Articles for the Month of Mai 2012

Ansichten zu PR 2649

Die Baumeister der BASIS – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Protektor Kaowen wird von QIN SHI zum Rapport geladen. Über ein Transitparkett wechselt der Xylthe an einen ihm unbekannten Ort. Eine Zylindersäule dominiert den Raum. In deren Oberfläche entsteht ein perfektes Abbild seines eigenen Gesichts. Von früheren Begegnungen weiß Kaowen, dass die SI ihrer Erscheinung immer das Abbild ihres Gegenübers gibt. Die Präsenz der SI setzt dem Protektor stark zu. QIN SHI manifestiert sich in seinen Gedanken und zwingt ihn über seine Fehler nachzudenken. Außerdem zeigt ihm die SI ihre Verzweiflung, denn sie benötigt dringend Energie, da der Einsatz der Weltengeißel mehrmals durch den Verzweifelten Widerstand gestört wurde. QIN SHI tötet Kaowen und nimmt dessen Geist in sich auf. Kaowen wird Zeuge, wie die Weltengeißel mehrere Welten entvölkert. Nachdem sich die SI so kraftvoll präsentiert wie lange nicht mehr, wird der Protektor entlassen und erwacht in einem seiner Klonkörper.
In einem Fragment der BASIS ist die Gruppe um Trasur Sargon und Erik Theonta bemüht den Invasoren aus dem Weg zu gehen und gleichzeitig Wasser und Nahrung zu finden. Zur Gruppe gehört auch Tino, ein Verbrecher von Stiftermann III. Tino ist drogenabhängig, sein Vorrat an Sogo-Kraut geht zu Ende. Den Mitgliedern seiner Gruppe bringt Tino nur Verachtung entgegen, zudem hält er sich im Hintergrund und überlässt den anderen die Drecksarbeit. Dennoch sind seine Sinne scharf genug, um in dem sich ständig ändernden BASIS-Fragment eine Gefahr zu spüren. Er kann seine Begleiter rechtzeitig warnen, wird aber selbst schwer verletzt. Sein Drogenrausch hilft ihm über die ersten Schmerzen hinweg. Wie die Terraner auch, kämpfen im gleichen Fragment Xylthen, Dosanthi und Badakk ums Überleben. Erste Überlegungen werden angestellt, um mit der anderen Partei zumindest einen Nichtangriffspakt auszuhandeln.
Die Terraner müssen vor den stetigen Veränderungen des Fragments fliehen. Wände entstehen aus dem Nichts, Gänge werden schmaler oder verschwinden ganz. In einem ehemaligen Mannschaftsquartier kann sich die Gruppe längere Zeit verbarrikadieren. Tinos Zustand verschlechtert sich. Seine Droge ist aufgebraucht, seine Verletzung bricht voll durch und er leidet unter schweren Entzugserscheinungen. In seinem Fieberwahn gibt er unfreiwillig Dinge aus seinem Verbrecherleben preis, die er seinen Begleitern lieber verschwiegen haben wollte. Die Ablehnung ihm gegenüber wird noch größer. Trotzdem wird er von Marie-Louise Sak, einer Lebensmitteltechnikerin gepflegt.
Nach einem Monat muss die Gruppe weiterziehen. Tino ist mittlerweile einigermaßen auf die Beine gekommen. Unterwegs wird die Gruppe angegriffen. Tino schleicht sich in den Rücken der Gegner und kann einen Xylthen töten. Plötzlich ertönt eine Lautsprecherstimme, die erklärt, dass sich die Konfiguration Phanes in einem entscheidenden Stadium befindet. Die Sicherheit anwesender Lebewesen kann nicht garantiert werden. Mitten auf dem Gefechtsfeld erscheinen zwei Humanoide in langen Kutten. Die beiden Fremden ignorieren die kämpfenden Parteien und machen sich an einem Schaltpult zu schaffen. In der Folge unbekannter Manipulationen lösen sich Wände, Decken und Einrichtungsgegenstände auf, verwirbeln in Energiefontänen, aus denen neue unbekannte Aggregate entstehen.
Kaowen hat seinen Platz wieder eingenommen. Die Invasionsvorbereitungen Escalians schreiten voran. Riesige Flottenverbände werden zur Werft verlagert. Gigantische Sphären aus Chanda-Kristallen formieren sich. Auch die BASIS-Fragmente werden von gigantischen Sphären umschlossen. Die Badakk wollen so Einfluss auf das Trägerschiff nehmen.
An Bord der BASIS gelingt es Tino, die Aufmerksamkeit einer der vielen regelmäßig erscheinenden Kuttenträger auf sich zu ziehen. Der Fremde bezeichnet sich und seinesgleichen als Raphaeliten. Tino trotzt dem Wesen eine Unterstützung beim Verlassen der BASIS ab. Allerdings müssen alle Lebewesen, also auch die Angehörigen der QIN SHI-Garde das Schiff verlassen. Mit den Außerirdischen kommt es zu einer Übereinkunft. Die Raphaeliten geleiten die Überlebenden auf einen Teil der BASIS, das zu einem Raumschiff umgebaut wurde und das nicht Teil des Multiversum-Okulars sein würde.
Kaowen beobachtet derweil, dass die Bemühungen der Badakk wohl ohne Erfolg blieben. Aus der BASIS sind zwei kugelförmige Objekte entstanden. Das eine mit einem Durchmesser von 12,5 km, das andere Objekt mit einem Durchmesser von knapp 6 km.
Auf dem BASIS-Fragment läuft die Evakuierung. Durch einen energetischen Schlauch werden die überlebenden Terraner, insgesamt ca. 70 Personen und dazu 150 Wesen der Gegenseite von den Raphaeliten an einen anderen Ort gebracht. Doch die QIN SHI-Garde spielt ein falsches Spiel. Während sich die Terraner vorerst in Sicherheit wiegen, schlägt einer der Dosanthi mit einer Panikattacke zu, um die Terraner wehrlos zu machen, während seine Kameraden die Waffen ziehen.

Rezension:
Es ist 35 Wochen her, als wir zuletzt von der kleinen Gruppe BASIS-Überlebender gelesen haben. Standen anfänglich der Ertruser Trasur Sargon und der Kommandant Erik Theonta im Mittelpunkt der Erzählung wurden danach die Erlebnisse aus Sicht der pubertierenden Jugendlichen in Gestalt der Scharlach-Roten und der Zwillinge geschildert. Michael Marcus Thurner konzentriert sich auf ein weiteres Mitglied der Gruppe. In der Ich-Erzählform bedient sich der Autor dabei einer sehr anrüchigen Figur. Tino ist ein drogensüchtiger Verbrecher von Stiftermann III, den es auf die BASIS verschlagen hat. Solange er seine Drogen konsumiert ist er schmieriger selbstgefälliger und bisweilen größenwahnsinniger Mensch. Nachdem seine Drogen aufgebraucht sind und er im Entzug ist, ändert sich an seinem Verhalten eigentlich nicht viel. Er ist zwar nun auf die anderen Mitglieder der Gruppe stärker angewiesen aber seine Geringschätzung, die er den anderen gegenüber empfindet wird trotz der Hilfe, die sie ihm angedeihen lassen, kaum geschmälert.
Die Figuren Thurners durchleben Höhen und Tiefen. Die Entbehrungen, die sie erleiden müssen und die permanente Bedrohung sind sicherlich ausschlaggebende Elemente, die ihr Handeln und ihre Emotionen ausreichend erklären. Dazu ein drogenabhängiger, im zweiten Part auf Entzug stehender Verbrecher, der von einer Samariterin gepflegt und gehasst wird. Thurners Geschichte wartet mit einem beeindruckenden Repertoire auf und lässt keine wie auch immer geartete Entwicklung an den Figuren missen. Das war in der Menge dann doch etwas übertrieben. Nichtsdestotrotz sind mir Thurners Figuren allemal lieber gewesen als die glattgeleckten oder apathischen Terraner der Sol-Ebene.
Ansonsten muss leider mal wieder festgehalten werden, dass ein erneut inhaltsschwaches Exposé verarbeitet werden musste. MMT stellt das geschickter an als CM letzte Woche. Die Wiederholungen werden einigermaßen geschickt verpackt, die Charaktere funktionieren bis auf die Sex-Szene zwischen Tino und Marie-Louise weitgehend widerspruchsfrei. Die Protagonisten standen beinahe permanent unter Spannung, so dass ein guter Erzählfluss zustande kam.
Die kleinteilige Geheimniskrämerei dieses Zyklus geht allerdings unvermindert weiter. Aus 1 Raphael werden x Raphaeliten. Aus 1 BASIS werden das Multiversum-Okular (was auch immer das ist) und 1 Raumschiff. Diese Vorgänge werden von den üblichen Phrasen wie Konfiguration Phanes, Thanatos-Programm oder Wiedergeburt begleitet. Begriffe, die uns seit 1 Jahr begleiten, die hin und wieder in den Heften eingebaut werden, so als wäre damit alles gesagt und die Autoren sich im Geiste gegenseitig auf die Schulter klopfen, wie geschickt sie doch die Spannung aufrechterhielten. Tatsache ist, dass das Ganze unendlich ausgelutscht wurde und natürlich ist die Taktik, die Uwe Anton verfolgt nicht zu übersehen. Nach dem Lückenfüller vergangene Woche darf auch Michael Marcus Thurner kaum zyklusrelevante Informationen von sich geben. Durch diese Durststrecke soll der Halbzeitband 2650 des Expokraten noch aufgewertet werden.
Was also erwartet uns nächste Woche? Ein paar der o.a. Phrasen werden von Uwe Anton gnädiger Weise behandelt und natürlich neue Geheimnisse eingebaut, denn es müssen weitere 50 Bände bis zum Showdown überbrückt werden.

 

Ansichten zu PR 2648

Die Seele der Flotte – von Christian Montillon – Handlung:
In der MIKRU-JON wird ein früherer Pilot des Museumsraumers aus dem Bewusstseinspool des Schiffes getrennt und mit einem Körper versehen. Der Pilot hat Probleme, sich zu erinnern. Es könnten tausende von Jahren vergangen sein. Schließlich fällt ihm sein Name ein, Numenkor-Bolok. Mikru zeigt ihm sein Ebenbild. Er ist ein Lare. Numenkor-Bolok erkennt, dass sich andere Wesen an Bord befinden. Er betrachtet Perry Rhodan, Nemo Partijan, Ramoz und die anderen als Konkurrenten. Als Teil des ewigen Informationsstroms des Schiffes hat er erkannt, dass die Fähigkeiten des Museumsraumers lange Zeit vergeudet wurden. Er wird eine neue Ära einläuten und will die Rivalen um den Posten des Piloten ausschalten.
Es ist eiskalt in der Zentrale der MIKRU-JON, als Rhodan wieder das Bewusstsein erlangt. Die unbekannte mentale Stimme, die sich an ihn und Ramoz gewandt hatte, ist nicht mehr zu vernehmen. Die MIKRU-JON hängt weiterhin in dem seltsamen Raum, der mit einer gewaltigen Wolke aus Hyperkristallen angefüllt ist, fest. Zwischen den Staubschwaden aus blauen Chanda-Kristallen zeichnen sich die schemenhaften Reflexe tausender Schiffe ab. Bis auf Nemo Partijan, Gucky und Rhodan sind alle anderen Besatzungsmitglieder des Obeliskenraumers nach wie vor bewusstlos. Der Wissenschaftler scheint von den Hyperkristallen fasziniert zu sein. Er bezeichnet die Kristalle als Schlüssel. In Rhodan reift der Entschluss an Bord des fremden Schiffes zu gehen, an den die MIKRU-JON angedockt hat, um die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.
Als auch Ramoz zu sich kommt, entsteht in der Zentrale ein Holo mit dem Abbild eines fremden Wesens, das sich unter einer Kutte verbirgt. Die Erscheinung erinnert Rhodan an die Oracca, die er im Verzweifelten Widerstand kennengelernt hat, nur dass dieses Wesen größer zu sein schien. Der Fremde fordert Ramoz auf zu erklären, wie er den Kalten Raum gefunden und warum er Fremde mitgebracht hat. Ramoz kann sich jedoch nicht erinnern. Der Fremde kündigt an, dass er herausfinden will, ob Ramoz der sei, der er vorgibt zu sein. Dann löst sich das Holo auf. Der Zustand der MIKRU-JON verschlechtert sich. Die SERUNS funktionieren nicht mehr und Nemo Partijan, der sich vor Schmerzen am Boden krümmt und immer wieder von einem Schlüssel spricht, fordert die anderen auf, zu ihm zu kommen und ihn zu berühren. Ramoz und Rhodan brechen bewusstlos über dem Wissenschaftler zusammen.
Als nächstes beobachtet Rhodan eine fremde Gestalt, die im Antigravschacht nach unten schwebt. Er folgt dem Fremden, wird aber von den beweglichen Wänden des Schiffes an der Verfolgung gehindert. Schließlich gelingt ihm der Wechsel an Bord des fremden Raumers. Er folgt Symbolen, die ihn tiefer in das Schiff führen, wo er schließlich auf den Kuttenträger trifft, der ihn begrüßt und mit Ramoz anspricht. Als Rhodan erklärt, nicht Ramoz zu sein, will der hochgewachsene Oracca seine Identität prüfen. Die ganze Szenerie erscheint Rhodan sehr unwirklich. Als er auf einem Operationstisch liegt, verwandelt sich der Oracca für kurze Zeit in Nemo Partijan. Nachdem der Oracca wieder erscheint, führt er Rhodan tiefer in das Schiff. In Spiegeln erkennt Rhodan seine Gestalt. Er sieht aus wie Ramoz. Nichts scheint wirklich zu sein. Er fordert den Oracca auf, ihn zu den Kristallen zu bringen. Unterwegs wird Rhodan von einem Laren angegriffen. Er kann den Gegner abwehren. Während Numenkor-Bolok in der Zentrale der MIKRU-JON zu sich kommt, ist Rhodan sicher, dass alles nur ein Traum ist. Schließlich erreichen sie eine kleine Schaltzentrale. Der Oracca verschwindet und an seiner statt erscheinen Nemo Partijan und Ramoz. Der Wissenschaftler behauptet, dass dies nicht die Realität sei. Er führt Rhodan und Ramoz zu einem Transmitter. Als sie hindurchtreten sind sie wieder in der Realität und an Bord der MIKRU-JON.
Nemo Partijan behauptet den Schlüssel gefunden zu haben. Dazu müssten sie erneut an Bord des fremden Schiffs. Diesmal in der Realität. Er hat erkannt, dass die Kristalle die Energie der Flotte in sich binden. Er könne diese Energie wieder zurückführen. Zurück an Bord des Schiffes nimmt der Wissenschaftler die notwendigen Schaltungen vor. Rhodan wundert sich einmal mehr, warum der Stardust-Wissenschaftler die fremden Anlagen bedienen kann. Als die Kristalle sich formieren erkennt Nemo, dass zu viel Zeit vergangen ist. Die Energie reicht gerade mal für ein Schiff. Nemo behauptet, dass er über die Kristalle Zugriff auf die Fernortung des Schiffes bekommen hat. An der Werft APERAS KOKKALA, zu der eine Schleuse aus dem Kalten Raum führt, sei der Umbau der BASIS fast abgeschlossen. Rhodan werde dort gebraucht. Ramoz und Mondra bleiben auf dem Schiff zurück. Bevor die MIKRU-JON das Miniaturuniversum verlässt hilft Rhodan Numenkor-Bolok. Er tötet den ohnehin im Sterben liegenden Laren und sorgt somit dafür, dass dessen Bewusstseinssplitter zurück in den Informationspool des Obeliskenraumers gelangen kann.

Rezension:
Ein schwaches Exposé, das Christian Montillon zu einem Roman verarbeiten musste. Am Ende bekommt Rhodan die Flotte (vorerst) nicht, die er so gerne gehabt hätte und Nemo Partijan bekommt urplötzlich den Anstrich des Geheimnisvollen verpasst.
Um dieses Ziel zu erreichen schuf der Autor einen Laren, der aus unerfindlichen, äh hyperphysikalischen Gründen aus dem Bewusstseinspool von MIKRU-JON gelöst wurde und aus gleichen unerfindlichen, ´tschuldigung hyperphysikalischen Gründen mit einem organischen Körper versehen wurde. Als Bewusstseinssplitter ist sich der Lare anschließend seiner Selbst soweit bewusst, dass er mordend durch die Gegend zieht, zumindest in einer Traumwelt. In der gleichen Traumwelt sind Rhodan und Ramoz unterwegs. Diese Traumwelt kann Partijan beeinflussen und die Beteiligten in die reale Welt zurückführen. Immerhin hat er sich was ausgedacht, der Autor, könnte ich jetzt sagen, auch wenn es nicht besonders originell war. Wenn Filmemachern und Theaterschaffenden nichts mehr einfällt, zeigen sie zumeist viel nackte Haut. Wenn Perry Rhodan-Autoren nichts einfällt, dann werden die handelnden Figuren in Traumwelten versetzt oder durch irgendwelche unbekannten, ´tschuldigung hyperphysikalische Einflüssen in ihren Handlungen soweit beeinträchtigt, dass es irgendwie nicht mehr vorrangeht mit der Geschichte aber letztlich 60 Seiten gefüllt sind und das ganze Elend auf die nächste Woche vertagt wird.
Der Roman entwickelt sich zum Ende hin zu einer Wundertüte. Da sind die Fähigkeiten, die Partijan urplötzlich entwickelt und nicht erklärt werden, die Fernortung des Schiffes, das problemlos aus dem Mikru-, äh Mikrouniversum die Werft beobachten kann, eine Schleuse, die direkt zum Schauplatz der nächsten Woche führt und so manches an Ungereimtheiten mehr.
Herausgekommen ist also ein schwer zu lesender Roman mit einer Mischung aus realen Erlebnissen und Traumsequenzen. Zu dieser Melange rührt der Autor unermüdlich kryptische Botschaften und nervige, weil in der Regel nichtssagende Auskünfte der Beteiligten. Da schafft es also eine hochstehende Technologie tatsächlich mehrere tausend Raumschiffe in einem Miniaturuniversum über Äonen zu konservieren und den Ankömmlingen dann ein Holo zu projizieren (Energie muss also vorhanden sein) und verpasst es einfach eine klare Botschaft zu hinterlassen.
Nun ja, dieses altbekannte Element wird in der Serie seit Band 1 beginnend immer wieder eingesetzt und so alle 20 bis 30 Romane empfinde ich es eben als nerv tötend. Und zu guter Letzt auch eine Wiederholung von mir: Nächste Woche kann es nur besser werden!

Ansichten zu PR 2647

Der Umbrische Gong – von Leo Lukas – Handlung:
Im Zoo von Terrania gerät die kleine Gruppe von Widerständlern in einen Hinterhalt, dem Urs von Strattkowitz zum Opfer fällt. Sharoun Beffegor wirft sich in einen Abflussgraben und duckt sich unter den Schallwaffen der Fagesy. Die Schlangensternwesen schießen jedoch auf den plötzlich aufgetauchten Schatten. Der Fremde zieht die Aufmerksamkeit der Angreifer auf sich. Dies gibt der Ex-TLD-Agentin die Chance, sich unbehelligt vom Ort des Geschehens zu entfernen.
Auf dem Weg zum vereinbarten Rückzugsort am Giraffengehege gabelt sie noch den Mattenwilly Snacco auf und beide treffen schließlich mit Barisch Chada und dem Fagesy Oachono zusammen, der von seinen Fesseln befreit ist. Chada informiert sie über seine Rettung durch die ehemalige Geisel. Plötzlich erscheint der Schatten und gibt sich als Toufec zu erkennen. Der Fremde gibt zu verstehen, dass er der Gruppe nicht immer helfen könne. Er sei nur ein Emissär, ein Vorbote, der die Ankunft von Rhodan vorbereiten würde. Die Gruppe geht in den Untergrund von Terrania. Sharoun Beffegor sucht Hilfe bei der TLD-Agentin Undine Comerell, mit der sie vor Jahren die Ausbildung zusammen gemacht hatte.
In der Solaren Residenz werden die Aufzeichnungen der Attacke Toufecs im Dolan Memorial Park von Marrghiz analysiert. Er gibt das Ziel aus, den Schatten unbedingt zu fassen. Insbesondere Riordan fühlt sich herausgefordert und ersinnt einen Plan.
Reginald Bull im Kastell ist von seiner Rolle wenig angetan. Am liebsten würde er schnellstmöglich nach Terra zurückkehren. Die Schläfer der BOMBAY werden noch immer behandelt, ohne Fortschritte. Die Nanomaschinen wurden untersucht. Diese Technologie scheint nicht von den Fagesy zu stammen, da sie deren Technologielevel übersteigt. Nachtaugs Beisohns Genesung schreitet voran. Adams, der auf der Erde weilt, informiert Bull über die neuesten Entwicklungen. Die Position der Abwesenden Freunde würde sich ständig verbessern. Toufec stellt für die beiden Unsterblichen ein Rätsel dar. Adams fordert die LADY LAVERNA mit Don Monwiil zu einem Einsatz an.
Auf Terra findet am 18. November 1469 NGZ die erste Sitzung des Umbrischen Rats statt. Die Veranstaltung gerät zur Farce. Vor 3000 geladenen Gästen, in der Mehrzahl Jugendliche, verkündet Anicee ein neues Staatswesen mit dem Namen Republik Formatiertes Terra Umbra, abgekürzt FTU. Sie ruft die Jugendlichen auf, sich auf Saypor formatieren zu lassen. Sol würde vorerst so bleiben und die Kunstsonnen würden in der Leistung zurückgefahren werden, um eine rote Sonne zu simulieren. Zudem würde an prominenter Stelle der Umbrische Gong errichtet werden.
Über ein Transitparkett werden Bauteile geliefert, die zusammengesetzt eine kreisförmige Scheibe von elf Meter Durchmesser ergeben. Der Umbrische Gong wird über der Solaren Residenz stationiert und schlägt schließlich das erste Mal. Der Klang erreicht nur Menschen und beeinflusst deren Gehirne. Auch Toufec hört den Umbrischen Gong. Sein Dschinn Pazuzu konstruiert für ihn Ohrstöpsel, die die Schwingungen ausfiltern und ihn vor Beeinflussung schützen.
Unterdessen ist Riordan auf die Spur der Widerstandsgruppe gekommen. Der Kontakt zu Undine Comerell hat ihm die entscheidende Information geliefert. Er benutzt ein psibegabtes Kind, um den Aufenthaltsort der Gruppe auf einer Raumstation ausfindig zu machen. Doch sein Einsatzkommando kommt zu spät. Undine Comerell ist auch Mitglied von Adams Geheimorganisation und die Widerstandsgruppe kann mit der LADY LAVERNA entkommen.
Als der Umbrische Gong das nächste Mal schlägt und den Menschen ein besänftigendes Gefühl vermittelt, lässt Toufec das Gebilde vernichten. Marrghiz trifft sich mit Riordan, als plötzlich eine Trividsendung ausgestrahlt wird. Phaemonoe Eghoo überträgt ein Exklusiv-Interview mit Toufec. Der Fremde teilt mit, den Umbrischen Gong zerstört zu haben, außerdem berichtet er von QIN SHI, die ihre Hand nach dem Solsystem ausstrecken würde. Toufec teilt weiter mit, dass die Rettung naht. Rhodan wäre bereits im Solsystem. Diese Nachricht schlägt ein wie eine Bombe. Die Menschen brechen überall in Jubel aus.
Toufec lässt von seinem Dschinn ein kleines Raumschiff erschaffen. Er und Phaemonoe Eghoo gehen an Bord und verlassen Terra, um Rhodan entgegenzufliegen. Im Kastell erreicht Bull eine Nachricht im alten Morsekode. Hier ist die TOLBA. Bitte um Einflugerlaubnis. Gezeichnet Rhodan. Eine transparente 110 Meter durchmessende Sphäre, in der eine kleinere Kugel mit 75 Meter Durchmesser eingebettet ist, legt am Kastell an.

Rezension:
Den Einstieg in seinen Roman wählt Leo Lukas sehr geschickt. Er greift die Geschehnisse im Zoo von Terrania auf, als die kleine Gruppe von Widerständlern um Barisch Chada in einen Hinterhalt geriet. Dass Barisch Chada und der Fagesy Oachono vorerst entkommen konnten wissen wir aus dem Roman von Verena Themsen. Leo Lukas schildert die Ereignisse nun aus der Sicht von Sharoun Beffegor. Diesen Einstieg und die Ankündigung Toufecs, der vorgibt im Auftrag Rhodans tätig zu sein, kann man als gelungen bezeichnen.
Es folgt eine Vielzahl an kleineren Szenen, denen es irgendwie an einem Zusammenhalt mangelt. Wie schon im Roman der Vorwoche sind die einzelnen Erzählstränge lesenswert und gut geschrieben aber letztlich fehlt es einfach an einer den Roman beherrschenden spannenden Story.
Der Invasionsplot krankt weiterhin am völligen Fehlen von nachvollziehbaren Folgen der geschilderten Handlungen. Oder anders ausgedrückt, die beschriebenen Ereignisse, nämlich Entführung des Solsystems, Auswirkungen der Anomalie, Ausknipsen der Sonne, Entführung der Jugendlichen, die Gehirnwäsche dieser Terraner, die Besetzung der Erde, die Zerstörungen durch Angriffe der Nanomaschinen, die Bluttaten der Fagesy, die Veränderung der Kunstsonnen, und und und entfalten keine Nachhaltigkeit in der Gesellschaft der Terraner.
Jedes Ereignis, dass von den Autoren geschildert wird, entfaltet allenfalls eine temporäre Empörung, die zudem lokal begrenzt ist. Die unmittelbaren Reaktionen der Beteiligten sind in etwas so, wie man es erwarten kann. Empörung, Wut, Ärger, Ohnmacht etc. werden kurz bei einzelnen Figuren geschildert. Dazu ein paar wütende Blicke anderer Beteiligter. Der Rest der Menschheit befindet sich trotz fortschrittlichster Berichterstattung und Aufklärung in einem geradezu lächerlichen Zustand der Agonie. Es gibt keine Regierungsmitglieder, die sich, mit welchen Ansichten auch immer, an die Bevölkerung wenden. Keine Opposition, die gegen die Besatzer rebelliert, keine Demonstrationen aufgebrachter Bürger, keinen effektiven Widerstand, keine Kundgebungen der Eltern der formatierten Jugendlichen, keine Nachrichtensender, die diesen Eltern Gehör verschaffen oder die offen zum Widerstand aufrufen. Stattdessen werden die Autoren nicht müde, den „normalen“ Alltag einer Gesellschaft zu schildern, die ihren Höhepunkt offensichtlich längst überschritten hat.
Auswirkungen und nachhaltige Wirkungen auf die Gesellschaft treten nicht ein, bzw. werden diese Effekte von den Autoren nicht geschildert. Hin und wieder wird auf ein bestimmtes zurückliegendes Ereignis reflektiert, jedoch ohne Tiefgang und ohne die Folgen intensiv zu beschreiben und sich mit dem Geschehen echt auseinanderzusetzen. Dadurch wirkt diese Handlungsebene trotz interessanter Elemente leider insgesamt sehr unglaubwürdig, um nicht zu sagen stümperhaft. Das Hauptaugenmerk richten die Autoren auf die üblichen rätselhaft anmutenden Zutaten. Einen Schatten, eine Geheimorganisation, ein seltsames Fremdwesen, ein geheimnisvolles Raumschiff mit einer ebenso geheimnisvollen Botschaft.
Ich bin mir bewusst, dass die Handlungen in der Serie aus Sicht der agierenden Figuren geschildert werden müssen und ein Epos über gesellschaftliche Auswirkungen wohl keine Käufer finden würde. Nichtsdestotrotz ist der Hintergrund nach wie vor die Bühne, auf der diese Einzelfiguren ihre Darstellung abliefern. Und dieser Background ist von den Autoren zu wenig durchdacht.