Articles for the Month of März 2022

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3161

Fremde in Zeit und Raum – von Susan Schwartz
Nachdem Reginald Bull seinen Quälgeist Sälsinde mit Unterstützung einer Yodorin in einen Seelenkerker gesperrt hat, fühlt sich der ehemalige Resident befreiter. Ein Rest Misstrauen bleibt. Unklar ist auch, ob das Gerät den Chaotarchendiener tatsächlich über lange Zeit festhalten kann. Bull nimmt in seiner Tarnidentität Joseph Andalous und mit Unterstützung von Uecker London Kontakt zur USO auf. Die von Lordadmiral Monkey geführte Organisation meldet sich alsbald und nimmt Reginald Bull samt Seelenkerker an Bord der RATBAR TOSTAN. Die Geschehnisse verlangen es, dass Bull sich zu erkennen geben muss. Damit macht er sich keine Freunde. Die USO-Agenten gehen auf Nummer sicher und setzen ihn fest.
Er wird zur NIKE QUINTO gebracht. Dort eröffnet ihm Monkey, dass man den Seelenkerker auf einem geheimen Stützpunkt untersuchen könne. Ziel soll es sein, dass man mehr Informationen über Sälsinde und FENERIK herausfindet. Es geht ins Pathosystem. Auf dem zweiten Planeten hat sich seit Jahrtausenden eine einzigartige Kultur entwickelt. Abstammend von den Arkoniden hat sich dort eine Gesellschaft etabliert, die nur aus Frauen besteht. Die beschäftigen sich auch mit Spirituellem.
In einer Forschungsstation der USO im ewigen Eis eines der Pole wird an der Erzeugung einer künstlichen ÜBSEF-Konstante geforscht. Mit dem Wissen dort, will man eine Kopie von Bulls ÜBSEF-Konstante erzeugen, die einem Plasma-Klumpen aufgeprägt wird. Bull soll dieses Bewusstsein fernsteuern und in Kontakt mit Sälsinde treten und ihn aushorchen.
Doch die Geister die hier gerufen werden, machen sich selbständig und ein Planet gerät in Gefahr.
 
Als hätte ich‘s geahnt! Zum direkten Vorgänger dieser Geschichte von Susan Schwartz schrieb ich vor einigen Wochen, dass die Serie saubere Abschlüsse so sehr verabscheut wie der Teufel das Weihwasser. Kaum sind Bull und der Seelenkerker an Bord des USO-Schiffs, schon werden die ersten Fakten geliefert, die an einer dauerhaften Unterbringung Sälsindes in dem Seelenkerker zweifeln lassen. Springe ich gleich zum Romanende, wird auch dort durch Bulls Einlassung, ein winziger Teil Sälsindes sei in ihm geblieben, das Thema weitergetrieben. Und nun würde ein Riss in ihm sein. Es ist mal wieder so. Das Thema findet keinen Abschluss.
Susan Schwartz beschreibt in ihrem Roman eine interessante Gesellschaft. Für jede andere Geschichte wäre diese nur aus Frauen bestehende Zivilisation ein toller Hintergrund gewesen. Und einer, bei dem es sich lohnen würde, ihn stärker in die Geschichte einzubinden. Hier wirkt die Verbindung der Beschäftigung mit dem Geist und einer Forschungsstation, deren Wissenschaftler mit künstlicher „Seele“ experimentieren, ein wenig zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Die beiden Handlungselemente profitierten nicht voneinander. Bull lernte die besondere Situation auf dem Planeten auch gar nicht kennen. Er führt einen Dialog mit der Kontakterin und das war es. Eine schöne Idee aber zu wenig daraus gemacht.
Das Experiment geriet schnell außer Kontrolle. So, wie die Autorin das geschrieben hat, gab es auch gar keinen anderen Weg. Es endet so, wie ich es mir von Anfang an vorgestellt hatte. Einzige Erkenntnis in diesem Roman ist die chaotarchische Beurteilung des Moralischen Codes. Die Kosmokraten bestehen auf seiner Unveränderlichkeit, die Chaotarchen hingegen betrachten den Code als einen Kodex der Entwicklung. Da Aussagen dieser Art äußert selten sind, bleibt abzuwarten ob sich daraus eine Wirkung auf die Geschehnisse in diesem Zyklus ergeben.

Ansichten zu Perry Rhodan Atlantis 01

Im Land der Sternengötter – von Ben Calvin Hary
Auf Terra herrscht am 02. Juni 2069 NGZ am Grund des Atlantiks Volksfeststimmung. Atlans Tiefseekuppel wurde von dem Arkoniden Kelen da Masgadan erworben und in ein Museum umgebaut. In der Kuppel hatte Atlan da Gonozal als einziger Überlebender des Untergangs von Atlantis die Jahrtausende im Tiefschlaf verbracht. Der Unsterbliche ist nach Terra gereist und wird die Laudatio zur Eröffnung halten. Auch Perry Rhodan hat sich zusammen mit seiner Ehefrau Sichu Dorksteiger in Schale geworfen. Beide wohnen dem Ereignis bei. Die Ator wird schnell abgelenkt. Einige Informationsholos werden gestört und zusammen mit Kelen da Masgadan findet die Wissenschaftlerin den Grund für die Störung. Ein geheimer Raum am Grund des Bauwerks enthält einen unbekannten Transmitter. Derweil erkennt Atlan unter den Besuchern Rowena, eine ihm bekannte Arkonidin. Diese hat ein Artefakt, das Atlan als Talagon bezeichnet, in der Kuppel platziert. Die Ereignisse überschlagen sich. Rowena verletzt Atlan schwer und flieht durch den Transmitter. Der Unsterbliche bittet Rhodan, das Talagon auf die andere Seite zu bringen und zu verhindern, dass er es bekommt. Perry Rhodan nimmt das Artefakt an sich. Bevor der Durchgang sich verschließt, springen er und Sichu durch den Torbogen.
Sie landen auf dem Atlantis der Vergangenheit, in der Zeit als Arkoniden dort siedeln und einige Jahre vor dem Untergang des Kontinents. Perry Rhodan und Sichu Dorksteiger erkennen sehr schnell, wo und vor allem, wann sie sich befinden. Sie haben eine Zeitreise gemacht und sind in ihrer Abendgarderobe denkbar schlecht gerüstet. Rowena, die vor ihnen den Transport in die Vergangenheit absolviert hat, erkennt, als sie dem Gouverneur Kors da Masgadan berichtet, dass der Talagon, den sie an einem fernen Ort in Sicherheit glaubte, wieder auf Atlantis erschienen ist. Perry Rhodan trägt das Artefakt und Rowena heftet sich an seine Fersen. Der Terraner und seine Frau erhalten Unterstützung durch eine Nachfahrin der Lemurer, eine Atlanterin namens Caysey. Rhodan ahnt nicht, dass sich zur gleichen Zeit ein mächtiges Wesen auf dem Weg nach Larsaf III macht, wie die Erde zu jener Zeit heißt, um sich das Artefakt zu holen.
 
Ben Calvin Hary hat mir vor kurzen 3 Autogrammkarten zukommen lassen. Dafür herzlichen Dank! Die Karten zeigen ein wenig seinen Werdegang. Ein Exemplar ohne Berufsbezeichnung, eines mit der Bezeichnung „YouTuber“ und eines mit der Bezeichnung „YouTuber & Autor“. Ganz klar, dass bald eine vierte Variante in Auftrag gegeben werden muss. „YouTuber & Autor & Exposé-Autor“!
Nebenbei bemerkt, es gibt auch eine gedruckte Leseprobe zum Roman und Lesezeichen. Siehe Abbildungen unten. Für Abonnenten liegt zudem eine DIN A3 Karte von Atlantis ca. 8005 Jahre v. Chr. bei. Auf der Umschlaginnenseite des ersten Hefts findet sich eine kleinere Ausgabe der Karte. Wir Leser können also den Weg der Helden verfolgen.
Ben Calvin Hary hat diese neue Miniserie als Exposé-Autor geplant und wie immer wird der Auftaktroman der 12 Hefte umfassenden Serie vom Exposé-Autor selbst geschrieben. Einen weiteren positiven Eindruck hinterlässt das Titelbild des ersten Romans. Arndt Drechsler-Zakrzewski hat es gezeichnet. Zwei arkonidische Heroen flankieren ein Tal, während futuristische Flugkörper es durchfliegen. Hat etwas HDR-mäßiges. Ich finde es großartig. Ein tolles Titelbild!
Die Geschichte wird vom Autor aus verschiedenen Blickwinkeln eingeführt und vorangebracht. Als Leser wird mir eine Sicht von Rowena gezeigt, eine von Perry Rhodan und Sichu Dorksteiger und eine von Caysey. Am Ende tritt dann auch noch er auf. Der große Unbekannte.
Ben Calvin Hary hat keine leichte Aufgabe. Er muss das vorhandene Material zu Atlantis sichten und in seiner Geschichte berücksichtigen. Frühere Romane (bspw. 50, 60 und 70) sind teils widersprüchlich. Der Autor findet einen erfrischend einfachen Kniff. Als Atlan seinen Freund Perry durch das neue Museum führt, lässt ihn der Autor erklären, dass seine Augenzeugenberichte nicht immer als historische Quelle taugen, da vieles von ihm nur geschätzt und anderes verkürzt wiedergegeben wurde. Damit entledigt sich der Autor geschickt einiger Ungereimtheiten aus früheren Romanen und kann etwas befreiter seine eigene Geschichte entwickeln.
Der Autor schlägt ein hohes Tempo an. Die rasanten Ereignisse gönnen dem Leser keine Atempause. Es gibt ein bekanntes Schema. Ein ominöser Herr, dessen Untergebene sich vor ihm fürchten. Schlüsselelement der Serie scheint das geheimnisvolle Artefakt zu sein, das dem dunklen Herrn gestohlen wurde und in Rhodans Besitz geraten ist. Rhodan soll verhindern, dass es der ursprüngliche Besitzer wieder erhält. Das Schicksal der Galaxis steht auf dem Spiel. Soweit die Eckdaten.
Trotz des hohen Tempos und sehr vielen Informationen, die in den Roman einfließen, wie beispielsweise die Geschehnisse des Kriegs gegen die Maahks, schafft der Autor dennoch feine Charakterisierungen seiner Figuren. Insbesondere Sichu Dorksteiger und Caysey werden von ihm gut in Szene gesetzt und auch Neu-Leser bekommen sofort einen Eindruck von Rhodans Ehefrau. Rowena bleibt naturgemäß mit ihren Motiven etwas im Dunkeln.
Insgesamt ein gelungener Auftakt zur neuen Miniserie!

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3160

Die Zukunft ist eine Falle – von Kai Hirdt
Perry Rhodan befindet sich auf Einladung Farbauds mit seinen Begleitern in der Stadt Derdin im Saum des Chaoporters. Die Stadt ist durch Beeinflussung eines Chaofaktums in drei verschiedenen Zeitvarianten vorhanden. Derdin ist die Stadt der Gegenwart, Vussar liegt 7000 Jahre in der Vergangenheit und Kuld 1200 Jahre in der Zukunft. In Vussar wurde Gry O’Shannon verletzt und ist in Begleitung Guckys nach Derdin in medizinische Behandlung transportiert worden. Die Sprachwissenschaftlerin Cornelia Zandt hat sich von der Gruppe getrennt. Sie möchte in der Stadt bleiben und die sprachlichen Auswirkungen im Verlauf der Zeit studieren. Zusammen mit dem Archivar Boriuk reist sie nach Kuld. Auch Perry Rhodan ist mit dem Jülziish Yüllvay und Alaska Saedelaere auf dem Weg nach Kuld. Der Quintarch will ihnen dort einen Skulpturenpark zeigen.
Der Flug, vielmehr die Reise durch die Zeitlinien, wird holprig. Yüllvay ist es zu verdanken, dass sie ihr Ziel erreichen. Der Junge hat längst eine Entscheidung getroffen. Er will im Chaoporter bleiben, denn hier ist er etwas. Kuld präsentiert sich anders, als es Farbaud in Erinnerung hat. Der Skulpturenpark ist nicht an der Stelle, an der er zuletzt lag. Die Verhältnisse in Kuld haben sich gewandelt. Die Ahnhüter haben nun das Sagen, die Effektpolizei gibt es nicht mehr und Hosopeet, der chronodivergente Bürgermeister, wurde abgesetzt. Rhodan interessiert das alles zunächst nicht. Er möchte in den Skulpturenpark und danach so schnell wie möglich weg.
Cornelia Zandt und Archivar Boriuk stellen ebenfalls fest, dass etwas nicht stimmt. Seit Boriuks Aufenthalt in Kuld sind 800 Jahre vergangen. Am Zeithafen werden indes Rhodan, Farbaud, Yüllvay und Saedelaere angegriffen. Die Gruppe hat ebenfalls erkannt, dass die Zeitlinie gravierend geändert wurde. Sie werden getrennt. Yüllvay und Saedelaere reisen zurück nach Derdin, um einerseits herauszufinden, was zur Veränderung der Zeitlinie geführt hat, und andererseits zu Gucky und Gry O’Shannon zu gelangen. Farbaud und Rhodan retten sich ins Archiv. Sehr zur Überraschung von Cornelia Zandt, die ihren Entschluss, in der Stadt zu bleiben, inzwischen bereut.
Sowohl in Kuld als auch in Derdin wird den Mitgliedern des Einsatzteams bewusst, dass Hosopeet einen Schlüsselfigur ist. Der Hosopeet in Kuld ist jedoch Gefangener einer Simulation und sendet falsche Informationen an sich in der Gegenwart von Derdin. Perry Rhodan muss ihn befreien, damit die Zeitlinie wieder hergestellt werden kann. Und schließlich wartet im Skulpturenpark noch eine Überraschung auf die Besucher. Der Park zeigt frühere Quintarchen des Chaoporters. Er enthält auch Skulpturen, die Rhodan so nicht erwartet hat.
 
Der Roman der Vorwoche hat mir richtig gut gefallen. Und Autor Kai Hirdt legt sich auch in der Fortsetzung mächtig ins Zeug. Die gleiche Stadt, drei Mal in der Zeit vorhanden. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft an einem Ort. Als wäre das nicht genug, kommt es durch Rhodans auratisches Relief zu Verschemungen. Die sorgen dafür, dass in der herrlichsten Stadt aller Zeiten – O-Ton Farbaud – ein Machtkampf zwischen Ahnhütern und Effektpolizei tobt. Darin gefangen der chronodivergente Bürgermeister. Als einziger sollte er den Überblick behalten. Doch Kai Hirdt steckt ihn in eine Simulation. Und Rhodan gleich mit. Die Zeitlinie wird gestört oder auch nicht. Es ist eher eine Manipulation.
Direkt nach der Lektüre war ich noch etwas ratlos. Aber die Zusammenfassung zu schreiben, hat mir geholfen. Wie immer kläre ich nicht alles darin auf, z.B. wer im Skulpturenpark gezeigt wird. Das Heft nochmals in die Hand zu nehmen verhalf mir aber, die Geschichte besser zu sortieren. Geholfen hat auch, dass Kai Hirdt die Sprachwissenschaftlerin Cornelia Zandt ebenfalls in das veränderte Kuld geschickt hat. Ihre Entdeckung, dass weitere 800 Jahre vergangen sind und die Ahnhüter die Effektpolizei abgelöst haben erklärte die Situation in der Rhodan sich befand. Dessen mächtiger Begleiter Farbaud interessierte sich nämlich überhaupt nicht für die Verhältnisse und trug daher nicht zum Verständnis Rhodans bei.
Abgesehen von einer interessanten Geschichte mit vielen Verwicklungen bildet der Skulpturenpark, vielmehr, wer darin gezeigt wird, das i-Tüpfelchen des Romans. In diesem Park werden die ehemaligen Quintarchen FENERIKS geehrt. Rhodan erkennt eine Person sicher und bei einer weiteren Skulptur hat er einen begründeten Verdacht. Als Saedelaere seine Maske abnimmt, kommt es ähnlich einer Verschemung für einen kurzen Moment zu einer Änderung der Realität. Der Maskenträger sieht eine andere ebenfalls bekannte Person, anstelle der ersten von Rhodan erkannten Skulptur.
Farbaud sucht den Skulpturenpark u.a. deshalb auf, um zu sehen, ob er darin geehrt wird. Das ist nicht der Fall. Doch kann sich der Quintarch dessen sicher sein, die kommenden Ereignisse zu überleben? Eigentlich nicht. Rhodans auratisches Relief hat die Geschehnisse in der Stadt beeinflusst. Und Saedelaeres Einsatz des Cappin-Fragments zeigt ebenfalls, dass die Zukunft keine Falle sein muss, um mal den Romantitel in Erinnerung zu rufen.
Am Ende der interessanten Geschichte bleibt daher nur ein Zitat einer der Moralsäulen: „Die Zukunft ist noch nicht geschrieben“.