallen und muss von dannen ziehen.
Nicht nur überraschende Joker zieht der Autor aus dem Hut, auch die Charakteristik der Figuren und ihre Sprache ändert der Autor brachial. „Diese“ Soynte Abil ist wohl die, die wir alle erwartet haben. Alleine der Übergang von den bisherigen Schilderungen der Figur zu dem in dieser Geschichte war zu hart. Entwicklungen fanden nicht statt oder waren zu zart in früheren Geschichten angedeutet, als dass man sie als Leser ernst nehmen konnte. Wenn Corvus nun die MDI so schildert, wie es das Autorenteam eigentlich die ganze Zeit vorhatte, dann hat er gute Arbeit geleistet, die anderen Autoren vorher allerdings eine schlechte. Natürlich lässt sich hier auch ein Umkehrschluss ziehen. Die weiteren Romane mit der Figur müssen dazu abgewartet werden.
In meinen Romanbesprechungen, die ich seit 2008 hier veröffentliche, vermeide ich den Ausdruck „Deus ex machina“ weitgehend. Dabei ist die Perry Rhodan-Serie reich an Beispielen für dieses Hilfsmittel. Es ist nicht so, dass Corvus´ Roman explizit auf dieses Hilfsmittel zugreift und schon gar nicht darf man dem Autor und seiner Geschichte den alleinigen schwarzen Peter zuschieben. Aber zur Lösung des Cassiopeia-Problems wurde doch sehr spät mit der kosmokratischen Imprägnierung recht unerwartet eine Begebenheit eingeführt, die den Verbündeten in dieser Kleingalaxis aus der Patche hilft. Die mit fliegenden Fahnen herbeieilenden teleportierenden Maahks sind hier nur das i-Tüpfelchen.
Mir fehlte an dieser „Lösung“ der größere Spannungsbogen, der diesen Schauplatz mit kontinuierlich logischen Zusammenhängen aufbaut und schließlich beschließt. Dieses Ende der Handlungsebene hat mich nicht überzeugt. Ich hoffe, die kommende Milchstraßenhandlung sagt mir mehr zu.