Ansichten zu NEO-Story 2 – Das Juwel im Lotus

Das Juwel im Lotus – von Oliver Plaschka – Handlung:

Die Story spielt im Juni und Juli 2036. Die Hauptpersonen sind Clark G. Flipper und seine Lebensgefährtin Beth Gale. Drei Wochen vor dem Start der STARDUST haben Beth und Clark ihren Freund Perry Rhodan in eine kleine Hütte in den Rocky Mountains eingeladen. Flipper bereitet es Sorge, dass Beth in wenigen Tagen zu einer Besteigung des Annapurna-Massivs im Himalaya aufbrechen wird. Ausgerechnet dann, wenn er zum Mond fliegen will. Beth findet seine Einstellung etwas selbstgerecht und Clarks Versuche, die eigentlich harmonische Stimmung zu retten, gehen nach hinten los. Ihm sind die drei männlichen Begleiter seiner Partnerin ein Dorn im Auge, insbesondere der Bergsteiger José Karanian flößt ihm Angst ein.

Wenige Tage später bricht Beth Gale zu ihrer Tour nach Nepal auf. Ihre Begleiter sind José, Lionel und Pierre. Nach Einrichtung des Basis-Lagers drängt José darauf, bereits am nächsten Tag mit dem Aufstieg zu beginnen. Beth muss diesem Mann ihr Leben anvertrauen, sie denkt an die Worte von Clark zurück und zum ersten Mal ist ihr unwohl bei diesem Gedanken. José zeigt sich seltsam starr und unnahbar. Am Morgen des nächsten Tages brechen sie nach einer Puja-Zeremonie auf. Jeder der vier Bergsteiger trägt ca. 30 kg Gewicht.

Am ersten Tag schaffen sie stattliche 1200 Höhenmeter, bevor sie ihr Lager aufschlagen. Beth ist nicht entgangen, dass Pierre und José eine Meinungsverschiedenheit wegen des Gepäcks hatten. Pierre vertraut ihr an, dass er es merkwürdig findet, dass niemand weiß, was José in seinem Rucksack transportiert. Zelt, Ausrüstung und Vorräte werden nur den drei anderen Rucksäcken entnommen. Die Stimmung in der kleinen Gruppe wird schlechter. Am zweiten Tag gibt es Zweifel, ob eine markante Abbruchkante gefahrlos gemeistert werden kann. Erneut setzt sich José durch und die Gruppe klettert weiter. Die Strapazen sind größer als erwartet. Nach 600 Höhenmetern können Beth, Lionel und Pierre nicht mehr weiter. Sie mutmaßen, dass sie mehr Gewicht in ihren Rucksäcken haben. Sie beschließen zu lagern und setzen einen Notruf ab. José, der schon weit voraus war, kehrt zu ihnen um.

In der folgenden Nacht kommt Pierre hinter das Geheimnis von Josés Rucksack. Die Ereignisse überstürzen sich. Beth überlebt als Einzige, sitzt aber in 6000 Meter Höhe fest. Sie verfasst einen letzten Brief an Clark, in der sie ihn bittet, auf sich achtzugeben. Und, der Horizont ist nicht die Grenze.

Im Juli 2036 hält sich Clark G. Flipper in Washington D.C. auf. Nach der Rückkehr vom Mondflug hat sich Flipper von den Kameraden abgesetzt. Nun wird er am Gerichtsverfahren gegen die Stardust-Besatzung teilnehmen. In einer Bar lernt er den Anwalt William Tifflor kennen, der Crest verteidigen wird. Tifflor erkennt Flipper, tut aber so, als wüsste er nicht, mit wem er es zu tun hat. Die Männer sinnieren über alles Mögliche. Darauf angesprochen, was für ihn am Wichtigsten sei, antwortet Flipper: Menschen, Freunde. Der Brief von Beth habe ihm gezeigt, dass es Kräfte gibt, die Böses wollen. Der Horizont ist nicht die Grenze.

 

Rezension:

Die von Oliver Plaschka verfasste Kurz-Geschichte wird unter anderem damit beworben, dass sie auch Leser begeistern dürfte, die PERRY RHODAN NEO bislang nicht gelesen haben. Nach der Lektüre kann ich diese Aussage unterstreichen, auch wenn ein Element in der Geschichte auftritt, das mit dem mysteriösen „Ringen“ zu tun hat, einem Begriff aus NEO, der in der Classic-Serie nicht vorkommt. Als Nicht-NEO-Leser konnte ich tatsächlich diesen Teil ignorieren. Das fällt auch deshalb leicht, weil ganz andere Elemente vom Autor in den Vordergrund gestellt werden.

Die Geschichte ist von Beginn an sehr lebendig und in den Kapiteln, die sich mit Beths Expedition auseinandersetzen, auch packend erzählt. Die verschiedenen Stimmungen werden von Oliver Plaschka überzeugend vermittelt. Das beginnt schon beim Dissens zwischen Beth und Clark und steigert sich noch, wenn der Autor Beths Beobachtungen und Gefühle am Annapurna-Massiv zu Papier bringt. Das Geschehen ist so emotional und plastisch geschildert, als wäre man selbst vor Ort. Auch wenn die Geschichte mit einer dramatischen Szene aufwartet, überwiegen dennoch die leisen Töne. Mit den Vorkenntnissen eines NEO-Lesers weiß man, dass hier einem traurigen Ende entgegengesteuert wird. Dennoch wird die Geschichte nicht schwermütig, sondern zeigt in den friedlichen Szenen zum Ende hin auch Momente der Hoffnung.

Die Story ist Bestandteil von NEO Band 2 in Buchausgabe aber auch im Einzeldownload zu bekommen.

 

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