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Die Tryonische Allianz – Handlung:

Auf Ganroj, dem vierten Planeten der Sonne Thagg leben die Ator, eines von 4 Völkern der tryonischen Allianz. Die anderen Völker der Allianz sind die Ashen, die Arki und die Ana. Auf Ganroj leben zudem die Hennuni, eine weitere intelligente Spezies des Planeten. Die Hennuni sind jedoch weniger intelligent als die Ator und verrichten überwiegend Arbeiten für die Ator, die die Hennuni als Schutzbefohlene betrachten und es als Pflicht sehen, für deren Wohlergehen zu sorgen.

In dieser Umgebung wächst die junge Sichu Dorksteiger vom Volk der Ator wohlbehütet aber in einem strengen Elternhaus auf. Die Eltern betreiben u.a. Landwirtschaft und züchten und vertreiben Nutztiere. Der Vater hat als Oberster Vorsitzender des Stadtgremiums zudem ein politisches Amt inne. Die Dorksteigers sind eine angesehene Familie mit Einfluss. Die hochintelligente Sichu wird in Ihren jungen Jahren von 2 Ereignissen geprägt. Als sie einen Streich mit einem jungen Hennuni zu weit treibt, wird sie von ihrem Vater bestraft. Sie lernt Pflicht und Verantwortung zu tragen. Das zweite prägende Ereignis ist die kurzzeitige Rückkehr des Bruders ihres Vaters. Der Bruder ist im Untergrund tätig und kämpft gegen die Frequenz-Monarchie.

Eines Tages, als Sichu im Alter von 12 Jahren sich auf Geheiß ihrer Eltern von einem ihrer Lieblingstiere trennen muss, das zum Abdecker gebracht werden soll, landet vor dem Betrieb ein Gleiter der Frequenz-Monarchie. Ein Vatrox bedeutet den unterwürfigen Eltern, dass er nun deren Tochter mitnehmen werde.

Sichu Dorksteiger wird zu einem Schlachtlicht geflogen. Das Schiff bringt sie nach Oranata, einem Ausbildungsplaneten der Frequenz-Monarchie. Dort treffen nach und nach hunderte Kinder der 4 Völker der tryonischen Allianz ein. Geleitet wird die Ausbildung von einem Vatrox, während die Ausbilder erwachsene Angehörige der Ator, Ashen, Arki und Ana sind. Ein harter Selektionsprozess beginnt. Wer keine Leistung zeigt, die Prüfungen nicht besteht oder sich gegen die Regeln stellt, wird aussortiert. Zudem regen die Ausbilder die Kinder dazu an sich untereinander dem Wettkampf zu stellen.

Nach dem ersten Jahr der Ausbildung wird den Kindern das Ziel der Frequenz-Monarchie mitgeteilt. Die Ausbildung dient einzig und allein dem Ziel, die Vatrox auf der Suche nach dem PARALOX-ARSENAL zu unterstützen.

Nach dem ersten Jahr wird Sichu auch mitgeteilt, dass sie die bisher jüngste Absolventin eines Jahrgangs ist. Ihr ebenbürtig ist nur noch ein junger Mann namens Fyrt Byrask vom Volk der Ana. Beide werden ab dem 2. Jahr von einem Vatrox ausgebildet. Die Ausbildung findet vor allem auf dem Gebiet der Hyperphysik statt. Sichu und Fyrt erweisen sich als Einzelgänger, die nur wenige soziale Kontakte pflegen. Obwohl sie sich bei einem Ausflug näher kommen bleiben beide distanziert. Jahre später, Sichu ist mittlerweile 19 Jahre alt, kommt zur wissenschaftlichen Ausbildung auch eine militärische Ausbildung dazu. Als Sichu und Fyrt mit einem Schlachtlicht unterwegs sind, werden sie plötzlich von Kegelstumpfraumern angegriffen.

 

Rezension:

Mit „Die Tryonische Allianz“ kehrt die frühere Team-Autorin Susan Schwartz als Gastautor zurück. Das Engagement wird nächste Woche mit dem Band 2563 vorerst beendet. Bereits nach dem ersten Teil kann ich sagen, dass es schade ist, dass es bei diesem Zwischenspiel bleibt.

Die Geschichte folgt einem klassischen Aufbau. Nach einem rasanten Einstieg, bei dem zunächst unklar bleibt, ob das verfolgte Kind die Hauptperson des Romans sein würde, folgt dann die eigentliche Einführung der Hauptperson. Die Protagonistin wächst in einer behüteten Welt heran. Wie nebenbei fällt der Begriff Frequenz-Monarchie. Dass der Leser zu diesem Zeitpunkt über die FM ganz gut informiert ist, stört nicht im Geringsten. Noch wissen wir nicht genau, welche Rolle die FM in Anthuresta spielt und bekommen nur kleine Einblicke in deren Wirken. Diese kleinen Einblicke gestaltet Susan Schwartz jedoch sehr subtil. Die anfänglich heile Welt wird schnell gestört. Ein Familienmitglied ist ein Rebell und kämpft gegen die Unterdrücker.

Mit der Entführung von Sichu durch die FM bricht die heile Welt endgültig zusammen. In welche Richtung sich Sichu entwickeln wird, wissen wir nicht. Die Autorin hat mit der in der ersten Romanhälfte geschilderten Bestrafungsaktion durch Ihren Vater und Sichus Umgang mit der Strafe erste Andeutungen gemacht, wie die Charakterbildung ihrer Hauptperson verlaufen könnte. Auch in den Abschiedsworten Ihres Onkels, dem Rebellen, sind deutliche Hinweise eingebaut, die es Sichu ermöglichen, Ihren Weg zu finden. Es gibt aber auch andere Verhaltensweisen, die uns die Autorin an Sichu zeigt, z.B. ihren etwas arroganten Umgang mit den weniger privilegierten Hennuni.

Die Autorin arbeitet verstärkt mit Vergleichen. Das Verhältnis Ator – Hennuni wird im Verhältnis Vatrox – Ator, bzw. tryonische Allianz fortgesetzt. Auch die „Aussortierung“ der Nutztiere findet Ihre Entsprechung in der genetischen Selektion der Vatrox. Kinder der tryonischen Allianz, die die Anforderungen der Vatrox nicht erfüllen, werden getötet. An dieser Stelle setze ich auch den einzigen Kritikpunkt an diesem Roman. Die Autorin streift dieses zutiefst unmenschliche Thema nur am Rande. Während die Verabschiedung des geliebten Haustiers auf dem Weg zur Schlachtbank noch mit gefühlvollen Sätzen geschildert wird, bleibt die Autorin bei den geschilderten Auswirkungen des Versagens der Kinder bei den Prüfungen der Vatrox zu distanziert.

 

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