Ansichten zu PR 2697

Der Anzug der Universen – von Arndt Ellmer – Handlung:

Nach der Flucht Delorians erhebt Mondra Vorwürfe gegenüber Perry Rhodan. Er hätte seinem Sohn entgegenkommen müssen. Rhodan ist sich selbst über sein Verhalten im Unklaren. An Bord des Weltenschiffs wird weiterhin der Steuerplanet beobachtet. Im Minutentakt erscheinen dort große Flottenkontingente. Nachdem mehr als 90.000 Schiffe das System erreicht haben, materialisiert die Weltengeißel in der Nähe von Sholoubwas Planeten. An Bord des Weltenschiffs sind sich alle Beteiligten einig, dass ein Angriff auf den Seelenfresser von QIN SHI erfolgen muss. Nur Rhodan zögert. Er hat Probleme, den Gesprächen in der Zentrale zu folgen und wird von einem unbekannten Einfluss gehemmt.

Dennoch wird schließlich ein Angriff mit dem Weltenschiff auf den ehemaligen Handelsstern geflogen. Mit Mühe kann Rhodan endlich auch den Ur-Controller benutzen, um den Handelsstern zu rebooten. Mit den Waffen des Weltenschiffs und mit Unterstützung von Ennerhahls Lichtzelle kann die ungeschützte Weltengeißel vernichtet werden. Die frei werdende mentale Energie wird von der Restentität ARDEN aufgenommen.

Rhodan hat inzwischen den Anzug der Universen als Übeltäter seiner Beeinflussung identifiziert. Mit einem Trick entledigt er sich des Kleidungsstücks und Eroin Blitzer umgibt den Anzug mit starken Schutzschirmen. Zuvor hatte der Anzug Koordinaten an Rhodan übermittelt, die das Weltenschiff angeflogen hat. Neben den beiden BASIS-Teilen ortet man ein kleines Schiff, baugleich mit der SYZZEL des Kosmokraten Taurec, allerdings nur halb so groß. Von Bord des Schiffes meldet sich Samburi Yura, die zu einem Gespräch in die Zentrale des Weltenschiffs kommt. Sie gibt bereitwillig Auskunft, dass in diesem Raumsektor eine Station der Kosmokraten liegt, die sie sich zunutze gemacht hat.

Die Enthonin fordert Rhodan auf, Delorian zu unterstützen. Inzwischen hat der Anzug der Universen die Kontrolle über Mondra Diamond übernommen und dirigiert Rhodans Gefährten mit dem Anzug in die Zentrale des Weltenschiffs. Dort trifft Rhodan den Entschluss und übergibt den Anzug an Yura. Derart gekleidet übernimmt die Enthonin die Kontrolle über das Universum-Okular und verschwindet mit beiden Schiffen.

An anderer Stelle in Escalian sieht es düster aus. Die Raumschlachten sind weitgehend vorbei und für Craton Yukk und seinen Schiffen bleibt häufig nur noch die wenigen Überlebenden zu bergen. An Bord von Kanzler Vedikks Palast erstattet Yukk Bericht. Plötzlich meldet sich TANEDRAR. Die Entität verkündet, dass sie die Bewohner von Escalian vor dem Schlimmsten bewahren will. Sie holt ihre Splitter zurück. Für Yukk und dem Kanzler ist der Verlust eine unendliche Qual.

Auch an Bord des Weltenschiffs muss Alaska sich mit dem Verlust des Splitters auseinandersetzen. Die Restentität ARDEN sammelt die Splitter von Billionen von Wesen ein und stärkt sich dadurch. Auch QIN SHI ist mittlerweile eingetroffen und kann ARDEN nicht am Handeln hindern. Plötzlich und mit Getöse erscheint die LEUCHTKRAFT. Der Kommandant des Schiffes meldet sich und fordert im Auftrag der Kosmokraten QIN SHI auf, das Miniaturuniversum sofort zu vernichten. Samburi Yura wird aufgefordert, umgehend an Bord der LEUCHTKRAFT zurückzukehren und sich den Dienst der Kosmokraten zu stellen. Sollten diese beiden Forderungen nicht erfüllt werden, würde der gesamte Raumsektor von Escalian mit einer Nekrophore vernichtet werden.

Rezension:

Beinahe zwei Jahre ist es her, es war im Heft 2600, als unseren Helden mal wieder Wundersames widerfuhr. In einem verborgenen Raum an Bord der BASIS hörte Rhodan eine körperlose Stimme. Vor ihm erschien ein blauer Anzug, den sich Rhodan wie in Trance überzog. Die Stimme sagte zu ihm, dass er nun den Anzug der Universen tragen würde und Rhodan erhielt Eindrücke vom Entstehen und Vergehen von Universen. Nur mit dem Anzug sei es möglich das Multiversum-Okular zu bedienen, teilte ihm die Stimme mit. Der tiefere Sinn des Multiversum-Okulars und des Anzuges würde sich Rhodan erst nach geraumer Zeit offenbaren.

Nur, dass mit geraumer Zeit der komplette Zyklus gemeint war, konnte der geneigte Leser zu damaliger Zeit nicht ahnen. Während Perry Rhodan fortan den Rest des Zyklus mit einem blauen Strampelanzug bekleidet durchlebte, wartete der Leser und wartete und wartete. Hin und wieder, wenn man schon glaubte, dass der Expokrat das seltsame Kleidungsstück vergessen haben könnte, durfte ein Autor den Anzug etwas Unverständliches wispern lassen, meist auf Seite 39 oben rechts. Dann kam die große Stunde. In Heft 2697, so verriet es der Titel, sollte es nun endlich um den Anzug der Universen gehen. Endlich würden wir erfahren, was es mit dem Anzug auf sich hat und für was genau er gebraucht wird. Pustekuchen, Expokrat Uwe Anton und Autor Arndt Ellmer drehen den Lesern erneut eine Nase. Wir erfahren lediglich, dass der Anzug Rhodan hat zögern und zaudern lassen. Hurra, was für eine brillante Idee, den Titelhelden einen kompletten Zyklus lang lahmzulegen! Nun weiß ich endlich, warum Uwe Anton als Exposé-Autor gehen muss. Er ist der Sabotage am Namensgeber der Serie überführt worden.

Zurück zum Roman. Die anfangs vom Autor verratenen Details der technischen Ausstattung des Weltenschiffs sind unpräzise und decken sich nicht immer mit den bisherigen Schilderungen. Der Roman kommt schwer in Gang. Der Held steht mal wieder unter fremder Beeinflussung und tut dies auch kund. Seine Gefährten haben ebenfalls die Wahrnehmung, dass mit Rhodan etwas nicht stimmt. Dennoch tun alle zunächst so, als wäre nichts. Die Figuren agieren hilflos, da hätte ich mir sogar eine Kurzschlussreaktion von Mondra nach montillonscher Art herbeigewünscht. Immerhin kommt trotz aller Schwierigkeiten und holpriger Dialoge so etwas wie eine Handlungsabfolge zustande, in der Rhodan durch sein Zaudern alle in Gefahr bringt und die schließlich doch in der Zerstörung der Weltengeißel mündet. Nachdem die Gefahrensituation vorüber war, zauberte Arndt Ellmer eine wenig durchdachte Lösung herbei. Ätsch bätsch, alle Beteiligten wussten natürlich, dass Rhodan unter dem Einfluss des Anzugs der Universen stand. Während man sich in großer Gefahr an der Vernichtung der Weltengeißel probierte, entstand der Plan, sich des unbequemen Kleidungsstückes unter der Dusche zu entledigen. Der telepathisch veranlagte und andere unter seinen Einfluss knechtende Anzug ließ das mit sich geschehen. Na ja, immerhin sorgte das später für einen herrlich wirren Kurzauftritt von Mondra.

Auffällig bei Arndt Ellmers Schreibstil ist mal wieder durchgehend sein Versuch, für bereits bekannte Personen, Raumschiffe, Technik aber auch für wiederkehrende Situationen immer neue Variationen in der Beschreibung auszuarbeiten. Nicht alle Abwandlungen des Autors sind gelungen, vieles wirkt holprig oder ist unverständlich. Dazwischen mischt der Autor manch Absonderliches, z.B. Protokollroboter mit Spiralblöcken in den Händen, magnetische Speicherbänke (!) und Schwebetreppen, an denen Hundertschaften von Xylthen bei ihren Eroberungszügen angeblich scheiterten.

Die Kapitel seines Romans, in denen Mondra unter dem Einfluss des Anzugs steht, sind durchgehend wirr geschrieben und die Reaktionen der anderen Figuren nicht nachvollziehbar. Der Anzug der Universen lässt Mondra für die Technik des Weltenschiffs und der MIKRU-JON unsichtbar werden. Aber sie hinterlässt einen einzigen Stiefelabdruck in dem 3km-Raumer, der auch prompt von Alaska Saedelaere gefunden wird! Als hätte Mondra, resp. der Anzug das geahnt, schwingt sich die ehemalige Zirkusartistin von da an wie ein Affe durch das Weltenschiff. Soweit gekommen, musste ich das Heft erstmal für eine Erholungspause zur Seite legen. Das Geschreibe war nur schwer zu ertragen. Natürlich liefert Ellmer eine Erklärung für Mondras Verhalten. Die Zirkusartistin hat ihr Denken abgeschaltet und drängt dadurch den Einfluss des Anzugs zurück. Diese Erklärungen sind halbgar und werden sofort mit der nächsten unverständlichen Handlung verknüpft. Während sich nämlich Mondra durch das Weltenschiff hangelt, haben Rhodan und Co die Artistin endlich aufgespürt. Dennoch ist Mondra schneller, als die mit SERUNS ausgerüsteten Verfolger!

Der Autor macht es einem wirklich nicht leicht. Man ist ja inzwischen bereit, dem Autoren-Oldie selbst die schlechtesten Argumentationsketten durchgehen zu lassen, sie aber jedes Mal gleich mit der nächsten Torheit zu verknüpfen, zerrt unheimlich an den Kräften. Eine Auflösung, warum der Anzug der Universen von Mondra Besitz ergriffen hat, liefert der Autor übrigens nicht. Aber dem Autor schien es wohl zu schlicht, den Anzug einfach an die Enthonin zu übergeben. Also hat er die kleine Hetzjagd eingebaut. Und dann war der Roman, abgesehen vom dramatischen letzten Absatz, eigentlich schon vorbei. Die Enthonin nahm den Anzug mit und der Leser wartet und wartet und wartet.

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