Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2770

Die Para-Paladine – von Christian Montillon – Handlung:

Nach längerer Abwesenheit kehrt Vetris-Molaud mit seinem Flaggschiff VOHRATA nach Tefor zurück. Im Schlepptau befindet sich auch ein Schiff der Sternbaronie Phan, das Niaben da Thoctar nach Tefor bringt, wo der Vertrag der Zugehörigkeit der Phanarkoniden zum Tamanium unterzeichnet werden soll. Die Landung verläuft nicht ohne Zwischenfälle. Ein Attentat überschattet die Ankunft des Maghan. Rebellen der Phanarkoniden sind dafür verantwortlich. Doch sie können die Unterzeichnung des Beitritts nicht verhindern.

Während das ganze Volk dem inszenierten Spektakel zujubelt, geht eine kleine Gruppe von Menschen auf einer Insel der subplanetaren Stadt Bylunet anderen Beschäftigungen nach. Die Tefroder sind Schüler der Mutantenschule von Apashem. Yaalon Tua ist schwacher Telekinet, es sei denn er hat einen tauben Tag, dann kann er seine Kräfte nicht einsetzen. Balgen Orgudd ist ein Kurzdistanz-Teleporter. Bis zu 9 Meter kann der Tefroder überwinden. Ejery Vyndor ist eine Hypno und Traumschlafinduktorin und Dienbacer ist Positronikleser, der die Befehle einer Positronik lesen und in die Steuerung eingreifen kann. Eine unbekannte Größe ist Assan-Assoul. Er kann die Fähigkeiten anderer Mutanten adaptieren, sie zu seinen machen. Wenn er dies tut, sind die anderen geschwächt. Aber die Leiterin der Mutantenschule, Shanu Starcuut, die in der Lage ist zu erkennen, ob andere Tefroder Parafähigkeiten haben, vermutet, das Assan-Assoul noch mehr kann. Auch der Maghan ist sehr an den neuen Mutanten interessiert. Er schickt Lan Meota zu einer Inspektion und die Schüler dürfen dem Schmerzteleporter ihre Fähigkeiten demonstrieren. Eine der Frauen des Tamaron, Amyon Kial hat für die Mutanten den Begriff Para-Paladine geprägt. Meota gefällt dieser Begriff sehr gut und er wendet ihn bei seinem Besuch der Schule an.

Auch anderenorts ist man an der Mutantenschule interessiert. Der Terraner Guy Granduciel ist ein Starkoch auf Tefor. Doch insgeheim gehört er zum TLD, ebenso wie sein Manager Ossos-B4, ein Barniter. Die beiden werden von Meires-Pharrem, einem Hotel-Manager enttarnt. Der gibt sich als Geheimdienstler Vrithams zu erkennen. Das Sternenreich ist noch unabhängig und möchte nicht in das Tamanium eingegliedert werden. Meires-Pharrem gibt den beiden TLD-Agenten alle Informationen zur Mutantenschule. Und so plant Granduciel seinen nächsten Auftritt in Bylunet.

Auf Tefor läuft auch seit einem Monat die Ordo-Konferenz zur Aufteilung der Galaxis in Domänen. Da die meisten Milchstraßenvölker die Konferenz boykottieren, sind kaum Ergebnisse erzielt worden. Nur wenige Vertreter kleiner Sternenreiche sind angereist, weil sie sich Vorteile durch die Domänenbildung erhoffen, wie beispielsweise die Asporcos, die Aufnahme beim Tamanium suchen, um nicht der Domäne der Arkoniden zugeschlagen zu werden. Der Tesquire Dhayqe, der die Konferenz leitet, überrascht Vetris-Molaud mit der Aussage, das demnächst die Umsiedlung der Onryonen in eine eigene Domäne beginnen soll. In Larhatoon und anderswo stehen Transporter bereit, um die Onryonen in die Alten Sternenlande, der Southside der Galaxis zu bringen.

Die beiden TLD-Agenten beschatten Yaalon Tua, der eine Wohnung in Bylunet hat. Bei einer Begegnung verhält sich der Mutant sehr seltsam. Die TLD-Agenten entdecken, dass ein Jaj die Identität von Tua angenommen hat. Sie geben der Gläsernen Insel einen anonymen Hinweis, in der Hoffnung, dass der Tipp ihnen später vielleicht mal einen Vorteil verschafft. In der Schule hat Shanu Starcuut den Jaj bereits durchschaut und der Gestaltwandler wird von den Para-Paladinen angegriffen. Gemeinsam können sie den Jaj überwinden. Die unbekannte Fähigkeit erlaubt es Assan-Assoul, in die Physiologie des Jaj einzugreifen und den Angreifer in seine Ursprungsgestalt zu zwingen.

Vetris-Molaud ist über die Aktion des Atopischen Tribunals nicht erfreut und lässt Dhayqe das auch deutlich wissen. Den Einsatz hat Richter Matan Addaru Jabarim befohlen. Der Jaj sollte die Schule angeblich gegen einen Angriff schützen. Der Maghan hat nun einen ersten Auftrag für die Para-Paladine. Er schickt Lan Meota und die Schüler ins Torbusystem, 1000 LJ von Arkon entfernt. In den Trümmern einer vor 50.000 Jahren zerstörten Welt soll eine weitere Meisterstatue von Zeno Kortin gefunden und geborgen werden. Es soll mehrere dieser Statuen geben. Der Tamaron benötigt sie alle, damit sie ihr Geheimnis freigeben.

Die beiden TLD-Agenten erstatten Attilar Leccore Bericht. Der Chef des TLD will die Mutanten und insbesondere Assan-Assoul im Auge behalten.

 

Rezension:

Bereits zum 11. Mal kommt ein Roman in diesem Zyklus aus dem Computer von Christian Montillon. Damit schreibt der Autor so viel wie kein anderer Team-Autor und ist zudem Exposé-Autor. Hinzu kommen weitere Arbeiten, wie z.B. für NEO und die drei ??? Kids. Zeichnen sich Romane von Vielschreiber Montillon deshalb häufig durch Wiederholungen aus, die den Roman strecken sollen und die besser in einem Glossar aufgehoben wären, als in der eigentlichen Geschichte, hält sich der Autor im aktuellen Roman erfreulicherweise zurück. Es gibt diese allseits bekannten Erläuterungen, sie fallen aber kurz aus.

Zum wiederholten Male widmet sich der Autor auch der Figur Vetris-Molaud. Die Gastautoren Kinkel mit Band 2757 und Haefs mit Band 2758 hatten eine beeindruckende Biographie dieser Figur abgeliefert. Schon der Folgeband 2759 von Montillon konnte zu dieser Figur keine neuen Akzente setzen. Und auch im aktuellen Roman sind die Kapitel, die der Autor dem neuen Bösewicht der Galaxis widmet, wenig erquickend. Das (unvermeidliche) Attentat wirkte beinahe schon wie eine Karikatur. Und auf den ersten 20 Seiten glorifiziert der Autor wenn schon nicht das Regime, dann doch seine Methoden. Das Schaulaufen, die Präsentationen, die massenmedialen Inszenierungen, das Buhlen um die Anerkennung des Diktators und anderes schien dem Autor wichtiger zu sein, als seine Geschichte voranzutreiben. Selbst in den Momenten, die der Autor der Figur Vetris-Molaud alleine widmet, weicht der Autor nicht von dieser Darstellung ab. Nur kurz wird mit dem Blick auf die Berichterstattung einer terranischen Reporterin auch die andere Seite reflektiert, dann zeigt der Autor seine Figur wieder als treusorgender Ehemann, so als könne diese Szene die Gräueltaten des Massenmörders abmildern. Montillons Darstellung der Figur konnte erneut nicht an die Beiträge der Gastautoren heranreichen. Und auch die subtilere Beschreibung Vetris-Molauds und seines Regimes durch Uwe Anton konnte mehr überzeugen.

Die Kapitel, die Christian Montillon den Para-Paladinen und den TLD-Agenten widmet, gerieten besser. Mit der Hereinahme des Jaj gelang dem Autor zudem eine gut gelungene Anknüpfung an den Psi-Hunger des Richters, der sich nun offensichtlich für die Mutanten der Tefroder zu interessieren beginnt. Das birgt Konfliktpotential unter den Verbündeten und macht den scheinbar unaufhaltsamen Durchmarsch der Tefroder für den Leser wieder etwas erträglicher.

 

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