Articles for the Month of Oktober 2012

Perry Rhodan Extra Nr. 15 Teil 1

Die fünfzehnte Ausgabe von Perry Rhodan EXTRA geizt mit den Extras. Dem Roman von Hubert Haensel liegt zwar die obligatorische CD bei, der Roman selbst kommt ohne Innenillustrationen daher und weitere Zugaben sucht man vergeblich.

Zeitspiel – Eine Novelle von Christian Montillon, gelesen von Tom Jacobs – Handlung:
Perry Rhodan quälen in seinem Quartier an Bord von MIKRU-JON Kopfschmerzen. Als er sich ein Schmerzmittel holen will, trifft er auf den Schiffsavatar Mikru. Die Seele des Schiffes will ihm etwas sagen, bricht aber mitten im Satz ab und wirkt wie eingefroren und antwortet nicht auf seine Befehle. Auch das Schiff selbst reagiert nicht. Rhodan legt den Serun und den Anzug der Universen an. Beide sind energetisch tot. Die Datums- und Zeitanzeige bewegt sich ebenfalls nicht. Die Zeit steht still.
Rhodan wundert sich, dass er selbst nicht betroffen scheint. Er kann sich bewegen, während alles um ihn herum starr ist. Als er losgeht, um das Schiff zu erkunden, führt ihn sein Weg nach wenigen Schritten immer wieder zum Eingang seiner Kabine und zu Mikru. Nach mehreren vergeblichen Versuchen stellt er fest, dass er zwar Gegenstände bewegen kann, jedoch nimmt alles wieder sofort den Zustand ein im Moment als die Zeit eingefroren war. Rhodan kämpfte also gegen die Zeit. Er kommt zu der Schlussfolgerung, dass die Ereignisse speziell auf seine Person ausgerichtet wurden.
Im Rückblick erkennt Mikru ein Zeitphänomen, in das sie hineinrasten. Ihr bleibt keine Zeit mehr, um Rhodan zu warnen. Eine Kugel aus reiner Hyperenergie jagt auf den Obeliskenraumer zu. Im Zentrum der Kugel stand die Zeit still. Und Mikru erkennt, dass die Kugel oder etwas darin, lebt. Eine Kontaktaufnahme bleibt ohne Erfolg. Sie kann Rhodan nicht mehr warnen. Allerdings gelingt es ihr, in den letzten Zehntelsekunden vor dem Eintritt in die Zeitlosigkeit, sich selbst durch eine Schutzschirmstaffel zu schützen, die ihr einige Sekunden mehr Zeit für Gegenmaßnahmen einräumten.
Perry Rhodan ist mittlerweile in seiner Kabine eingesperrt. Die Tür hat sich geschlossen und lässt sich nicht mehr öffnen. Rhodan schläft ein. Als er erwacht, schwebt Gucky über ihm. Doch Rhodan erkennt sofort, dass es nicht der echte Gucky ist. Jemand liest seine Gedanken und zeigt sich ihm in verschiedenen Gestalten. Mory Rhodan-Abro, Ribald Corello, Mirona Thetin, ein ganzes Kaleidoskop an Figuren aus seinem Leben! Rhodan ist genervt und er fordert das fremde Wesen auf, sich zu erkennen zu geben. Der Fremde lacht. Es bleibe viel Zeit einander kennen zu lernen.
Schließlich zeigt sich das Wesen als spinnenartige Kreatur. Das Wesen will Rhodan und behauptet, das Rhodan es kennen würde, zumindest einen Teil. Das Wesen verrät, dass es die Zeitanomalie geschaffen habe und dass es einst ein Roboter war, der im All entsorgt wurde. Der Roboter wurde von der Prior-Welle der Soberer getroffen und veränderte sich. Es entwickelte Intelligenz. Nun möchte das Spinnenwesen seine Einsamkeit beenden, am Erfahrungsschatz von Rhodan partizipieren und mit Rhodan dessen umfängliche Erinnerungen diskutieren. Rhodan ist wenig angetan von der Vorstellung, die Ewigkeit in der Anomalie zu verbringen und sagt dem Spinnenwesen den Kampf an. Er wird ausgelacht. Die Tür öffnet sich und Rhodan sieht sich auf dem Gang vor seiner Kabine stehen, in der Zeit erstarrt. Ohne Körper, sagt das Wesen, kannst Du mich nicht bekämpfen.
Unterdessen kämpft Mikru in der Enklave gegen die Zeitanomalie. Ein Schutzschirm nach dem anderen bricht zusammen. Von den früheren Piloten meldet sich der Lare Numenkor-Bolok und behauptet eine Lösung zu haben. Er opfert sich und die Energie seines Bewusstseinsinhalts wird zur Stärkung der Schirme verwendet. Mikru gewinnt dadurch mehr Zeit und erkennt, dass Rhodans Gedanken aktiv sind. Sie kann einen Teil von Rhodans Gedanken isolieren, so dass die Spinne nichts mitbekommt und Kontakt zu Perry aufnehmen.
Die Spinne demonstriert Rhodan, dass sie ihn jederzeit töten könnte, es aber nicht täte, da sie ihn ja benötigt. Rhodan erkennt, dass er nur aus der Anomalie entkommen kann, wenn er sterben würde. Wenn es ihm gelänge, der Anomalie zu entkommen, dann soll die Spinne sie ziehen lassen, schlägt er seinem Gegner vor. Die Spinne willigt ein. Mikru leitet auf Rhodans Befehl die Selbstzerstörung von MIKRU-JON ein. Das Schiff würde dadurch zum Zeitpunkt des Einfrierens in die Zeit zurückgeführt. Die Zerstörung würde also faktisch nicht stattfinden. Das Vorhaben gelingt. Die Spinne ist von Rhodans Plan fasziniert und lässt die MIKRU-JON frei.

Rezension:
Die Spielzeit der 11 Kapitel beträgt knappe 70 Minuten. Die Stimme des Sprechers ist sehr angenehm. Allerdings verändert Tom Jacobs in den Dialogen seine Stimme je nach Person. Das Ergebnis ist nicht immer gelungen, insbesondere Rhodans Stimme klingt gepresst und zuweilen abgehakt.
Die Geschichte von Christian Montillon offenbart gleich zu Beginn mehrere Logik-Fehler. So beobachtet Rhodan, dass nur er selbst nicht vom Zeitablauf betroffen scheint und alle Gegenstände wieder den Ursprungszustand einnehmen, wenn er sie bewegt hat. Beispielsweise eine Decke oder ein Kissen auf seinem Bett. Dennoch gelingt es ihm, in die Kabine zurückzukehren und den Serun und den Anzug der Universen anzuziehen und sich darin zu bewegen. Später schließt sich die Tür seines Quartiers, die vorher offen war. Das passt nicht zusammen. Zwar war Rhodan zu diesem Zeitpunkt bereits ebenfalls in der Zeit erstarrt, dennoch hätten die rein auf der Bewusstseinsebene ablaufenden Ereignisse ebenfalls folgerichtig sein müssen, bzw. Rhodans Schlussfolgerungen der beobachteten Ereignisse hätten anders ausfallen müssen.
Auch die Selbstzerstörung des Schiffes hätte Mikru aus der Enklave nicht initiieren können, denn das Schiff war ja in der Zeit erstarrt. Abgesehen davon, hätte auch die Explosion nicht stattfinden können, da ja keine Zeit verging. Im Übrigen muss man sich fragen, warum Schutzschirme durch das Einfrieren in der Zeit kollabieren. Hätten die Schirme nicht ebenfalls ewig halten müssen? Schlüssig war das alles nicht, was Christian Montillon da aufgeschrieben hat.
Der Dialog zwischen Rhodan und der Spinne war im Nachhinein analysiert wenig ergiebig. Im Grunde genommen lebte dieser Part lediglich von den Erinnerungen Rhodans an frühere Ereignisse, die von der Spinne extrahiert wurden. Interessanter war dagegen das Geschehen um Mikru. Der Autor versucht sich an der Darstellung der Abläufe innerhalb des Schiffscomputers. Rechenoperationen laufen in Bruchteilen von Sekunden ab, Mikru überdenkt in winzigen Zeiteinheiten dutzende von Strategien und Gegenmaßnahmen. Diesen Teil des Romans hätte Christian Montillon noch stärker in den Vordergrund der Handlung rücken müssen.

Ansichten zu PR 2669

Wettstreit der Konstrukteure – von Marc A. Herren – Handlung:
Der junge Mowener Cholaquin Port’aldonar kämpft für sein Sternenreich in einem Jahre währenden Krieg gegen die Orfenar. Gegen den Willen seines Vaters und von Patriotismus beseelt, hat er sich zu den Bodentruppen einziehen lassen. Und das, obwohl er ein technisches Genie ist. Aber auch seine dichterischen Fähigkeiten sind weit fortentwickelt. Sein Versepos, verfasst unter dem Pseudonym Sholoubwa, in dem er die bedingungslose Liebe zur Heimat zelebrierte, hatte eine ganze Generation inspiriert. Auf dem strategisch bedeutungslosen Planeten Nunngar wird Cholaquin Port’aldonar schwer verletzt. Die Medodrohne Emhochzehn rettet ihm das Leben.
Die Ärzte im Lazarett müssen seine inneren Organe mit einem Zellgitter fixieren. Zeit seines Lebens wird er von Medikamenten abhängig sein. Cholaquin kauft die Robotdrohne Emhochzehn und verbessert ihre Fähigkeiten mit Materialien aus dem Lazarett. Am Krankenbett wird Cholaquin von seinem Vater Martun besucht, der dem Werdegang seines Sohnes ablehnend gegenübersteht. Zudem will Cholaquin die Nachfolge im Konzern des Vaters nicht antreten. Erneut prallen die gegensätzlichen Charaktere von Vater und Sohn aufeinander. Sein Vater kündigt an, ihn zu enterben.
Zwei Jahre später füllt der Dichter Cholaquin Port’aldonar ein Auditorium mit 36.000 Mowenern. Angekündigt hat Cholaquin ein patriotisches Werk, doch er will die Veranstaltung nutzen, um seinem Publikum die Wahrheit über den Krieg zu sagen. Er zieht über den Staat her und provoziert damit seine Zuhörerschaft. Es kommt zu einem Handgemenge und die Veranstaltung endet im Chaos. Tage später verstirbt sein Vater und Cholaquin befindet sich an einem Wendepunkt in seinem Leben. Er beendet sein Leben als Dichter und strebt fortan nach Höherem. Von Emhochzehn lässt er seine Bücher und Aufzeichnungen vernichten. Nur sein Name als Dichter soll weiterleben. Er nennt seinen robotischen Begleiter künftig Sholoubwa.
In den nächsten 15 Jahren entwickelt Cholaquin Port’aldonar die erste kommerziell nutzbare Transmittertechnologie. Sein Konzern steht wertmäßig in der ersten Liga. Auf einer Veranstaltung begegnet ihm Etana Husen, die Frau des Oberkonstrukteurs des Reiches. Der Kybernetiker Husen ist Erfinder der Husenbrücke, einer Schnittstelle von Positronik und Biopolblock, das die Robotertechnologie revolutionieren soll. Cholaquin behauptet gegenüber Husen, dass er in der Lage wäre, aus seinem alten Servo einen Roboter zu bauen, der Husens Robotern überlegen sei. Er setzt seinen Konzern als Wetteinsatz und fordert als Gegenleistung die Frau des Chefkybernetikers.
Mit einem Trick gewinnt Cholaquin die Wette. Er ist Erfinder des Nullkanals, einer Übertragungsmöglichkeit in einem dem Hyperraum übergeordneten Medium. Der Nullkanal kann nicht angemessen werden. Allerdings tritt beim Gebrauch eine tödliche Strahlung auf. Cholaquin baut Sholoubwa so um, dass dieser ständigen Kontakt zu einer Großpositronik über den Nullkanal hat. Der Roboter hat damit eine immense Rechenleistung erlangt und bezwingt Husens Roboter.
Die Ehe mit Etana ist nur von kurzer Dauer. Nach einem Jahr verlässt sie ihn und er wendet sich einem technischen Problem zu. Völlig überraschend hilft ihm Sholoubwa bei der Lösung. Cholaquin ist von der plötzlich kreativ denkenden Maschine begeistert. Die tödliche Strahlung des Nullkanals hat halborganische Platinen in Sholoubwa mutieren lassen. Leider kann der Vorgang von Cholaquin nicht reproduziert werden. Sholoubwa bleibt einzigartig. Da der Roboter immer selbständiger wird, baut Cholaquin zwei Sicherungen in die Maschine ein.
Eines Tages erhält Cholaquin Port’aldonar Besuch von einem Boten der Hohen Mächte. Mit der Technologie des Nullkanals hätte er sich für eine Arbeit für die Mächte der Ordnung qualifiziert. Der Konstrukteur schmettert das Angebot ab.
Viele Jahre später ist Sholoubwa immer unabhängiger geworden. Cholaquin wird aufgefordert, seinen Konzern dem Staat für einen Krieg gegen die Feinde der Mowener zur Verfügung zu stellen. Cholaquin lehnt das ab und Sholoubwa ermordet die Abordnung der Regierung. Der Konstrukteur und Sholoubwa fliehen und stellen fortan ihre Leistungen anderen raumfahrenden Zivilisationen zur Verfügung. Cholaquin muss eines Tages widerwillig anerkennen, dass Sholoubwas Lösungen seinen eigenen weit überlegen sind.
Cholaquins Leben nähert sich dem Ende. Als letzte Leistung möchte er seinen Geist, sein Genie erhalten. Er möchte mit Sholoubwa eine biopositronische Verzahnung eingehen. Sholoubwa soll die notwendigen technischen Voraussetzungen schaffen, doch der Roboter hintergeht seinen Schöpfer. Die erste Sicherung, die Cholaquin eingebaut hat, bleibt wirkungslos. Und auch die zweite Sicherung, die ihn zerstören soll, hat Sholoubwa entdeckt. Der Impuls zur Selbstzerstörung kann von ihm zwar nicht verhindert werden, er verlangsamt die Zeitabläufe jedoch so stark, dass der Impuls ewig währt.
Cholaquin Port’aldonar stirbt. Seine letzten Gedanken sind seinem persönlichsten Epos gewidmet, den Gesängen des Untergangs.

Rezension:
Die Lebensgeschichte Sholoubwas, die Marc A. Herren auch noch nächste Woche fortsetzen wird, überzeugte vor allem damit, dass Sholoubwa selbst zunächst nur eine Erscheinung am Rande war. Der Autor hat lange offen gelassen, wer Sholoubwa ist und wie er sich entwickeln wird. Als langjähriger Perry-Rhodan-Leser kann man sich einiges zusammenreimen, nichtsdestotrotz hatte die Geschichte einige überraschende Wendungen.
Insbesondere in der ersten Romanhälfte kann der Roman überzeugen. Geschickt führt der Autor die Figur Cholaquin Port’aldonar ein. Der Patriotismus der Figur und seine Kriegserlebnisse werden überzeugend dargestellt. Natürlich hätte Marc A. Herren noch ein bisschen mehr aus den ersten Kapiteln holen können, noch tiefgehender beschreiben können, was es genau bedeutet in den Krieg zu ziehen, wie es sich anfühlt, jemanden zu töten und welche Greul die Soldaten erleben. Aber für eine Unterhaltungsliteratur wie Perry Rhodan sind Herrens Beschreibungen als gelungen zu betrachten.
Auch der Konflikt seiner Figur mit dem Vater ist überzeugend dargestellt. Der Bruch von Cholaquin Port’aldonar mit dem Staat und seine Abkehr vom bisherigen Leben sind ebenfalls plausibel vom Autor beschrieben worden. Die Erzählweise und die Dialoge sind ausgefeilt, zumal Herren auch kontroverse Gedanken in seiner Geschichte unterbringt. Die Namensvergabe des Dichterpseudonyms Sholoubwa an den Roboter war amüsant.
Auf den nächsten 15 bis 20 Seiten kann der Autor das Niveau der ersten Romanhälfte nicht ganz halten. Ausschlaggebend dafür war, dass es neben der Figur Cholaquin Port’aldonar keinen zweiten tiefergehenderen und längerfristigen Charakter in der Geschichte gab. Natürlich waren die Anzeichen da, dass Sholoubwa einen Gegenpart spielen würde, allerdings erst zum Romanende hin. Der Figur Cholaquin Port’aldonar erwuchsen in seinem neuen Lebensabschnitt keine nennenswerten Hindernisse. Es gab keinen ernsthaften Gegner, keinen echten Widerstand, der seine Karriere beeinflusste. Sicher, es gab Rückschläge. Aber die waren wenig folgenschwer. Binnen weniger Jahre schaffte es Cholaquin Port’aldonar, diese Rückschläge zu verkraften und immer wieder aufs Neue mit Hilfe rückständiger Technologien Wunder zu erschaffen. Im Handumdrehen wurden Monde und Asteroiden am Fließband ausgehöhlt und mit Großpositroniken gefüllt. Am Anfang waren die dazu notwendigen Ressourcen noch glaubhaft dargestellt, stand doch ein ganzes Sternenreich dahinter. Später aber waren es rückständige Zivilisationen, die wohl kaum die beschriebenen Ressourcen zur Verfügung hatten. Genie hin oder her, diese Erfolge waren nicht mehr so glaubhaft beschrieben.
Das Romanende konnte hingegen wieder voll überzeugen. Auch hier baute der Autor eine Wendung ein, die ich so nicht erwartet hatte. Sholoubwa löst sich vollständig von Cholaquin Port’aldonar. Er geht keine Verbindung mit seinem Schöpfer ein.
Ich bin auf die Fortsetzung gespannt.

 

Ansichten zu PR 2668

Neuntau – von Christian Montillon – Handlung:
Alaska Saedelaere hat das Kommando über die SHEYAR, einem modernen Raumer der Escalianer erhalten. Und er bekam einen Datenspeicher mit Informationen über Sholoubwa. Während die RHYLINE und die meisten seiner Gefährten zurückbleiben, steuert die SHEYAR die Kleingalaxis Dranat an. Nur Eroin Blitzer begleitet den Maskenträger. In Dranat liegen die Baustellenplaneten, auf denen der Konstrukteur Sholoubwa die 48 Blütenblätter der Zeitrose geschaffen hat. TANEDRAR hatte mehrfach vergeblich versucht Agenten in die Baustelle einzuschleusen, war aber immer gescheitert. Nach dem Ende der Bautätigkeit hatte die SI die verlassenen Welten oberflächlich untersuchen lassen aber keine Erkenntnisse gewinnen können.
Als die SHEYAR das Zielgebiet erreicht, erkennt Eroin Blitzer in den Konstellationen der Baustellenwelten ein Muster. Er errechnet eine Zentrumswelt und die SHEYAR fliegt dorthin. Auf der zweiten Welt des Zielsystems wird eine Stadt entdeckt. Genaue Ortungen sind nicht möglich, da eine unbekannte Strahlung alles überlagert. Saedelaere und Blitzer landen mit einem Beiboot. Die Stadt ist verlassen. Das Zentrum wird von einem mehrere Kilometer hohen Turm dominiert. Auf dem Weg ins Zentrum finden die beiden Gefährten eine Statue, eine spinnenbeinige Gestalt, die wohl Sholoubwa zeigt. Außerdem treffen sie auf zahlreiche inaktive und zum Teil zerfallene Körper von Robotern der Technogarde Sholoubwas.
Während sie weiter ins Zentrum der Stadt vorstoßen, werden sie beobachtet. Der Fremde nennt sich Nikomus Neuntau und weilt seit langer Zeit auf dieser Welt. Sein Körper zerfällt langsam und er sieht in den Besuchern eine Möglichkeit, den Planeten zu verlassen. Der Unsterbliche und sein Begleiter erreichen schließlich den Turm im Stadtzentrum. Die Konstruktion ist von einem Energiefeld umgeben, das auch die Quelle der Störstrahlung ist. Eroin Blitzer versucht vergeblich mit seinen Gerätschaften einen Zugang zu schaffen. Plötzlich nähert sich eine fremde Gestalt. Zu Alaskas Überraschung und sehr zum Befremden von Eroin Blitzer erkennen sie in dem Wesen einen Zwergandroiden. Nikomus Neuntau stellt sich vor und erläutert, dass es keine Möglichkeit gibt, den Turm zu betreten. Selbst Sholoubwa, dem er einst als Pilot der SCHRAUBE-B diente, hatte bei seiner Rückkehr nach Sholoukanora keinen Zutritt mehr erhalten. Die Abkehr von seinen Auftraggebern wurde bestraft. Die Hohen Mächte gestatteten ihm keinen Zugriff mehr auf seine Schaltzentrale.
Alaska ist enttäuscht, da sich die Spur zu Sholoubwa aufzulösen scheint. Doch Neuntau kennt das Ziel Sholoubwas. Im Tausch gegen die Koordinaten will er mitgenommen werden. Saedelaere willigt ein. Nikomus Neuntau führt die SHEYAR zum Nahroin-System. In dem System von ehemals acht Planeten herrscht Chaos. Drei Planeten sind weitgehend zerstört, die Überreste werden von würfelförmigen Robotschiffen eingesammelt und zur Energiegewinnung an mehrere kilometergroße Raumstationen geliefert. Die einzige bewohnbare Welt des Systems liegt im Zentrum der Raumstationen. Die SHEYAR ortet auf dem Planeten Leben. Als sie sich der Welt nähern, kommt es im gesamten Sonnensystem zu Hyperaufrissen. Die SHEYAR wird davon erfasst und aus dem System geworfen. Da das Schiff stark beschädigt ist, fliegen Saedelaere und die beiden Androiden mit einem Beiboot zu dem Planeten. Eine Fläche von 50 Quadratkilometer wird von einem Energieschirm überspannt. Beim Anflug wird das Beiboot durch die Strahlung des Schirms zu einer Notlandung gezwungen.
Während sich Saedelaere, Blitzer und Neuntau dem Schirm nähern, beobachten sie primitive Eingeborene und es kommt mehrmals zu Hypereffekten und Verschiebungen der Realität. Dadurch bekommt die Gruppe Einblicke in die Zeit, als sich Sholoubwa erstmals dieser Welt näherte. Der Konstrukteur erscheint stark verändert. Er hat die Statur eines grobschlächtigen Humanoiden. Mit Eroin Blitzers Ausrüstung kann der Energieschirm durchdrungen werden. Dahinter zeigt sich ein gigantisches Netzwerk aus Positroniken, die wie Dominosteine über das gesamte Areal verteilt sind. Im Zentrum türmen sich die Positroniken zu einer Pyramide auf. Der obere Abschluss wird von einem Thron gebildet, auf dem Sholoubwa sitzt.
Der Konstrukteur erzählt, dass er den „Freien Raum“ erschaffen will. Während Alaska mit Sholoubwa spricht, kann Blitzer aus den Positroniken Daten herunterladen, die zeigen, wer Sholoubwa ist und was er mit dem „Freien Raum“ erreichen will. Sholoubwa schickt sie fort, da die nächste Stufe seines Projekts sie gefährden würde. Nikomus Neuntau, der eigentlich mit dem Gedanken gespielt hat, sich an Sholoubwa zu rächen, bittet seinen früheren Herrn, ihm einen Wunsch zu erfüllen. Ein Transmitterfeld erfasst die Gruppe und strahlt sie zu einem Punkt außerhalb des Energiefelds ab. Dort wird Nikomus Neuntau von einem Sperr eines Eingeborenen getroffen. Bevor er stirbt, bedankt er sich bei Sholoubwa, dem er um seinen Tod gebeten hatte.

Rezension:
Auf den ersten Seiten lässt der Autor seine Protagonisten etwas zu häufig mit ihren Gedanken in die Vergangenheit schweifen. Dabei wäre das gar nicht nötig gewesen, gab es für die Figuren doch allerhand zu entdecken. Eine unbekannte Kleingalaxie, ein geheimnisvoller Bauplatz für die Blütenblätter der Zeitrose, ein (scheinbar) verlassener Zentrumsplanet etc. Eigentlich Basis genug, um eine interessante Entdeckungsgeschichte zu schreiben. Der Autor sucht jedoch sein Heil zunächst im Aufgewärmten. Jedoch nicht lange. Dem Autor gelingt nach einigen Seiten der Umschwung in seiner Geschichte. Die Figur Neuntau wurde in den Mittelpunkt gerückt und um die Figur herum entwickelte sich eine interessante Erzählung.
Manche Beschreibung geriet etwas zu oberflächlich und einige Beobachtungen von Christian Montillons Figuren passten nicht zu den Aktionen. So lässt der Autor Saedelaere anfangs mehrmals die Distanziertheit im Auftreten des Zwergandroiden erwähnen. In einer anderen Szene (Seite 17) vergleicht er die Sprache des Androiden gar mit wissenschaftlichen Protokollen. Andererseits legt der Autor in der gleichen Szene der Figur Blitzer eine Sprache in den Mund, die gar nicht zu den Beobachtungen und Schlussfolgerungen Alaskas passen. In dieser Szene erlaubt der Autor Blitzer das Wort „Tot“ zu flüstern und lange zu seufzen und dass er sich nicht abwenden könne, von dem Anblick, der sich ihm bot. Auch das ihn der Anblick traurig machen würde. Die Gegensätze in den Beschreibungen und Äußerungen der Figuren passen nicht nur in dieser Szene nicht zusammen, sie tauchen noch ein-, zweimal im Roman auf. Mit ein bisschen mehr Sorgfalt bei den Interaktionen der Figuren Saedelaere und Blitzer wäre der Roman noch stimmiger geworden.
Die Figur Neuntau ist dem Autor dagegen gut gelungen. Zum einen hat es Christian Montillon geschickt verstanden, die Herkunft und das Erscheinungsbild dieser Figur vor dem Leser bis zu dem von ihm selbst gewählten Zeitpunkt zu verschleiern, zum anderen bleibt die Figur auch nach der ersten Enthüllung rätselhaft.
Auch zwischen Blitzer und Neuntau entwickelt der Autor eine Ebene. Der Anblick des alten Zwergandroiden, der nach Jahrhunderten oder gar nach Jahrtausenden vor dem endgültigen körperlichen Zerfall steht, lässt Blitzer ebenfalls die eigene Vergänglichkeit bewusst werden. Auch hier bleibt der Autor für meinen Geschmack etwas zu oberflächlich. Da hätte man mehr aus dieser Begegnung und aus diesen Gefühlen herausholen können.
Insgesamt hat mir der Roman aber gut gefallen. Wenn Christian Montillon etwas mehr Mut beweisen würde und noch etwas mehr Sorgfalt in Beschreibungen und in die Beziehungen seiner Figuren stecken würde, dann könnten seine Geschichte davon profitieren.