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Totenhirn – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Am Rande der Anomalie sammelt sich die Flotte der Verbündeten unter dem Kommando von Reginald Bull. An Bord der 40.000 Schiffe beobachtet man, wie der von Delorian geschaffene Tunnel in das Normaluniversum instabil wird. Das Sichtfenster in den Normalraum gestattet den Sonden einen letzten Blick auf die andere Seite. Dort materialisieren 48 kleine kugelförmige Objekte, aus denen Strahlen austreten und einen gigantischen Ring formen. Gleichzeitig mit dem Zusammenbrechen der Verbindung entsteht in der Anomalie eine neue Öffnung. Diesmal von der Gegenseite, von QIN SHI geschaffen.

Unterdessen empfängt Oberst Strasky Ankersen drei ungewöhnliche Gäste an Bord seines Schiffes, der RATBER TOSTAN. Henrike Ybarri, Aiden Cranstoun und Chourtaird kommen an Bord und verlangen in das Next-Stop-System geflogen zu werden. Von dort ist Henrike Ybarri mit Chourtaird per Transitparkett gerade erst zurückgekehrt, nachdem der Sayporaner das Gehirn von Shamsur Routh in das Totenhirn integriert hat. Nun benötigt Aiden Cranstoun eine Unterstützung, um mit seinem Bruder Zachary und mit Shamsur Kontakt aufzunehmen. An Bord der RATBER TOSTAN ist der Empath Anka Hilvard tätig, der Aiden dabei unterstützen soll.

Am Durchgang zum Normaluniversum beschließt Bull den Angriff. Nachdem von der Gegenseite eine kleine Flotte in die Anomalie eingedrungen und vollständig vernichtet wurde, durchfliegt die Flotte der Verbündeten den Tunnel und greift die Flotte QIN SHIS an. Die Dosanthi auf Seiten der Terraner überfluten den Gegner mit Angstimpulsen und Bulls Flotte erzielt rasche Erfolge.

In der Nähe der Planetenbrücke bezieht die RATBER TOSTAN Position. Nach mehreren Anläufen gelingt Aiden die Kontaktaufnahme zu seinem Bruder und zu Routh. Man erfährt, dass die SI ALLDAR durch das Totenhirn neu belebt wurde und eine neue Bestimmung erhalten hat. Aus der Kruste des Planeten löst sich das Totenhirn und hüllt sich in einen Schirm. Das Totenhirn will in das Solsystem transportiert werden.

Die Erfolge der Verbündeten in der Schlacht gegen QIN SHIS Truppen waren nur von kurzer Dauer. Der Gegner hat sich rasch neu formiert und erhält zudem Unterstützung durch escalianische Walzenraumer. Bulls Flotte sieht sich mehr und mehr in Bedrängnis. An Bord des Flaggschiffs wird eine verschlüsselte Botschaft von Rhodan empfangen. Sie gibt neuen Auftrieb, allerdings kann sich Bulls Flotte nicht mehr länger behaupten. Bull zieht die Flotte in die Anomalie zurück. Der Feind drängt nach und während die Dosanthi sich untereinander beharken, richten die neu hinzugekommenen Walzenraumer ein Blutbad an. Bulls Flotte kann den Eingang des Tunnels nicht länger halten.

Auf dem Flug nach Terra meldet sich Shamsur Routh durch den Mund von Chourtaird. Er sei das Steuergehirn und fühle, dass Feinde in die Anomalie eingedrungen sind. Das Totenhirn will sofort zur Schlacht gebracht werden.

Dort wenden sich die Dosanthi auf terranischer Seite nun gegen die eigenen Besatzungen oder erwarten lethargisch den Untergang. Die Schlacht scheint endgültig verloren. Da trifft das Totenhirn ein und die Flotte QIN SHIS verliert den Zusammenhalt. Die Tunnelöffnung ist erstmal gesichert. Bull erfährt noch, dass die Orter der LEIF ERIKSSON auf der anderen Seite für Sekundenbruchteile die TOLBA orten konnten. Das Schiff wurde von einer Lichtzelle zum Auftauchen gezwungen.

Rezension:

Nicht weniger als sieben Erzählstränge und Rückblicke verfolgt Michael Marcus Thurner mit seinem Roman. Da sind zuerst die Erinnerungen Bulls an Geschehnisse zur Zeiten der Dritten Macht, gefolgt von Bulls Aktionen während der Raumschlacht. Dann verfolgt der Autor die Ereignisse an Bord der RATBER TOSTAN mit zahlreichen zwischenmenschlichen Problemen gespickt. Die Dosanthi auf Seiten der Verbündeten erhalten ebenfalls reichlich Raum in Thurners Roman. Man erfährt etwas über den Empathen Anka Hilvard, übrigens ein autistischer Gestaltwandler! Der Autor wirft einen Blick zurück in Heft 2645, wo die Entstehung der Mentroniken schließlich im Totenhirn mündet. Außerdem macht der Autor einen Rückblick auf dem Besuch Ybarris beim Totenhirn, als Chourtaird dort das Gehirn Rouths integrierte. Habe ich noch etwas vergessen? Ach ja, die Anekdote, warum Ankersen dem Unsterblichen Bull noch einen Gefallen schuldig war!

Die Flottenmanöver waren für den Leser nicht nachvollziehbar. Da auch keine Daten über Triebwerksleistungen, Stärke der Offensiv- und Defensiv-Bewaffnung oder andere technische Finessen im Roman untergebracht wurden, mussten die Ergebnisse der Schlacht einfach hingenommen werden. Einzig die Flottenstärke hat der Autor eingestreut. Da hauptsächlich Zapfenraumer gegen Zapfenraumer kämpften, hätte die anfängliche Überlegenheit mit 2:1, bei Mitrechnung der terranischen Schiffe 2,6:1 den Ausschlag geben müssen, trotz der später hinzukommenden Escalian-Schiffe. Zudem hatte die terranische Seite den Überraschungseffekt auf ihrer Seite, da der Feind so unklug war keine Aufklärung zu betreiben. Nun, der Ausgang des Exposés sah offensichtlich ein anderes Ende vor. Wie genau das Totenhirn jetzt eingegriffen hat, blieb ebenfalls unklar.

Obwohl der Roman recht unterhaltend war, ist die Bilanz der Ereignisse, die dem Zyklusfortschritt, bzw. –finale zuzurechnen sind, ernüchternd. Die Entstehung des Totenhirns wissen wir bereits aus Heft 2645. Das Delorian den PSI-Korpus ALLDARS entwendet hat, wissen wir seit letzter Woche. Die Verschmelzung von SI-Korpus und Totenhirn bleibt unklar. Bleibt noch 1 (!) Zeile am Romanende. Die TOLBA wird geortet und dabei zeigt sich eine Lichtzelle. Spartanischer geht’s kaum noch! Da war ja selbst die Aufklärung von Nemos Rückenbeschwerden als ein größerer Fortschritt in diesem Zyklus zu bezeichnen.

 

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