Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3085

Der verurteilte Planet – von Michelle Stern
Bouner Haad hat von Tenshuun die Geschichte des Sternenrads Emlophe erfahren. Innerhalb und außerhalb des Sternenrads mehren sich die Anzeichen, dass die Cairaner eine Machtdemonstration planen. Chariklis Kavali hat im Schlaf die Vision eines Planeten, der fernab von Sternen einen Kältetod stirbt. Auf Ghibona haben es Bouner Haad und der Benshér wieder zu ihrem Einsatzteam zurückgeschafft. Die Gruppe ist uneins, ob weitere Informationen im Sternenrad gesammelt werden sollen oder der Versuch gestartet wird, Emlophe zu verlassen und da Fermi und der Liga zu berichten. Tenshuun berichtet darüber, dass ein Hyperschub nicht nur die Umgebung des Sternenrads destabilisiert, sondern auch Unruhe in seinem Inneren erzeugt. Wenn er das Sternenrad bewegen könnte, verhilft das dem Einsatzteam möglicherweise zur Flucht.
Auf Rudyn lässt sich Reginald Bull inzwischen über das Solsystem berichten. Die ersten Meldungen klangen noch alarmierend. Das System sei explodiert. Doch nun konnten präzisere Messungen gemacht werden. Und die stimmen Bull optimistisch. Der Resident hat eine Vermutung, was im Solsystem passiert sein könnte. Außerdem schmiedet Reginald Bull neue Allianzen. Die Erbtochter konnte inzwischen ihre Vision an Markul agh Fermi weitergeben. Der Planet, dem offensichtlich eine Strafaktion der Cairaner droht, ist Tschirmayn. Er soll 450.000 Lichtjahre in den Leerraum versetzt werden.
Das Einsatzteam ist auf Ghibona am Standort des stark gesicherten Kontrollzentrums für den Hyperschub angelangt. Die Gruppe erhält Kenntnis von der bevorstehenden Strafaktion der Cairaner. Bouner Haad und insbesondere Tenshuun greifen in das Geschehen ein.
 
Der Roman von Michelle Stern fügt sich nahtlos an die Vorgängerromane an. Vier unterschiedliche Autoren bestritten die Abenteuer der Haluter. Wie ich feststelle, mit großer Homogenität. Aber auch in Michelle Sterns Roman lässt sich das eine oder andere feststellen, dass die Geschichte von den anderen davor unterschied. Die Autorin versucht allen Mitgliedern des Einsatzteams gerecht zu werden und bindet sie mal mehr, mal weniger in das Geschehen ein. Dadurch, dass nun auch zu verschiedenen Handlungsebenen gesprungen wird, kamen weitere Figuren ins Spiel. Die Erbtochter, die ich schon fast vergessen hatte, Markul agh Fermi, die Arkoniden der bedrohten Kristallbaronie, Reginald Bull und Umfeld und letztlich sogar ein bisschen Atlan oder sein Klon oder wer auch immer.
Das Einsatzteam war sich nicht immer einig in der Vorgehensweise. Nicht nur Cairaner stellten den Terranern und Halutern nach. Auch die Flora und Fauna hatte ihren Anteil, das Vorankommen zu behindern. Dazu Stürme und aufgepeitschte Meere. Und eben auch Nickligkeiten im Team, die manches Mal etwas zu aufgesetzt wirkten. Um dann auch noch von einer saloppen Aktion begleitet zu werden. Dancer und Schlafner wirkten etwas überdreht. Hier packt die Autorin für meinen Geschmack zu viel in die Szenen. Leisere und passendere Töne schlägt die Autorin bei der Entwicklung des Verhältnisses zwischen Bouner Haad und Tenshuun an.
Auch bei Reginald Bull wird viel in das kurze Kapitel hineingepackt. Der Resident erfährt Neues aus dem Solsystem, macht sich Gedanken zu Gucky und zu Atlan, hegt die Hoffnung auf eine Rückkehr Terras, schmiedet Allianzen, die eigentlich schon vor Jahrhunderten hätten geschmiedet werden müssen und verdrückt eine Träne zu Toio. Auch hier wäre weniger mehr gewesen.
In Terra schlummert ein Transfergetriebe, das Sternenrad kann auch Planeten und ganze Systeme versetzen und dann treten auch noch die Akonen auf und versprechen Transmitter, die Planeten versetzen können. Gab es da nicht eh schon die Technik der Situationstransmitter? Wie dem auch sei, Planeten zu versetzen, scheint an der Tagesordnung zu sein. Bulls Hoffnung auf eine Rückkehr von Terra ist m.E. doch etwas verfrüht. Die Handlungszeit in der Milchstraße ist noch nicht so weit wie im anderen Zwilling.
Gute Geschichte, in der an einigen Stellen übertrieben wird.