Articles for the Month of Mai 2022

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3171

Schutzherren für Valotio – von Kai Hirdt
Auf Tratuum, der Heimatwelt der Armudana, haben die Chaosmächte eine Kyro-Bank errichtet. Freiwillige aus dem Volk der Echsenwesen sollen darin Sextadim-Dienst leisten. Ein Schutzschirm, der Cassiopeia umhüllen soll, wird dadurch verstärkt. Noch weiß allerdings niemand, welche Auswirkungen dies auf die Armudana haben wird, die sich zu diesem Dienst verpflichten. Grokhan, der Anführer der Gharsen, will zunächst Onontru-Duldsam dazu bringen, die Kyro-Bank zu testen. Er weiß um die abhängig machende Wirkung des Sextadim-Dienstes. Derart geprägt würde die Taktfrau der Stadt Pentu ihr Volk ermuntern, es ihr gleichzutun.
Doch zunächst werden die Pläne durch ein Attentat des Stadtstaates Farton zurückgeworfen. Als Globale Dominanz hat Onontru-Duldsam erheblichen Einfluss auf ihr Volk. Farye Sepheroa-Rhodan will sie unbedingt überzeugen, dass das Angebot der Gharsen der falsche Weg für die Armudana ist. Rhodans Enkelin erkennt allerdings nicht, dass ihr von Seiten der Taktfrau ebenfalls Misstrauen entgegenschlägt. Onontru-Duldsam wäre gerne neutral geblieben zwischen den Gharsen und den Trojanern. Aber das geht nicht. Die Trojaner, bzw. die Terraner haben inzwischen auch den Kontakt zur Opposition gesucht und mit Worfzuc von Farton auch gefunden. Nun geht es darum, die Gharsen zum Abzug zu bringen.
Onontru-Duldsam erlebt schließlich die Kyro-Bank am eigenen Leib und ist überzeugt. Es wird ihr jedoch eingeredet, dass ein friedlicher Wettstreit im Turmbau die Entscheidung bringen soll. Grokhan steht unter erheblichen Druck. Es darf kein Zwang ausgeübt werden. Die Sextadim-Dienst-Leistenden müssen dies freiwillig tun. Die unterschiedlichen Parteien beschließen, den Turmbau zwischen Pentu und Farton zu manipulieren.
Auch die Gharsen greifen manipulativ in das Geschehen ein und Worfzuc sucht eine militärische Lösung. Nur leider sind die Armudana den Gharsen und Munuam hoffnungslos unterlegen. Können die Terraner einen Weg aus dem Dilemma finden?
 
Vom jetzigen Stand des Zyklus ausgehend habe ich keine Ahnung, in welche Richtung sich der entwickelt. Wenn man nur im Dunkeln tappt, dann müssen wenigstens die individuellen Autorenleistungen für Erhellung sorgen. Kai Hirdt ist ein Autor, der sich einiges einfallen lässt, um interessante Geschichten zu gestalten. Eine, in der nicht alles so klar scheint, wie es die Bedingungen hergeben. Und die Einschränkungen für diesen Roman schienen klar. FENERIKS Truppen haben eine kleine rückständige Welt okkupiert und wollen die Bewohner in den Frondienst des Chaoporters zwingen. Die Terraner können nicht mit einer Raumflotte aufkreuzen und die Trojaner auch nicht. Die beiden Parabegabten vor Ort waren ebenfalls in ihrem Handeln eingeschränkt, da die Gharsen den Einsatz von Psi-Kräften bemerken würden.
Wie will Kai Hirdt diese Situation auflösen? Der Autor peilt eine Lösung an, die schon gegen TRAITOR den Erfolg brachte. Man kann die Chaosmächte nicht besiegen. Man muss sie zum Abzug bewegen. Das Mittel zum Zweck ist die Freiwilligkeit der Teilnehmer im Dienst für die Chaos-Bastion. Der Autor verfolgt den Plan, die Gharsen zu diskreditieren, damit sich keine Freiwilligen finden lassen. Um dies zu erreichen, müssen die Handlungsträger manipuliert werden, die das Sagen auf dem Planeten haben. Die Manipulierten erkennen in seltener Klarheit bald, dass sie manipuliert werden und sie erkennen auch, wer sie zu beeinflussen sucht. Und greifen ihrerseits zum Mittel der Manipulation. Das war schon beinahe humorvoll. Zum einen, als Farye Sepheroa-Rhodan merkt, dass sie reingelegt wurde. Zum anderen, als die Terraner versuchen, die Schwerkraft beim Turmbau zu manipulieren und die Gharsen dagegenhalten. Dieses Wechselspielchen hat der Autor gut in Szene gesetzt.
Irgendwann erkennt der Autor, dass dies alleine wohl nicht reichen würde. Auf jeden Planeten gibt es genug Bekloppte (Zitat aus dem Roman), die sich dennoch freiwillig melden würden. Also wirft der Autor ein neues Element in den Ring: Die „kosmokratisch imprägnierte“ Welt. Der Parabegabte Feyerlant erkennt dies bei seinem Einsatz in der Kyro-Bank. Es gibt Lebewesen, die nicht als Schutzherren taugen. Der Mutant manipuliert die Kyro-Bank, die nun glaubt, dass die Armudana solche Wesen seien. Damit ist die Aktion der Gharsen gescheitert und sie ziehen ab.
War der Roman bis dahin auf Lug und Trug aufgebaut, zieht der Autor nun etwas überraschend einen Joker. Das Element einer „kosmokratisch imprägnierten“ Welt bedarf dringend einer Definition. Es könnte sonst ein Allheilmittel gegen die Mächte des Chaos sein. Etwas gedrängt kommen am Romanende die erbeuteten Informationen daher. Sie weisen aber den Weg zum nächsten Roman. Es geht gegen einen Audh.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Atlantis 03

Fluchtpunkt Venus – von Sascha Vennemann
In Arkonis ist es Perry Rhodan und Sichu Dorksteiger gelungen, eine Leka-Disk der Arkoniden zu stehlen und mit Caysey zusammen in den Weltraum vorzustoßen. Doch die Verfolger sind nicht weit. Sie benötigen dringend ein überlichtschnelles Raumschiff. Rhodan hat auch schon einen Plan, wie er an eines gelangen kann. Doch zunächst müssen die Verfolger abgeschüttelt werden. Die Flüchtenden manipulieren einen Roboter, der auf einem Asteroiden in einer großen Explosion vergeht, während auf der Leka-Disk der Energieverbrauch gesenkt wird, um nicht geortet werden zu können. Der Bluff gelingt.
Danach nutzt Perry Rhodan mehrmals den Swing-by-Effekt, um ihr kleines Schiff ohne verräterischen Energieausstoß zur Venus zu manövrieren. Auf Atlantis hatten sie eine Begegnung mit einem Arkoniden, der aus einer verlorenen Schlacht zurückkehrte, in der Atlan angeblich starb. Sein Schiff war die LT-IV. Die ist inzwischen zum Abwracken zur Venus gebracht worden. Wenn sich in der Positronik noch die Koordinaten der Schlacht befinden, dann muss dort mit der Suche nach dem Kristallprinzen begonnen werden. Rhodan will die LT-IV kapern.
Rowena durchschaut den Bluff der Flüchtenden und begibt sich ebenfalls zur Venus. Das Talagon führt sie mit sich. Sie will es niemanden anvertrauen. Perry, Sichu und Caysey werden auf der Venus vor Herausforderungen gestellt. Die Tier- und Pflanzenwelt stellt sich gegen sie und die LT-IV wird bereits ausgeschlachtet. Wird dieses Schiff überhaupt nochmal abheben, geschweige denn eine Transition durchführen können?
Die drei trennen sich. Caysey soll Rowena aufhalten, Sichu in der Venusfestung die Positronik umprogrammieren, damit sie ungestört von einem Traktorstrahler starten können und Perry will die LT-IV flugfähig machen. Werden diese Ziele erreicht?
 
Mit Sascha Vennemann greift ein Autor in die Serie ein, der bislang keinen Perry Rhodan-Roman geschrieben hat. Er hat allerdings Erfahrung mit der Bastei-Serie Sternenfaust gesammelt, die ich auch eine Zeitlang gelesen habe.
Gastautoren der Hauptserie bekommen nicht selten für ihren Beitrag ein Exposé vorgelegt, das den Schwerpunkt eher auf die Figurendarstellung legt und weniger auf technische Beschreibungen und schon gar nicht auf den kosmischen Überbau der Serie. Da in den Miniserien die Hohen Mächte kaum eine Rolle spielen und für den Technikeinsatz nicht selten klare Grenzen gesetzt werden, sind sie ganz gut für Autoren geeignet, den Rhodan-Kosmos erstmals zu betreten.
Sascha Vennemanns Geschichte setzt nahtlos an die Ereignisse des zweiten Bandes an. Auch der strukturelle Aufbau des Romans folgt der bisherigen Tradition. Der Terraner, die Ator und die Atlanterin werden abwechselnd geschildert. Obwohl inzwischen der dritte Autor diese Figuren einsetzt, werden die Hauptdarsteller homogen fortgeschrieben. Mit dem einen oder anderen Ausreißer. Als Perry die Atlanterin nach ihrem Einsatz gegen Rowena zurechtweist, habe ich schon ein wenig die Stirn gerunzelt. Vennemann lässt das Mitgefühl, das dem Unsterblichen im ersten Moment abging, dann zumindest gedanklich bei Rhodan zurückkehren, der sich selbst schalt, ob er zu hart reagiert hat. Allerdings ist Rhodan auch nicht gewillt, auf Caysey zuzugehen und den Konflikt aufzulösen. Beschreibt der Autor hier erste Anzeichen dafür, dass Caysey sich stärker emanzipiert, d.h. von ihren Begleitern loslöst? Oder dichtet Sascha Vennemann dem Titelträger Eigenschaften an, die da gar nicht hingehören?
Im weiteren Ablauf des Romans, müssen sich die drei Hauptpersonen verschiedenen Herausforderungen stellen. Dass sich Sichu und Perry trennen, ist durchdacht. Dass Perry die Atlanterin in den Kampf gegen Rowena schickt, ist unklug. Er selbst hatte bei seinem ersten Aufeinandertreffen mit der Arkonidin erhebliche Schwierigkeiten, sich durchzusetzen. Sie wird als erfahrene Kämpferin beschrieben. Und nun schickt Rhodan die schwangere Atlanterin ohne Erfahrung gegen Rowena los, damit sie ihm (Rhodan) mehr Zeit verschafft? Das war nicht glaubhaft.
Allerdings hatte der Autor nun die Möglichkeit, diese Situation, die er selbst heraufbeschworen hatte, durch gute Einfälle bei dieser Auseinandersetzung zu lösen. Die arkonidischen Siedlungen auf der Venus wurden, so steht es in der Geschichte, von einem außerordentlich starken Sturm bedroht. Und auch die aggressive Fauna stand für den Autor parat, um Rhodans, resp. des Autors Entscheidung, die unerfahrene Schwangere gegen eine Kämpferin in den Ring zu schicken, doch noch plausibel lösen zu können. Leider nutzte er beide Elemente nicht. Cayseys Einsatzanzug, den ihr Rhodan verpasst hatte, musste zudem mit geringen Energiereserven auskommen. Aus welchem Grund auch immer, verpasste der Autor dieses Manko auch dem Anzug von Rowena. Gleichzeitig fliegen und Schutzschirm aufbauen ging nicht und so konnte Rowena von Caysey besiegt werden.
Dass Rhodan nun erneut die Arkonidin zurückließ, ist beinahe schon ein Running-Gag innerhalb der Perry Rhodan-Miniserien. Ihr Funkarmband ließ er ihr auch. Oje! Interessant hingegen die versuchte Heilung, die von den Venus-Robben an der Atlanterin versucht wird.
Für Perrys Einsatz greift der Autor zu einem bewährten Mittel. Was Perry nicht schafft, muss eben ein anderer für ihn erledigen. RCO könnte durchaus als Basis für den späteren Rico dienen. Sichu ist hingegen auf sich allein gestellt. Für ihre Maßnahmen, die Venuspositronik zu infiltrieren und sie für ihre Zwecke umzuprogrammieren, lässt sich der Autor einiges einfallen.
Lediglich bei der Befreiung aus der misslichen Situation leistet sich der Autor einen Fehler. Denn es ist unklar, wie die Selbstschussanlagen in der Anlage der Venuspositronik die Roboter ausschalten. Paralyse kann es nicht gewesen sein. Dann also Energiegeschütze. Doch das steht da nicht. Bleibt noch die Frage, warum vier Kampfroboter es nicht schafften Sichu Dorksteiger auszuschalten. An einer anderen Stelle, etwas später, schreibt der Autor explizit darüber, dass Kampfroboter, die in der Station herumlaufen würden, betäubt würden. Die armen Roboter!
Gefallen hat mir die Idee des Autors, die Leka-Disk mittels Swing-by-Effekt auf Kurs Venus zu bringen. Alleine die zeitlichen Abläufe muss man hier allerdings ausblenden. Rowena hatte den Bluff mit der Zerstörung nicht geschluckt. Warum sie die Schiffe nicht angewiesen hat, genauer hinzuschauen, bleibt ihr Geheimnis. Inzwischen surft Rhodan um Jupiter herum, um Schwung zu holen. Zeit eigentlich genug für Rowena, ihn auf der Venus gebührend zu empfangen. Tut sie aber nicht.
Insgesamt bleibt nach wie vor offen, auf welcher Seite die verschiedenen Parteien stehen. Kors da Masgadan glaubt, auf Atlans Befehl zu handeln. Und Rowena will gar den Kristallprinzen um Hilfe bitten. Es könnte also sein, dass Rhodan gerade einen schönen Plan des jungen Atlan irgendwie torpediert.
Der Roman lies keine Langeweile aufkommen. Die Ungereimtheiten lassen sich nicht so ohne weiteres ignorieren. Die Figurendarstellung, Sichus Gedanken und auch Cayseys widersprechende Gefühle passten und belebten den Roman.

Ansichten zum Kinderbuch Perry Rhodan von Lie H. Ard

Perry Rhodan und sein Abenteuer auf dem Mond – von Lie H. Ard
In diesem Buch wird die Geschichte von Perry Rhodan und seinen mutigen Kameraden erzählt, die sich aufmachen, den Mond zu bereisen.
Aber es geht noch um viel mehr. Es geht um Abenteuer, um Entdeckungen und um eine Freundschaft, die alle Grenzen überwindet.
 
Soweit der Klappentext dieser Fan-Publikation der PRFZ. Das Buch ist 50 Seiten stark, HC im Format der Perry Rhodan-Hefte.
Wenn ein Perry Rhodan-Altleser mit 50 Jahren Leseerfahrung und noch höherem Lebensalter ein Kinderbuch in die Hand nimmt, dann muss es einen besonderen Anlass geben. Okay, ja, ich bin Sammler und ein so schön aufgemachtes Büchlein muss einfach seinen Platz in meiner Sammlung finden. Aber natürlich reizte es mich auch, wie es gelingen kann, Peterchens Mondfahrt, äh, Perrys Mondfahrt kindgerecht umzusetzen. Ein Mitglied des Stammtisches machte mich auf das Kinderbuch aufmerksam. Nun, da ich es in der Hand halte und gelesen, betrachtet und durchblättert habe, kann ich sagen, dass es mich als Erwachsener auch beeindruckt.
Eine Altersempfehlung ist in dem Buch nicht aufgenommen. Ich schätze, dass Kindern ab 3 Jahren daraus vorgelesen werden kann. In diesem Alter lassen sich besondere Ereignisse aufarbeiten. Monster im Schlafzimmer, Ängste im Kindergarten, was macht die Feuerwehr und eben auch eine Reise zum Mond. Die überwindet nicht nur räumliche Grenzen.
In diesem Kinderbuch geht es um Ängste überwinden. Die Angst vor Fremden und vor Unbekannten. Die Geschichte von Heft 1 „Unternehmen Stardust“ muss ich hier nicht wiederholen. Lie H. Ard hat sich durchaus einer komplexen Thematik angenommen. Der Konflikt der Großmächte, den Vorstoß ins Unbekannte, die Begegnung mit völlig Fremden, die Hilfe für einen Kranken und das Schließen von Freundschaften.
Wenn ich meine vorsichtige Einschätzung zum Vorlesealter nochmal überdenke, dann ist die geschilderte Welt in diesem Kinderbuch schon ein wenig komplex, um sie in diesem Alter komplett zu verstehen.
Dennoch, in einzelnen Abschnitten dieses liebevoll und abwechslungsreich gestalteten Kinderbuchs stecken starke Botschaften, die sicherlich verstanden werden. Die Illustrationen sind sehr süß für Kinder und sind thematisch angemessen.
Insgesamt ein sehr schönes Buch und eine wirklich tolle Idee der Autorin, nach über 60 Jahren die Geschichte, mit der die Perry Rhodan-Serie startete, nun auch für Kinder anzubieten!