Perry Rhodan Extra Nr. 15 Teil 1

Die fünfzehnte Ausgabe von Perry Rhodan EXTRA geizt mit den Extras. Dem Roman von Hubert Haensel liegt zwar die obligatorische CD bei, der Roman selbst kommt ohne Innenillustrationen daher und weitere Zugaben sucht man vergeblich.

Zeitspiel – Eine Novelle von Christian Montillon, gelesen von Tom Jacobs – Handlung:
Perry Rhodan quälen in seinem Quartier an Bord von MIKRU-JON Kopfschmerzen. Als er sich ein Schmerzmittel holen will, trifft er auf den Schiffsavatar Mikru. Die Seele des Schiffes will ihm etwas sagen, bricht aber mitten im Satz ab und wirkt wie eingefroren und antwortet nicht auf seine Befehle. Auch das Schiff selbst reagiert nicht. Rhodan legt den Serun und den Anzug der Universen an. Beide sind energetisch tot. Die Datums- und Zeitanzeige bewegt sich ebenfalls nicht. Die Zeit steht still.
Rhodan wundert sich, dass er selbst nicht betroffen scheint. Er kann sich bewegen, während alles um ihn herum starr ist. Als er losgeht, um das Schiff zu erkunden, führt ihn sein Weg nach wenigen Schritten immer wieder zum Eingang seiner Kabine und zu Mikru. Nach mehreren vergeblichen Versuchen stellt er fest, dass er zwar Gegenstände bewegen kann, jedoch nimmt alles wieder sofort den Zustand ein im Moment als die Zeit eingefroren war. Rhodan kämpfte also gegen die Zeit. Er kommt zu der Schlussfolgerung, dass die Ereignisse speziell auf seine Person ausgerichtet wurden.
Im Rückblick erkennt Mikru ein Zeitphänomen, in das sie hineinrasten. Ihr bleibt keine Zeit mehr, um Rhodan zu warnen. Eine Kugel aus reiner Hyperenergie jagt auf den Obeliskenraumer zu. Im Zentrum der Kugel stand die Zeit still. Und Mikru erkennt, dass die Kugel oder etwas darin, lebt. Eine Kontaktaufnahme bleibt ohne Erfolg. Sie kann Rhodan nicht mehr warnen. Allerdings gelingt es ihr, in den letzten Zehntelsekunden vor dem Eintritt in die Zeitlosigkeit, sich selbst durch eine Schutzschirmstaffel zu schützen, die ihr einige Sekunden mehr Zeit für Gegenmaßnahmen einräumten.
Perry Rhodan ist mittlerweile in seiner Kabine eingesperrt. Die Tür hat sich geschlossen und lässt sich nicht mehr öffnen. Rhodan schläft ein. Als er erwacht, schwebt Gucky über ihm. Doch Rhodan erkennt sofort, dass es nicht der echte Gucky ist. Jemand liest seine Gedanken und zeigt sich ihm in verschiedenen Gestalten. Mory Rhodan-Abro, Ribald Corello, Mirona Thetin, ein ganzes Kaleidoskop an Figuren aus seinem Leben! Rhodan ist genervt und er fordert das fremde Wesen auf, sich zu erkennen zu geben. Der Fremde lacht. Es bleibe viel Zeit einander kennen zu lernen.
Schließlich zeigt sich das Wesen als spinnenartige Kreatur. Das Wesen will Rhodan und behauptet, das Rhodan es kennen würde, zumindest einen Teil. Das Wesen verrät, dass es die Zeitanomalie geschaffen habe und dass es einst ein Roboter war, der im All entsorgt wurde. Der Roboter wurde von der Prior-Welle der Soberer getroffen und veränderte sich. Es entwickelte Intelligenz. Nun möchte das Spinnenwesen seine Einsamkeit beenden, am Erfahrungsschatz von Rhodan partizipieren und mit Rhodan dessen umfängliche Erinnerungen diskutieren. Rhodan ist wenig angetan von der Vorstellung, die Ewigkeit in der Anomalie zu verbringen und sagt dem Spinnenwesen den Kampf an. Er wird ausgelacht. Die Tür öffnet sich und Rhodan sieht sich auf dem Gang vor seiner Kabine stehen, in der Zeit erstarrt. Ohne Körper, sagt das Wesen, kannst Du mich nicht bekämpfen.
Unterdessen kämpft Mikru in der Enklave gegen die Zeitanomalie. Ein Schutzschirm nach dem anderen bricht zusammen. Von den früheren Piloten meldet sich der Lare Numenkor-Bolok und behauptet eine Lösung zu haben. Er opfert sich und die Energie seines Bewusstseinsinhalts wird zur Stärkung der Schirme verwendet. Mikru gewinnt dadurch mehr Zeit und erkennt, dass Rhodans Gedanken aktiv sind. Sie kann einen Teil von Rhodans Gedanken isolieren, so dass die Spinne nichts mitbekommt und Kontakt zu Perry aufnehmen.
Die Spinne demonstriert Rhodan, dass sie ihn jederzeit töten könnte, es aber nicht täte, da sie ihn ja benötigt. Rhodan erkennt, dass er nur aus der Anomalie entkommen kann, wenn er sterben würde. Wenn es ihm gelänge, der Anomalie zu entkommen, dann soll die Spinne sie ziehen lassen, schlägt er seinem Gegner vor. Die Spinne willigt ein. Mikru leitet auf Rhodans Befehl die Selbstzerstörung von MIKRU-JON ein. Das Schiff würde dadurch zum Zeitpunkt des Einfrierens in die Zeit zurückgeführt. Die Zerstörung würde also faktisch nicht stattfinden. Das Vorhaben gelingt. Die Spinne ist von Rhodans Plan fasziniert und lässt die MIKRU-JON frei.

Rezension:
Die Spielzeit der 11 Kapitel beträgt knappe 70 Minuten. Die Stimme des Sprechers ist sehr angenehm. Allerdings verändert Tom Jacobs in den Dialogen seine Stimme je nach Person. Das Ergebnis ist nicht immer gelungen, insbesondere Rhodans Stimme klingt gepresst und zuweilen abgehakt.
Die Geschichte von Christian Montillon offenbart gleich zu Beginn mehrere Logik-Fehler. So beobachtet Rhodan, dass nur er selbst nicht vom Zeitablauf betroffen scheint und alle Gegenstände wieder den Ursprungszustand einnehmen, wenn er sie bewegt hat. Beispielsweise eine Decke oder ein Kissen auf seinem Bett. Dennoch gelingt es ihm, in die Kabine zurückzukehren und den Serun und den Anzug der Universen anzuziehen und sich darin zu bewegen. Später schließt sich die Tür seines Quartiers, die vorher offen war. Das passt nicht zusammen. Zwar war Rhodan zu diesem Zeitpunkt bereits ebenfalls in der Zeit erstarrt, dennoch hätten die rein auf der Bewusstseinsebene ablaufenden Ereignisse ebenfalls folgerichtig sein müssen, bzw. Rhodans Schlussfolgerungen der beobachteten Ereignisse hätten anders ausfallen müssen.
Auch die Selbstzerstörung des Schiffes hätte Mikru aus der Enklave nicht initiieren können, denn das Schiff war ja in der Zeit erstarrt. Abgesehen davon, hätte auch die Explosion nicht stattfinden können, da ja keine Zeit verging. Im Übrigen muss man sich fragen, warum Schutzschirme durch das Einfrieren in der Zeit kollabieren. Hätten die Schirme nicht ebenfalls ewig halten müssen? Schlüssig war das alles nicht, was Christian Montillon da aufgeschrieben hat.
Der Dialog zwischen Rhodan und der Spinne war im Nachhinein analysiert wenig ergiebig. Im Grunde genommen lebte dieser Part lediglich von den Erinnerungen Rhodans an frühere Ereignisse, die von der Spinne extrahiert wurden. Interessanter war dagegen das Geschehen um Mikru. Der Autor versucht sich an der Darstellung der Abläufe innerhalb des Schiffscomputers. Rechenoperationen laufen in Bruchteilen von Sekunden ab, Mikru überdenkt in winzigen Zeiteinheiten dutzende von Strategien und Gegenmaßnahmen. Diesen Teil des Romans hätte Christian Montillon noch stärker in den Vordergrund der Handlung rücken müssen.


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