Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3133

Blautvinds Zuflucht – von Oliver Fröhlich / Christian Montillon
Die STATOR-FE ist auf der Phasenwelt gestrandet. Belamassu, der Wächter der Kluft, hält sie und die Besatzung dort fest. Eine Prüfung der Legitimation zum Befahren der Kluft wird er nur dann vornehmen, wenn zuvor ein Lohn entrichtet wird. Ein Mitglied der Besatzung soll auf der Phasenwelt zurückbleiben und in ihr integriert werden. Denn das ist es, was die Phasenwelt, genauer, was Belamassu tatsächlich ist. Der Kluftwächter besteht aus Myriaden winziger Teilchen. Die ganze Phasenwelt besteht daraus.
Außer Vimuin Lichtschlag, dem Commo’Dyr der STATOR-FE, ist niemand bereit, dieses Opfer zu bringen. Da wird Gucky auf den verzweifelten Mekano aufmerksam. Der Meletana kämpft um sein Leben. Belamassu hat sein Volk hier festgehalten. Zu seinem Vergnügen. Mekano ist nun der letzte seines Volkes. Gucky rettet ihn, doch Mekano ist am Ende. Seinen Rettern bietet er einen letzten Dienst an. Er, der seit Ewigkeiten versucht, die Bindung zwischen den Teilchen, aus denen Belamassu besteht, aufzuheben, findet an Bord der KE-wohlfeil die benötigten Hyperkristalle. Präpariert geht Mekano zum Kluftwächter, der die Koordinaten der LEUCHTKRAFT herausgibt und anschließend sein Opfer in die Masse des Planeten integriert. Der Plan geht auf, Belamassu zerfällt zusehends. Die STATOR-FE entkommt.
Auf dem Flug zur Kosmokratenwalze erhaschen Perry Rhodan und seine Begleiter einen Blick auf FENERIK. Bei der LEUCHTKRAFT angekommen, zeigt sich, dass die kobaltblaue Walze in schlimmen Zustand ist. Vimuin Lichtschlag und seine Begleiter treffen bei ihrem Vorstoß ins Schiff auf mannigfaltige Probleme. Schließlich treffen sie auf Blautvinds Zuflucht. Und wieder muss ein Mitglied der Gruppe die Entscheidung treffen, auf der LEUCHTKRAFT zu bleiben, die wohl nur von außerhalb gerettet werden kann.
 
Diesen Roman „Blautvinds Zuflucht“ zu betiteln, hatte mich etwas verwirrt. Blautvind taucht nicht im Personenkasten auf. Als er dann in Erscheinung trat, schlug ich mir vor den Kopf. Klar doch, ein Zwergandroide. Einer der Art, die mehr sind als nur gezüchtete Diener der Kosmokraten. Einer vom Typus Blitzer oder Neuntau.
Jedenfalls tritt er erst am Ende auf und überbringt die wichtigsten Informationen. Nämlich die Benennung des nächsten Hinweises, den Perry Rhodan suchen muss. Die kosmische Schnitzeljagd geht weiter.
Ansonsten hält die Geschichte für den Leser eine erbarmungslose Liste kosmischer Phänomene, unglaublicher Ereignisse, phantastischer Beschreibungen, Vertreter von Hohen Mächte und anderem parat. Das war in der Konzentration beinahe schon zu viel, um nicht zu sagen abgehoben. Letztlich ist das Ganze, ich schrieb es im Absatz zuvor, eine Schnitzeljagd. Perry Rhodan und seine Gefährten erfahren in dieser Geschichte den nächsten Hinweis. Sie müssen einen interuniversalen Traktorstrahlprojektor in die Finger bekommen, um die LEUCHTKRAFT zu bergen. Rhodans Erscheinen, die Schwierigkeiten der LEUCHTKRAFT und anderes wurden vorhergesehen. Also hat man einen Bundegenossen schon mal mit der Verwahrung des Hypertraktors beauftragt. Fehlt noch eine Figur, auf die ebenfalls ein Wink zeigt, die den Hypertraktor in der Wirkung verstärken kann. Da fragt man sich, warum bei so viel Weissagung die LEUCHTKRAFT überhaupt in Schwierigkeiten steckt? Und wie macht es eine Kosmokratin, in dem Fall Mu Sargai, eine einzelne Figur im Universum auf dem Radar zu haben? Letzteres wird wohl niemals geklärt. Sollen Aktionen der Hohen Mächte erklärt werden, greifen die Autoren gerne auf abgehobene bildhafte Vergleiche zurück. Ist es jedoch opportun, dann sind Vertreter dieser Mächte erstaunlich differenziert. Da wird aus dem gesamten Universum schon mal zielsicher eine Person auserkoren.
Um diesen Roman genießen zu können, muss man als Leser das eine oder andere Zugeständnis an die besonderen Abläufe und Inhalte solcher Geschichten machen. Die Kluft? Rätselhaft. Der Limbus? Undurchschaubar. FENERIK? Abgehoben. Belamassu? Wohl noch am ehesten zu begreifen. Zumindest sein Zustand. Nicht seine Art. Ansonsten gebiert die Geschichte viele neue Begrifflichkeiten. Die Helden und die Leser kämpfen gegen Chaogramme, müssen sich Chaophotonen stellen, beobachten machtlos, wie ein Chaofaktum die Hülle der LEUCHTKRAFT befällt und betrachten allgemein die Auswirkungen der Chaoradiation. Nur um die wichtigsten zu benennen. Alles chaotisch oder alles klar?
Damit das Gehörte/Gelesene nicht zu zwanghaft ernst gerät, garnieren die beiden Autoren die meisten Dialoge mit neckischen Kommentaren der Figuren. Anzu und Gucky tun sich dabei besonders hervor. Mitunter greifen auch die anderen Figuren auf Humor zurück, um die Situation zu entschärfen. Auch Kosmokratendiener sind nicht davon befreit. Wie formuliert es doch Blautvind, als er mit Gucky konfrontiert wird? Er wurde gewarnt über die Art von zwanghaften Humor, in der der Mausbiber gefangen sei.
Vielleicht ist nicht nur der Ilt darin gefangen, sondern die Autoren auch. Das meine ich übrigens nicht negativ. Wie erwähnt, diese Art von Erzählung benötigt ein begleitendes Element, dass die Handlung etwas auflockert. Trotzdem ist es gut, dass nächste Woche zunächst ein anderes Thema verfolgt wird.