Articles for the Month of Dezember 2014

Ansichten zu NEO-Story 2 – Das Juwel im Lotus

Das Juwel im Lotus – von Oliver Plaschka – Handlung:

Die Story spielt im Juni und Juli 2036. Die Hauptpersonen sind Clark G. Flipper und seine Lebensgefährtin Beth Gale. Drei Wochen vor dem Start der STARDUST haben Beth und Clark ihren Freund Perry Rhodan in eine kleine Hütte in den Rocky Mountains eingeladen. Flipper bereitet es Sorge, dass Beth in wenigen Tagen zu einer Besteigung des Annapurna-Massivs im Himalaya aufbrechen wird. Ausgerechnet dann, wenn er zum Mond fliegen will. Beth findet seine Einstellung etwas selbstgerecht und Clarks Versuche, die eigentlich harmonische Stimmung zu retten, gehen nach hinten los. Ihm sind die drei männlichen Begleiter seiner Partnerin ein Dorn im Auge, insbesondere der Bergsteiger José Karanian flößt ihm Angst ein.

Wenige Tage später bricht Beth Gale zu ihrer Tour nach Nepal auf. Ihre Begleiter sind José, Lionel und Pierre. Nach Einrichtung des Basis-Lagers drängt José darauf, bereits am nächsten Tag mit dem Aufstieg zu beginnen. Beth muss diesem Mann ihr Leben anvertrauen, sie denkt an die Worte von Clark zurück und zum ersten Mal ist ihr unwohl bei diesem Gedanken. José zeigt sich seltsam starr und unnahbar. Am Morgen des nächsten Tages brechen sie nach einer Puja-Zeremonie auf. Jeder der vier Bergsteiger trägt ca. 30 kg Gewicht.

Am ersten Tag schaffen sie stattliche 1200 Höhenmeter, bevor sie ihr Lager aufschlagen. Beth ist nicht entgangen, dass Pierre und José eine Meinungsverschiedenheit wegen des Gepäcks hatten. Pierre vertraut ihr an, dass er es merkwürdig findet, dass niemand weiß, was José in seinem Rucksack transportiert. Zelt, Ausrüstung und Vorräte werden nur den drei anderen Rucksäcken entnommen. Die Stimmung in der kleinen Gruppe wird schlechter. Am zweiten Tag gibt es Zweifel, ob eine markante Abbruchkante gefahrlos gemeistert werden kann. Erneut setzt sich José durch und die Gruppe klettert weiter. Die Strapazen sind größer als erwartet. Nach 600 Höhenmetern können Beth, Lionel und Pierre nicht mehr weiter. Sie mutmaßen, dass sie mehr Gewicht in ihren Rucksäcken haben. Sie beschließen zu lagern und setzen einen Notruf ab. José, der schon weit voraus war, kehrt zu ihnen um.

In der folgenden Nacht kommt Pierre hinter das Geheimnis von Josés Rucksack. Die Ereignisse überstürzen sich. Beth überlebt als Einzige, sitzt aber in 6000 Meter Höhe fest. Sie verfasst einen letzten Brief an Clark, in der sie ihn bittet, auf sich achtzugeben. Und, der Horizont ist nicht die Grenze.

Im Juli 2036 hält sich Clark G. Flipper in Washington D.C. auf. Nach der Rückkehr vom Mondflug hat sich Flipper von den Kameraden abgesetzt. Nun wird er am Gerichtsverfahren gegen die Stardust-Besatzung teilnehmen. In einer Bar lernt er den Anwalt William Tifflor kennen, der Crest verteidigen wird. Tifflor erkennt Flipper, tut aber so, als wüsste er nicht, mit wem er es zu tun hat. Die Männer sinnieren über alles Mögliche. Darauf angesprochen, was für ihn am Wichtigsten sei, antwortet Flipper: Menschen, Freunde. Der Brief von Beth habe ihm gezeigt, dass es Kräfte gibt, die Böses wollen. Der Horizont ist nicht die Grenze.

 

Rezension:

Die von Oliver Plaschka verfasste Kurz-Geschichte wird unter anderem damit beworben, dass sie auch Leser begeistern dürfte, die PERRY RHODAN NEO bislang nicht gelesen haben. Nach der Lektüre kann ich diese Aussage unterstreichen, auch wenn ein Element in der Geschichte auftritt, das mit dem mysteriösen „Ringen“ zu tun hat, einem Begriff aus NEO, der in der Classic-Serie nicht vorkommt. Als Nicht-NEO-Leser konnte ich tatsächlich diesen Teil ignorieren. Das fällt auch deshalb leicht, weil ganz andere Elemente vom Autor in den Vordergrund gestellt werden.

Die Geschichte ist von Beginn an sehr lebendig und in den Kapiteln, die sich mit Beths Expedition auseinandersetzen, auch packend erzählt. Die verschiedenen Stimmungen werden von Oliver Plaschka überzeugend vermittelt. Das beginnt schon beim Dissens zwischen Beth und Clark und steigert sich noch, wenn der Autor Beths Beobachtungen und Gefühle am Annapurna-Massiv zu Papier bringt. Das Geschehen ist so emotional und plastisch geschildert, als wäre man selbst vor Ort. Auch wenn die Geschichte mit einer dramatischen Szene aufwartet, überwiegen dennoch die leisen Töne. Mit den Vorkenntnissen eines NEO-Lesers weiß man, dass hier einem traurigen Ende entgegengesteuert wird. Dennoch wird die Geschichte nicht schwermütig, sondern zeigt in den friedlichen Szenen zum Ende hin auch Momente der Hoffnung.

Die Story ist Bestandteil von NEO Band 2 in Buchausgabe aber auch im Einzeldownload zu bekommen.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2783

Retter der Laren – von Hubert Haensel – Handlung:

An Bord der RAS TSCHUBAI sind Perry Rhodan und Gucky mit der Studie des Pseudo-Rhodans beschäftigt. Der Wesens-Rohling, den der Ilt im Schwarzen Bacctou entdeckt hatte, ist kaum noch vorhanden. Die Kopie scheint vollständig und abgeschlossen. Nur die Ziele, die Richterin Saeqaer mit dem Pseudo-Rhodan verfolgt, bleiben im Unklaren. Perry Rhodan versucht es mit einem direkten Gespräch mit seinem Doppelgänger. Zur Sicherheit markiert Gucky seinen Freund mit einer unter die Haut gespritzten Farbe. Gucky entdeckt in den Erinnerungen des Doppelgängers Hinweise auf ein Artefakt, das der Schwarze Bacctou an Bord der WIEGE DER LIEBE gesucht hat. Es soll ein Relikt der ersten Larenzivilisation sein. Je mehr die Adaption voranschreitet, umso mehr verblassen allerdings diese Erinnerungen.

Die EDMOND PONTONAC kehrt zurück und bringt Atlan und Perry Rhodan nach Jahrzehnten wieder zusammen. Bull und Atlan halten sich mit Schilderungen der betroffenen Bewusstseine von ES zurück aber obwohl Rhodan diese Zurückhaltung bemerkt, fragt er nicht nach. Nun gilt es einen Plan zu erarbeiten, um das Schiff von Richterin Saeqaer zu erobern. Während Bostich sich als gleichberechtigten Expeditionsleiter einbringt, hält sich Atlan zurück. Der Arkonide will zunächst das Schiff kennenlernen und die Informationen verarbeiten, die von der RAS TSCHUBAI in der Domäne des Kristallinen Richters gesammelt wurden. Perry Rhodan setzt darauf, die Proto-Hetosten als Partner beim Angriff auf die CHEMMA DHURGA zu gewinnen. ANANSI soll Informationen zu den Rebellen sammeln und wird bald fündig. Bei einem Zusammenstoß mit Onryonen sind etliche Rebellen in Gefangenschaft des Tribunals geraten und sollen auf dem Planeten 50.000 vor Gericht gestellt werden. Rhodan will die Rebellen befreien und über sie in Kontakt mit Avestry-Pasik kommen.

Der von den Keloskern an Bord gebrachte Fiktivtransmitter ist unterdessen etwas weiterentwickelt worden. Winzige Geräte, Winker genannt, sollen es ermöglichen, jede damit ausgestatte Person zum Kran zu transportieren. Damit will man die Gefangenen ausstatten und an Bord holen. Auf dem Flug zum Planeten 50.000 hat Rhodan Gelegenheit, sich die neuesten Untersuchungsergebnisse von Bostichs veränderten Metabolismus anzusehen. Im Körper des Arkoniden bilden sich neuronale Verdickungen, die als Mikro-Hirne bezeichnet werden. Bostich nimmt Stimmen wahr, allerdings hat sein Extra-Sinn gelernt, diese Einredungen auszublenden. Auch das Zeitempfinden Bostichs ist gestört. Die Larin Than-Deneec hat keine Erklärungen. Auch Baucis Fender wird von Rhodan besucht. Sie ist noch immer in Behandlung und Rhodan sorgt sich, dass ihre Verfassung weniger mit dem Tod Patrick St. Johns zu tun hat, als vielmehr mit ihrer Heilung durch den Kristallinen Richter.

Im Zielsystem angekommen tarnt sich die RAS TSCHUBAI in bewährter Weise und Rhodan, Bostich, Gucky, Than-Deneec und die drei verbleibenden Mitglieder des Venus-Teams landen auf der Welt 50.000, einer Wasserwelt ohne Kontinente aber zahlreichen Inseln. Auf der Insel Tshoctar befinden sich fünf Ordische Stelen. Das Einsatzteam gelangt auf diese Insel und kann in die Gefängniszellen eindringen. Beim Versuch die gefangenen Rebellen aufzuspüren, machen Gucky und Bostich unabhängig voneinander eine merkwürdige Entdeckung. Bei zwölf der Proto-Hetosten nehmen sie eine merkwürdige synchron laufende Anspannung wahr, können sich das allerdings nicht erklären. Der Anführer der Rebellen nimmt die Winker von Rhodan an, will allerdings die Geräte erst nach dem Rechtsspruch der Ordischen Stelen anwenden. Er will das Urteil hören. Wenige Stunden später werden die 52 Laren vor die Stelen geführt. Dort zünden 12 Rebellen ihre Körper auf unbekannte Weise und zerstören dabei alle fünf Ordische Stelen. Die anderen Laren benutzen die Winker und materialisieren an Bord der RAS TSCHUBAI. Nur 22 Rebellen haben überlebt. Die Leichen der hyperenergetisch verstrahlten Laren müssen isoliert werden. Rhodan und das Team retten sich ebenfalls und werden schließlich von den überlebenden Laren zu einem Treffen mit Avestry-Pasik geführt. Rhodan kann den Proto-Hetosten mit dem Relikt auf der CHEMMA DHURGA ködern, an dem Angriff teilzunehmen. Die Stimmen, die Bostich wahrnimmt, verraten ihm, dass die Laren Verrat begehen wollen. Sie planen einen Angriff auf den Hetork Tesser. Rhodan ist davon nicht beeindruckt.

 

Rezension:

Mit dem Roman von Hubert Haensel wechselt die Handlung nach dem kurzen Milchstraßenintermezzo wieder nach Larhatoon zu Perry Rhodan. Die Geschehnisse, mit denen sich der Autor beschäftigt, stellen im Grunde genommen ein verkleinertes Abbild der Zyklusgeschichte dar. Vordergründig passiert sehr viel. Perry Rhodan beschäftigt sich mal wieder mit seinem Doppelgänger, der ein kleines Geheimnis offenbart. Mit Atlan kehrt eine der Kultfiguren der Serie zurück. Die Veränderung Bostichs schreitet voran. Er kann mittlerweile zu Gucky in Konkurrenz treten. Über die befreiten Rebellen kommt man wieder in Kontakt zu Avestry-Pasik. Mit der Fortentwicklung des Krans werden die Kelosker gestreift und mit dem Besuch bei Baucis Fender das Wirken des Kristallinen Richters in Erinnerung gerufen. Sieht man genauer hin, erkennt man, dass sowohl der Roman als auch die Zyklushandlung einmal mehr auf der Stelle treten.

Der Einstieg in die Geschichte geriet dennoch vielversprechend. Die Ankunft Perry Rhodans auf dem Schiff der Richterin wird nun aus Sicht des Schwarzen Bacctou geschildert. Nach und nach erfährt man nicht nur das bereits bekannte Szenario sondern auch, dass der Schwarze Bacctou auf der Suche nach einem Relikt der Ersten Larenzivilisation gewesen ist. Diese Erinnerungen, die von Gucky aus dem Gedächtnis des merkwürdigen Wesens extrahiert werden, verknüpft der Autor erneut mit einer Erforschung des Pseudo-Rhodans. In Heft 2774 hatte sich Hubert Haensel zu diesem Thema nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die damaligen Schilderungen waren albern und ließen Schlimmes befürchten. Im aktuellen Roman kann Hubert Haensel einiges gut machen. Nachdem der Doppelgänger schon Monate lang auf der RAS TSCHUBAI herumturnt, lässt der Autor Gucky auf die Idee kommen, das Original farblich zu markieren. In der Folge kann beobachtet werden, dass der Pseudo-Rhodan dieses Merkmal ebenfalls adaptiert. Der Autor schildert zwar nicht, dass nun eigentlich jeder Zweifel über die Identität der beiden Rhodan dadurch ausgeräumt ist aber de facto ist es so. Leider lässt der Autor allerdings einmal mehr seine Figuren nicht den notwendigen nächsten Schritt vornehmen, als da wäre eine Untersuchung des genetischen Prozesses, der in Pseudo-Rhodan abläuft, um die Farbmarkierung ebenfalls zu kopieren.

Stattdessen wird Pseudo-Rhodan erstmal abgehakt, denn Atlan ist zurück und nach Michael Marcus Thurner zeigt auch Hubert Haensel mächtigen Respekt vor dieser Figur und traut sich nicht richtig, sie adäquat einzusetzen. Der Autor gönnt dem Arkoniden eine kleine Sightseeing-Tour durchs Schiff. Zu mehr wird Atlan nicht eingesetzt. Überhaupt tun sich die Autoren erkennbar schwer, mit der Vielzahl an Häuptlingen an Bord der RAS TSCHUBAI umzugehen. Der Auftritt Bostichs beweist das überdeutlich. Zwanghaft wird versucht, dieser Figur einen Stellenwert einzuräumen und wenn es nur der Titel des 2. Expeditionsleiters ist. Die weiteren Veränderungen dieser Figur sind nicht neu und werden vom Autor lediglich in Erinnerung gerufen. Man gewinnt den Eindruck, Bostich würde nur noch dann eine Zukunft in der Serie haben, wenn man diese Figur körperlich verändert. Das ist schade und man muss befürchten, dass dies früher oder später auch mit anderen Figuren passiert. Adams wächst vielleicht demnächst ein zweiter Buckel und Bully bekommt ein drittes Auge?

Nach dem passablen Einstieg nimmt der Autor das Tempo aus der Geschichte, die zudem zusehends fragmentarisch fortgesetzt wurde. Neue Erkenntnisse werden nicht mehr gewonnen und auch zu bereits bekannten Sachverhalten werden keine Anstrengungen unternommen, diese mit neuem Wissen anzureichern. Nehmen wir als Beispiel Baucis Fender. Wozu diente der Abstecher von Perry Rhodan? Wohl nur dazu, um zu zeigen, dass diese Figur nicht vergessen wurde. Zu mehr als einen Halbsatz von Rhodans Gedankengängen zur Verfassung der Patientin hat es nicht gereicht. Keine Untersuchungen der medizinischen Auswirkungen der Heilung durch den Richter? Keine Einschätzung einer potentiellen Gefahr? Keine Aufstellung einer Theorie? Keine Konflikte mit den anderen Mitgliedern des Venus-Teams, die wohl am ehesten Veränderungen ihrer Team-Kameradin erkennen könnten. Leider passiert gar nichts, das Thema wird nur gestreift.

Ein anderes Beispiel ist die Zerstörung der Stelen. Und daraus resultierend die Empfindung etwas Unrechtes getan zu haben. Auch das ein bekannter Sachverhalt, mit dem Unterschied, in Larhatoon müssten eigentlich über die Jahrhunderte mehr Erkenntnisse zu den Stelen und ihrem Wirken bekannt sein. Wozu wird ein Handlungsort aufgebaut, der die Auswirkungen des Tribunals zeigen soll, wenn man die Elemente Atopischer Macht dann doch nicht anders betrachtet als in der Milchstraßenebene?

Die Befreiung der larischen Rebellen erledigt der Autor im Vorbeigehen. Das ist nicht unbedingt die schlechteste Art gewesen, denn dem Plot, ein Schiff als ein anderes zu tarnen und in SERUNS mit Mimikry-Fähigkeit im Feindgebiet zu operieren konnte der Autor wohl kaum noch einen neuen interessanten Zug verpassen. Andererseits wäre nun Raum da gewesen, um sich etwas intensiver mit den Charakteren zu beschäftigen. Leider passiert da ebenfalls nicht viel.

Ein Satz in Hubert Haensels Roman zeigt das Dilemma dieser Geschichte sehr deutlich. Darauf angesprochen, welchen Plan Rhodan verfolgt, um das Richterschiff zu erobern, antwortet der Unsterbliche: „Was wir unternehmen müssen, ergibt sich später von selbst.“

Genauso mutet diese Geschichte an. Keiner verfolgt einen Plan und das „Später“ ist immer der Roman der nächsten Woche.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2782

Duell auf Everblack – von Susan Schwartz – Handlung:

Im März 1517 NGZ ist die KRUSENSTERN unter dem Kommando von Viccor Bughassidow nach wie vor auf Everblack im Einsatz. Auch zwei Tefroderschiffe sind auf der Posbi-Welt gelandet, während die VOHRATA längst wieder abgezogen ist. Für die Posbis des Dunkelplaneten halten die Terraner die Tarnung der KRUSENSTERN als normale BOX-3206 aufrecht. Das ist auch dringend nötig, denn die Posbis von Everblack sind allesamt infiziert und im höchsten Grade paranoid. Und diese Paranoia richtet sich ausschließlich gegen Terraner. Neben der Paranoia hat die Infektion der Balpirol-Halbleiter auch noch andere Auswirkungen. Die Posbis begehen Fehler. Es kommt immer wieder zu Unglücken und Explosionen. Die KRUSENSTERN hat mehrere Besatzungsmitglieder dadurch verloren. Viccor Bughassidow, die Ara Jatin und der Anti Peo Tatsanor untersuchen einen Unglücksort. Die Daten verraten, dass die Posbis an einem Librationszonen-Blendschild gearbeitet haben als es zu einer Katastrophe kam. Man vermutet, dass dies eine Waffe gegen die Terraner sei.

Marian Yonder versucht indessen immer wieder den gefangenen Posbi Tetoon umzudrehen. Doch alle Versuche, den Infizierten von seiner Paranoia zu befreien, misslingen. Am Ende begeht Tetoon Selbstmord.

In den folgenden Wochen wird das Chaos auf Everblack immer größer. Die Posbis verfallen in Hektik. Jatins Suche nach einem Gegenmittel bleibt erfolglos. Bughassidow will allerdings keine Hilfe anfordern, obwohl befürchtet wird, dass die Seuche bald irreversibel sein wird. Peo Tatsanor schlägt vor, stattdessen die Tefroder dazu zu bringen, Hilfe anzufordern. Auch den Tefrodern kann nicht entgangen sein, dass die Infektion der Posbis zu Fehlern geführt hat. Wenn man sie zwingen könnte, denjenigen herbeizurufen, der für die Infektion verantwortlich ist, kommt man vielleicht an ein Heilmittel. Jatin synthetisiert für Tatsanor Glasfrost II. die Ersatzdroge soll nicht abhängig machen aber den Suggestor stärken. Der Plan gelingt. Mittels Suggestion ruft ein tefrodischer Kommandant die OVASAPIAN VII herbei, einen Raumer der NEBERU-Klasse. Über Spionsonden der KRUSENSTERN wird die Ankunft der Tefroder beobachtet. Ein Fremder begleitet sie. Es ist ein Eyleshion namens Monanjo Shatabad. Schnell wird klar, dass der Eyleshion der Konstrukteur des Virus ist. Peo Tatsanor erkennt auch einen Mutanten in der Gruppe der Tefroder. Es ist der Positronikleser Dienbacer. Der Anti ist Feuer und Flamme, sich mit diesem Gegner zu messen. Bughassidow und Jatin verlieren nach und nach die Kontrolle über Tatsanor.

Auch Dienbacer ist nicht entgangen, dass sich ein anderer Mutant auf Everblack aufhält. Ein Paradetektor soll von den Posbis gebaut werden, um den Mutanten aufzuspüren. Während einige Posbis von der KRUSENSTERN sich aufmachen, den Bau des Detektors zu sabotieren, infiltrieren die Terraner die OVASAPIAN VII. Mit seinen durch das Glasfrost II gesteigerten Fähigkeiten kann Peo Tatsanor einen Trupp an Bord bringen. In einem Hangar wird ein uraltes Cheborparner-Schiff entdeckt, mit dem der Eyleshion reist. Der Pilot ist ein verkrüppelter Cheborparner. Man kann die Datenbank mit den Daten zu der Posbiseuche herunterladen. Auch die Koordinaten der Heimatwelt des Fremden, eine Dunkelwelt namens Eyyo, kann gespeichert werden. Als der Pilot durch Tatsanors Angriff stirbt wird Alarm ausgelöst. Dienbacer erkennt den Anti und versucht über die Positronik die Eindringlinge abzuwehren. Der Anti reflektiert den Angriff und das Cheborparner-Schiff explodiert, wobei auch die OVASAPIAN VII schwer beschädigt wird.

Peo Tatsanor nimmt nun immer mehr von dem synthetisierten Glasfrost zu sich. Er ist längst wieder abhängig geworden. Während die Terraner zurück zur KRUSENSTERN gelangen, stellt sich der Anti dem Duell gegen Dienbacer. Zur gleichen Zeit jagen die Posbis von der KRUSENSTERN den Forschungskomplex in die Luft, wo der Paradetektor gebaut wird. Durch die Explosion verliert Tatsanor für einen kurzen Moment die Konzentration. Kampfroboter, die Dienbacer begleiten, töten den Anti.

Die KRUSENSTERN kann mit Alarmstart von Everblack fliehen. Auf der Posbi-Dunkelwelt Alpha-Sheredado werden die Daten zur Seuche an die Posbis übermittelt. Die Posbis riegeln Everblack mit einer Flotte ab und die KRUSENSTERN nimmt Kurs auf die Heimatwelt Eyyo des geheimnisvollen Konstrukteurs der Seuche.

 

Rezension:

Der Zyklus wird, abgesehen davon, dass er den Gegner über Gebühr stark in Szene setzt, auch noch aus einem anderen Grund in Erinnerung bleiben. Noch nie sind derart häufig fremde Raumschiffe infiltriert worden wie in den Heften ab 2700. Die Protagonisten der Gastautorin Susan Schwartz schleichen sich gleich in zwei fremde Schiffe. Während in der Vergangenheit Raumschiffe als uneinnehmbare Festungen geschildert wurden, gehört es mittlerweile zum Standardrepertoire jeder Schiffsbesatzung, sich in andere Schiffe zu schleichen. Möglicherweise haben die Exposés inzwischen neben dem Handlungsteil, dem Figurencharakterteil und dem Technikteil auch einen Abschnitt mit Standardoperationen terranischer Schiffsbesatzungen angehängt bekommen. Kapitel 1: Wie man in fremde Schiffe eindringt und Daten sammelt. Kapitel 2 ff: Noch nicht erschienen!

Die Geschichte konnte nicht wirklich überzeugen. Irgendwie schienen alle Ideen bereits niedergeschrieben, alle möglichen Handlungen bereits durchdacht, alle Figurenentwicklungen bereits durchlebt, als sich die Autorin an den Roman setzte. Ein Posbi begeht Selbstmord, ein Anti befindet sich im Drogenrausch, ein geheimnisvolles Fremdwesen erscheint, eine Ärztin versucht einen Fehler zu korrigieren. Durchaus interessante Ansätze. Aber in der Durchführung erreichten diese Themen nur Mittelmaß. Es fehlte an Würze. Einzig die Auseinandersetzung zwischen Jatin und Tatsanor, bevor der Anti sich mit Glasfrost vollpumpt, hat einen gewissen Schwung in die ansonsten uninspiriert dahinplätschernde Handlung gebracht. Auffallend ist, dass die Autorin den an und für sich historischen Ort Everblack kaum eine Erwähnung widmet. Man bekommt keine Beschreibung der Dunkelwelt und ihrer merkwürdigen Bewohner. Es mangelt auch an einer effektvollen sprachlichen Gestaltung. Die merkwürdigen Posbis der KRUSENSTERN hätten eigentlich noch für manchen humorigen Dialog herhalten können. Aber da war kaum was davon zu lesen. Historische Anspielungen aufgrund des Handlungsorts fehlten ebenso.

Was fällt sonst noch auf? Die Figur des Dienbacer, dem tefrodischen Positronikleser, hat zwischen seinem ersten Auftritt in 2770, dem Intermezzo auf Halut in 2781 und diesem Einsatz auf Everblack, eine Wandlung erfahren. Allgemein ist es zu begrüßen, wenn sich ein Protagonist entwickelt. Leider ist die geschilderte Änderung am Verhalten des Mutanten nicht auf Erfahrung oder Erlebnisse zurückzuführen, die die Autoren dieser Figur haben angedeihen lassen. Nein, die Figur wird schlicht falsch beschrieben. Sie passt nicht zu den anderen Schilderungen. Ein Fauxpas, der leider deshalb besonders deutlich in Erscheinung tritt, weil die Geschichte darum herum sehr seicht ist.

Am Ende macht sich die KRUSENSTERN auf dem Weg zu einem weiteren neuen Handlungsort. Auch wenn die Komplexität der Zyklushandlung zu begrüßen ist, läuft das Autorenteam momentan Gefahr, mit dieser sehr fragmentarischen Erzählweise die wesentlichen Elemente dieses Zyklus aus den Augen zu verlieren. Es finden zu wenige Anstrengungen seitens der Autoren statt, die Vielzahl an Orten, Zeiten und Figuren in einem stringenten Handlungsfluss zu integrieren. Stattdessen verlässt man sich zu sehr darauf, dass der Leser alles selbst rekonstruieren kann.