Articles for the Month of Mai 2022

Ansichten zu Perry Rhodan Atlantis 02

Festung Arkonis – von Lucy Guth
Auf dem Atlantis der Vergangenheit ist der Rückweg in die Zukunft für Perry Rhodan und Sichu Dorksteiger zunächst nicht möglich. Sie tragen das Talagon bei sich und beabsichtigen das Artefakt an den Atlan dieser Zeit zu übergeben. Ihre härteste Verfolgerin, die Arkonidin Rowena, haben sie in einem Dorf gefesselt zurücklassen können. Caysey hat sich den beiden angeschlossen und führt sie. Die Schwangere erhofft sich Hilfe, denn sie befürchtet, dass ihr Baby tot zur Welt kommen wird. Ein Fluch lastet auf ihr.
Der Weg nach Arkonis ist weit. Den ganzen Kontinent können die drei Flüchtenden nicht zu Fuß durchqueren. Die Atlanterin führt sie zu einer arkonidischen Station, die von einem Energiefeld umgeben ist. Hier forscht ein arkonidischer Wissenschaftler. Quartam da Quertamagin fühlt sich durch die Ankömmlinge gestört und will sie loswerden. Da entdeckt er das Talagon. Er kennt das Artefakt bereits, da er es im Besitz von Rowena gesehen hat. Es steht im Zusammenhang zu dem Tor durch Raum und Zeit an der Ostküste Atlantis. Der Wissenschaftler unterstützt die Flüchtlinge. Mit einem Gleiter gelangen sie nach Arkonis. Allerdings kann da Quertamagin Rowena, die sich inzwischen befreit hat und in der Station erscheint, nicht daran hindern, den drei nach Arkonis zu folgen.
In Arkonis hat sich inzwischen die Nachricht verbreitet, dass Atlan, der Kristallprinz, bei einem Gefecht ums Leben gekommen ist. Die Botschaft ruft unterschiedliche Reaktionen hervor. Die Schlacht, in der Atlan angeblich starb, scheint von Doppelagenten inszeniert worden zu sein. Als Perry, Sichu und Caysey in Arkonis ankommen und den Gouverneur aufsuchen, ahnen sie nicht, dass sie in ein Wespennest stechen.
 
Eine flotte Fortsetzung der Geschehnisse von Heft 1, die hier von Lucy Guth in Szene gesetzt werden. Etwas überraschend kommt für mich, dass die Protagonisten schon gleich zur arkonidischen Hauptsiedlung auf Atlantis vorstoßen und wie das Ende verrät noch sehr viel weiter. Dem beiliegenden Poster der Serie sind diverse weitere Handlungsorte zu entnehmen. Es wird also irgendwann wieder zurückgehen.
Für die Handlung stellt die Autorin die Atlanterin Caysey in den Mittelpunkt. Diese Figur ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Mit kindlicher Unbekümmertheit macht die junge Frau ihre Beobachtungen oder wird beobachtet. Sie zeigt Weisheit und Abgeklärtheit, wenn sie benötigt wird und ist in manchen Situationen auf Augenhöhe zu ihren Begleitern. Und sie zeigt eine hohe Moral in ihren Handlungen. Insbesondere zum Romanende hin. Glücklicherweise treten die durch die Schwangerschaft Cayseys auftretenden unterschiedlichen Beschwerden nur dann auf, wenn es sich die Figuren leisten können, sprich, sie sind in einer Situation, in der sie etwas kürzer treten können. Immer dann, wenn Gefahr droht, läuft die Schwangere zur Hochform auf. In der Summe ihrer Eigenschaften ist das ein wenig übertrieben. Sichu bekommt ihr „Fett“ ab, wenn sie in der ungewohnten Umgebung an der einen oder anderen Stelle unleidlich ist. Caysey ist klar die Sympathieträgerin in der Geschichte.
Wie in beinahe jeder Miniserie werden auch in „Atlantis“ in den Beschreibungen und Schilderungen von Emotionen der Figuren einfache, klare Signale gesetzt. Man muss nicht zwischen den Zeilen lesen. Es geht rauf und runter mit diesen Emotionen. Und auch das Vorankommen der Figuren durchläuft schnelle Wechsel. Probleme und Schwierigkeiten, die die Reise der Figuren behindern, werden mit schnellen Lösungen behoben. Der schnelle Wechsel von Ereignissen und durchlaufenen Gemütsbewegungen lässt keine Langeweile aufkommen. Allerdings erzeugt die Geschichte auch kaum Spannung und hin und wieder kommt es insbesondere bei Beschreibungen von Emotionen zu Widersprüchen. Die Miene eines Militärs verwandelt sich in ein aufmerksames Misstrauen, nur um im nächsten Moment den Ankömmling (Rhodan) mit gleichgültigen Interesse zu mustern.
Aufmerksamkeit, Misstrauen, Gleichgültigkeit, Interesse und dann auch noch gleichgültiges Interesse? Puh, das ist kurios! Absonderlich ist auch Rhodans Gleichgültigkeit, als er im Büro des Gouverneurs das Talagon einfach aus der Hand gibt. Das passt nun gar nicht zu dem Unsterblichen.
Der Roman hat mich dennoch gut unterhalten. Der „Ursprung“ so mancher terranischen Legende oder biblischer Texte liegt wohl in Atlantis, wie man diversen Textstellen entnehmen kann.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3170

Die Türmer von Tratuum – von Leo Lukas
In Cassiopeia treiben die zurückgebliebenen Truppen FENERIKS den Bau einer Chaos-Bastion voran. Nur 14 Lichtjahre vom Trojanischen Imperium entfernt, gerät die Heimatwelt der Armudana ins Fadenkreuz der Chaosmächte. Über Tratuum erscheint ein Raumschiff der Gharsen.
Die geringe Distanz zum Trojanischen Imperium lässt die Nachkommen von Terranern und Tefrodern dort Böses befürchten. Haben sie es doch erst unlängst mit Perry Rhodans Hilfe geschafft, dass die Koordinaten ihrer Heimat nicht zu FENERIK gelangen konnten. Nun bitten die Trojaner die Terraner um Farye Sepheroa-Rhodan um Hilfe. Vor Jahren hatten sie nämlich die Armudana technologisch unterstützt und auf Tratuum einen Hyperfunksender und ein Beobachtungsteam zurückgelassen. Wird dieser Sender entdeckt, sind die Trojaner gefährdet.
Ein Einsatzteam mit Farye Sepheroa-Rhodan, Shema Ghessow, Damar Feyerlant und dem Hasproner Hogeslav Nir Bu’up landet unbemerkt auf Tratuum. Die Armudana sind Echsenwesen. Entsprechend macht man Maske. Neben dem Auffinden des Senders will das Team natürlich herausfinden, welche Pläne die Chaostruppen auf dem Planeten verfolgen. Die Gharsen verhalten sich hier nämlich ganz anders, als gewohnt. Das Team findet heraus, dass eine Kyro-Bank aufgebaut wird. Diese soll den geplanten Schutzschirm, der einen großen Teil von Cassiopeia abschirmen soll, unterstützen. Es werden „Freiwillige“ für den Sextadim-Dienst gesucht. Das Einsatzteam von der BJO BREISKOLL ist dicht am Geschehen, als es zu einem Attentat kommt.
 
Leo Lukas schreibt die direkte Fortsetzung zum Roman der Vorwoche. Wieder macht ein terranisches Einsatzteam Maske und versucht an Informationen zu gelangen. Und wieder geht etwas schief. Vom Aufbau unterscheidet sich die Geschichte von der der letzten Woche. Leo Lukas schildert deutlich weniger die Geschehnisse aus der Sicht der Terraner. Vielmehr wird die Handlung aus dem Blickwinkel der Armudana, bzw. stellvertretend für diese Spezies, zum Teil vom Taktmann Tragalon-Breit geschildert. Und auch die Gharsen mit dem Schiffskommandant Grokhan bekommen einen breiteren Raum eingeräumt.
Die Türmer von Tratuum haben, das wird schnell klar, gar nichts mit dem auf dem TiBi gezeigten „Turm“ zu tun. Es sind Menschenpyramiden, bzw. Echsenpyramiden, die bei einem sportlichen Wettstreit gebildet werden. Auf die an und für sich harmlosen Schilderungen, die ein wenig das Weltbild der Echsen beleuchten, lässt der Autor in anderen Kapiteln zu lang geratene technische Beschreibungen folgen. Die Lukas-typischen Einsprengsel mit Bezügen zum aktuellen Zeitgeschehen fehlen auch nicht. Und etwas Humor packt der Österreicher auch noch mit hinein. Die Mischung, die daraus entstand war allerdings nur mäßig unterhaltend, spannungsarm sowieso und der Informationsgewinn überschaubar.
Einiges passte hinten und vorne nicht. Beispielsweise die Trojaner, die missionarisch auf Tratuum tätig sind. Die schwitzen sich in ihren einfachen Kokonmasken zu Tote, betreiben aber eine Klinik! Und das über Jahre? Habe ich irgendwie nicht verstanden. An einigen Stellen scheint Autorenwissen einzufließen. Zumindest ist es mein Eindruck, dass nicht alle Begrifflichkeiten, die in diesen Roman einfließen, zuvor von den Figuren „ermittelt“ wurden. Der Sextadim-Schirm beruht auch nur auf den Spekulationen der Vorgängergeschichte. Insgesamt wird nun klar, dass FENERIKs Truppen an einem Rückzugsort für den Chaoporter bauen. Das Ganze wird mit einem Schutzschirm gesichert und „Freiwillige“ dürfen daran mitwirken. Mit Psi-Energie, Vitalenergie oder was auch immer. Das wirkt alles etwas plump auf mich. Aber vielleicht kommt da noch was.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3169

Die Chaos-Bastion – von Uwe Anton
In Cassiopeia sind neben der LEUCHTKRAFT auch zwei Großbeiboote der RAS TSCHUBAI unter dem Oberbefehl von Farye Sepheroa-Rhodan zurückgeblieben. Die Besatzungen der BJO BREISKOLL und die FELLMER LLOYD sollen die Aktivitäten der Chaoskräfte auskundschaften. Denn auch FENERIK hat Raumschiffe zurückgelassen. Auf etwa 10.000 Schiffe werden die Kräfte des Chaoporters geschätzt. Dreiviertel davon entfallen auf Trikuben der Munuam.
Sieben Tage ist es her, dass FENERIK in Richtung Milchstraße abgezogen ist. Nach einem Scharmützel mit FENERIKS Truppen, trifft sich Farye an Bord der LEUCHTKRAFT mit Soynte Abil und Vetris-Molaud. Das Kosmokratenschiff regeneriert unterhalb des Ereignishorizonts eines Schwarzen Lochs. Wie Farye bemerkt, hat die Kosmokratenwalze auf die Anwesenheit des Unsterblichen mit einer Metamorphose reagiert. Räumlichkeiten wurden in gewisser Weise vetrisiert.
Im Gespräch wird man sich schnell einig, dass ein Spähtrupp auf dem Kommandoschiff der Munuam eingeschleust werden soll, um Informationen zu den Präliminaren Bastionen zu erbeuten, die von den Chaostruppen in ganz Cassiopeia errichtet werden. Welchem Zweck dienen die eineinhalb Kilometer hohen Türme, die auf unbewohnten Welten errichtet werden?
Mit einem von Soynte Abil zur Verfügung gestellten tefrodischen Schiff, nähert sich ein Einsatzteam der ZASTRUD, dem Flaggschiff des Munuam Likzurds. An Bord einige Terraner, die angeblich aus tefrodischer Gefangenschaft haben fliehen können und nun überlaufen wollen. Versteckt an Bord sind der Swoon Namm Tarrd, der den Rückzug zu Kemurs Schiff, der ke-wohlfeil, bewerkstelligen soll. Bestens getarnt sind auch Shema Ghessow und Damar Feyerlant, die den eigentlichen Datendiebstahl durchführen werden. Wird die Aktion gelingen und können wertvolle Informationen erbeutet werden?
 
Wenn für eine Serie wie Perry Rhodan wöchentlich Romane geschrieben und veröffentlicht werden, dann stehen die Autoren vor der Herausforderung, zwei Geschichten zu erzählen. Da ist einmal die Zyklusgeschichte selbst, die vorangebracht werden muss. Umfang und Inhalte werden vom Exposé vorgegeben. Zu diesem Handlungsrahmen denkt sich der Autor eine weitere Geschichte aus, die im Idealfall mit der Rahmenhandlung harmonisiert, so dass eine homogene Gesamtstory entsteht, in der man als Leser den Eindruck bekommt, dass die Figuren nicht anders, als beschrieben, handeln mussten, um die Gesamtstory plausibel voranzutreiben.
Uwe Anton lässt seine Figuren ein typisches Kommandounternehmenszenario durchführen. Mit einer Lügengeschichte als Hintergrund begeben sich einige seiner Figuren zum Zweck der Ablenkung in Gefahr, damit andere im Geheimen an die erhofften Daten gelangen können. Es geht mal wieder gegen die Munuam. Zu diesem Volk aus dem Chaoporter sind nun schon einige Romane in diesem Zyklus verfasst worden. Neues kann der Autor zu dieser Spezies nicht hinzufügen. Die wiederkehrende Idee des Romans ist, was mich angeht, zumindest für diesen Zyklus doch schon ziemlich ausgelutscht. Gerne wieder gegen andere exotische Außerirdische in folgenden Zyklen. Aber gegen die Munuam brauch ich das nicht mehr. Überzeugen konnte mich die Geschichte um desertierte Terraner in Cassiopeia auch nicht. Die Munuam übrigens auch nicht. Und da wäre ich wieder bei der eingangs aufgeworfenen Konstellation, ob sich eine konforme Gesamtstory mit den beschriebenen Elementen hat bilden lassen. Hat es nicht.
Erstrahlen die Geschehnisse, wie sie Uwe Anton uns schildert, hinterher wenigstens im Lichte neu erworbenen Wissens? Auch hier bringt uns der Roman nicht weiter. Am Ende der Geschichte lässt der Autor seine Figuren wild spekulieren. An und für sich ein Element, das ich manches Mal in den Geschichten vermisse. Die Figuren gelangen an neue Informationen, doch beschäftigen sie sich zu wenig damit. In dieser Geschichte ist jedoch Schmalhans Küchenmeister. Da war einfach nichts, über das es sich zu spekulieren lohnte.
Wenn die Cassiopeia-Handlungsebene neben der Milchstraßenhandlung bestehen soll, muss dort eine ordentliche Schippe draufgelegt werden. Sonst entsteht schnell der Eindruck, dass sich die Figuren dort auf dem Abstellgleis befinden. Diese Geschichte wirkt momentan auf mich, wie der zu lang geratene Vorspann des nächsten Romans.