Ansichten zu Perry Rhodan Jupiter Heft 05

PR_Jupiter05Jupiters Herz – von Wim Vandemaan – Handlung:

Nach seiner Ankunft auf MERLIN ist Perry Rhodan erneut inhaftiert worden, weil er sich gegen die Pläne Oread Quantrills, dem Leiter der Faktorei, gestellt hat. Lange muss der Unsterbliche nicht in der Zelle verbringen. Er wird von Firmion Guidry befreit. Der junge Ganymedaner ist ihm bereits kurz nach seiner Ankunft auf der Faktorei aufgefallen, weil er die Ankömmlinge gewarnt hatte. Nun sind Rhodan und Guidry auf der Flucht. Auf verborgenen Pfaden führt Guidry Rhodan in sein Versteck. Dort muss sich der junge Mann zunächst erholen. Er leidet unter Narkolepsie und schläft immer wieder mal übergangslos ein. An Bord von MERLIN können sie nicht bleiben. Guidry bringt Rhodan in einen Hangar. Unterwegs werden sie von Onezime Breaux gestellt. Mit etwas Glück kann Perry Rhodan ihn und seine Leute außer Gefecht setzen und eine Waffe erbeuten. Das Fluchtfahrzeug im Hangar entpuppt sich als Wrack. Eine uralte Space-Jet, die von der Faktorei zum Trawler umgebaut wurde, um in der Atmosphäre des Gigantplaneten Hyperkristalle zu sammeln. Da die SteDat-Leute den Hangar stürmen, bleibt Rhodan keine Wahl. An Bord des Trawlers erwachen die Systeme zum Leben und tatsächlich gelingt das Ausschleußen von MERLIN.

Während Guidry wieder mal schläft bringt Perry Rhodan den Trawler auf Abstand zur Station. Ein Verlassen der Atmosphäre ist nicht möglich. Der Unsterbliche erinnert sich an eine Wissenschaftsstation, die auf Jupiters festen Kern am Grund des Atmosphärenozeans errichtet wurde. Er macht sich auf die Suche nach der Cor-Jupiter-Station, die zur Waringer-Akademie gehört. Ein Funkspruch der Station, die um Hilfe sucht, kommt ihm entgegen. Er bringt das kleine Schiff in einen Hangar der Station unter und steigt mit Firmion Guidry aus.

Der Terraner und sein Fluchthelfer werden von einer jungen Frau und zwei Männern empfangen. Andrasch Lupenrayn und Bohumir Zrapinski zeigen sofort eine unverhohlene Abneigung gegen den berühmten Besucher. Die beiden Männer treten offensichtlich als Beschützer der Frau in ihrer Begleitung auf und sehen in dem Residenten einen Konkurrenten. Die Frau stellt sich als Pao Ghyss vor. Auch Perry Rhodan kann sich der Aura dieser Frau nicht entziehen und ist wie alle Besatzungsmitglieder an Bord der Cor-Jupiter-Station von Pao Ghyss sofort angetan, ohne diesen Einfluss als ungewöhnlich zu bemerken.

Die Chefwissenschaftlerin der Station, Irene Lieplich, empfängt die Besucher. Sie berichtet von Ausfällen an Bord. Insbesondere die Biopositronik der Station, ARGOS, zeigt ein ungewöhnliches Verhalten. Sie wendet sich mehr und mehr gegen die Besatzung und ignoriert die elementaren Robotergesetze. ARGOS will den Sprung auf eine nächsthöhere Ebene antreten. Die Biopositronik ist davon überzeugt, dass sich Jupiter in ein Schwarzes Loch verwandeln wird. Die Wissenschaftler entdecken, dass auf Jupiter ein Zustrom an Gravitonen stattfindet. Auf den Zustrom antwortet Jupiter mit einem Ausstoß hyperenergetisch modifizierter Higgs-Teilchen. In kaum mehr als einem Tag wird der Prozess unumkehrbar sein. Der Ausgangspunkt der Higgs-Teilchen liegt 900 km von der Station entfernt. Die Wissenschaftler bezeichnen das Medium, über das die Higgs-Teilchen in Jupiter gepumpt werden als Fluktuationstransmitter.

Perry Rhodan will den Punkt erreichen. Um die wenigen Transportmittel dorthin entbrennt ein Streit. Auch hier zeigt sich ein unheilvoller Einfluss von Pao Ghyss. Die junge Frau hilft Rhodan beim paralysieren der Besatzung und der Unsterbliche denkt sich nichts dabei. Er ist Pao Ghyss dankbar. Sie bringen eine Panzerraupe und den Skaphander von Pao Ghyss an Bord des Trawlers und verlassen Cor-Jupiter. Nun erkennt Rhodan auch die besondere Fähigkeit von Firmion Guidry. Der junge Mann hat einen Einfluss auf die Systeme. Obwohl der Trawler nur ein Wrack ist, bringt er die Systeme an Bord wieder zum Laufen. Dennoch reicht es nicht ganz, um den Fluktuationstransmitter zu erreichen. Mit der Panzerraupe wird der Rest des Weges zurückgelegt und als auch die Raupe ausfällt, drängen sich Pao, Perry und Firmion in den Skaphander. Am Zielort zeigt sich ein mehrere Hundert Meter hoher Zylinder. In dem Zylinder öffnet sich eine Luke und der Skaphander wird hineingezogen. Eine Stimme in Interkosmo begrüßt sie und fordert sie auf, den Helm zu öffnen. Die Luft sei für sie atembar.

 

Rezension:

Mit Band 5 der Jupiterreihe wird erstmals komplett ein reines Perry Rhodan-Abenteuer in dieser Miniserie präsentiert. Es gibt keine Nebenhandlung. Der Erzählstrang konzentriert sich voll und ganz von der ersten bis zur letzten Seite auf die Erlebnisse des Titelhelden.

Obwohl die Handlung recht einfach gestrickt ist, kommt keine Langeweile auf. Das Abbleiben von Pao Ghyss, die MERLIN ebenfalls verlassen hatte, wird geklärt und die Phänomene, die seit Band 1 um Jupiter auftreten, eskalieren. Perry Rhodan gerät von einer gefahrvollen Situation in die nächste. Auf MERLIN wird er verfolgt, in der Atmosphäre des Jupiters kämpft er ums Überleben, auf Cor-Jupiter droht der Untergang der Station und der Weg zum Fluktuationstransmitter ist alles andere als einfach. Der Geschichte fehlte es zunächst ein wenig an einer Auseinandersetzung Rhodans mit seinen bisherigen Begegnungen. Als er auf MERLIN ankam, rief ihm Firmion Guidry das Wort „Wegbereiter“ zu, warnte ihn vor Tau-acht und sagte, dass die Atmo-Schweber nicht vom Jupiter seien. Auf der ganzen Flucht spricht Rhodan nicht einmal diese Dinge an und bittet Firmion Guidry um weitere Details. Stattdessen zeigt Autor Wim Vandemaan stellenweise einen anderen Perry Rhodan. Er lässt seine Figur eine rosarote Zukunft malen, in der das Syndikat der Kristallfischer besiegt, die planetare Gefahr beseitigt und Oread Quantrill der Prozess gemacht wurde. Das war schon ungewöhnlich, denn gewöhnlich geht der Titelheld die Probleme nacheinander an und malt sich kein schönes Ende.

Abgesehen von dieser kleinen Schwäche überzeugt die Geschichte von Wim Vandemaan mit einer Flut an liebenswerten und teilweise skurrilen Inhalten. Die Geschichte lebt von den stimmigen Beobachtungen, der Erfahrung der Hauptperson, die von Wim Vandemaan ebenso eindringlich wie präzise an den richtigen Stellen zur Geltung gebracht wird. Eindeutig auf der bizarren Seite steht die Kakerlake John Wayne, nebst ihren ebenso absonderlichen Artgenossen. In der Unterkunft von Firmion Guidry beschreibt der Autor ein Poster, das einen Haluter in einer altjapanischen Rüstung zeigt. Ein, wie ich finde, interessantes Detail, das vielleicht mal Gegenstand einer Kurzgeschichte sein könnte. Ein Haluter lebt auf Terra in Japan und kleidet sich und lebt nach Art der Samurai.

Nach dem guten Band 4 von Christian Montillon ein weiterer guter Roman von Wim Vandemaan, der gespannt macht auf die Fortsetzung.

 

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