Articles for the Month of Dezember 2010

Ansichten zu PR 2575

Flucht nach Anthuresta – Handlung:
Lucba Ovichat wird von einem Referror namens Kitapor ins Leben zurückbegleitet. Nur mit Widerwillen nimmt sie den Vorgang wahr, den sie doch nicht verhindern kann. Aus den wenigen Andeutungen des Mannes schlussfolgert sie, dass eine lange Zeit seit ihrem Tod vergangen sein muss. Ihre mentale Fähigkeit des Gedankenlesens kann sie nicht einsetzen. Sie vermutet, dass die Männer dieser Zeit diese Fähigkeit mittels Technik unterdrücken können. Nachdem sie halbwegs die Kontrolle über ihren Körper erlangt hat, wird sie von Kitapor in einen Raum geführt, in dem eine Holo-Memo-Simulation installiert ist.
Die erste Simulation führt die Historikerin in das Jahr 848 nach L.O.T. Ohne dass es der Referror bemerkt kann die Simulation der Vatrox Sespa Bradogi mit Lucba Ovichat mental kommunizieren. Der Vamu-Orden hat dieses Schlupfloch in die HMS eingebaut. Lucba bekommt dadurch mehr Informationen als es Kitapor eigentlich vorhatte. Der Vamu-Orden hat sich in dieser Zeit weiterentwickelt. Speziell ausgebildete Frauen können ihr Vamu für einige Zeit vom Körper lösen und gehen auf die Suche nach verlorenen Vamu. Diese Vamu begleiten die Vamu-Fängerinnen zurück in speziell eingerichtete Depots. Die Vatrox haben spezielle Kristalle entdeckt, die als Nebeneffekt des tiotronischen Impulses entstanden sind. Diese Kristalle stabilisieren die Depots und dienen als Leuchtfeuer für das Vamu. Die Kristalle werden auch in der Raumfahrt eingesetzt. Keine Spezies, auf die die Vatrox treffen verfügte jedoch über ein Vamu. Wenn diese Wesen starben, waren sie tot, ein für alle mal. Die Vatrox hielten sich für einzigartig und begannen, den minderbemittelten Völkern zu helfen.
Die zweite Simulation führt in das Jahr 9178 nach L.O.T. Die Vatrox Conca Vinnochac ist eine von 3 Stellvertreterinnen der 3 Bewusstseinskollektive, die sich mittlerweile aus den Vamu-Depots gebildet haben. Sie heißen VATROX-VAMU, VATROX-DAAG und VATROX-CUUR. 60 Milliarden Vatrox leben in dieser Zeit auf 1500 Siedlungswelten. Das Triumvirat ist in Schwierigkeiten. Trotz ihres sechsdimensionalen Verständnisses können die 3 Triumvir nicht über interstellare Entfernungen agieren. Die zur Stabilisierung des Wachstums benötigten Tiovam-Kristalle reichen nicht mehr aus. Es besteht die Gefahr, dass das Vamu unkontrolliert freigesetzt wird und im Hyperraum verweht. Die drei Herrscher wollen das Problem lösen, indem sie sich teilen. In 2 Jahren wären die Vorrausetzungen geschaffen. Die Geistesmacht, die dadurch geschaffen würde, wäre nicht mehr an den Planeten gebunden sondern frei beweglich.
Schließlich ist es soweit. Mit einer riesen Armada aus 1 Millionen Raumschiffe pilgern 42 Milliarden Vatrox von den Siedlungswelten in das Vatar-System. Über 90 Prozent der Vatrox waren somit im System. Aus den Vamu-Depots steigen 3 gleißende Kugeln auf. Es bilden sich Einschnürungen und die Kugeln teilen sich. Der Prozess benötigt jedoch gewaltige Energiemengen, die von den Kollektivwesen bei den Vatrox eingefordert werden. Sie zwingen die Vatrox zu einem Massenselbstmord. 27 Milliarden Vatrox töten sich. Ihr Vamu wird von der neuen Geistesmacht aufgesaugt und damit alles Wissen dieser Vatrox. Binnen kürzester Zeit bildete das KIND erste Gedanken, es spielte und es begriff, dass es so mächtig war, dass es sich alles nehmen konnte was es wollte. Das KIND fiel wie ein rasender, alles vernichtender Sturm über den ersten Triumvir her, über VATROX-VAMU, weil es instinktiv erkannte, dass er der Mächtigste der drei war. Das KIND übernahm seinen Elter und die Kontrolle über dessen Depot. Das KIND saugte auch die Kristalle in sich auf. VATROX-DAAG und VATROX-CUUR wollen das KIND aufhalten, doch es wehrt die Angriffe der beiden spielend ab. Die bei dem Angriff entfesselten Paragewalten rufen im System unvorstellbare Zerstörungen hervor. Vor Zorn über diesen Angriff greift das KIND nach weiteren Milliarden Vatrox und tötet sie. Es saugt sogar deren Körper auf. Als sich VATROX-VAMU ein letztes Mal aufbäumt, wird es endgültig vom KIND besiegt, das sich fortan selbst als VATROX-VAMU versteht. Das neu entstandene Wesen verlässt daraufhin das Vatar-System.
Das Vatar-System soll aufgegeben werden. VATROX-DAAG und VATROX-CUUR haben durch ihr KIND gelernt, wie sie nun selbst die Kristalldepots aufsaugen können. Dadurch haben sie nun die Fähigkeit, ebenfalls den Planeten zu verlassen. Sie übertragen die Planungen für den Exodus an die Männer, denn nur wenige Frauen haben überlebt. Die Flotte aus 1 Millionen Schiffen sammelt alle Vatrox, auch die der Siedlungswelten ein. Die Angst, dass VATROX-VAMU zurückkehren könnte, treibt sie an. Nach 226 Jahren der Reise sind nur noch 122.000 Raumschiffe übrig, die sich zu einem Verbund zusammengeschlossen haben. Nur 100.000 Vatrox sind aktiv. Die anderen Vatrox, ca. 1,4 Milliarden liegen im Tiefschlaf. VATROX-DAAG und VATROX-CUUR transportieren die Schiffe mittels mental induzierter Transitionen, die viel Kraft kosten. 5 Millionen Lichtjahre von der als Ziel avisierten Galaxis gehen die Vorräte der Vatrox zu Ende. Da erscheint die Sektorknospe einer Anthurianerin namens Sholkira. Sie bietet den Vatrox Hilfe an. Sie transportiert die Vatrox in die Galaxis Duerchan (d.i. Andromeda) wo sich die Vatrox auf einer unbewohnten Sauerstoffwelt niederlassen. Im Orbit des Planeten installieren die Anthurianer einen Polyport-Hof. Sie stellen es den Vatrox frei, ob sie diese Technologie nutzen wollen. Außerdem bieten die Anthurianer den Vatrox die Zusammenarbeit an und bietet Paratechnologien und Hyperkristalle. In den Vatrox erwacht wieder die Gier, dies alles besitzen zu wollen.
Bei der Wiedererweckung der 1,4 Milliarden im Tiefschlaf liegenden Vatrox gibt es Schwierigkeiten. Viele Frauen sind hirntot aber durch Zufall wird entdeckt, dass das Vamu eines Mannes diese hirntoten Frauen wiederbeleben kann. Dieser Prozess kann schließlich von den Vatrox gesteuert werden. Zum ersten Mal nach Jahrtausenden ist es möglich das Vamu zurück in lebende Körper zu holen.
38.402 Jahre nach L.O.T. Seit 29.000 Jahren halfen die Vatrox nun den Anthurianern. Die Vatrox haben mittlerweile entdeckt, dass es nur noch eine halbe Milliarde Anthurianer gab und dass die Entwicklung der Wasserwesen stagnierte. Die Vatrox hatten mittlerweile die Wiederbelebung perfektioniert. Durch das Klonen wurden die Männer allerdings zeugungsunfähig. Das Volk zählte etwa 2 Milliarden Vatrox. Das Problem der Gedächtnislücken nach der Wiedergeburt führte schließlich zur Suche nach den Vamu von Lucba Ovichat. Die Wissenschaftlerin sollte eine Möglichkeit entwickeln, diesem Gedächtnisverlust entgegenzuwirken. Bei jeder Wiedererweckung verbleibt durch die Bindung an VATROX-DAAG und VATROX-CUUR ein kleiner Rest des Vamu im Kollektiv.
In alten Reliquien aus dem Vatar-System wird der genetische Kode der Historikerin gefunden. Ein Klonkörper wird erstellt und das Vamu von Lucba kann in VATROX-CUUR geortet werden. Schließlich gelingt die Wiederbelebung der Wissenschaftlerin.
Lucba studiert die Anthurianer. In ganz Anthuresta finden sich 50 Milliarden versteinerte Anthurianer. Die aus einem fehlgeschlagenen Experiment der Anthurianer entstammenden Kristalle, aus dem die Esnur entstammten, werden von Lucba für die Schaffung der ersten Induktivzelle genutzt. Diese gleicht den Gedächtnisverlust der Vatrox nach der Wiederbelebung aus. Dann wird ein versteinerter, aber noch lebender Anthurianer entdeckt. Die Wissenschaftlerin reist zu zum Fundort in einem vorgelagerten Kugelsternhaufen. Mit ihren mentalen Fähigkeiten erkennt sie, dass der Anthurianer sich in Trance befindet. Ein Kontakt ist vorerst nicht möglich. Plötzlich eröffnen Vatrox-Soldaten das Feuer auf den Anthurianer. Lucba versucht verzweifelt, die Soldaten zu stoppen. Sie gerät in das Feuer der Soldaten und stirbt. Ihr Vamu flieht, kommt aber nicht weit. Es wird von dem Schneekristall aus purer Psi-Materie im Innern des Anthurianer-Leibes angezogen. Während der Leib zerstört wird, bleibt der Kristall von der Waffenenergie unangetastet. Lucbas Geist versinkt in Zeitlosigkeit. Dann wird sie von den Stardust-Terranern „befreit“. Sie hat einen Wunsch. Sie möchte nicht im Vamu-Kerker gefangen sein …

Rezension:
Susan Schwartz nimmt im zweiten Teil ihres Doppelbandes um die Geschichte der Vatrox nahezu vollständig die Perspektive eines Erzählers ein. Ebenso wie im Band der Vorwoche dient ihr die Holo-Memo-Simulation dazu nach Belieben durch die Zeit zu springen. Im Roman der Vorwoche war zumindest teilweise eine Handlung enthalten. Echte Aktionen fanden diesmal nicht statt. Die zentralen Protagonisten des zweiten Bandes waren allesamt Figuren aus den Holo-Vorführungen. Allenfalls mit Lucba Ovichat konnte ich ein wenig mitfiebern, die anderen Figuren blieben leider seelenlos oder soll ich sagen vamulos? Auch die Inhalte der Geschichte konnten mich nicht überraschen. Sie waren durch diverse Fragmente in früheren Romanen des Zyklus bereits bekannt, wenngleich nicht in dieser Detailliertheit. Ich erinnere mich da u.a. an die Romane von Frank Borsch mit den Auszügen aus der Kosmogonie der Vatrox.
Wie von mir vermutet, ist der Wechsel in eine von Männern dominierte Gesellschaft ein wichtiger Inhalt dieses Romans. Die Autorin lässt für die Frauen ein Hintertürchen offen, indem sie den Orden des Vamu nicht gänzlich abschafft. Die wenigen übrig gebliebenen Frauen trösten sich mit den Gedanken, dass es in den Genen der Männer verankert sei, die Überlegenheit der Frauen anzuerkennen. Na ja, wer‘s glaubt! 😉
Der Begriff „Frequenz-Monarchie“ fällt übrigens auch in diesem Band nicht. Da waren die Andeutungen dazu im Roman der Vorwoche deutlicher. Nun gut, ein Viertel des Zyklus ist noch offen und da muss ja noch was zum Aufklären sein. Steht Tag L.O.T. eigentlich für Lucba Ovichats Tod?
Der Schreibstil insgesamt rettet die Autorin über diesen Band. Im Detail jedoch geht erneut die Exotik dieser fremden Kultur unter. Insbesondere die Gedanken und Dialoge der Hauptperson sind mir zu terranisch oder vielmehr zu bayerisch, z.B. wenn Uschi Zietsch ihre Protagonistin denken lässt: „Warte nur Freundchen, bis du mich richtig kennenlernst“. Inhaltlich fand ich den ersten Teil des Doppels interessanter.

Stilblüte (Seite 17):
Gibt es ein Jahrhundert, in dem ich nicht berühmt bin?


Ansichten zu PR 2574

Das Lied der Vatrox – Handlung:
Lucba Ovichat, eine Historikerin, berichtet von einem Wendepunkt in der Geschichte der Vatrox. Es wird als das Zeitalter der Ersten Hyperdepression bezeichnet und zehntausend Jahre nach seinem Beginn kam der Moment, als ein neuer Anfang eingeleitet wurde.
Die Vatrox sind in einem Neun-Planeten-System beheimatet. Als 3. Planet umkreist ihre Heimatwelt Vat die Sonne Vatar (Anm.: Teils uneinheitliche Bezeichnung für die Sonne, sowohl Vat als auch Vatar). Als Historikerin ist Lucba Ovichat auf der Suche nach den Gründen, die für die vorherrschende gesellschaftliche Entwicklung der Vatrox verantwortlich zeichneten. Es herrscht eine Trennung der Geschlechter. Allerdings sind es nicht Gesetze, die diese Trennung verursachen sondern sie ist gesellschaftlich erwünscht. Lucba Ovichat vermutet die Ursache in den besonderen Verhältnissen im Vat-System. Vor langer Zeit haben die Frauen der Vatrox angefangen, Dinge zu hören, die den Männern verborgen blieben. Sie können die Gedanken anderer Vatrox lesen und empfangen eine Art Hintergrundrauschen, für das sie keine Erklärung haben.
Ovichat will diesem Mysterium auf den Grund gehen. In jahrzehntelanger Arbeit hat sie Programme geschaffen, um die historischen Ereignisse auf einzigartige Weise sichtbar werden zu lassen. Mittels einer Holo-Memo-Simulation sollen die beteiligten Frauen bedingt durch ihre mentale Empfänglichkeit direkt in das Geschehen eintauchen, so dass die Zuschauerinnen glauben mittendrin zu sein. Bei einem alle 90 Jahre stattfindenden Fest der Frauen will sie die Holo-Memo-Simulation vorführen. Obwohl es nur eine Simulation ist, sind die zugrundeliegenden Daten von ihr genauestens geprüft worden und kommen der historischen Wahrheit näher als je zuvor. Die Simulation dient jedoch noch einem anderen Ziel. Mit Ihrer Hilfe will Lucba Ovichat den wahren Zweck ihrer Forschung enthüllen. Sie will dem geheimnisvollen Hintergrundrauschen auf die Spur kommen.
Die Frauen kommen jedoch auch zusammen, um Kreise zu bilden. Bevor Lucba ihren großen Auftritt hat, bei dem auch ein Großkreis gebildet werden soll, nimmt sie an einem Kleinkreis teil und begibt sich wie andere Frauen auch durch monotone Klänge und Gesänge in Trance. Die Frauen sehen sich selbst als Lichtpunkte in einem feingewobenen Netz aus leuchtenden Fäden und erfahren dadurch eine Nähe und Intimität, die auf keine andere Weise zu erreichen ist. Der Höhepunkt eines jeden Kreises ist, eine unbekannte aber seltsam vertraute Präsenz zu suchen und mit ihr Kontakt aufzunehmen. Diesmal ist alles anders. Als der Kleinkreis mit Ovichat den Höhepunkt erreicht, formt sich plötzlich in ihrem Bewusstsein ein Gedanke: „Wir sind es! Wir sind bei Euch!“
Der Kreis bricht auseinander. Die Frauen haben keine Erklärung. Sie erwarten jedoch, durch den später stattfindenden Großkreis Antworten zu erhalten. Etwa 100.000 Frauen kommen zusammen, um an der Vorführung von Ovichat teilzunehmen. Als erste Präsentation zeigt sie den Anwesenden ein besonderes Licht, als den Nachhall eines tiotronischen Hyperimpulses, der von einem unbekannten Absender ausgestrahlt worden war und mit dem Wissen weitergegeben und zugänglich gemacht wurde. Aufgrund der Struktur und der zugrundeliegenden Frequenzen hat sich der Impuls wohl durch das gesamte Universum ausgebreitet. Der Impuls hat vor Jahrmillionen auch das Vatar-System passiert und sei dabei wohl für eine gewisse Zeit eingefangen worden. Während der größten Annäherung von Vatar VIII, Eigenname Perm, an die Sonne Vatar. Perm ist kein Planet, sondern ein brauner Zwerg, der alle 90 Jahre sein Gestirn umkreist. Die besonderen Bedingungen dieser Verhältnisse interpretiert Lucba Ovichat als Initialzündung für die mentale Veränderung der Frauen. Neben der visuellen Darstellung führt Ovichat nun auch eine akustische Simulation vor und versetzt die Besucherinnen geradezu in einen Rausch.
In der nächsten Simulation führt die Historikerin die anwesenden Frauen in die Zeit vor 4722 Jahren. Cagra Hanovoch ist die Kommandantin eines Vatrox-Raumschiffes und auf einer Rettungsmission. Ihre Schwester ist mit einem Schiff havariert und Cagra eilt zur Hilfe. Es bleibt nur wenig Zeit zur Rettung. Auf der Suche nach der Besatzung und Ihrer Schwester geschieht es. Cagra kann zum ersten Mal mentalen Kontakt zu Ihrer Schwester aufnehmen. Zurück auf Vat wird sie aufgrund dieser Fähigkeiten in einen geheimen Orden aufgenommen. Der Vamu-Orden fördert ihre Fähigkeiten und die der anderen Vatrox-Frauen. Vor 4334 Jahren führt dann die nächste Simulation, in die die Vatrox-Frauen eintauchen. Mittlerweile beherrschen 98% der Frauen das Gedankenlesen. Auch einige Männer haben mentale Fähigkeiten, die sich jedoch nicht mit denen der Frauen messen lassen können. In dieser Zeit will man erstmals das mentale Hintergrundrauschen erforschen. Man hat eine Theorie entwickelt, dass dieses Rauschen verstärkt wird, wenn durch Katastrophen viele Vatrox ums Leben kommen. Caha Honnofoch macht dazu wissenschaftliche Analysen. Sie beobachtet ein Dorf, dass durch einen drohenden Vulkanausbruch zerstört werden wird und die Bewohner den Tod finden werden. Die Ordensfrau hat nicht vor, die Bewohner zu warnen. Die Katastrophe fällt heftiger aus als erwartet. Tausende Vatrox sterben, auch ihr Lebenspartner kommt ums Leben aber die Theorie wurde tatsächlich durch die Beobachtungen untermauert.
2187 Jahre vor der Zeit führt eine weitere Präsentation. Tiva Itemba ist eine Ordensfrau, die die Gesetze des Ordens bricht. Mittlerweile haben die Vatrox-Frauen die mentale Fähigkeit entwickelt, um durch Zusammenschluss den Willen anderer zu brechen. Alleine die Androhung reicht. Tiva unterwirft sich.
Die Präsentation ist zu Ende. Die Frauen spenden der Historikerin tosenden Applaus. Bevor sich Lucba Ovichat zum Großkreis einfindet, erhält sie Besuch vom Vamu-Orden, der ihre Arbeit finanziell unterstützt hat. Die Ordens-Schwestern teilen Ihr mit, dass sie für ein bestimmtes Programm auserwählt worden sei. Dafür wird ihr etwas Blut abgenommen.
Schließlich kommt es zum Höhepunkt des Festes. Die Frauen bilden einen Großkreis. Und wie zuvor im kleinen Kreis erfolgt die Kontaktaufnahme zu der mentalen Präsenz. Die Erkenntnis löst beinahe ein Chaos aus. Aber der Großkreis wird aufrechterhalten. Die mentale Präsenz erweist sich als das Vamu der „Verstorbenen“. Niemand ist jemals endgültig gegangen und mehr noch, die Toten haben von Anbeginn Einfluss auf die Lebenden genommen und sie bis zu diesem Punkt geführt. Der Tod ist nicht das Ende! Als Lucba Ovichat sich auf den Heimweg macht, wird sie von tausenden Vatrox-Frauen, die auf den Straßen tanzen und singen als Erlöserin und als Schöpferin der Unsterblichkeit gefeiert. Immer dichter drängen sich die singenden Frauen an Ovichat, reißen sie zu Boden, erdrücken sie, trampeln sie nieder im rhythmischen Stampfen zum Lied der Vatrox …

Rezension:
Als Gastautorin ist Susan Schwartz überaus aktiv. Nach den Romanen 2562 und 2563 erscheint erneut ein Doppelband der früheren Team-Autorin. Im vorliegenden Heft schildert Susan Schwartz die Gesellschaft der Vatrox, die bisher im Zyklus als männerdomminierend beschrieben wurde, als Matriarchat und nutzt die Gelegenheit für den einen oder anderen Seitenhieb gegen das männliche Geschlecht. Der Vatrox, versteht sich ;-).
Die Autorin kommt recht schnell zum Thema. Ihre Protagonistin ist auf der Suche nach der Ursache für den gesellschaftlichen Umstand der Geschlechtertrennung, ausgelöst durch die mentalen Fähigkeiten der Frauen durch ein anfangs unbekanntes Ereignis. Und recht schnell wird auch das ominöse Hintergrundrauschen zum Gegenstand des Romans. Für meinen Geschmack lässt sich die Autorin dann allerdings etwas zu viel Zeit, bis sie diese Themen zur Lösung zusammenführt. Das Ergebnis ist jetzt nicht so überraschend. Es hat sich während des Romans angedeutet. Den Begriff „Frequenz-Monarchie“ verwendet Susan Schwartz übrigens nicht, auch wenn mehrmals von Frequenzen die Rede ist. Die Gründung der Frequenz-Monarchie und der Wechsel in eine von den Männern dominierte Gesellschaft (wenn es denn so ist?) ist wohl Inhalt des Romans der nächsten Woche.
Der Schreibstil und die Storyline gefielen mir. Die Exotik dieser Kultur blieb allerdings etwas auf der Strecke. Das ist allerdings nicht Susan Schwartz anzulasten. Es ist nur so, dass uns die Vatrox bereits seit Anbeginn des Zyklus begleiten. Dadurch erscheinen sie zumindest mir, bereits in gewisser Weise vertraut. Diesen Umstand kann der vorliegende Roman nicht ganz beseitigen.

Ansichten zu PR 2573

Dorksteigers Dilemma – Handlung:
Nach der Vernichtung der VOSTAR und ihre Rettung durch die Stardust-Terraner erwacht Sichu Dorksteiger an Bord der KATARAKT aus dem Koma. Sie erinnert sich, wie sie ihrem Gefährten Fyrt Byrask in einen besonders geschützten Bereich des Schlachtlichts gefolgt ist. In einem Panzertank hofften sie, den drohenden Absturz des Schiffes unbeschadet zu überstehen.
Die KATARAKT hat den Planetoiden mittlerweile verlassen und nimmt Kurs auf First Found. Zahlreiche Artefakte der abgestürzten VOSTAR werden von den Wissenschaftlern an Bord untersucht. Stuart Lexa selbst ist während des Flugs dabei, sich seiner eigenen Vergangenheit zu stellen. Bei einem Unglück ist sein jüngerer Bruder ertrunken. Lexa zieht es daher immer wieder ins Stardust, ein Freizeitbereich mit Wasserbecken, wo er sich dem verhassten Element stellt.
Während Fyrt Byrask weiterhin ohne Bewusstsein ist, kommt es zu ersten Gesprächen zwischen Stuart Lexa und der Ator. Obwohl Sichu Dorksteiger im Medo-Bereich des Schiffes liegt, ist sie sich bewusst, dass sie eine Gefangene ist. Sichu ist unschlüssig, wie sie sich verhalten soll. Sie befürchtet Repressalien der Frequenz-Monarchie gegen ihre Heimatwelt, wenn sie sich von den Vatrox abwendet. Auf der anderen Seite ist aber eher geneigt, nicht mehr in den Diensten der Vatrox zu stehen. Sie beschließt vom Schiff der Terraner zu fliehen und Fyrt mitzunehmen. Sie täuscht einen Wutanfall vor und zertrümmert einige medizinische Geräte. Obwohl die Ator unter Beobachtung steht, schafft sie es, sich aus den Teilen einen Deflektor zu bauen und aus der Medo-Station zu fliehen. Auf der Flucht durch das Schiff narrt sie ihre Verfolger ein ums andere Mal. Im Stardust will sie schließlich die dort vorhandene künstliche Sonne zerstören, um durch die entstehende Strahlung die Systeme der KATARAKT nachhaltig zu stören. Stuart Lexa erkennt jedoch die Absicht Dorksteigers. Er hat ebenfalls das Schwimmbad erreicht und lässt es durch einen HÜ-Schirm vom Rest des Schiffes abschirmen. Bei der Explosion der künstlichen Sonne wird die Ator bewusstlos und droht zu ertrinken. Lexa kann sie retten und besiegt mit dieser Aktion zum einem sein Trauma und zum anderen gewinnt er ein gewisses Vertrauen bei Dorksteiger. Stuart Lexa gestattet es der Ator, sich im Schiff frei zu bewegen. Auch informiert er sie über die Ähnlichkeit Ihrer Rasse zu den Hathor in Andromeda und über die Aktivitäten der Terraner in dieser Galaxis gegen die Frequenz-Monarchie. Er bietet ihr Asyl an. Nach reiflicher Überlegung nimmt sie das Angebot an.
Auf dem Flug nach First Found beschäftigt sich Sichu mit den erbeuteten Technologien aus dem Schlachtlicht VOSTAR. Vom terranischen Wissenschaftler Ditir Gicorte wird ihr auch ein kleines fingergroßes Gerät gezeigt, dass die Terraner für einen Vamu-Kerker halten. Sichu beschäftigt sich eingehend mit dem Gerät. Sie sieht darin den Schlüssel für die Befreiung der Tryonischen Allianz aus der Tyrannei der Frequenz-Monarchie. Mittlerweile ist auch Fyrt Byrask aus dem Koma erwacht. Auch er stellt sich auf die Seite der Stardust-Terraner.
Auf First Found eingetroffen begibt sich Lexa in Begleitung Dorksteigers, Byrasks und Gicortes zu dem Schneekristall. Messgeräte werden installiert, da man erwartet, dass es zu Interferenzen zwischen dem Vamu-Kerker, den Sichu mit sich führt, und dem Phänomen kommen könnte. Stuart Lexa und Sichu treten zu dem Kristall und Lexa berührt das Gebilde. Der Schneekristall leuchtet auf und das Leuchten hüllt die Beiden ein. Die Zeit scheint durcheinander zu laufen. Lexa hört sich selbst, als er ankündigt, den Kristall zu berühren und dann wieder hört er andere Stimmen, die ihn davor warnen, es zu tun. Lexa und Dorksteiger finden sich in einer kalten und abweisenden Umgebung wieder. Stuart Lexa erinnert sich, schon einmal hier gewesen zu sein. Vor 55 Jahren hatte er den ersten Kontakt mit dem Schneekristall. Sie laufen durch verschiedene Hallen, Gänge und Räume. Leer oder voller fremdartiger Gerätschaften. Plötzlich nähert sich der Schemen eines Vatrox, einer Vatrox, wie Sichu feststellt, denn der Schemen ist weiblich. Sichu beobachtet, wie der Schemen in Lexa eindringt. Dieser spürt die emotionale Präsenz der Vatrox, die seinen Willen betäubt. Er sieht sich selbst, wie er am Boden liegt und sich vor Schmerzen krümmt. Dann löst sich die immaterielle Vatrox-Frau aus Lexa und dringt in Dorksteiger ein. Sichu spürt, wie sie selbst geradezu enteignet wird. Sie aktiviert den Vamu-Kerker und das fremde Bewusstsein wird in den Kerker gezogen. Der Schneekristall entlässt Lexa und Dorksteiger, die beide das Bewusstsein verlieren. An Bord der KATARAKT kommen beide zu sich. Sichus Bewusstsein scheint bei der Verschmelzung mit dem Schemen das Wissen der Vatrox-Frau übernommen zu haben. Sie berichtet, dass der Schneekristall das psimaterielle Artefakt eines Anthurianers sei und dass die Vatrox Lucba Ovichat in ihm gefangen war. Sie beginnt die Geschichte Lucba Ovichats zu erzählen …

Rezension:
Wim Vandemaan übernimmt einen Charakter der Gastautorin Susan Schwartz. Vandemaans Dilemma dabei ist die Art und Weise, wie Dorksteiger die Seiten wechseln soll. Hierzu bedarf es eigentlich einer guten Vorarbeit, um eben jenen Gesinnungswechsel plausibel zu gestalten. Als „Vorlage“ dieses Gesinnungswechsels hätte Band 2563 dienen müssen. In meiner damaligen Rezension habe ich die Autorin kritisiert, dass es ihr nicht gelungen sei, die Sprünge in den Verhaltensweisen Dorksteigers schlüssig zu erklären. Auch Vandemaan kratzt nur an der Oberfläche der Psyche von Dorksteiger. Zwar gibt es die eine oder andere Stelle in Vandemaans Roman, wo der Autor seine Protagonistin die Vergangenheit analysieren lässt. Diese Aufarbeitung der Geschehnisse beschäftigt sich jedoch nahezu ausschließlich mit den Beweggründen und Aktionen der Vatrox. Nur im Ansatz lässt der Autor seine Figur auch ihr eigenes Verhalten rekapitulieren. Das war mir ein bisschen zu dürftig.
Der Roman ist ansonsten gut geschrieben. Es ist nicht gerade so, dass sich die Ereignisse überschlagen. Die Handlung ist flott geschrieben, allerdings ohne größere Höhepunkte oder Überraschungen. Was nicht heißt, dass der Roman langweilig wäre. Die Würze in Vandemaans Romanen kommt schon alleine durch die Schreibweise des Autors. Lesenswert sind von daher wie immer die zahlreichen Wortwitze und –spielereien, die die zuweilen skurrilen Charaktere von sich geben. Letztlich ist es auch der Humor in einem altterranischen Film (Laurel & Hardy?), der vielleicht das ausschlaggebende letzte Element zu Sichus Sinneswandel darstellt.
Die Aktion, den Vamu-Kerker nach First Found zu bringen um das Gerät in welcher Weise auch immer mit dem Schneekristall interagieren zu lassen, kann ich nicht nachvollziehen. Im Roman finde ich keine plausiblen Gedanken der Akteure oder sonstige Beweggründe warum sie das so machen.

Stilblüte (Seite 53):
Immerhin wurde Mode ja hauptsächlich erfunden, um ihre Träger der Lächerlichkeit preiszugeben.