Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3077

Unter dem Weißen Schirm – von Verena Themsen
Auf dem Planeten Ecaitan, der sich im inneren des Sternenrads befindet, ist die Astrophysikerin Chione McCathey in die Gefangenschaft der Cairaner geraten. Sie wird von der cairanischen Kosmopsychologin und Agentin Dupa Emuladsu verhört. Die Cairanerin hat Angst um ihren Sohn Aipu. Die Tatsache, dass die Terranerin aber Aipu gefunden und die Cairaner informiert hatte, besänftigt Dupa Emuladsu etwas. Zwischen den Frauen entwickelt sich ein Informationsaustausch. McCathey berichtet über ihre Erlebnisse an der Seite Aipus. Und bekommt im Gegenzug Informationen zu HATH’HATHANG, der Schöpferin des Sternenrads. Eine Superintelligenz, die lange tot ist. Oder vielleicht doch nicht.
Die anderen Mitglieder des Einsatzteams, Hyperphysiker Lionel Obioma, Dancer, Schlafner und der TARA-Psi sind inzwischen in die Stadt Orsaidd eingedrungen. Die Cairaner fühlen sich im Sternenrad sicher. 70 Milliarden Cairaner leben darin. Aber die Terraner und der Roboter können sich in Maskierung vielfach frei bewegen. In verschiedenen Aktionen sammeln die Eindringlinge Informationen, treten in Kontakt zu Báalols und versuchen in Erfahrung zu bringen, welche Pläne die Cairaner verfolgen. Sie werden Zeuge von Experimenten. Das Ziel scheint klar. Die Bleisphäre soll geknackt werden.
Das Einsatzteam erfährt von einem besonderen Computersystem. Eine Enzephalotronik soll die Berechnungen ermöglichen, um ins Innere der Bleisphäre zu gelangen. Die beiden Mutanten und Obioma sehen darin einen Ansatzpunkt. Sie wollen die Enzephalotronik sabotieren. Sie wissen jedoch nicht um den besonderen Aufbau der Enzephalotronik. Die Pläne müssen im letzten Moment geändert werden.
 
Schaue ich zum Fenster hinaus, komme ich mir ebenfalls vor, wie unter einem Weißen Schirm. Die Sonne gleißt und die Luft wabert. Hinter mir liegt ein prall gefüllter Roman von Verena Themsen. Die Geschichte hatte ein paar Längen. Aber ansonsten kann ich nur Positives zu dem Roman sagen. Die eingestreuten Verhörprotokolle von Dupa Emuladsu sind allesamt interessant gestaltet. Die Autorin verpackt geschickt bekannte und neue Informationen darin und schafft eine besondere Atmosphäre zwischen den beiden Figuren. Da die Verhörprotokolle den Zusatz „Privat“ tragen, könnte es sein, dass sie nicht an andere Cairaner herangetragen werden.
Der andere Teil des Romans ist dem Einsatzteam gewidmet. Hier schafft die Autorin schön zusammenhängende und aufeinander aufbauende Szenarien, die das Team letztlich zur Enzephalotronik führen. Am Ende eskaliert die Situation, als alle den „Inhalt“ des Rechners erfahren.
Verena Themsen „weiht“ ihre Figur Lionel Obioma in das Geheimnis des TARA-Psi ein. An und für sich haben diese Passagen den Charakter einer Wiederholung. Allerdings einer sehr angenehm zu lesenden Wiederholung. Als Leser erfahre ich hier zwar nicht grundlegend Neues oder etwas Überraschendes, dennoch hat mir die Perspektive der Informationsaufnahme des Wissenschaftlers bei diesen Enthüllungen sehr gut gefallen. Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allenfalls zum (un)genutzten Potential der Figur Lionel Obioma anzumerken. Der Mann (Lionel) ist am aufregendsten Ort seiner Laufbahn zugange und beschäftigt sich eher mit Agententätigkeit. So ein oder zwei Exkursionen, die seine wissenschaftliche Neugierde zum Vorschein gebracht hätten, wären passend gewesen. Aber auch so war die Figurendarstellung gelungen, wie überhaupt auch Dancer und Schlafner unter der Schreibe von Verena Themsen „lebendiger“ wirkten als in den letzten Romanen.

 

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