Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3161

Fremde in Zeit und Raum – von Susan Schwartz
Nachdem Reginald Bull seinen Quälgeist Sälsinde mit Unterstützung einer Yodorin in einen Seelenkerker gesperrt hat, fühlt sich der ehemalige Resident befreiter. Ein Rest Misstrauen bleibt. Unklar ist auch, ob das Gerät den Chaotarchendiener tatsächlich über lange Zeit festhalten kann. Bull nimmt in seiner Tarnidentität Joseph Andalous und mit Unterstützung von Uecker London Kontakt zur USO auf. Die von Lordadmiral Monkey geführte Organisation meldet sich alsbald und nimmt Reginald Bull samt Seelenkerker an Bord der RATBAR TOSTAN. Die Geschehnisse verlangen es, dass Bull sich zu erkennen geben muss. Damit macht er sich keine Freunde. Die USO-Agenten gehen auf Nummer sicher und setzen ihn fest.
Er wird zur NIKE QUINTO gebracht. Dort eröffnet ihm Monkey, dass man den Seelenkerker auf einem geheimen Stützpunkt untersuchen könne. Ziel soll es sein, dass man mehr Informationen über Sälsinde und FENERIK herausfindet. Es geht ins Pathosystem. Auf dem zweiten Planeten hat sich seit Jahrtausenden eine einzigartige Kultur entwickelt. Abstammend von den Arkoniden hat sich dort eine Gesellschaft etabliert, die nur aus Frauen besteht. Die beschäftigen sich auch mit Spirituellem.
In einer Forschungsstation der USO im ewigen Eis eines der Pole wird an der Erzeugung einer künstlichen ÜBSEF-Konstante geforscht. Mit dem Wissen dort, will man eine Kopie von Bulls ÜBSEF-Konstante erzeugen, die einem Plasma-Klumpen aufgeprägt wird. Bull soll dieses Bewusstsein fernsteuern und in Kontakt mit Sälsinde treten und ihn aushorchen.
Doch die Geister die hier gerufen werden, machen sich selbständig und ein Planet gerät in Gefahr.
 
Als hätte ich‘s geahnt! Zum direkten Vorgänger dieser Geschichte von Susan Schwartz schrieb ich vor einigen Wochen, dass die Serie saubere Abschlüsse so sehr verabscheut wie der Teufel das Weihwasser. Kaum sind Bull und der Seelenkerker an Bord des USO-Schiffs, schon werden die ersten Fakten geliefert, die an einer dauerhaften Unterbringung Sälsindes in dem Seelenkerker zweifeln lassen. Springe ich gleich zum Romanende, wird auch dort durch Bulls Einlassung, ein winziger Teil Sälsindes sei in ihm geblieben, das Thema weitergetrieben. Und nun würde ein Riss in ihm sein. Es ist mal wieder so. Das Thema findet keinen Abschluss.
Susan Schwartz beschreibt in ihrem Roman eine interessante Gesellschaft. Für jede andere Geschichte wäre diese nur aus Frauen bestehende Zivilisation ein toller Hintergrund gewesen. Und einer, bei dem es sich lohnen würde, ihn stärker in die Geschichte einzubinden. Hier wirkt die Verbindung der Beschäftigung mit dem Geist und einer Forschungsstation, deren Wissenschaftler mit künstlicher „Seele“ experimentieren, ein wenig zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Die beiden Handlungselemente profitierten nicht voneinander. Bull lernte die besondere Situation auf dem Planeten auch gar nicht kennen. Er führt einen Dialog mit der Kontakterin und das war es. Eine schöne Idee aber zu wenig daraus gemacht.
Das Experiment geriet schnell außer Kontrolle. So, wie die Autorin das geschrieben hat, gab es auch gar keinen anderen Weg. Es endet so, wie ich es mir von Anfang an vorgestellt hatte. Einzige Erkenntnis in diesem Roman ist die chaotarchische Beurteilung des Moralischen Codes. Die Kosmokraten bestehen auf seiner Unveränderlichkeit, die Chaotarchen hingegen betrachten den Code als einen Kodex der Entwicklung. Da Aussagen dieser Art äußert selten sind, bleibt abzuwarten ob sich daraus eine Wirkung auf die Geschehnisse in diesem Zyklus ergeben.