Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2872

PR_2872Leccores Wandlungen – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Der Chef des TLD, Attilar Leccore, hält sich nach wie vor an Bord der CIPPACONTNAL auf. Er hat die Identität des Orakel-Pagen Paqar Taxmapu angenommen. Dem Caradocc des Sterngewerks ist er ein Berater. Er hat Maxal Xommot vorgeschlagen, die BRITOMARTIS zu präparieren, um den Terranern vorzugaukeln, dass der Waffentest erfolgreich war. Das Schiff wird vorbereitet und die beiden überlebenden Besatzungsmitglieder an Bord gebracht. Sie wurden ebenfalls mit den entsprechenden Erinnerungen versehen. Für die Tiuphoren sieht es nun so aus, als hätten sie den Spieß umgedreht. In Wirklichkeit behält Leccore die Fäden in der Hand. Allerdings fällt es dem Gestaltwandler zunehmend schwerer, sich auf seine Aufgaben zu konzentrieren. Er muss nicht nur Maxal Xommot fürchten, sondern auch das Orakel Urccale, der ihn auffordert, seine Verbindungen ins Catiuphat zu vertiefen. Von Xommot bekommt Leccore einen Auftrag. Zusammen mit anderen Caradoccs ist Xommot an Bord der XOINATIU eingeladen worden. Er möchte vom Orakel-Pagen ein Konzept erhalten, wie er sich gegenüber Accoshai, dem Tomcca- Caradocc des Flottenverbands verhalten soll. Natürlich verfolgt Xommot den Plan, selbst einmal der Tomcca- Caradocc zu werden.

Leccore erfährt vom Vorhaben Accoshais, in das Helitassystem der Tefroder zu fliegen. Er bringt Xommot dazu, dass sich die CIPPACONTNAL ebenfalls dorthin begeben darf. Der TLD-Chef dringt derweil in das Sextadim-Banner des Sterngewerks ein. Für Leccore präsentiert sich das Innere des Catiuphats als kristalline Welt. Er erkennt mehrere Ebenen. Zunächst fällt es ihm schwer, überhaupt die erste Ebene zu erreichen. In der nächsten Ebene entdeckt er die Trostreichen. Sie erscheinen für ihn wie künstliche Intelligenzen, die nur für den Zweck geschaffen wurden, die mentalen Komponenten der Opfer zu führen und sie auf die nächste Ebene vorzubereiten. Er trifft bei seinen Streifzügen auch auf Urccale. Das Orakel nennt die erste Ebene die Kinderstube, den Ersten Torus. Leccore will mehr über die anderen Tori erfahren.

Im Helitassystem erfährt Leccore, dass Accoshai sich zu Verhandlungen mit dem Tamaron treffen wird. Leccore wird ihn mit anderen Tiuphoren verschiedener Sterngewerke begleiten. Die Tiuphoren werden von Tefrodern empfangen und zum Stern von Apsuma gebracht. Einer der Kontaktoffiziere ist Ev-Pothennen, mit dem Leccore ins Gespräch kommt und wertvolle Informationen erhält. An den Verhandlungen darf Leccore nicht teilnehmen. Von Tefor aus kann er auch nicht ins Catiuphat gelangen. Er macht von Ev-Pothennen ein Template und nimmt dessen Platz ein. So erfährt er, dass Saliana, das Kind von Vetris-Molaud in der Gewalt von Techno-Skorpionen ist, die unter Indoktrinatorenkontrolle stehen. Für Leccore wird es schwieriger, da er nun zwischen den Identitäten von Paqar Taxmapu und Ev-Pothennen ständig wechseln muss. Ruhe findet er nur im Catiuphat. Dort hat er eine Zone entdeckt, in der er seinen Gedanken freien Lauf geben kann. Immer häufiger zieht sich Leccore in sein Refugium zurück. Er erkennt, dass Torus Drei für die Ahnen bestimmt ist. Torus Vier ist der Schimmer. Torus Fünf bis Sieben erschließen sich ihm noch nicht.

Auf Tefor kommt Leccore in Kontakt zum Tiuphoren Dekknotay. Dieser hat seit langem an den Verhandlungen teilgenommen. Der Gestaltwandler tötet ihn und nimmt seine Identität ein. Damit erfährt er Details der Erpressung Molauds. In der Gestalt von Ev-Pothennen sucht Leccore den Mutanten Assan-Assoul auf, der sich versteckt hält. Er erfährt von dessen besonderer Fähigkeit. Der Mutant ist nicht nur ein Para-Konfigurator, der die Kräfte andere Mutanten übernehmen kann, er ist auch ein Para-Dysfaktor. Diese Fähigkeit macht ihn zu einem Gott. Er kann schlichtweg alles beeinflussen, indem er physikalisch-technisch-biologische Abläufe stört. Er kann Menschen blind machen, Raumschiffe detonieren und Monde zum Absturz bringen. Sollte er je die volle Kontrolle über seine Fähigkeiten erlangen, droht Unheil.

Leccore überredet Assan-Assoul ihn zu unterstützen. Er soll Saliana befreien. Als Accoshai die Verhandlungen mit Vetris-Molaud abschließt und die Tiuphoren abrücken, schlagen Leccore und Assan-Assoul los. Sie befreien Molauds Tochter. Während der Tamaron eine Flotte zusammenstellt, um die Terraner zu unterstützen, gelangt Leccore in letzter Sekunde zurück auf die CIPPACONTNAL. Da erschüttert etwas das Sextadim-Banner. Es ist ein Vor-Hall des Rufs der Sammlung.

 

Rezension:

In seinem Blog schreibt Michael Marcus Thurner etwas über seine Arbeit zu Band 2872. Die Figur des Attilar Leccore war ihm als Handlungsfigur schlichtweg unbekannt. Er musste viel Nachlesen, um ein Gefühl für den Koda Aratier zu bekommen. Weiterhin führt er u.a. aus, dass ihn das Verhalten der Tiuphoren und ihre Soziokultur interessierten. Je länger der Zyklus dauere, desto interessanter würden sie für ihn und er hofft, dass es dem Leser ähnlich ergeht.

Zuletzt hatte sich Leo Lukas in Band 2861 mit dem Innenleben des Gestaltwandlers intensiv beschäftigt. Damals merkte ich an, dass Leccore zur Ultimaten Waffe der Liga geworden ist. Auch im vorliegenden Band kann diese Handlungsfigur etwas erreichen, an dem große Namen vorher gescheitert sind. Er holt die Tefroder als Verbündete mit ins Boot. Michael Marcus Thurner kann den bisherigen Darstellungen des TLD-Chefs zwar nichts Neues hinzufügen, allerdings ist die Figur unter seiner Schreibe homogen zu früheren Auftritten in den Romanen anderer Autoren. Das Nachlesen hat sich also bezahlt gemacht.

Dass den Autor auch Verhalten und Soziokultur der Tiuphoren interessierten, lässt sich sicherlich auch aus den Roman herauslesen. Allerdings gelingt es dem Autor auch bei diesem Thema nicht, etwas Neues hinzuzufügen. Mehr noch, an einigen Stellen des Romans verstrickt sich Thurner ein wenig in dieser Soziokultur. Es sind leider diese Ungereimtheiten, die die Tiuphoren für mich als Leser leider mit zunehmenden Zyklusverlauf immer uninteressanter machen.

In seiner Geschichte bestätigt Thurner, dass sich die Tiuphoren im ständigen Wettstreit befinden. Wie ich zu früheren Romanen mehrmals angemerkt habe, passt die Zurückhaltung, die in diesem Zyklus den Tiuphoren zeitweise angeschrieben wurde, nicht zu diesem gezeigten/geschriebenen Verhalten. Auch in den Dialogen dieser Geschichte zeigen sich weitere Darstellungsfehler. Man beachte die Gespräche zwischen Maxal Xommot und Leccore in der Rolle des Orakelpagen. Einerseits lässt der Autor seinen Protagonisten Leccore Gefahr laufen, von den Tiuphoren enttarnt zu werden, indem er ihn mehrmals den Fehler begehen lässt, Smalltalk zu betreiben, also das Offensichtliche zu wiederholen. Andererseits lässt Michael Marcus Thurner die Handlungsfigur des Caradocc in vielen Szenen das Gleiche tun. Der Tiuphore oder vielmehr der Autor wiederholt das Offensichtliche.

Wenn man einmal als Leser über eine solche Textstelle stolpert, ist es vorbei. Man schaut, ob es weitere solche Szenen gibt und leider gab die es zuhauf. Auch frage ich mich, was wohl die Orakel sagen, wenn ein Tiuphore ins Catiuphat gelangt, der dort berichtet, dass er von einem anderen Tiuphoren ermordet wurde. Und warum landen Tiuphoren auf einem Planeten, wenn sie es doch so hassen? Die Präsenz ihrer Sterngewerke im Orbit sollte doch reichen. Auch könnten sie die Planetenbewohner auf ihre Schiffe bringen lassen. Unklar bleiben die Vorteile für die Tiuphoren, was die Erpressung der Tefroder angeht. Was sind die Inhalte der über Wochen gehenden Verhandlungen? Warum gibt es überhaupt Verhandlungen? Die Tefroder waren nie eine Gefahr für die Tiuphoren. Und warum legt Leccore so viel Wert auf eine Zusammenarbeit von Vetris-Molaud mit Perry Rhodan? Der Tamaron mag eine wichtige Person sein. Die Kräfte der Tefroder dürften jedoch die Verteidigungsfähigkeit der Galaktiker kaum erhöhen. Seltsam auch, dass die Banner-Kampagne der Tiuphoren mit der Eroberung des Solsystems nicht nur den Höhepunkt, sondern auch den Abschluss erreicht haben wird. In der Vergangenheit wurden alle Kodex-Völker auf allen Planeten ausradiert. In der Milchstraße begnügt man sich mit ein paar wenigen Welten. Von den zehntausenden Sterngewerken dürften die wenigsten an der Kampagne beteiligt gewesen sein. Was wiederum nicht zum Konkurrenzdenken dieser Wesen passt. Das ist zwar gut für die Galaktiker aber schlecht für die Geschichte. Sie passt nicht. Sie passt immer weniger, je mehr man sie hinterfragt. Sie zerfällt regelrecht. Nichts stimmt mehr. Nein, die Tiuphoren werden nicht interessanter.

 

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