Articles for the Month of Oktober 2013

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2723

Nur 62 Stunden – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Der Tefroder Satafar ist zufrieden. Er hat den Tod seines Freundes Trelast-Pevor gerächt und Ronald Tekener getötet. In Terrania wird der Regierung eine Robotdrohne unbekannter Bauart überstellt. Im Inneren des Geräts befinden sich ein Zellaktivatorchip sowie winzige Körperrückstände, von denen eine DNA-Analyse ergibt, dass sie zu Bostich gehören. Außerdem enthält die Drohne eine Botschaft. Der Chip wurde Bostich um 19:00 Uhr Istanbuler Zeit entnommen. Der Imperator wird in 62 Stunden sterben, wenn sich Perry Rhodan nicht innerhalb dieser Frist dem Atopischen Tribunal stellen sollte. Cai Cheung sichert dem Terraner jegliche Unterstützung zu.

Perry Rhodan sucht Gucky auf und überbringt dem Mausbiber die Nachricht vom Tod Tekeners. Der Ilt begibt sich an der Seite des TLD-Agenten Justinian Bergotte nach Istanbul, um die dortigen Einsatzkräfte bei der Suche nach den Tefrodern zu unterstützen. Währenddessen trifft sich Rhodan in seinem Haus in Terrania mit Attilar Leccore und lässt sich über die Geschehnisse in Istanbul, soweit sie bislang geklärt werden konnten, informieren. Rhodan erwägt, sich dem Atopischen Tribunal zu stellen, um die Strukturen dieser Organisation besser zu erforschen. Am Ende des Gesprächs überrascht Rhodan seinen Gast mit einer unangenehmen Frage. Er fordert Leccore auf, seine wahre Identität preiszugeben. Es stellt sich heraus, dass Attilar Leccore der Nachfahre eines mittlerweile verstorbenen Koda Aratiers ist, der sich von TRAITOR getrennt hatte. Attilar Leccore hat keineswegs den echten Leccore beseitigt, denn den gab es nie. Leccore ist mit dieser Rolle aufgewachsen. Rhodans Mutmaßung, das Atopische Tribunal könnte eine Nachhut TRAITORS sein, kann Leccore nicht bestätigen. Rhodan vertraut dem TLD-Chef.

In Altin Magara treffen Gucky und sein Begleiter auf ein Chaos. Örtliche Behörden, die USO, TLD und die Arkoniden behindern sich gegenseitig bei den Ermittlungen. Gucky kann, obwohl geschwächt, für mehr Ordnung sorgen. Die Erkenntnisse der Ermittler zu den Vorgängen, die zum Tode Tekeners und zur Entführung Bostichs führten, sind minimal. Aufzeichnungen sind durch Störstrahler unbrauchbar und offensichtlich ist es dem Teleporter gelungen, durch einen HÜ-Schirm zu springen. Der Ilt lässt sich von seinem SERUN über Istanbul treiben und espert mit seinen neuen Fähigkeiten. Tatsächlich kann er eine Person aufspüren, die in Albträumen Eindrücke verarbeitet, die mit der Tat in Altin Magara zusammenhängen. Um den Entführer zu wecken, wird ein Raumschiff im Tiefflug über Istanbul geschickt. Der Plan gelingt und Gucky kann den Standort der Tefroder ermitteln.

Nach einer kurzen Lagebesprechung greifen die Einsatzkräfte unter der Leitung von Bergotte zu. Lan Meota kann mit Satafar teleportieren aber Toio Zindher muss zurückbleiben. Die Tefroderin wehrt sich mit allen Mitteln gegen die Agenten des TLD. Als sie die Aussichtlosigkeit ihres Handelns erkennt und ihren Schutzschirm deaktiviert und sich erschießen lassen will, kommt Gucky zu spät. Bergotte verletzt Zindher lebensgefährlich. Die Tefroderin kann nicht vernommen werden.

In Terrania hat Attilar Leccore von Rhodan einen besonderen Auftrag erhalten. Der Unsterbliche möchte, dass der TLD eine Möglichkeit erarbeitet, den Terraner aufzuspüren, wenn er sich dem Atopischen Tribunal stellt und die Erde verlassen sollte. Sichu Dorksteiger und der TLD-Chef verwerfen verschiedene Möglichkeiten. Schließlich entscheiden sie sich dafür, den Zellaktivatorchip Bostichs zu präparieren. Der Chip erhält eine Beschichtung aus Nanopartikeln, die bei bestimmten Situationen einen gerafften Hyperimpuls aussenden.

In Istanbul läuft die Frist für Bostich langsam aber sicher ab. Inzwischen ist die Rekonstruktion einer Aufzeichnung gelungen, die Tekeners Tod zeigen. Gucky erkennt einen Jungen, der den Smiler tötet und hält ihn für einen Kindersoldaten oder Androiden. Der Ilt sucht weiter nach den beiden Tefrodern und kann sie schließlich aufspüren. Der Zugriff der Agenten scheitert jedoch und Gucky wird von Satafar verletzt, bevor die beiden Tefroder erneut entkommen.

In Terrania wendet sich Rhodan an die Medien. Er fordert die Entführer auf, Bostich freizugeben. Er wird sich im Gegenzug dem Tribunal stellen. Am Rande des Sonnensystems erscheint die 232-COLPCOR, ein 1500m-Raumer des Richters Matan Addaru Dannoer. Nach Absprache mit Rhodan gewährt Cai Cheung dem Schiff die Landung in Terrania. Dannoer, dessen Schiff sich hinter einem Verzerrungsfeld verbirgt, trifft sich kurz mit Rhodan. Es ist die gleiche Gestalt, die Rhodan als Statue an Bord von Vlyoths Schiff gesehen hat. Der Richter hält einen Stock in der Hand, der sich hin und wieder bewegt und von Dannoer als Glivtor bezeichnet wird. Der Richter teilt Rhodan mit, dass der Prozess auf der Erde geführt wird.

Die Entführer geben Bostich frei, der in einer Notoperation seinen Chip zurückerhält. Während die Tefroder freien Abzug erhalten und wahrscheinlich einen Zellaktivator für den Hohen Tamrat von den Onryonen bekommen, informiert Perry den Imperator über die Geschehnisse.

 

Rezension:

Zum ersten Teil des Doppelbandes vermerkte ich letzte Woche, dass man den Dingen noch die Gelegenheit geben sollte, sich zu entwickeln. Ein Schwachpunkt des ersten Teils war, dass es dem Autor Michael Marcus Thurner nicht gelungen ist, die Stärken und Schwächen der einzelnen Parteien glaubhaft darzustellen. Allerdings boten die Ausführungen des ersten Teils Spielraum für diverse Entwicklungen. Indem der Autor viele Handlungen scheinbar in einer Sackgasse enden ließ, blieb genügend Spielraum, um den zweiten Teil des Doppelbandes in verschiedene Richtungen entwickeln zu lassen. Soweit die Theorie. In der Praxis hat sich Thurners Story im zweiten Teil leider weniger komplex als erhofft entwickelt und die zahlreichen Hinweise, die der Autor im ersten Teil hat einfließen lassen, werden entweder nicht weiter verfolgt oder sie dienten schlicht der Irreführung oder Ablenkung. Die Ablenkung erreicht diese Woche ihren Höhepunkt, als Thurner eine Idee Uwe Antons aus dem Neuroversumzyklus zur Figur Leccore einfließen lässt.

Nach wie vor ist die Darstellung der einzelnen Gruppierungen, die vier Eroberer auf der einen, die geballte Macht Terras mit hochgezüchteten Einsatzkräften auf der anderen Seite, Dreh- und Angelpunkt in Thurners Roman. Der Tod Tekeners ist dagegen ein längst überfälliger Schritt. Die Figur hat sich in den vergangenen 2000 Heften nicht entwickelt. Der Begriff eindimensional für Tekener ist immer noch eine Dimension zu viel. Dennoch hätte man der Figur einen besseren, überzeugenderen Abgang gewünscht. Im ersten Teil des Doppelbandes hat der Autor die Abläufe wenig durchdacht inszeniert. Insbesondere hätte der Autor das Überraschungsmoment der vier Eroberer im Dampfbad besser nutzen müssen. Die Tefroder hätten dort bereits einen Teilerfolg ihrer Mission erzielen müssen. Stattdessen gelingt ihnen ein noch größerer und damit unglaubhafter Coup auf nunmehr vorbereitete Agenten.

Leider setzt sich diese schlechte Inszenierung auch im zweiten Teil fort. Thurners Figuren, allen voran Gucky und der Arkonide Caraner aber auch Leccore unterliegen ständigen Fehleinschätzungen der Lage, wobei der Autor gar kein Interesse daran hat, seine Figuren planvoll einzusetzen. Gewonnene Informationen werden falsch interpretiert und im nächsten Kapitel eh wieder vergessen. Der Autor zeigt null Bereitschaft, seine Figuren einen Erkenntnisgewinn in planvolle Aktionen umsetzen zu lassen. Die Geschichte wird sehr ungelenk vorangetrieben. Der Autor schildert emsig ermittelnde Personen, erwähnt Hightech Instrumente und präsentiert doch kaum Ergebnisse. Wenn es doch zu minimalen Fortschritten kommt, dann werden keine Expertenanalysen bemüht sondern lediglich Mutmaßungen der einzelnen Protagonisten, insbesondere von Gucky abgerufen. Wie auch schon letzte Woche stehen Stärken und Schwächen der Parteien im krassen Widerspruch zu den Handlungsfolgen und -ergebnissen.

Noch ein paar Gedanken zum großen Zyklusthema, zu dem ja ein Fortschritt am Romanende vermeldet werden kann. Man spürt ganz klar, dass die Macher der Serie mit diesem Zyklus sich von bestimmten wiederkehrenden Elementen lösen wollen. Der Verzicht auf Viererblöcke hat der Serie unglaublich gut getan. Der Countdown, in 4 – 3 – 2 – 1 Heften kommt der Wechsel und 1 und 4 sind gut und 2 und 3 eher schwach gehört der Vergangenheit an. Andere Elemente werden hingegen noch zurückhaltend angegangen. Die Hauptpersonen (mehrheitlich die Aktivatorträger) waren in den vergangenen Zyklen stets die Getriebenen. Mit Start des Zyklus um das Atopische Tribunal schien dieses Muster ein Stück weit durchbrochen. Zwar wurde und wird das übliche Bedrohungsszenario gefahren aber zumindest die Figur Perry Rhodan hatte in einigen Heften ein entschlosseneres Auftreten als in vergangenen Zyklen. Anderen Figuren war das leider immer noch nicht vergönnt. Und auch Rhodans aktive Rolle war zuletzt wieder etwas eingeschlafen.

Vielleicht stellt Michael Marcus Thurners letzter Satz, das Atopische Tribunal würde Rhodan und Bostich jetzt mal richtig kennenlernen, ein Ende der geübten Zurückhaltung dar. Zu hoffen wäre es.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2722

Altin Magara – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Die vier Eroberer sind im Auftrag von Vetris-Molaud auf Terra gelandet. Rücksichtlos verschaffen sich die Tefroder alle Informationen zur Identität und zum Aufenthaltsort ihrer Zielpersonen. Sie machen Jagd auf Zellaktivatorträger. Die Überstellung eines Fraktors an die Onryonen würde dem Hohen Tamrat den ausgelobten Zellaktivator sichern.

Im Büro der Solaren Premier treffen sich Ronald Tekener, Gaumarol da Bostich und Perry Rhodan und besprechen das weitere Vorgehen. Tekener will Bostich in einem Sicheren Haus der USO unterbringen. Der Imperator stimmt überraschend schnell dem zur Auswahl stehenden Versteck in Istanbul zu. Tekener sucht vor dem Abflug noch Gucky auf und Rhodan geht eigenen unbekannten Aktivitäten nach, nachdem er sich mit einer überraschend intimen Geste von Tekener verabschiedet hat.

Im zur Jahreszeit sehr heißen Istanbul werden Tekener und Bostich von den ortsansässigen Agenten der USO im Sicheren Haus, das als Reptiliengeschäft getarnt ist, untergebracht. Bostich, dem das Stillhalten missfällt, beginnt sogleich damit Kontakt zu den ebenfalls in Istanbul operierenden Agenten der Arkoniden aufzunehmen. Sehr zum Missfallen Tekeners besucht ein Mitglied des arkonidischen Geheimdienstes Tu-Ra-Cel, der Arkonide Caraner, den Imperator. Der Celista bekommt von Bostich den Auftrag, die auf der Erde lebenden Arkoniden auf eine Rückeroberung Arkons einzuschwören.

Das tefrodische Mutantenkorps hat trotz aller Sicherheitsmaßnahmen die Spur der beiden Zellaktivatorträger nach Istanbul verfolgen können. Der Aufenthaltsort der beiden Unsterblichen wird durch die Vitaltelepathin Toio Zindher schnell eingegrenzt. Die Sicherheitsmaßnahmen des Verstecks stellen jedoch auch für das Technik-Genie Trelast-Pevor ein kaum zu überwindendes Hindernis dar. Den Tefrodern kommt die Sorglosigkeit Bostichs entgegen. Gegen den Widerstand Tekeners will Bostich an einer Versammlung von Arkoniden teilnehmen. Die beiden Unsterblichen tragen ihren Streit mit zwei Spielen Garrabo und Schach aus. Gewinnt Tekener eine Partie oder erreicht ein Patt, will Bostich im Versteck bleiben. Der Imperator gewinnt beide Partien.

Bostich verlässt das Versteck der USO, begleitet nur von einigen Agenten des Tu-Ra-Cel. Allerdings folgt der Smiler den Arkoniden heimlich. In einem türkischen Dampfbad schlagen die Attentäter zu. Tekener hat für kurze Zeit Bostich und seine Begleiter aus den Augen verloren. Er kommt noch rechtzeitig und greift in den Kampf ein. Dabei tötet Tekener Trelast-Pevor. Den anderen Tefrodern gelingt die Flucht, wobei der Smiler erstmals erkennt, dass es sich bei den Attentätern um Mutanten handelt, denn einer von Ihnen ist Teleporter. Attilar Leccore wird von Tekener instruiert und verspricht Unterstützung bei der Suche nach den Tefrodern.

Bostich und Tekener wechseln das Versteck. Die Zelle der Tu-Ra-Cel liegt im Herzen der Goldenen Kavernen, einem über tausend Jahre alten Stadtteil. Doch auch die tefrodischen Mutanten haben das neue Quartier der Unsterblichen in Altin Magara ausgemacht. Satafar gelingt es in der Maske eines Kindes Tekener aus dem Haus zu locken. Zur gleichen Zeit setzen die Tefroder das ganze technische Equipment ihres getöteten Kollegen gegen die Unterkunft der Arkoniden ein. Toio Zindher wird von Lan Meota durch den Schutzschirm teleportiert. Die Mutantin greift Bostich an. Vor dem Haus treffen Satafar und Tekener aufeinander. Tekener will das vermeintliche Kind schützen und wird von den riesigen Kräften Satafars überrumpelt. Ehe sich der Unsterbliche versieht, fügt ihm Satafar schreckliche Wunden bei.

In Terrania kann Perry Rhodan kaum glauben, was die Trividstationen weltweit übertragen. Aus Istanbul steigt die Projektion einer Spiralgalaxis in den Himmel und verkündet den Tod eines Zellaktivatorträgers. Bostich oder Tekener? Wen hat es getroffen?

 

Rezension:

Michael Marcus Thurner gelingt eine abwechslungsreiche und zuweilen auch spannende Geschichte. Die dramatischen Szenen konzentrieren sich allerdings auf die letzten 3 Seiten des Romans. Thurner schließt mit einem doppelten Cliffhanger seine Geschichte, die in der nächsten Woche ihre Fortsetzung findet.

Bis zum dramatischen Höhepunkt bietet Thurners Roman gute Unterhaltung. Der Autor punktet mit flottem Erzählstil und schönen Beschreibungen. In einigen Abschnitten hat Michael Marcus Thurner das Lokalkolorit Istanbuls gut eingefangen, beispielsweise in der Szene, als sich Bostich und Tekener auf der Terrasse des Reptilienhauses aufhalten oder in dem Hamam. Auch Altin Magara wird anschaulich beschrieben ohne dass sich der Autor zu sehr im Detail verliert, denn vordergründig galt es noch immer eine Agentengeschichte zu schreiben. Die Geschichte hat der Autor zu jeder Zeit im Griff, wenngleich er es nicht schafft, die Stärken und Schwächen der einzelnen Parteien plausibel herauszustellen.

Der Verlauf der Geschichte überrascht daher etwas, ohne allerdings ein Verdienst des Autors zu sein. Im Vollbesitz ihrer geistigen und technischen Fähigkeiten können die vier Eroberer Bostich bei schwachem Eigenschutz außerhalb seines gewählten Domizils nicht gefangen nehmen. Mehr noch, durch den gescheiterten Angriff auf seine millionenäugige, allessehende, alleswissende Erhabenheit geben die Angreifer ihren wichtigsten Vorteil auf. Sie offenbaren ihre Parafähigkeiten. Es verwundert daher, dass Tu-Ra-Cel, TLD und USO zusammen am Ende sich derart auf eigenen Terrain überrumpeln lassen. Nun ja, es ist der erste Teil eines Doppelbandes und wie schon Severus Snape anmerkte, wir sollten den Dingen die Gelegenheit geben, sich zu entwickeln. Vielleicht kann uns der Österreicher im zweiten Teil nächste Woche doch noch richtig überraschen.

Der Background, dafür kann der Autor allerdings nun wirklich nichts, störte allerdings etwas die Geschichte. Der mächtigste Mann der Galaxis versteckt sich auf Terra in Istanbul. Am Anfang des Romans stellen Tekener, Bostich und Rhodan fest, dass sich das Atopische Tribunal im Verborgenen perfekt vorbereitet hat und sich auch von Rückschlägen nicht beirren lässt. Seltsam, wenn dann Tekener und Bostich nur wenig später in Deckung gehen, um abzuwarten, dass sich die Lage beruhigt. Von einer Beruhigung der Lage können die beiden Figuren unmöglich ausgehen. Die Einschwörung einiger auf Terra lebender Arkoniden zur Rückeroberung des Arkonsystems ist ja ganz nett und dient in der Geschichte dazu, Bostich aus dem Haus zu locken. Ernsthaft können diese Aktivitäten vom Expo-Team nicht gemeint sein.

Über einige weitere Schwächen kann man hinwegsehen. Beispielsweise kann das Technikgenie der Tefroder die Barrieren des Sicheren Hauses der USO nicht überwinden, dennoch bekommt er aus dem Haus die Information, dass Bostich einen Spaziergang plant.

Insgesamt kann man zufrieden sein. Der dritte Roman in Folge, der gute Unterhaltung bot, dabei allerdings so geschrieben wurde, dass erst im Roman der nächsten Woche die Dramatik ihren Höhepunkt erreicht. Wir werden erfahren, ob all die technischen Gimmicks, die Thurner im Roman erwähnte und drei Geheimdienste mit Kenntnis dreier Mutanten sich tatsächlich haben überrumpeln lassen. Und wir werden erfahren, ob Bulls Trick aus dem Neuroversum-Zyklus mit seinem vorgetäuschten Ableben eine Neuauflage erfährt.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2721

Der Paradieb – von Leo Lukas – Handlung:

Die Mitglieder des tefrodischen Mutantenkorps haben an Bord eines Frachttransporters versteckt eine Strukturschleuse im Kristallschirm um das Solsystem passiert. Auf Cosmoledo-Orbital, einer Luxus-Residenz im Orbit Terras, nehmen die vier Eroberer den Platz von vier Tefrodern ein, die dort seit Jahren als Schläfer genau für diesen Fall in Bereitschaft standen. Die Vitaltelepathin Toio Zindher setzt ihre Fähigkeiten ein, um Zellaktivatorträger aufzuspüren. Bald wird sie fündig. Über GALILEO erreicht ein Zellaktivatorträger das Solsystem, mutmaßlich Perry Rhodan. Die vier Eroberer checken in einem Luxushotel in Terrania ein, zünden dort eine Bombe und verwischen so ihre Spuren. Sie gehen in den Untergrund und beginnen damit zwielichtige Personen für ihre Zwecke einzuspannen. In Terrania kann allerdings die Vitalenergie der Aktivatorträger in der Masse untergehen. Dennoch spürt Toio Zindher einen weiteren Aktivatorträger, dessen Signatur allerdings seltsam verschleiert ist.

Währenddessen setzt Severin Fock seine besonderen Fähigkeiten bei sportlichen Wettkämpfen mit dem Gravosurfbrett ein. Der junge Mann ist von Geburt an blind und orientiert sich an Gedanken und Erinnerungen der Menschen seiner Umgebung. Am Ende eines Wettkampfes, den er bestreitet, haben sich aber zu viele Zuschauer entfernt. Dem Seher-Mutanten fehlt es dadurch an Input und er verletzt sich. Sein Betreuer David Kupferblum bringt ihn in die Startac-Klinik und anschließend geht Fock zurück ins TIPI. Das Terranische Institut für Paranormale Individuen ist ein Internat unter der Leitung von Orest Athapilly. Zu den Schützlingen des Professors für Parawissenschaften gehören auch die psi-begabten Geschwister Muaz und Shadin Riocourt. Muaz ist schwacher Telekinet, während seine Schwester als Euphorikerin bezeichnet wird, weil sie das Talent besitzt, gute Laune zu verbreiten, selbst in den unpassendsten Situationen. Diese Fähigkeit setzt sie vor allem zur Stabilisierung ihres Bruders ein, der seit dem Verschwinden Lunas unter Wahrnehmungsstörungen leidet und ständig in eine Albtraumwelt abzudriften droht.

Andessou Bouring von der Startac-Klinik, zu dessen Patienten auch Gucky zählt, vereinbart mit Orest Athapilly einen neuen Versuch, um den Ilt aus dem Koma zu holen. Seit dem Verschwinden Lunas zeigt Gucky diverse Reaktionen, ohne jedoch aus dem Koma zu erwachen. Severin Fock soll versuchen, in die Gedanken des Ilts einzudringen. Beim ersten Versuch ertastet Severin noch keine konkreten Bilder oder Gedanken, dennoch hat er den Eindruck, bei Gucky etwas bewirken zu können. Severin, der verpflichtet wurde, Stillschweigen zur Situation Guckys zu bewahren, macht am nächsten Tag einen weiteren Versuch. Shadin Riocourt kann mit ihrer Gabe Severin das Geheimnis um Gucky entlocken. Mittlerweile ist der 01. September 1514 angebrochen. Um 18:32 Uhr, als sich Severin Fock erneut bei Gucky aufhält, erwacht der Ilt aus dem Koma. Gucky kann sich erstaunlich schnell orientieren. Sein Langzeitgedächtnis hat nicht gelitten. Fragen nach Reginald Bull und Perry Rhodan weicht Andessou Bouring jedoch aus. Dann ereilt Gucky jedoch ein Schock. Seine Parafähigkeiten sind allesamt weg. Severin Fock will mit Gucky einen Parablock bilden, um ihm zu helfen. Als sie sich berühren, kommt es zu einer Tragödie. Der junge Seher stirbt und Gucky besitzt dessen schwache Telepathie-Fähigkeit.

Der Ilt ist außer sich und kommt mit der Lage, einen Menschen getötet zu haben, nicht zurecht. In diese Situation platzen die Riocourt-Geschwister und werden von Andessou Bouring aus dem Labor geworfen. Gucky nutzt diesen Augenblick und flieht. Auf seiner Flucht kommt es jedoch zu einer verhängnisvollen Begegnung mit den Riocourt-Geschwistern. Der Ilt dringt mit seinen schwachen Telepathiefähigkeiten in die Albtraumgedanken von Muaz ein. Beide verlieren die Kontrolle und berühren sich. Gucky entzieht Muaz sämtliche Vitalenergie und übernimmt auch dessen telekinetischen Kräfte. Shadin Riocourt muss das entsetzliche Geschehen hilflos verfolgen. Später gelingt es ihr jedoch Gucky mit positiven Emotionen zu überschwemmen. Sie berührt Gucky und diesem gelingt es, seinen Absorptionsdrang zumindest in diesem Moment zu unterdrücken.

Die vier Eroberer haben ihr Netz gesponnen, um den Aktivatorträger Rhodan zu fangen. Am 03. September treffen zwei weitere Aktivatorträger auf der Erde ein. Mutmaßlich Bostich und Tekener. Rhodan trifft sich mit Gucky. Er benötigt dessen Hilfe und das, was von dem Ilt übrig ist, ist Rhodan immer noch mehr als genug.

 

Rezension:

Der Menschheit feindlich gesinnte Mutanten, demgegenüber eine Mutantenschule mit jungen Talenten und mit einem freundlichen glatzköpfigen Leiter alias Professor X, Gucky alias Deadpool, David Kupferblum alias David Copperfield und noch einiges mehr. Der Autor Leo Lukas fährt einiges Geschütz auf, um seine Geschichte zu füllen. Manches gelang ihm gut, manches war karikiert, manches geriet zu künstlich und wiederum manches misslang.

Aber von Anfang an. Der Einstieg mit Familie Rossi, die ihr Glück suchte und zumindest 8 Jahre gefunden hatte, ist Leo Lukas gut gelungen. Der Autor zeichnet die Situation beim Austausch der Schläfer gegen die vier Eroberer mit einem schelmischen Unterton. Leo Lukas verzichtet auf längere Erklärungen und Einführungen der nunmehr hinreichend bekannten Charaktere. An späterer Stelle im Roman werden dann wieder ein paar Erläuterungen eingebaut, die sogar in Klammern gesetzt werden, als würde Lukas es den Lesern dann doch nicht zutrauen, die vier Mutanten zu identifizieren, deren neue Identitäten sowieso nur vorübergehend benutzt wurden.

Auch das zweite Kapitel ist Leo Lukas gut gelungen. Die Einführung der jungen Mutanten des TIPI war flüssig geschrieben. Über die zu offensichtlichen Anleihen bei den X-Men kann man sich streiten. Am Rande sei erwähnt, dass es die X-Men seit 1963 gibt, die Mutanten der Serie aber bereits seit 1961. Nach dieser langen Zeit ist es wohl schwierig geworden, noch neue, unverbrauchte Fähigkeiten zu ersinnen. Der Stinker und die Blitzerin werden hoffentlich keine weiteren Auftritte haben. Zwischen die skurrilen Fähigkeiten oder vielmehr bedauerlichen Abnormitäten packte der Autor auch noch den neuerdings zum Mutanten-Betreuer aufgestiegenen Illusionisten David Kupferblum, der in seiner Freizeit aber nach wie vor in Zaubershows auftritt.

Bis dahin gekommen kehrte Leo Lukas im folgenden Kapitel wieder zu den vier Eroberern zurück. Die Einführung im ersten Kapitel war noch im Ich-Erzählstil aus der Sicht von Toio Zindher geschildert worden, den der Autor leider erst ganz am Ende wieder hervorholt. Die weiteren Aktivitäten der vier Tefroder wurden z.T. aus der Perspektive anderer Menschen geschildert, die das Pech hatten, den vier zu begegnen, wie z.B. der bedauernswerte Butler des Croesus Terrania, das, wie der Name schon sagt, ein Luxushotel darstellt. Das Kapitel war für meinen Geschmack zu verspielt, insbesondere die Ausführungen zu Kammerdienern waren zu ausufernd. Eine kurze Anekdote hätte genügt.

Dem Erwachen Guckys fehlte es ein wenig an Dramatik, allerdings sind die folgenden Ereignisse an Dramatik kaum zu überbieten. Die unglücklichen Treffen der beiden jungen Mutanten mit Gucky hat Leo Lukas sehr tragisch in Szene gesetzt. Dennoch hätte zuvor die Schilderung vom Erwachen des Mutanten und seine Orientierung nach 2 Jahren im Koma etwas ausführlicher sein können. Das ging alles recht schnell. Und das Gucky vom Atopischen Tribunal wusste, passte nicht in die folgenden Szenen, die sich darum drehten, wie der Ilt mit dem Schock um den Verlust seiner Parafähigkeiten umgehen würde. Da wäre wohl keine Zeit geblieben, ihn auch noch tagesaktuelle Ereignisse zu vermitteln.

Die weiteren Aktivitäten der vier Eroberer gerieten etwas oberflächlich. Hier ging es wohl darum, den Lesern nicht zu früh zu viel zu verraten, mit welchen Mitteln die vier Tefroder den Aktivatorträger Rhodan jagen und gefangen nehmen wollen.

Für die Tragödie, die sich zwischenzeitlich abspielte und mit dem Tode von zwei jungen Mutanten endete, fand ich das Schlusskapitel von Leo Lukas mit Gucky und Rhodan beim Frühstück nicht ganz passend. Ein Cliffhanger hätte die neue alte Beziehung der beiden Freunde spannender gemacht.

Wie schon der Roman der Vorwoche, kann auch dieses Heft gut unterhalten.