Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3160

Die Zukunft ist eine Falle – von Kai Hirdt
Perry Rhodan befindet sich auf Einladung Farbauds mit seinen Begleitern in der Stadt Derdin im Saum des Chaoporters. Die Stadt ist durch Beeinflussung eines Chaofaktums in drei verschiedenen Zeitvarianten vorhanden. Derdin ist die Stadt der Gegenwart, Vussar liegt 7000 Jahre in der Vergangenheit und Kuld 1200 Jahre in der Zukunft. In Vussar wurde Gry O’Shannon verletzt und ist in Begleitung Guckys nach Derdin in medizinische Behandlung transportiert worden. Die Sprachwissenschaftlerin Cornelia Zandt hat sich von der Gruppe getrennt. Sie möchte in der Stadt bleiben und die sprachlichen Auswirkungen im Verlauf der Zeit studieren. Zusammen mit dem Archivar Boriuk reist sie nach Kuld. Auch Perry Rhodan ist mit dem Jülziish Yüllvay und Alaska Saedelaere auf dem Weg nach Kuld. Der Quintarch will ihnen dort einen Skulpturenpark zeigen.
Der Flug, vielmehr die Reise durch die Zeitlinien, wird holprig. Yüllvay ist es zu verdanken, dass sie ihr Ziel erreichen. Der Junge hat längst eine Entscheidung getroffen. Er will im Chaoporter bleiben, denn hier ist er etwas. Kuld präsentiert sich anders, als es Farbaud in Erinnerung hat. Der Skulpturenpark ist nicht an der Stelle, an der er zuletzt lag. Die Verhältnisse in Kuld haben sich gewandelt. Die Ahnhüter haben nun das Sagen, die Effektpolizei gibt es nicht mehr und Hosopeet, der chronodivergente Bürgermeister, wurde abgesetzt. Rhodan interessiert das alles zunächst nicht. Er möchte in den Skulpturenpark und danach so schnell wie möglich weg.
Cornelia Zandt und Archivar Boriuk stellen ebenfalls fest, dass etwas nicht stimmt. Seit Boriuks Aufenthalt in Kuld sind 800 Jahre vergangen. Am Zeithafen werden indes Rhodan, Farbaud, Yüllvay und Saedelaere angegriffen. Die Gruppe hat ebenfalls erkannt, dass die Zeitlinie gravierend geändert wurde. Sie werden getrennt. Yüllvay und Saedelaere reisen zurück nach Derdin, um einerseits herauszufinden, was zur Veränderung der Zeitlinie geführt hat, und andererseits zu Gucky und Gry O’Shannon zu gelangen. Farbaud und Rhodan retten sich ins Archiv. Sehr zur Überraschung von Cornelia Zandt, die ihren Entschluss, in der Stadt zu bleiben, inzwischen bereut.
Sowohl in Kuld als auch in Derdin wird den Mitgliedern des Einsatzteams bewusst, dass Hosopeet einen Schlüsselfigur ist. Der Hosopeet in Kuld ist jedoch Gefangener einer Simulation und sendet falsche Informationen an sich in der Gegenwart von Derdin. Perry Rhodan muss ihn befreien, damit die Zeitlinie wieder hergestellt werden kann. Und schließlich wartet im Skulpturenpark noch eine Überraschung auf die Besucher. Der Park zeigt frühere Quintarchen des Chaoporters. Er enthält auch Skulpturen, die Rhodan so nicht erwartet hat.
 
Der Roman der Vorwoche hat mir richtig gut gefallen. Und Autor Kai Hirdt legt sich auch in der Fortsetzung mächtig ins Zeug. Die gleiche Stadt, drei Mal in der Zeit vorhanden. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft an einem Ort. Als wäre das nicht genug, kommt es durch Rhodans auratisches Relief zu Verschemungen. Die sorgen dafür, dass in der herrlichsten Stadt aller Zeiten – O-Ton Farbaud – ein Machtkampf zwischen Ahnhütern und Effektpolizei tobt. Darin gefangen der chronodivergente Bürgermeister. Als einziger sollte er den Überblick behalten. Doch Kai Hirdt steckt ihn in eine Simulation. Und Rhodan gleich mit. Die Zeitlinie wird gestört oder auch nicht. Es ist eher eine Manipulation.
Direkt nach der Lektüre war ich noch etwas ratlos. Aber die Zusammenfassung zu schreiben, hat mir geholfen. Wie immer kläre ich nicht alles darin auf, z.B. wer im Skulpturenpark gezeigt wird. Das Heft nochmals in die Hand zu nehmen verhalf mir aber, die Geschichte besser zu sortieren. Geholfen hat auch, dass Kai Hirdt die Sprachwissenschaftlerin Cornelia Zandt ebenfalls in das veränderte Kuld geschickt hat. Ihre Entdeckung, dass weitere 800 Jahre vergangen sind und die Ahnhüter die Effektpolizei abgelöst haben erklärte die Situation in der Rhodan sich befand. Dessen mächtiger Begleiter Farbaud interessierte sich nämlich überhaupt nicht für die Verhältnisse und trug daher nicht zum Verständnis Rhodans bei.
Abgesehen von einer interessanten Geschichte mit vielen Verwicklungen bildet der Skulpturenpark, vielmehr, wer darin gezeigt wird, das i-Tüpfelchen des Romans. In diesem Park werden die ehemaligen Quintarchen FENERIKS geehrt. Rhodan erkennt eine Person sicher und bei einer weiteren Skulptur hat er einen begründeten Verdacht. Als Saedelaere seine Maske abnimmt, kommt es ähnlich einer Verschemung für einen kurzen Moment zu einer Änderung der Realität. Der Maskenträger sieht eine andere ebenfalls bekannte Person, anstelle der ersten von Rhodan erkannten Skulptur.
Farbaud sucht den Skulpturenpark u.a. deshalb auf, um zu sehen, ob er darin geehrt wird. Das ist nicht der Fall. Doch kann sich der Quintarch dessen sicher sein, die kommenden Ereignisse zu überleben? Eigentlich nicht. Rhodans auratisches Relief hat die Geschehnisse in der Stadt beeinflusst. Und Saedelaeres Einsatz des Cappin-Fragments zeigt ebenfalls, dass die Zukunft keine Falle sein muss, um mal den Romantitel in Erinnerung zu rufen.
Am Ende der interessanten Geschichte bleibt daher nur ein Zitat einer der Moralsäulen: „Die Zukunft ist noch nicht geschrieben“.