Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2816

Die galaktischen Architekten – von Oliver Fröhlich – Handlung:

Im Mitraiasystem, wie das Solsystem in der Vergangenheit heißt, spitzen sich die Ereignisse zu. Sterngewerke der Tiuphoren dringen in das System ein und attackieren die Verteidigungskräfte des Kodex. Die besondere Aufmerksamkeit des Imperiums der Empörer gilt dabei der Purpur-Teufe. Mittels dieses Geräts soll der Planet Medusa/Sheheena aus dem System entfernt werden. Ein früherer Versuch scheiterte und seitdem ist der Planet auf Kollisionskurs mit Terra/Kerout.

Für den Zusammenbau der Purpur-Teufe sind die galaktischen Architekten verantwortlich. Vom Bord der QUAMQUOZ koordinieren Kommandant Pruqul und Faraqadd vom Volk der Ziquama den Bau der Maschine. Die beiden verstehen sich nicht. Pruqul hat beim Bau einer Purpur-Teufe in einem anderen System seine Gefährtin verloren und macht Faraqadd dafür verantwortlich. Andererseits wissen beide um die Wichtigkeit ihres Auftrags. Sie müssen Medusa/Sheheena versetzen, denn hierhin sind die Hüter der Zeiten umgesiedelt worden.

Oberbefehlshaber Evvpemer Noccosd von den Rayonen steht vor einer schweren Aufgabe. Im obliegt die Verteidigung des Mitraiasystems. Seine Rumschiffe stellen sich den Sterngewerken entgegen, deren Hyperstenz sie nahezu unverwundbar macht. Eine besondere Aufgabe kommt dem Kodex-Volk der Lainlién zu. Die Mehrzahl der Lainlién beherrscht die Prätemporalvision und kann einige Zehntelsekunden in die Zukunft blicken. Einige wenige, wie der Lainlién Foynfiél gelingt der Blick einige Sekunden in die Zukunft, wobei die Zahl der alternativen Entwicklungen mit jeder Sekunde zunimmt. Trotz seiner Fähigkeit kann Foynfiél nicht verhindern, dass sein Schiff beschädigt wird. Kommandant Brioldién zieht die CLAIVONTIÉN aus dem Kampfgeschehen zurück und fliegt nach Zeut/Zeedun, um sich dort an der Evakuierung der Kerouten zu beteiligen.

An Bord der BJO BREISKOLL wird das Geschehen im System mit wachsender Besorgnis verfolgt. Perry Rhodan will jedoch nicht eingreifen, da er ein Paradoxon befürchtet. Die Terraner erkennen, dass die Tiuphoren mit den Verteidigern der Purpur-Teufe nur spielen. Den Angreifern gelingt es, einige Kämpfer an Bord der QUAMQUOZ zu bringen. Gucky entdeckt die Absicht der Tiuphoren, die sich die Daten der Purpur-Teufe beschaffen wollen. Nun greift Rhodan doch ein. Zusammen mit Farye Sepheroa lässt er sich von Gucky an Bord des Ziquama-Schiffes teleportieren. Ein TARA soll mit dem Kran nachkommen, allerdings verhindern die Energieemissionen des Architektenschiffs einen Transport.

Trotz der ausbleibenden Verstärkung können Rhodan und seine Begleiter die Tiuphoren von Bord vertreiben. Dabei erfahren sie von Pruqul, dass die Purpur-Teufe die Planeten nicht nur im Raum, sondern auch in der Zeit versetzt. Je weiter ein Objekt transportiert wird, desto weiter wird es auch in die Zukunft versetzt.

Foynfiél ist inzwischen mit der CLAIVONTIÉN auf Zeut/Zeedun havariert. Mit viel Glück übersteht der Lainlién einen Tiuphorenangriff und wird von der Besatzung der BJO BREISKOLL gerettet. An Bord kommt er in Kontakt zu einer gleichfalls geretteten Keroutin, die PEW-Metall bei sich trägt. Das Hüter-Metall verstärkt die Prätemporalvision von Foynfiél, der die Terraner dadurch unterstützen kann, den Eyleshion Nisköhner zu retten.

Zurück an Bord der BJO BREISKOLL sucht Rhodan die gefangene Larin Pey-Ceyan auf. Der Terraner weiß inzwischen, dass Avestry-Pasik und Kniiten an Bord der TOIPOTAI, dem Sterngewerk des obersten Tiuphoren gebracht wurden. Perry will die Laren befreien, verlangt dazu aber die Unterstützung der LARHATOON, die inzwischen zum SVE-Raumer umfunktioniert wurde.

An Bord der TOIPOTAI hingegen ist das Eingreifen Perry Rhodans bei der Rettung der QUAMQUOZ bekannt geworden. Der Fremde wird als ideale Geistkomponente für das Sextadim-Banner der TOIPOTAI betrachtet.

 

Rezension:

Autor Oliver Fröhlich hat es sicherlich nicht einfach gehabt. Ihm oblag die Aufgabe, nach vier besonderen Romanen, zählt man 2011 noch dazu, dann nach fünf überzeugenden Geschichten in Folge, den Blick wieder auf das „normale“ Zyklusgeschehen und damit auf die Erlebnisse von Perry Rhodan zu richten. Der letzte Band dieser Handlungsebene liegt auch schon 10 Wochen in der Vergangenheit und die Rückkehr hierhin geriet dem Autor anfänglich zäh. Oliver Fröhlich setzt zu Beginn auf zu viele unterschiedliche Szenarien, statt sich auf 1 oder 2 wesentliche Schauplätze zu konzentrieren und damit etwas Ruhe in die Geschichte zu bringen. Stattdessen springt er hektisch von einer Front zur anderen und lässt dem Leser kaum Gelegenheit, sich mit den Bedingungen innerhalb der verschiedenen Erzählebenen anzufreunden. Den Auftakt macht ein gequältes Bewusstsein, das wie es scheint von den Tiuphoren in einem Sextadim-Banner gesperrt wurde. Als nächstes besucht der Autor die Erbauer der Purpurteufe, die Ziquama, springt dann kurz zu Perry Rhodan, schildert anschließend den Einsatz der Lainlién, um schließlich zu den Rayonen zu wechseln.

Anschließend wird die Rhodan-Erzählschiene ein zweites Mal besucht und offenbart gleich zu Beginn die erzählerischen Schwächen der Reise in die Vergangenheit. Perry Rhodan sieht sich allen Ernstes in der Rolle des Beobachters und will nicht eingreifen. Diese Haltung führt die bisherigen Einsätze des Unsterblichen ad absurdum. Wann eingreifen und wann nicht, dieser Problematik geht der Autor zwar nicht aus dem Wege, allerdings kann er dem Thema auch keine neuen Impulse geben.

Hinderlich und auch unlogisch, ist das Verhältnis von Rhodan und seiner Truppe zum Systemkommandanten der Rayonen. Einerseits wird auf Rhodans Seite bedauert, dass die Rayonen sie nach wie vor ignorieren, andererseits wäre mehr Aufmerksamkeit gegenüber den Besuchern durch die Rayonen doch gar nicht erwünscht? Denn dann müsste der Terraner ja in das Geschehen eingreifen. Dieses Thema war von Anfang an, d.h. vom Beginn der Zeitreise an, ungeschickt aufgebaut.

Oliver Fröhlich, der sich in seinen bisherigen Romanen erkennbar Gedanken zu gut verschachtelten Handlungsabfolgen gemacht hatte, lässt genau einen solchen Aufbau in dieser Geschichte missen. Das Vorgehen Perry Rhodans, der dann doch irgendwann die Rolle des Beobachters aufgibt, erscheint wenig durchdacht. Er geht an Bord eines fremden Schiffes, um dort einen Trupp kampferprobter Tiuphoren aufzuhalten. Ausgerechnet seine Enkelin begleitet ihn. Währenddessen greifen die anderen Terraner ebenfalls wahllos in die Geschehnisse auf Zeut/Zeedun ein.

Während die eigentliche Handlung nur wenig überzeugend vorangetrieben wird, sind zumindest die Geschicke einiger Figuren dem Autor gut geraten. Seinen unterschiedlichen Akteuren verpasst der Autor persönliche Schicksale. Beispielsweise dem Architekten Pruqul, der unter dem Verlust seiner Gefährtin leidet. Am Ende erklärt sich auch das Schicksal dieser Gefährtin. Sie ist nicht, wie anfänglich vermutet, in einem Sextadim-Banner gefangen, sondern Gefangene ihres eigenen Körpers. Sie wurde geborgen und auf der QUAMQUOZ künstlich am Leben gehalten. Pruqul erlöst seine Gefährtin schließlich und schaltet die Geräte ab.

 

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