Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2833

SVE-Jäger – von Oliver Fröhlich – Handlung:

Am 23.01.1518 NGZ Bordzeit erreicht die RAS TSCHUBAI nach dreiwöchigen Flug die Galaxis Larhatoon oder Noularhatoon, wie die erste Larenzivilisation ihre Heimat nennt. 30.000 Lichtjahre unterhalb der Hauptebene und 105.000 Lichtjahre vom Zentrum entfernt, versuchen die Terraner eine Spur des SVE-Schiffes zu entdecken und gleichzeitig nach den Welten der Laren Ausschau zu halten. Insbesondere will man die Urheimat der Laren finden. Obwohl die LARHATOON unter dem Kommando von Hascannar-Baan einen Vorsprung hatte, setzt Rhodan darauf, dass auch der Lare nicht ohne weiteres Gehör in der Heimat finden wird, wenn er mit seinem SVE-Raumer auftaucht. Avestry-Pasik ist Perry Rhodan keine Hilfe. Der Lare schweigt und ebenso seine Mitgefangene Pey-Ceyan.

Nach langer Suche werden Funksignale empfangen, die allerdings nicht aus Noularhatoon stammen, sondern von einer Position nur wenig mehr als 1500 Lichtjahre vom terranischen Schiff entfernt. Der Sender strahlt in Richtung der Galaxis. Ein Raumschiff unbekannter Bauart wird entdeckt. Die Funksprüche werden schließlich als eine Aufforderung entschlüsselt, mit Wissen zu handeln. Gucky und Farye Sepheroa machen sich mit einem Datenkristall auf und besuchen die Wissenshändler. Die Raumfahrer entstammen dem Volk der Shatho und entpuppen sich als sehr exotische Wesen. Nach kleineren Schwierigkeiten können der Mausbiber und Rhodans Enkelin den Shatho Daten verkaufen und erhalten im Gegenzug eine Sternenkarte mit allen Koordinaten der larischen Zivilisation. Darunter auch der Hauptwelt. Am 28.01.1518 erreicht die RAS TSCHUBAI das Umfeld von Taaros Stern, der Urheimat der Larenzivilisation.

Dort ist schon vorher auch die LARHATOON eingetroffen. Hascannar-Baan ist verunsichert. Er fühlt sich unwohl in seiner Rolle und spürt den Druck der Besatzung. Insbesondere die alte Larin Venyar-Varong beobachtet argwöhnisch seine Entscheidungen. Hascannar-Baan hat den Kontakt zu Sternmissionen der Laren hergestellt. Und auch ein Kriegsschiff, ein Spitzkegelraumer von beindruckenden 1800 Metern Länge nimmt Kontakt auf. Kommandant der TAAROS DORN I ist Lodh-Drough, der sie schließlich nach Taaros Stern führt. Hascannar-Baan versucht die Verantwortlichen vor der Tiuphoren-Gefahr zu warnen und bietet die fortschrittliche Technologie seines Schiffes an. Auch warnt er vor der RAS TSCHUBAI, die ihn verfolgt. Er behauptet, die Terraner seien im Bunde mit den Tiuphoren. Er verschweigt, dass sie aus der Zukunft kommen. Die Larin Maan-Moohemi, deren Titel Helaar lautet, kommt schnell dahinter, dass Hascannar-Baan ihr einiges verheimlicht. Dennoch empfängt sie ihn und Venyar-Varong auf dem dritten Planeten Noular, der Heimatwelt. Heimlich beordert sie Schiffe in das nahegelegene Paccsystem.

Hascannar-Baan und Venyar-Varong erhalten auf Noular eine Führung durch die Hauptstadt Sydaaneys. Die beiden Proto-Hetosten sind begeistert. Maan-Moohemi ist misstrauisch. Dennoch will sie einen Beweis für die SVE-Technologie sehen. Die LARHATOON soll ins Paccsystem fliegen und dort ihre Technologie demonstrieren. Hascannar-Baan und Venyar-Varong müssen in Sydaaneys bleiben. Der Kampf der LARHATOON gegen einige entbehrliche alte Schiffe findet auch die Aufmerksamkeit der Terraner. Der 500m-Kreuzer TATJANA MICHALOWNA mit Gucky an Bord fliegt ins Paccsystem. Dort findet es nur Trümmer und den Hypersender der LARHATOON. Die TAAROS DORN I von Lodh-Drough überrascht die Terraner. Gucky behauptet, die RAS TSCHUBAI zu kommandieren. Lodh-Drough bringt sie nach Taaros Stern, da die Terraner sich keineswegs so aggressiv verhalten, wie Hascannar-Baan behauptet hat.

Von der RAS TSCHUBAI wechselt Perry Rhodan mit dem Kran auf die TATJANA MICHALOWNA. Zur Sicherheit nimmt er Winker mit, damit sie alle vom Kran wieder abgeholt werden können. Perry Rhodan, Gucky und Farye Sepheroa werden von den Ur-Laren nach Noular geflogen. In einem Haus am Rande Sydaaneys müssen Rhodan und seine Begleiter die Kleidung ablegen und larische Kleidung anlegen. Die Winker stehen damit nicht mehr zur Verfügung. Während sie auf die Helaar warten, versucht Gucky einen Teleportersprung, wird jedoch von einer Parafalle zurückgeworfen. Larische Wachleute paralysieren die drei Gefangenen.

Ushyo-Taark, der das Kommando auf der LARHATOON innehat, verliert die Nerven. Er ist besorgt, da die Ur-Laren die Terraner ins System gelassen haben. Er verwandelt die LARHATOON in einen 1200m-SVE-Raumer und droht der Helaar, den Regierungssitz einzuäschern, wenn Hascannar-Baan nicht an Bord zurückgebracht wird.

In der Zelle sind Perry Rhodan und Farye Sepheroa wieder wach. Nur Gucky ist noch bewusstlos. Da öffnet sich die Tür. Maan-Moohemi betritt den Raum in Begleitung von Hascannar-Baan. „Wir müssen reden“, sagt die Helaar.

 

Rezension:

Die Handlungsebene Rhodan war zuletzt Thema in Heft 2819. Da inzwischen die RAS TSCHUBAI auf Medusa im Hyperschlaf gefunden wurde, ist zumindest das Schiff wieder in die heimatliche Milchstraße und in die Gegenwart zurückgekehrt. Die nächsten Romane sollten Aufschluss darüber bringen, wie das bewerkstelligt wurde. Die im aktuellen Roman von Oliver Fröhlich beschworene Zeitrevolution scheint ebenfalls abgewendet werden zu können, sonst hätte Viccor Bughassidow im Mai 1518 NGZ sicherlich was davon mitbekommen, dass es ihn und die Terraner nicht mehr gibt.

Der Einstieg in den Roman mit Rhodans Gefangenschaft ist Oliver Fröhlich gut gelungen. Er kann mit dieser Szene überraschen. Vor allem kann der Autor es im weiteren Verlauf seines Romans lange geschickt verbergen, wer hier denn Rhodan und Co gefangen genommen hat. Da bei verschiedenen Gelegenheiten das Pärchen Gucky und Farye in den Einsatz geht, blieb auch die Antwort auf die Frage lange spannend, wie Rhodan zu den beiden Gefährten stößt.

Nach dem überraschenden Einstieg folgt der Perspektivenwechsel. Oliver Fröhlich rollt die Ereignisse bis zu diesem Zeitpunkt auf. Dabei baut der der Autor einige Elemente in seine Geschichte ein, die mal gut, mal weniger gut gerieten.

Die Überlegungen, die Fröhlichs Figuren zu den Geschwindigkeitsvorteilen eines SVE-Raumschiffs anstellen, sind etwas unausgegoren. Nur weil die LARHATOON eine SVE-Hülle hat, heißt das ja nicht, dass sie dadurch schneller fliegen kann. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und eine Hülle macht eben noch keinen Antrieb! Auch mit dem Verhalten Perry Rhodans nach Ankunft in der Larengalaxis kann Autor Oliver Fröhlich wenig überzeugen. Zunächst lässt er den Terraner die Vorteile der Laren präsentieren, die mit Vorsprung und höherer Geschwindigkeit die Heimat bereits erreicht haben müssen, um dann anschließend zu erklären, dass genau aus diesem Grund die Terraner langsamer geflogen sind. Schließlich haben die Proto-Hetosten ja vielleicht auch Probleme. Sorry, die Erklärung war bescheuert! Aber es geht noch weiter.

Einerseits nämlich lässt der Autor seine Figur Rhodan die Bedeutung eines Eingriffs in die Zeit mehrmals betonen und wie wichtig es sei, den SVE-Raumer aufzuspüren, um die Zeitrevolution zu verhindern. Andererseits macht die RAS TSCHUBAI unter Rhodans Kommando 100.000 Lichtjahre vor der Galaxis Halt und wartet auf eine Eingebung. Und dass, obwohl den Protagonisten die technischen Möglichkeiten der RAS TSCHUBAI in dieser Epoche alle Chancen einräumen, mehr über die Situation in der Larengalaxis zu erfahren. Stattdessen werden bewusst die falschen Entscheidungen getroffen und auf ein Wunder gehofft. Dieses Wunder tritt dann natürlich in Form eines zufällig entdeckten Funkspruchs ein. Diese Story war einfach zu schwach, um zu überzeugen.

Mit dem Zusammentreffen mit den Shatho beginnt der Roman wieder interessanter und besser zu werden. Oliver Fröhlich gelingt eine sehr exotische Beschreibung dieser Fremdwesen. Und es gelingt ihm, in diesen Handel, den die Terraner und Shatho betreiben, einige humorvolle Passagen einzubauen. Dazu die kleine Unsicherheit darüber, wie das Abenteuer ausgehen wird, da man als Leser zu diesem Zeitpunkt über die Gefangennahme des Romaneinstiegs noch nicht genügend Klarheit hatte.

Nachdem die Koordinaten von Taaros Stern den Terranern bekannt sind, wechselt der Autor zu Hascannar-Baan und der LARHATOON. Der Lare hatte es sich auch nicht träumen lassen, mal die Hauptfigur in einem Roman spielen zu dürfen. Da aber Avestry-Pasik in einer Zelle auf der RAS TSCHUBAI schmort, rückte er nun ins Rampenlicht. Der Rest der Geschichte ist schnell und unspektakulär geraten. Zu einem geflügelten Wort wurde der Ausspruch: „Sie verbergen etwas vor uns.“

Am Ende scheint die unüberlegte Aktion von Ushyo-Taark die Beteiligten zusammenzubringen. Kein schlechter Roman von Oliver Fröhlich, er hat aber auch schon bessere geschrieben.

 

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