Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2779

Schattenspiel der Ewigkeit – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Die Lage auf Wanderer ist verworren. Reginald Bull und Toio Zindher suchen einen Weg zu Atlan. Ihnen auf den Fersen sind die Verfolger des Protokolls Defensive der Stadt Allerorten. Quick Silver hat sich von den anderen getrennt. Der Androide, der notgedrungen vom Apukamuy Ossoyr begleitet wird, will die Raumsphäre der Chaotarchen angreifen. Bull und Zindher können indessen die Yothoy abhängen und wieder auf Suzan Rhodan treffen, die sie weiter in die subklusiven Regionen der Scheibenwelt führt. Der Weg führt sie durch wundersame Orte, in denen sich der Zustand von ES auszudrücken scheint. Dazu gehört auch die Penrose-Kaverne, wo die Bewusstseine von ES herumirren und an Vitalenergie verlieren. Auch Suzan Rhodan würde hier umherwandern, wenn sie nicht den Auftrag hätte, Bull zu Atlan zu führen. Der Terraner erkennt, dass Suzan sterben wird.

Quick Silver ist es gelungen, in Geist vorzudringen und das Fahrzeug so schwer zu beschädigen, dass es abstürzt. Der Anführer der Yothoy, Toidha Zyonaro, verliert das Ziel immer mehr aus den Augen. Er will nach wie vor den Androiden und Reginald Bull habhaft werden aber seine Entscheidungen gefährden mehr und mehr die Mitglieder seines Trupps. Die begehren immer häufiger gegen den Anführer auf, was dessen Laune nicht verbessert. Und Quick Silver macht nun seinerseits Jagd auf die Yothoy.

Endlich treffen Reginald Bull und die Tefroderin auf Atlan, der am Ende einer kleinen Seitengasse als Heiler arbeitet. Die Begrüßung fällt reserviert aus. Atlan ist über die Geschehnisse in der Milchstraße nicht informiert und entsprechend wütend auf Homunk. Dem Arkoniden juckt es in den Fingern aber er sieht sich auch an Wanderer gebunden. Er ist unabkömmlich. Bull ist diese Haltung unverständlich, er beherrscht sich nur mühsam und Atlan erklärt ihm die Lage. Die Heilung der von der Trennung in Mitleidenschaft gezogenen Bewusstseine erfolgt über Erinnerungen, die in ES gespeichert sind. Über Atlan werden die ehemaligen Träger mit diesen Erinnerungen geimpft. Auch Suzan geht es sehr schlecht. Atlan demonstriert seinen Heilungsprozess, indem er eine Erinnerung Bulls an Suzan weitergibt. Bull erkennt nun das Dilemma, in dem die beiden Unsterblichen stecken. Wenn der Arkonide Wanderer verlässt, muss Suzan Rhodan sterben.

Suzan Rhodan, durch die Erinnerungen Bulls etwas gestärkt, zeigt den beiden Unsterblichen und Toio Zindher nun ihrerseits etwas aus den Erinnerungen von ES. Es sind wohl Ernst Ellerts Erinnerungen, an denen die Besucher der Scheibenwelt nun teilhaben können. In Ellerts Erinnerungen sehen sie den Teletemporarier, der sich in einem hochtechnisierten kleinen Schiff einem im Raum schwebenden künstlichen Habitat nähert, das aus den Teilen von mehreren Planeten errichtet zu sein scheint. Der Bote von ES wird in den Ländereien von Thez begrüßt. In einer der Sphären versammeln sich hunderte Wesen, allesamt Boten von Superintelligenzen. Einer der Vögte der Ländereien von Thez begrüßt die Anwesenden und bittet sie um Unterstützung. Es geht um die Verwirklichung einer Vision. Man will die legendäre Erste Superintelligenz finden. Um dieser Ersten Superintelligenz ansichtig zu werden, muss ein Ort außerhalb der Zeit geschaffen werden. Man müsste eine Atopie konstruieren.

Alle Boten werden um Stellungnahme gebeten. Ellert als der Bote von ES lehnt eine Teilnahme der SI an dem Vorhaben ab, wünscht den Beteiligten jedoch viel Erfolg. Auch andere Boten verweigern die Teilnahme. Ein Unternehmen, in dem zugleich Superintelligenzen kosmokratischer als auch chaotarchischer Ausrichtung kooperieren sollen, erscheint vielen undenkbar. Die Erinnerungen der Boten, die ablehnen, werden von den Ländereien von Thez gelöscht. Reginald Bull hat wohl so etwas wie die Geburtsstunde des Atopischen Tribunals erlebt. Als alle Beteiligten zurück in die Wirklichkeit gelangen, ist viel Zeit vergangen. Bull bleibt kaum noch Zeit. Die 62 Stunden ohne Zellaktivator sind beinahe vorüber. Suzan bringt ihn und die anderen zum Physiotron. ES gewährt ihm einen Aufschub, allerdings wird um das Physiotron gekämpft.

Der Kampf um das lebensspendende Gerät wird von Toidha Zyonaro und den Rest seiner Truppe gegen Quick Silver geführt. Bull und seine Begleiter kämpfen ebenfalls gegen die Jäger Allerortens. ES greift nun doch ein und Toidha Zyonaro wird aufgelöst. Bull erhält im letzten Augenblick seine Zelldusche. Auch Toio Zindher und dem verletzten Ossoyr wird die lebensverlängernde Zelldusche gewährt.

Als Bull nach seiner Zelldusche erwacht, hat Suzan Rhodan sich entschieden. Sie will, dass Atlan mit zu Perry Rhodan geht. Sie bittet Toio Zindher darum, ihren Vater zwei Nachrichten zu überbringen. Ihre Mutter, Mory Rhodan-Abro habe die Teilung nicht überlebt und die Mission der SOL sei gescheitert. Michael benötigt die Hilfe seines Vaters. Dann stirbt Suzan.

Alle kehren zurück an Bord der RYTRALL und fliegen nach Tann. Bull bekommt seinen Chip wieder eingesetzt und man betritt über die Brevizone die Stadt Allerorten. Die Anwesenheit des Ritters der Tiefe beeindruckt die Mächtigen der Stadt. Die Anklage gegen Bull wird fallengelassen und auch der Androide darf sich rehabilitieren. Zur Überraschung Bulls bittet Toio Zindher um Asyl. Auch dies wird ihr gewährt, wenn sie sich an der Seite Quick Silvers beweisen könne. Bull und Atlan kehren über die Sigulatwelt an Bord der wartenden EDMOND PONTONAC zurück. Es obliegt nun Bull, seinem Freund Perry Rhodan bei passender Gelegenheit über die Geschehnisse auf Wanderer zu berichten.

 

Rezension:

Atlan kehrt zurück und spielt keine Rolle. Und Bull erfährt über eine Erinnerung Ellerts von der Geburtsstunde des Atopischen Tribunals. So in etwa lautet das Resümee von Michael Marcus Thurners abschließenden Band dieser Trilogie. Der Arkonide, der am Ende von 2599 vorübergehend aufs Serienabstellgleis geschrieben wurde, hatte vom Autor letzte Woche noch einen Kurzauftritt zum Romanende verpasst bekommen.

Entsprechend hoch war die Erwartungshaltung, diese Woche einen deutlich präsenteren Atlan vorgesetzt zu bekommen. Doch der Österreicher setzt gänzlich andere Schwerpunkte. Ein Kernelement war das endgültige Ableben von Rhodans Tochter. Über die Praxis, Tote oder vermeintlich Tote in einem Roman zurückkehren zu lassen, nur um sie dann endgültig abzuservieren, hatte ich schon mehrmals ablehnend geschrieben. Allerdings muss man dem Autor zugutehalten, dass er diese Handlung und die damit verbundenen Emotionen ohne falsche Sentimentalität zu erzeugen, stilsicher transportieren konnte.

Den zweiten Schwerpunkt des Romans bilden die Auseinandersetzungen zwischen Quick Silver und Geist, die Kämpfe zwischen Quick Silver und den Yothoy, sowie die internen Auseinandersetzungen der Jäger aus Allerorten. Mehr als ein Drittel seiner Geschichte wendet der Autor für diese Passagen auf. Das war deutlich zu viel. Hier wären Kürzungen angebracht gewesen. Den gewonnenen Raum hätte man in das Dilemma Atlans stecken können und in die Entscheidung der Tefroderin, Bull den Rücken zu kehren. Am Ende muss der Autor den zu ausschweifenden Kampfhandlungen Tribut zollen. Entsprechend hastig wirken die Aktionen in Allerorten und die Trennung von Zindher.

Es ist dem Schreibstil des Österreichers zu verdanken, dass die Geschichte dennoch kurzweilig daherkam. Im Zyklusaufbau selbst scheinen Montillon und Vandemaan ebenfalls eine Vision ähnlich der Ländereien von Thez umsetzen zu wollen. Man will eine Zyklushandlung außerhalb der Zeit schaffen. Entsprechend langsam geht’s voran.

 

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