Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2792

Finsterfieber – von Uwe Anton – Handlung:

Die SIMILDE hat nach der Explosion des onryonischen Beibootes wieder Kurs auf Naat genommen. Die beiden Onryonen, die der Ilt in letzter Sekunde aus dem Schiff teleportieren konnte, sind schwer verletzt. Einer spuckt Blut und setzt die Besatzung des LAURIN-Jets damit der Gefahr einer Infizierung mit dem Finsterfieber aus. Die beiden Onryonen werden in der Medo-Abteilung isoliert. Außer dem Namen des männlichen Onryonen, Kov Goydoracc, erfährt Atlan nichts weiter von den beiden Gefangenen. Arkon III wird nach der Aufnahme der benötigten Energie in den Atopischen Konduktor umgewandelt. Das Gebilde durchmisst wie schon die Kosmogloben in Larhatoon 1883 km. Die SIMILDE landet auf Naat.

Auch Gaumarol da Bostich hat die Umwandlung des Planeten in einen Kosmoglobus beobachtet. Der ehemalige Imperator kann sich beherrschen. Seine Zeit wird noch kommen. Er konzentriert sich auf die Rückeroberung der GOS’TUSSAN II. Sein Schiff steht auf Kaokish, einem Mond des 17. Planeten Flaon. Die LAURIN-Einheit kann unbemerkt in der Nähe des Flottenstützpunkts Kaorandor landen. Mit Hilfe von Überrangcodes will Bostich sein Flaggschiff an sich reißen. Mit seinem Team dringt Bostich in den Stützpunkt ein. Er wird von den Positroniken als Oberbefehlshaber anerkannt. Tausende Katsugo-Kampfroboter werden aktiviert. Außerdem befiehlt Bostich die Aktivierung bislang verborgener EPPRIK-Raumer im System. Dann setzt der Arkonide per Transmitter zur GOS’TUSSAN über. An Bord angekommen befiehlt der Aktivatorträger den Verschlusszustand des Schiffes und isoliert die Onryonen an Bord. Nachdem er den onryonischen Kommandanten seine Überlegenheit demonstriert hat, tötet Bostich den Onryonen und lässt die anderen in ein Beiboot verfrachten. Die Katsugos erhalten den Befehl, die onryonischen Schiffe auf dem Raumhafen anzugreifen. Gleichzeitig sollen die Robotraumer die Schiffe der Onryonen und auch sein Flaggschiff angreifen, um damit der GOS’TUSSAN einen Grund geben, um zu starten.

Auf Naat laufen die Einsätze Atlans und Guckys nicht ganz problemlos. Die beiden Kelosker sind als Naats getarnt, während Atlan und die anderen als Onryonen maskiert sind. Doch die CHUVANC ist sehr stark gesichert. Atlan, der mit Eldhoverd unterwegs zum Raumhafen ist, muss unverrichteter Dinge wieder abziehen. Zudem zeigt der Kelosker plötzlich Symptome einer Krankheit. Alle kehren an Bord der SIMILDE zurück. Eldhoverd wird isoliert und tatsächlich findet sich in seinem Blut der Virus, der das Finsterfieber verursacht. Atlan denkt gleich einen Schritt weiter. Er hat nun das Virus in der Hand und will es an Bord der CHUVANC bringen. Ausführer seines Plans ist Gholdorodyn. Der Kelosker ist nicht infiziert und erklärt sich bereit mit dem Kran in die CHUVANC einzudringen und das Virus dort freizusetzen.

Während Gholdorodyn unterwegs ist, verschlechtert sich der Zustand Eldhoverds rapide. Außerdem gerät der Zeitplan Atlans in Gefahr. Patriarch Choulynger soll sie mit der CHOULYNGERS HEIMSTATT wieder aus dem Arkonsystem herausbringen. Doch das Schiff wird kaum noch zu erreichen sein. Endlich kehrt Gholdorodyn zurück. Der Kelosker hat die Gelegenheit genutzt und einige Daten über das Richterschiff gesammelt. Nur Stunden nach dem Einsatz des Keloskers tut sich was an der CHUVANC. Mehrere Gleiter mit infizierten Onryonen verlassen das Schiff. Mit einem Täuschungsmanöver kann Atlans Team eine Onryonin der Besatzung kidnappen. Gleichzeitig wird dafür gesorgt, dass die Onryonin nicht vermisst wird. Die SIMILDE verlässt Naat.

Die GOS’TUSSAN II ist in den freien Raum gestartet. Trotz der Ablenkung durch die EPPRIK-Raumer läuft Bostichs Schiff Gefahr, von den schnell anrückenden Onryonenschiffen vernichtet zu werden. Auch an Bord der SIMILDE steht es schlecht. Der Walzenraumer kann nicht mehr erreicht werden und Eldhoverd liegt im Sterben. Der Kelosker will den Gefährten die Flucht ermöglichen. Während Eldhoverd an Bord zurückbleibt, wechseln die anderen mit dem Kran auf die GOS’TUSSAN II. Der Fiktivtransmitter kehrt zu Eldhoverd zurück, der mit dem Gerät Luna als Steuerplaneten des Kosmoglobus manipuliert. Ein Schwarzer Blitz schlägt aus dem Atopischen Konduktor und lenkt die Onryonen ab. Kurz bevor die SIMILDE vernichtet wird, schickt Eldhoverd den Kran zurück in die GOS’TUSSAN II. Das Schiff nutzt die allgemeine Verwirrung und verlässt das Arkonsystem.

Zu Ehren Eldhoverds, der sich geopfert hat, wird ein Schwarzes Loch nach ihm benannt. Bostich macht sich auf, um eine Besatzung für die GOS’TUSSAN II zu rekrutieren. Der Arkonide will auch eine Flotte gegen das Tribunal zusammenstellen und sich um das Problem Vetris-Molaud kümmern. Im Solsystem laufen die Vorbereitungen zum Angriff auf die CHUVANC.

 

Rezension:

Während der Roman der Vorwoche dazu diente, die Figuren in Stellung zu bringen und keinen echten Spannungshöhepunkt aufzuweisen hatte, schlägt Uwe Anton in der Fortsetzung ein deutlich höheres Tempo an. Und auch seine Figuren legen die brave Gangart von letzter Woche ein Stück weit ab und greifen zu härteren Maßnahmen. Allerdings stellt der Mord an einen wehrlosen Onryonen durch Bostich einen unrühmlichen Höhepunkt dar. Ob Perry Rhodan am Romanende das lockere Gespräch mit seinem Fraktorkollegen auch so geführt hätte, wenn er von der Aktion erfahren hätte? Der Autor lässt es nicht zu diesem Konflikt kommen. Andererseits ist der Gedanke sehr reizvoll, einen Aktivatorträger auf Seiten der Guten(?) zu haben, der ohne Skrupel agiert. Es stellt sich nur die Frage, ob sich die Autoren getrauen, dem rücksichtslos agierenden Bostich mehr Erfolge erzielen zu lassen, als dem tugendhaften Rhodan?

Der Roman von Uwe Anton konnte über weite Strecken auch deshalb überzeugen, weil zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit ernsthafte Anstrengungen unternommen wurden, dem Gegner Widerstand entgegenzusetzen. Andere Missionen gab es vorher auch schon, doch meist war schon im Ansatz das spätere Scheitern erkennbar oder die Einsätze hatten lediglich aufklärerischen Charakter. Wenn ich schreibe „über weite Strecken“ dann deshalb, weil am Ende den erwähnten ernsthaften Anstrengungen dann doch wieder die Luft ausgeht. Man kann 1 Besatzungsmitglied der CHUVANC entführen. Und man erobert mit der GOS’TUSSAN II lediglich verloren gegangenes Terrain zurück.

Immerhin kommt auch der Humor nicht zu kurz. Auf Seite 15 lässt Uwe Anton den Kelosker Eldhoverd die bahnbrechende Aussage machen, dass die von Luna ausgehenden fünfdimensionalen Hyperimpulse fünfdimensional seien. Und wenn Bostich die Onryonen als langohrige Rudelscheißer bezeichnet kann man dem Autor dazu nur gratulieren. Nach 92 Heften mit den Onryonen musste „das“ einfach mal gesagt werden! Und auch Atlan bekommt sein Fett weg, als ihm sein Extrasinn bescheinigt, dass die Planung fehlgeschlagen sei und er schon wie ein Terraner planen würde. Allerdings sah die Planung Bostichs auch nicht viel besser aus. Im Grunde genommen ähnelt seine Planung noch viel mehr dem üblichen terranischen Vorgehen. Erst mal an Bord der GOS’TUSSAN II schleichen und dann sehen, was dabei rauskommt. Erst nachdem das geglückt war, macht sich der Arkonide erstmals Gedanken darüber, wie er denn aus dem Arkonsystem entkommen könnte. Ein bisschen spät für diese Überlegungen.

Zurück zu Atlan. Der Unsterbliche hat mit einigen Schwierigkeiten letztlich sein Ziel, nämlich ein onryonisches Besatzungsmitglied von der CHUVANC zu entführen, erreicht. Außerdem konnte er den Erreger des Finsterfiebers an Bord des Richterschiffs einschleusen. Warum dann keine Zeit mehr blieb, um die CHOULYNGERS HEIMSTATT zu erreichen, liegt dann ebenfalls an einer mangelnden Planung. Jedenfalls war nun der Walzenraumer von Patriarch Choulynger außer Reichweite. Nun geriet die Geschichte von Uwe Anton etwas hastig. Der schwer erkrankte Eldhoverd behauptet, er könne dem Team die Flucht aus dem Arkonsystem ermöglichen. Und Atlan geht sofort darauf ein. Na ja, eigentlich hat er auch keine andere Wahl, denn wie zuvor schon Bostich, hat auch der zweite Hasardeur keinen Plan B. Wie gut, dass man mit dem Fiktivtransmitter dann auch einen ganzen Steuerplaneten und darüber den Kosmoglobus manipulieren kann. Warum braucht man eigentlich die CHUVANC? Die Reise in die Jenseitigen Lande kann man auch mit dem Kran erledigen. Der Ausflug durch Kristallschirm und Repulsorwall gelingt ebenfalls problemlos. Bei ähnlichen Gelegenheiten in diesem Zyklus materialisierten in solchen Situationen „überraschend“ einige zehntausend Onryonenschiffe und die Galaktiker mussten sich dann wie geprügelte Hunde geschlagen geben.

Aber irgendwer hat entschieden, dass der berühmtberüchtigte unsichtbare Schalter ausgerechnet in diesem Heft umgelegt wurde. Dieser Schalter bewirkt nämlich, dass trotz unveränderter Ausgangssituation plötzlich den Angegriffenen all die Vorteile zufallen, die zuvor den Aggressoren den Weg bereitet haben.

Fazit: Trotz eines schwachen Endes vermochte Uwe Antons Roman doch zu unterhalten.

 

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