Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2728

Die Gravo-Architekten – von Michelle Stern – Handlung:

In der Onryonenstadt Iacalla auf Luna sind Toufec und Shanda Sarmotte mit ihrem Vorhaben gescheitert, den Genifer Aytosh Woytrom zu entführen. Auf ihrer Flucht aus Iacalla werden sie schließlich von Quinta Weienater aufgelesen und erfahren von der Aktivierung des Gravo-Irritators und der Bedrohung durch die vier Neutronensterne.

Unterdessen starten die Onryonen ein Kleinraumschiff, das den Repulsorwall durchdringen und außerhalb einen Hilferuf absetzen und Messungen vornehmen soll. Die Onryonin Menthennar Zariy ist die Einsatzleiterin des Unternehmens. Ein Genifer überwacht die Schiffssysteme. Doch auch er kann nicht verhindern, dass das Raumschiff unmittelbar nach Passieren der Strukturschleusen durch den Repulsorwall von den verheerenden Kräften die außerhalb toben, zerrissen wird. Mehr noch, Energien aus diesem Desasterfeld schlagen zurück und gefährden Luna. Die Onryonen haben Mühe, die Öffnungen im Repulsorwall zu schließen.

Der Widerstand hat das System der vier Neutronensterne mittlerweile Dhalaam-System getauft. Über den Aufruf des Mondbefehlshabers der Onryonen, Ryotar Fheyrbasd Hannacoy, ist der Widerstand uneins. Raphal Shilo, einer der Leinwächters Pri Sipieras ist gegen einen Kontakt. Doch die Anführerin entscheidet anders. Im Flip, dem Sitz des lunaren Parlaments treffen sich die Führung des Widerstands und die Spitzen der Onryonen. Trotz gegenseitigen Misstrauens und Vorwürfen sind beide Seiten darin einig, gemeinsam die Bedrohung meistern zu wollen. Auch der Toloceste Mit dem Gammablitz nimmt an dem Treffen teil. Der Wissenschaftler Fionn Kemeny kann seine Stärken ausspielen, denn er versteht den Tolocesten wie kein anderer.

In der Werft der Beer & Mädler-Universität soll eine gemeinsam konstruierte und besonders geschützte Sonde gebaut werden, mit der man versuchen will, mit den Erbauern des künstlichen Systems, den Gravo-Architekten, in Kontakt zu kommen. Raphal Shilo, dem diese Aktivitäten gar nicht gefallen, trifft sich mit Mathieu Cort, einem spleenigen Kokointerpretor, der hinter allem eine Verschwörung vermutet. Die beiden Männer mutmaßen, dass die Onryonen an Toufecs Nanogenten herankommen wollen. Sie beschließen daher, in einem günstigen Moment Toufec zu entführen.

Der Versuch mit der Sonde scheitert. Immerhin konnten einige Messdaten übermittelt werden. Das System ist etwa 20 Millionen Jahre alt. Es gibt Steuerimpulse, die das System im Gleichgewicht halten und das Desasterfeld durchdringen können. Die Steuerzentrale, wahrscheinlich nicht größer als ein Daumennagel, sitzt auf Dhalaam-Delta. Mit dem Gammablitz hält die Steuerzentrale für die Drittmacht, die den Zug Lunas beeinflusst hat, als der Gravo-Irritator vom Widerstand eingeschaltet wurde. Da Hypersignale die Steuerzentrale nicht erreichen können, schlägt Shanda vor, hinzufliegen, was selbst Kemeny für töricht hält. Doch Mit dem Gammablitz hält das für möglich. Das Raumschiff müsste kleiner als ein Virus sein, nicht größer als zehn Nanometer.

Das Projekt Gravo-Taucher wird verwirklicht. Die Baumasse kommt von tt-Progenitoren und die Sonde enthält Nanogenten, mit einer Mentalkopie von Toufec. Über diese Mentalkopie soll Shanda Kontakt zu den Gravo-Architekten aufnehmen. Schließlich wird die nur wenige Pikometer große Sonde gestartet und fliegt Dhalaam-Delta an und kann sowohl dem Desasterfeld als auch der milliardenfach höheren Schwerkraft trotzen. Über die mental-indizierten tt-Progenitoren empfängt Shanda Signale, die über eine Schnittstelle von NATHAN in Bilder übersetzt werden. Die Szenerie raubt den Beteiligten den Atem, während die Sonde über die Oberfläche des Neutronensterns fliegt. Die Sonde entdeckt einen Schacht, kaum breiter als sie selbst und dringt in die Gravo-Bastion ein.

Schließlich entdeckt die Sonde Strukturen, die Kemeny als Hyperwürfel bezeichnet. Im Inneren der Würfel scheint es künstliche Wesen zu geben, die wie das griechische Chi geformt sind. Eines der Chi-Wesen bezeichnet sich als Kustos, ein Wächter. Das künstliche Geschöpf ist nicht bereit zu helfen. Seine Erbauer leben in den Alten Sternenlanden, die Southside der Milchstraße, in der auch das Dhalaam-System liegt. Alles andere ist das Imperium der Empörer. An diesem Punkt der Kommunikation startet Raphal Shilo seinen Sabotageakt. Lunarer und Onryonen können gemeinsam den Attentäter überwinden, allerdings wird Shanda schwer verletzt.

Die Zeit wird knapp. Luna nähert sich immer mehr dem Neutronenstern. Schließlich kann Shanda wieder in Kontakt zum Kustos kommen. Der Kustos hat ihr Leid und ihren Schmerz mitbekommen. Er hat erkannt, dass das Imperium der Empörer nicht mehr existiert und hat bei seinen Gebietern eine Lizenz für eine befristete Gravomodifikation erwirkt. Luna wird in eine stabile Umlaufbahn des Dhalaam-Systems gebracht. Es ist allerdings wahrscheinlich, dass Luna viel Zeit im hyperphysikalischen Chaos verloren hat. Die Schätzungen gehen von wenigen Wochen bis zu zehn Jahren.

Mit dem Erfolg wird die Zweckgemeinschaft von Widerstand und Onryonen aufgelöst. Als sich der Widerstand wieder bei YLA trifft, gibt das Positronische Phantom eine merkwürdige Auskunft. Es scheint so, als wäre NATHAN, möglicherweise zusammen mit YLA die Drittmacht, die den Mond ins Dhalaam-System gebracht hat. Der Repulsorwall ist durch die Ereignisse undurchlässig auch für die Onryonen geworden, die nun ebenfalls Gefangene auf Luna sind. Diese Zeit müsse man nutzen, teilt YLA mit. Toufec hat noch andere Probleme. Pazuzu meldet sich nicht mehr und Shanda nimmt bei dem Nanogenten eigene Gedanken wahr.

 

Rezension:

Mondbasis Alpha 1 trifft auf Das Drachenei war so mein erster Gedanke bei dem Doppelroman von Michelle Stern. Wer das nicht ganz versteht, ersteres ist eine britische SF-Fernsehserie aus den 70er Jahren, die zum Inhalt hat, dass der Mond aus der Umlaufbahn um die Erde gerissen wird und durchs Weltall vagabundiert. Und Das Drachenei ist ein SF-Roman von Robert L. Forward, der darin über Leben auf einem Neutronenstern schreibt.

Möglicherweise wird Terra längere Zeit auf Luna verzichten müssen. Der Erdtrabant scheint sich zu einer medusischen Welt entwickelt zu haben und zieht seine eigene Bahn. Die ersten Annäherungen zwischen Onryonen und Menschen zeigen zudem, dass beide Seiten sich nicht gänzlich unversöhnlich gegenüberstehen. Diese Inhalte, nämlich die Zusammenarbeit und das Überbrücken von Differenzen hat die Autorin wirklich gut in Szene gesetzt. Waren bislang nur die auf Luna geborenen Onryonen als gemäßigt beschrieben worden, rückt die Autorin nun auch die Militärs in ein etwas anderes Licht, wie das Beispiel Khelay zeigt.

Letzte Woche schrieb ich dass der zweite Teil möglicherweise eindrucksvoller daherkommt. Zu Beginn des Romans hält sich die Autorin noch zurück. Der Roman war zunächst auf dem gleichen Level wie der erste Teil. Zwar spannend aber er riss nicht mit. Die Sprache empfand ich zunächst als kühl, beobachtend und distanziert während die Protagonisten der Autorin ihre ersten Versuche unternahmen, die Bedrohung abzuwenden. Erst mit dem Projekt Gravo-Taucher wurde der Roman auch packend. Das Geschehen konnte von da an fesseln und hatte nur einen Nachteil. Es war viel zu schnell zu Ende. Der Platz im Doppelband wäre durchaus da gewesen, das Geschehen auf dem Neutronenstern noch einige Seiten auszuweiten. Der Begriff „Imperium der Empörer“ hat einen Lachanfall bei mir ausgelöst. Könnte es sein, dass Michelle Stern damit eine Anspielung auf uns Leser macht? Falls ja, der Ulk ist gelungen!

 

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