Articles for the Month of April 2012

Ansichten zu PR 2645

Die Stadt ohne Geheimnisse – von Wim Vandemaan – Handlung:
Shamsur Routh hat Anboleis, die Stadt ohne Geheimnisse, erreicht. Während sich die fliegende Landschaft Vae-Bazent wieder entfernt, dringt der Journalist zwischen die gläsernen Daakmoy tiefer in die Stadt ein. Selbst das Gras in den Anlagen scheint aus Glas zu sein. Nur schemenhaft erkennt Routh Bewegungen in den teils in schwindelerregender Höhe aufragenden Geschlechtertürmen der Sayporaner. Die Stadt ist riesig und seine Chancen Anicee zu finden sind gering. Nach Tagen, in denen er eine Begegnung mit Sayporanern vermeidet, trifft Routh die erste Terranerin. In dem kurzen Gespräch spricht die Jugendliche vom Erwachen des Neuroversums, dem sie entgegenfiebert.
Mit Pucs Hilfe findet Routh endlich eine junge Frau, die mit Anicee zusammen war, bevor sie Whya verließ. Chensit, so heißt das Mädchen, trägt keinen Blaustern mehr. Shamsur Routh kann nicht herausfinden, ob seine Beobachtung etwas mit der Formatierung zu tun hat. Chensit spricht in Saypadhi, der Sprache der Sayporaner. Anicee, so gibt sie Auskunft, würde bald mit dem Universalen Spainkon in Verbindung treten. Routh erfährt auch den Aufenthaltsort seiner Tochter. Der Geschlechterturm wird von Junkern bewacht. Routh zieht das Schemenkleid über, das er von Spiegelin 1113 Taomae vor ihrem Tod erhielt. Im Schutze des Symbionten kann er in das Gebäude schleichen. Das Gespräch mit seiner Tochter verläuft schwierig. Anicee hat sich sehr weit von ihm entfernt. Ihr Gehirn wurde empfänglich gemacht für das Universale Spainkon, dem kollektiven Gedächtnis der sayporanischen Kultur. Ein uraltes, alles umfassendes Archiv, das helfen wird, den Raum, in dem sie sich befinden zu einer neuen Heimat zu transformieren, ihn zum Neuroversum zu erheben. Bald wird Anicee im Daakmoy Spainkaud ihre Neuformatierung abschließen.
Shamsur Routh begibt sich zum Daakmoy Spainkaud. Mit einigen Schwierigkeiten kann er in den weitgehend leeren Geschlechterturm eindringen. Auf einer Ebene kommt er in Kontakt mit einem seltsamen Gebilde, das ihn an ein großes Organ, ein Gehirn erinnert. Routh wird in Gedanken Millionen Jahre in die Vergangenheit versetzt. Er beobachtet eine eigenartige Szenerie. Käferartige Wesen gehen seltsamen Tätigkeiten nach. Zu seinem Erstaunen trifft er in dieser unwirklichen Welt auf einen Terraner. Der Mann stellt sich als Zachary Cranstoun vor. Cranstoun erzählt ihm seine Geschichte. Er war Mitglied der BOMBAY-Expedition und kam bei einem Einsatz ums Leben. Sein Gehirn wurde in einem komplexen neuronalen System integriert, dem Totenhirn. Dieses Totenhirn schafft ein eigenes Universum, das Mnemoversum. Er und z.Z. auch Routh, sind Bestandteil dieses Mnemoversums. Cranstoun vermutet, dass es einen Grund gibt, warum Routh diesen Ort und diese Zeit im Mnemoversum aufgesucht hat. Hier sind womöglich entscheidende Informationen zum Verständnis der Zukunft gespeichert. Cranstoun und Routh lassen sich die entscheidenden Erinnerungen der Ahnen vor Augen führen.
Die Käferwesen, die sich Chaom nannten, herrschten über ein gewaltiges Sternenimperium. Eines Tages gelang ihnen die Integration eigener Hirnsubstanz in einer Positronik. Die Mentronik war geboren. Mentroniken wurden in Sternenschlachtschiffen eingebaut. Mit ihrer Hilfe wurde der Krieg gegen das Samdoranische Imperium gewonnen. Ein genialer Chaom, namens Bucphol, der eine eigene Manufaktur namens ALLDAR & IMMERFORT betrieb, konnte die Mentroniken entscheidend fortentwickeln. Die Totenhirne entstanden aus der Implantation und Vernetzung kompletter Gehirne. Das erste Totenhirn, das Bucphol schuf, erhielt den Namen Alldar. Die Totenhirne wurden immer selbständiger und integrierten bald auch Gehirne anderer Völker. Schließlich zogen die Totenhirne aus, um sich zu verbinden. Sie stießen bei ihren Reisen auf die Utrofaren, deren Zerebralstrukturen sie zur Orientierung in transdimensionalen Räumen befähigten. Und sie stießen auf die Ezuzareh, die an einer Septadim-Technologie arbeiteten. Alldar schuf eines Spezies namens Fagesy, eine Eingreiftruppe, die unter dem Namen Alldars Allgegenwärtige Vorhut bekannt wurde.
Schließlich stieg Alldar zu einer Superintelligenz auf. ALLDAR wählte seine Residenz im Orbit eines Schwarzen Lochs. Nachdem die SI im Laufe ihrer Existenz an einem Punkt gelangt ist, wo sie meint, alles gesehen und erlebt zu haben, beschließt sie zu sterben. Alle raumfahrenden Völker in der Umgebung des Schwarzen Lochs werden evakuiert. Zur Beerdigung reisen Zuschauer an. Darunter ist auch ein Vertreter eines neuen Volks, das einmal eine bedeutende Rolle spielen wird, die Sayporaner. Dann zündet ALLDAR das Schwarze Loch zu einem Quasar und stirbt. Die Fagesy tragen den Leichnam zu Grabe.
Shamsur Routh bekommt weitere Informationen aus dem Mnemoversum. Ein Fato’Fa erläutert, dass in ein bestehendes Universum implantierte neue Universum benötige einen Anker. Der Korpus einer SI könnte ein solcher Anker sein. Es werden jedoch etliche solcher Korpora benötigt. Shamsur Routh erkennt nun auch mit Cranstouns Hilfe, welche Aufgabe das erwachende Totenhirn der Brückenwelt hat. Es soll das Universum von innen lenken. Ein Universum mit einem Gehirn, ein Neuroversum. Wenn das nicht gelingt, wird die Anomalie untergehen und mit ihm das Solsystem.
Als der Journalist das Mnemoversum verlassen hat, sind vier Tage verstrichen. Puc kann ihn gerade noch rechtzeitig warnen. Sayporaner, Junker und Zofen sind ihm auf die Schliche gekommen. Trotz der Tarnung durch das Schemenkleid können sie ihn aufspüren. Routh entkommt knapp. Ein Funkspruch einer unbekannten Person führt in auf einem Platz in Anboleis. Ein kleines raketenförmiges Schiff landet. Routh kann sich in das Schiff retten, bevor die Verfolger ihn erreichen. Das Schiff startet und verlässt das sayporanische System. Zu seiner Überraschung gehört das seltsame Gefährt mit dem Namen ANÄIRY seinem Ziehvater Chourtaird. Der alte Sayporaner teilt ihm mit, dass Anicees Leben nicht in Gefahr sei. Sie sei zu wichtig für das Konzept der Akademie für Logistik auf Druh geworden. Chourtaird bezeichnet die Akademie auf Nachfrage Rouths als heimliche Regierung des Weltenkranzsystems und als Usurpatoren der sayporanischen Kultur. Die ANÄIRY fliegt nach Terra.

Rezension:
Einmal mehr hatte ich alle Mühe eine halbwegs verständliche Zusammenfassung von Wims Roman zu schreiben. Der Autor schreibt nicht einfach eine Geschichte mit dem üblichen Vokabular des Perryversums. Das wäre wohl zu einfach. Gerade die Erinnerungen, die Routh aus dem Mnemoversum erhält, haben es in sich. Für sehr viele typische Perry-Rhodan-Begriffe werden von Wim Vandemaan neue Begriffe und Vokabeln eingeführt. Die machen das Lesen nicht einfach aber hochinteressant.
Wim Vandemaans Roman beschäftigt sich nur teilweise mit der Welt der Sayporaner. Die Handlung entwickelt sich anfänglich sehr träge. Nicht nur, dass seine Figur Shamsur Routh bei der Suche nach seiner Tochter kaum Erfolge verbuchen kann auch der Schreibstil stellt dem Leser die eine oder andere kleine Falle. Vordergründig kommt Vandemaans Roman im Schreibstil seiner letzten Serienbeiträge daher. Allerdings sind uns die meisten Elemente, die er anfänglich beschreibt nicht mehr unbekannt und so tut man sich doch schwer, den ganzen Merkwürdigkeiten, die seiner Figur begegnen, noch etwas abzugewinnen. Im ersten Romandrittel beginnt beinahe jedes Kapitel, jeder Absatz, jede Szene mit irgendeiner Beschreibung aus der Stadt ohne Geheimnisse. Das war dann doch auf die Dauer etwas anstrengend. Die sehr verspielte Sprache ließ mich zuweilen an ein bekanntes Spottgedicht denken. „Dunkel war‘s der Mond schien helle …“ ist ein Sprachspiel, das von seinen offensichtlichen Widersprüchen lebt. Ähnlich, wenngleich nicht so drastisch sind Vandemaans Widersprüche in diversen Textstellen natürlich nicht, dennoch fanden sich gelegentlich regungslose Junker, die sich mal nach links mal nach rechts bewegten, verschlungene Pfade, die geradeaus liefen, Sayporaner, an denen Shamsur Routh vorbeikam, denen er aber nicht begegnete, durchsichtige Wände, die eingetrübt waren, etc.
Mit der Entdeckung Anicees bekommt der Roman eine Wende, die mit zunehmendem Verlauf an Faszination kaum noch zu überbieten war. Plötzlich und geradezu überfallartig versetzt uns der Autor mit seiner Geschichte in das Neuroversum, also in jenes Gebilde, das diesem Zyklus den Namen verleiht. Zeit wurde es ja, man stelle sich vor im Zyklus Kosmische Burgen wäre die erste Burg im Heft 945 erwähnt worden oder im Stardust-Zyklus wäre das Stardust-System im Heft 2545 mal genannt worden.
Der Roman war große Klasse. Weniger gut finde ich, dass Superintelligenzen eine immer größere Rolle spielen. Es gibt möglicherweise eine weitere SI zu vermelden. IMMERFORT heißt die Gute J. Natürlich nur, wenn sich aus der Manufaktur Bucphols auch der zweite Namensbestandteil zu einer SI entwickelt hat. Wenn das so weitergeht, dann könnte ich mir vorstellen, dass im Verlauf des Zyklus einige Perry Rhodan-Leser, die diesem Plot wenig abgewinnen können, eine neue Superintelligenz bilden. BINDANNMALWEG könnte Rhodan (der Serie) ziemlichen Schaden zufügen!

Ansichten zu PR 2644

Die Guerillas von Terrania – von Verena Themsen – Handlung:
Der Fagesy Chossom fordert vom Sayporaner Marrghiz mehr Härte gegen die Terraner. Immer wieder verschwinden Mitglieder seines Volks, während sie auf Patrouille sind. Marrghiz will jedoch keine Gewalt anwenden. Er hat andere Pläne. Sorge bereitet ihm allerdings, dass ein Transitparkett unautorisiert benutzt wurde. Der Sayporaner beauftragt Fydor Riordan, der nun den TLD führt, mit der Untersuchung.
Barisch Chada übernimmt eine Führungsrolle im Widerstand. Zusammen mit der Ex-TLD-Agentin Sharoun Beffegor, den beiden Studenten Eudo Misper und Xanno Piegasch sowie Bhacc, einem Robotdesigner und Snacco, einem Mattenwilly, plant er einen Anschlag auf die Besetzer. Beffegor setzt auf Unterstützung durch den Topsider Chakt-Vachtor, ebenfalls ein ehemaliger TLD-Agent und ihr früherer Ausbilder.
Der Topsider, der ein Antiquitätengeschäft führt, besorgt der Gruppe Materialien für Waffen. In der Wohnung von Barisch Chada lassen sich die Widerständler von Beffegor ausbilden. Fydor Riordan sucht wegen seiner Sammelleidenschaft für alte terranische Münzen Chakt-Vachtors Laden auf. Er wird von seiner Assistentin Kekolor, genannt „die Stille Ve“, begleitet. Die Halbferronin ist Mutantin und erkennt in den Gedanken des Topsiders den Namen von Beffegor, die bei Chakt-Vachtor Waffen gekauft hat.
Die Widerstandsgruppe hat als Anschlagsort eine Freizeitplattform zwischen den Zwillingstürmen des Terrania Silberbridge gewählt. Eine Gruppe Fagesy wird angegriffen, die den Luftraum von Terrania mit ihren Rüstgeleiten durchkreuzen. Beim folgenden Gefecht werden zwar mehrere Fagesy getötet aber auch Xanno und Bhacc sterben. Ein Fagesy wird gefangengenommen. Die Flucht gelingt nur, weil ein geheimnisvoller Schatten in das Geschehen eingreift. Fydor Riordan untersucht den Vorfall, kann aber über den Schatten nichts herausfinden.
Barisch Chada kann sich nach einiger Zeit mit dem gefangenen Fagesy, der sich Oachono nennt, unterhalten. Er wird mit dem Vorwurf konfrontiert die Terraner hätten den Leichnam von ALLDAR gestohlen. Oachono kommen im Laufe des Gesprächs ebenfalls Zweifel. Er berichtet von Ungereimtheiten, dass die Allgemeine Nachhut die Fagesy täuschen würde und dass sich eine Widerstandsgruppe, die Glückswaisen, gebildet hätte. Sharoun Beffegor erfährt vom Tod des Topsiders Chakt-Vachtor und will daraufhin den Gefangenen töten. Sie kann von dem Vorhaben abgebracht werden.
Die Gruppe will Oachono im Tausch gegen ein entführtes Kind freilassen. Minister Urs von Strattkowitz soll den Tausch arrangieren. Im Zoo von Terrania soll der Austausch stattfinden. Fydor Riordan, der von dem Treffen erfahren hat, stellt der Widerstandsgruppe eine Falle. Wieder greift der Schatten ein, trotzdem stirbt der Minister. Barisch Chada wird von Oachono durch ein Loch im Zaun des Affenreservats gezerrt. Der ehemalige Gefangene begleitet ihn auf der Flucht.
Riordan bekommt etwas mehr Informationen über den Schatten. Ein Bruchteil einer Nanomaschine konnte sichergestellt werden. Es entspricht keinem auf Terra bekannten Bauprinzip. Er wird vom Sayporaner Marrghiz darüber informiert, dass in elf Tagen die ersten Jugendlichen zurückkämen. Sie würden allerdings nicht in ihre Familien zurückkehren. Diese Bindungen hätten keine Bedeutung mehr. Vielmehr würden die Jugendlichen die Führung der Terraner übernehmen.

Rezension:
Verena Themsen setzt die Geschichte von Terras neuen Herren fort. Da diesmal nur 10 Wochen seit Hubert Haensels letzten Zeilen des Invasionsplots vergangen sind, gelang die Wiederaufnahme dieser Handlungsebene relativ problemlos. Verena Themsen hat zudem großen Wert darauf gelegt, den Einstieg für die Leser verträglich zu gestalten. Das erste Kapitel knüpft auf seinen knapp eineinhalb Seiten direkt an das letzte Kapitel von Hubert Haensel an und beschäftigt sich mit den beiden Machthabern Marrghiz und Chossom und den Meldungen über verschwundene Fagesy. Danach bringt die Autorin auf zwei Seiten den ebenfalls bereits bekannten Fydor Riordan ins Spiel bevor sie sich schließlich den Mitgliedern der Widerstandsgruppe zuwendet und damit das Hauptthema angeht.
Was kann man von einem Roman erwarten, der in den ersten Tagen nach der x-ten Besetzung Terras in der Serie spielt? Das ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Wesentlicher Faktor ist, wann im Zyklusverlauf die Besetzung stattfindet. Da die Okkupation zum Ende des ersten Drittels stattfand, werden wir wohl noch 40 bis 60 Hefte mit diesem Szenario auskommen müssen. Dieser Umstand diktiert also die Geschwindigkeit, mit der gegen die Besetzer vorgegangen wird. Der Roman von Verena Themsen konnte also eines mit Sicherheit nicht erfüllen: Einen Fortschritt in der Handlung!
Nach dem gelungenen Einstieg stellt uns Verena Themsen die Mitglieder des Widerstands vor. Hier hatte ich Probleme, mir zum einen die Namen und zum anderen die Lebensläufe der Figuren zu merken. Irgendwie konnte mich keine der Figuren in besonderer Weise ansprechen. Sie blieben relativ blass. Die Motive waren, wen wundert’s, natürlich immer gleich. Der „Ausflug“ in das Topsiderviertel hätte einem Reiseführer entstammen können und nicht einer Gruppe von Widerständlern, die gerade planen, Anschläge gegen die Besetzer auszuführen. So detailliert diese Schilderungen auch waren, sie passten einfach nicht ins Geschehen.
Danach schien es mir so, als würde gerade die Detailverliebtheit im Topsiderviertel ihren Tribut zollen, denn die weitere Planung des Anschlags wird recht zügig übergangen und wir befinden uns dann schon unmittelbar vor der Ausführung. Die folgenden Ereignisse, die mit dem Tod zweier Mitglieder der Gruppe enden, waren flott geschrieben aber irgendwie fehlte auch hier das Salz in der Suppe. Mitfiebern konnte ich mit den schwachen Figuren leider nicht. Wesentliches Problem an diesem Roman war leider auch die Vorhersehbarkeit der Ereignisse.
Leider bringt der Roman auch zu wenig Licht ins Dunkel der Aktivitäten der Sayporaner und Fagesy. Die etwas konfusen Dialoge aus Hubert Haensels Roman 2634 zwischen Marrghiz und Chossom werden insgesamt neu geordnet und bewertet. Viel ist es allerdings nicht, was uns die Autorin zur Zyklusfortentwicklung darreicht. Auch die Sayporaner wissen nicht, wer für die Versetzung des Sol-Systems verantwortlich ist. Interessanterweise scheint dieser Vorgang, ebenso wie der Diebstahl ALLDARS und die Verdunkelung der Sonne sie in ihren Plänen überhaupt nicht zu stören. Von daher könnten die Sayporaner trotz der Nutzung der Transittechnologie ein von den bisher bekannten Machtkonstellationen unabhängiger Faktor sein.
Soweit mein kurzer Ausflug in das Reich der Spekulation. Das Problem bei diesem Zyklus ist leider, dass selbst zum Spekulieren zu wenige Informationen vorhanden sind.

 

Ansichten zu PR 2643

TANEDRARS Puppe – von Christian Montillon – Handlung:
Endreas Konno hat den Flug an Bord der BASIS mitgemacht, als das Schiff in die Galaxis Chanda entführt wurde. An Bord einer Space-Jet gelingt dem Koch die Flucht. Seine Angst ist so groß, dass er sich in einem Wandschrank verbirgt. Von den Geschehnissen bekommt er daher nicht sehr viel mit. Irgendwann verlässt Konno sein Versteck. Er trifft nur noch auf Leichen, die durch einem grünblauen Energiefeld, das Teile des Schiffes durchzieht, von ihm getrennt sind. Von einem funktionierenden Servoroboter bekommt Endreas einige Informationen. Demnach wurde die Space-Jet beschossen und ist in einer Anomalie im Zentrum einer gigantischen Station eingedrungen. Hyperphysikalische Ereignisse unbekannter Art haben auf das Beiboot eingewirkt.
Das Zeitfeld scheint eine Folge dieser Ereignisse zu sein. Es hat Konno geschützt. Für ihn verging die Zeit langsamer als für alle anderen Flüchtlinge, die starben, als die Lebenserhaltungssysteme versagten. Konno kann schließlich mit Hilfe des Roboters eine Wohnkabine aufbrechen und sich zudem Zugang zur Küche verschaffen. Nun besitzt er genügend Vorräte. Seine Bewegungsfreiheit ist allerdings durch das Zeitfeld begrenzt.
Im Schauspielpalast hat Alaska Saedelaere die Geschichte der Superintelligenz gehört. Er fragt sich, ob er durch den Escaran zu einer Marionette TANEDRARS geworden ist. Auch ist seine Wahrnehmung der Bürger des Reichs der Harmonie zusehends eine andere geworden. Er spürt eine tiefe Vertrautheit mit den Escalianern. Er ertappt sich dabei, dass er damit begonnen hat, Carmydea Yukk, die Unharmonische, anders zu beurteilen. Die SI hat sich zurückgezogen und der Terraner wird zurück an Bord der DRUSALAI geleitet. Später bekommt er die Einladung zu einem Bankett. Auf dem Weg dorthin beobachtet Saedelaere, dass starke Flottenverbände zusammengezogen werden. Am Dinner nehmen Eroin Blitzer, der seine Tarnung aufgegeben hatte, als er Alaska zur Hilfe kam, Rhizinza Yukk, Carmydea und ihr Zwillingsbruder, Gardeleutnant Pridon und Rizinze Baron teil. Beim Anblick von Carmydea Yukk beschleichen den Terraner argwöhnische Gedanken. Da er beide Blickwinkel, den des Fremden und den des Harmonischen erlebt hat, kann er allerdings gegen diese Gefühle ankämpfen.
TANEDRAR beseelt erneut die Puppe Arden und setzt sich mit an die Tafel. Die Anwesenheit der SI macht den Beteiligten zu schaffen. Einzig Saedelaere, der sich mental mit TANEDRAR austauscht, bleibt gelassen. TANEDRAR macht dem Terraner ein Angebot. Seit geraumer Zeit entstehen im Reich der Harmonie Anomalien. Einige lösen sich nach einiger Zeit auf, andere bleiben stabil. Sie werden für Probeläufe einer unbekannten Waffe gehalten. TANEDRAR hält sie für ein Transportsystem, das mit einer uralten Hochtechnologie namens Polyport-System gekoppelt ist. Durch die Anomalien soll die Invasion des Reiches erfolgen. Der Feind ist die Superintelligenz QIN SHI. Alaska und seine Begleiter sollen in die zuletzt besuchte Anomalie eindringen, das Wesen SIL, das die Anomalie stabilisiert, entfernen oder töten. TANEDRAR selbst kann das nicht tun, da die SI das Ritual von Ankunft und Aufbruch zu lange verzögert hat. Ein Teil von ihr wird demnächst aufbrechen und die Patrouille an den Grenzen des Reichs wieder aufnehmen.
Carmydea Yukk nutzt die Gunst der Stunde und macht TANEDRAR Vorwürfe. Die SI hat nach eigenem Bekunden keine Ahnung, warum es Bürger gibt, in denen sie keinen Escaran verankern kann. TANEDRAR argwöhnt, dass dieser Abwehrmechanismus Bestandteil eines Angriffs von außen sein könnte, wenn es kein natürlicher Prozess sei. TANEDRAR würde auf die Unharmonischen zugehen, wenn diese sich beweisen würden. Gelingt die Mission, soll Carmydea zwischen TANEDRAR und den Jyrescaboro vermitteln. Die SI spricht zudem Rhizinza Yukk und Pridon vom Vorwurf des Verrats frei. Saedelaere soll alle Informationen über den Konstrukteur Sholoubwa erhalten.
Für den Flug in die Anomalie wird die RHYLINE umgebaut. Sie erhält zwei Zylinder, die an der Außenhülle verankert werden. Einer der Zylinder ist eine Strukturbombe von großer Zerstörungskraft. Der andere Zylinder wird als Sholoubwas Geschenk bezeichnet. Beim Betreten reagiert der scheinbar leere Zylinder auf Alaskas Zellaktivator. Ein unbekannter Prozess wird gestartet. Die RHYLINE fliegt in die Anomalie ein. Alaska lässt einen Zwischenstopp an der Space-Jet der BASIS machen. Mit Eroin Blitzer betritt er das Schiff und funkt, ohne große Hoffnung auf eine Antwort, die Frage, ob sich Überlebende an Bord befinden. Er nimmt sich die Zeit, um die Datenbanken abzufragen und erfährt nun mehr über die Entführung der BASIS. Plötzlich empfängt Blitzer eine Antwort auf Saedelaeres Funkrufe. Sie bekommen Kontakt zu Endreas Konno. Als Saedelaere die Kabine Konnos betritt ist der Koch tot. Seine Funksprüche sind über die Zeitbarriere gegangen und in Saedelaeres Gegenwart gelangt.
Im Zentrum der Anomalie bekommt die Gruppe Kontakt zu SIL. Das Geistwesen ist verwirrt und seine Aktionen unberechenbar. Sholoubwas Geschenk aktiviert sich und sorgt für den Zerfall der Anomalie. Die RHYLINE flieht und zündet vor Verlassen der Anomalie die Strukturbombe. Die Anomalie löst sich auf und SIL wird von einer Flotte des Reichs eingefangen. Da die Mission erfolgreich war, bekommt Saedelaere das Kommando über die SHEYAR, an die die RHYLINE andockt. Und er erhält einen Datenspeicher mit Informationen über Sholoubwa.

Rezension:
Ein außergewöhnlich SI-lastiger Viererblock geht zu Ende. Christian Montillon knüpft an die Geschehnisse des Romans der vergangenen Woche an und führt auch die Erzählebenen seiner eigenen Geschichte vor drei Wochen weiter. Hat der Autor seinen Roman vor drei Wochen noch mit verschiedenen Perspektiven geschickt aufgebaut, bzw. erzählt, lässt er uns diesmal hauptsächlich an Alaskas Gedanken teilhaben. Dabei wäre es interessant gewesen die Geschehnisse aus Sicht von Carmydea Yukk zu schildern, der nicht entgangen sein kann, dass Saedelaere, ein Fremder, einen Splitter von TANEDRAR erhalten hat. Dummerweise ist es genau dieser Vorgang, der die ganze Geschichte letztlich abwegig erscheinen lässt. Mehrmals betont der Autor, dass der SI TANEDRAR nichts verborgen bleibt. Sie liest die Gedanken der Anwesenden. Bei dem kurzen Wutausbruch von Carmydea Yukk zu Ihrer Situation bleibt TANEDRAR eine plausible Erklärung schuldig. Die mächtige SI soll angeblich nicht wissen, warum eine Auslagerung eines Escaran bei Carmydea nicht funktioniert und fordert gar, dass die Unharmonischen selbst ihre Unschuld beweisen müssen. Die Mission Carmydea Yukks am Romanende ist erfolgreich und schon ist die Superintelligenz überzeugt? Diese Erläuterungen und Entwicklungen sind doch arg an den Haaren herbeigezogen.
Der Erzählstrang über den Koch als einzigen Überlebenden in der Space-Jet konnte anfänglich ebenfalls nicht so richtig überzeugen. Zu häufig wechselt Christian Montillon in den Ich-bin-nur-der-Koch-und-verstehe-daher-nicht-was-hier-passiert-Stil. Das nervte nach einiger Zeit gewaltig. Damit diese zitternde Bündel Mensch überhaupt überleben konnte, musste der Autor auf ein paar Uralteinfälle zurückgreifen, als da sind ein Zeitfeld und ein seltsam agierender Roboter. Merkwürdig auch, dass die Space-Jet durch die Anomalie entkommen ist. Die BASIS wurde durch Manipulationen Ennerhahls vom ursprünglichen Ziel, nämlich der Werft, abgelenkt. Der Schilderung nach, setzt da auch Montillons Erzählstrang ein. Da zwischen BASIS und Werft zu diesem Zeitpunkt mehrere Tausend Lichtjahre lagen, kann die Jet gar nicht in der Anomalie im Innern der Werft entkommen sein. Mit zunehmenden Verlauf der Geschichte und dem Verlassen der permanenten Stresssituation des Kochs gewann diese Erzählung an Qualität. Die Fusion von Vergangenheit und Gegenwart machten den besonderen Reiz dieser Geschichte aus.
Positiv ist zu vermerken, dass der Viererblock einige Erzählstränge der Alaska-Ebene endlich zu einem Ende führt. Es tut mal gut, nicht mit einem Cliffhanger über Monate zu pausieren, bevor es mit den Erlebnissen des Maskenträgers, vielmehr der Maskenträger, weitergeht. Der Roman kann qualitätsmäßig nicht an Montillons 2640 anknüpfen. Er war eher durchschnittlich. Auch der Zyklusfortschritt hält sich in Grenzen. Viel Neues haben wir nicht erfahren und die Zusammenhänge, die sich auftun, waren ebenfalls nicht neu, sie wurden nur mit einigen Details ausgeschmückt.