Articles for the Month of August 2010

Ansichten zu PR 2558

Die Stadt am Ende des Weges – Handlung:

Die LEUCHTKRAFT ist auf dem Weg zu den Koordinaten, die in der Fibel ihrer verschollenen Kommandantin entdeckt wurden. Während des Fluges beschäftigen Alaska Saedelaere jedoch andere Dinge. Der Maskenträger, der keine Ahnung hat, in welchem Teil des Universums er sich gerade befindet, ist in der abstrakten Innenwelt der Kosmokratenwalze unterwegs und er sehnt sich nach dem Anzug der Vernichtung. Er erinnert sich, dass bei seinen früheren Besuchen die LEUCHTKRAFT von Pseudolebewesen bevölkert war, die z.T. Lewis Carolls Geschichte „Alice im Wunderland“ oder vielmehr seinen eigenen Erinnerungen an diese Geschichte entstammten. Bei einer Kletterpartie gerät Alaska in Schwierigkeiten. Sein SERUN funktioniert nicht mehr in der gewohnten Weise. Er stürzt ab und bemerkt eine Veränderung der Umgebung bis ihm klar wird, dass er selbst sich verändert hat. Ihm begegnen eine grinsende Katze und ein Kaninchen mit Uhr. Er erhält von den Gestalten Hinweise, wo er mehr über Samburi Yuras Schicksal erfahren könne. Er macht sich auf den Weg, wobei sich die Umgebung innerhalb der Kosmokratenwalze aufgrund seiner Beobachtungen und Interpretationen ständig verändert. In einem Dorf aus primitiven Hütten trifft er auf Pseudo-Lebewesen. Wie es scheint, eine primitive Urform der Enthonen, dem Volk, dem Samburi Yura entstammt. Nach einigen vergeblichen Versuchen, mit den Proto-Enthonen in Kontakt zu kommen, führt eine der Gestalten Saedelaere schließlich zu einen Baum am Ufer eines Flusses. Dort hängt der Anzug der Vernichtung. Der Enthone bezeichnet den Anzug als Tabu seiner Gruppe. Alaska kann den Anzug nicht berühren. Stattdessen wird er aus diesem unwirklichen Geschehen gerissen und sieht sich dem Androiden Eroin Blitzer gegenüber.

 

Dieser teilt ihm mit, dass weitere Untersuchungen ergeben haben, dass die Informationen der Fibel nur freigegeben wurden, weil etwas in dem Schmuckstück auf die Strahlung des Cappinfragmentes reagierte. Es wurde auch festgestellt, dass Samburi Yura bereits zu früheren Zeiten Ausflüge unternommen hatte und die Flugdaten dazu löschte. Diese Information und seine bisherigen Erlebnisse lassen Alaska vermuten, dass der Bordrechner DAN nicht über alle Dinge und Bereiche des Schiffes eine Kontrolle hat. Saedelaere versucht Blitzer dazu zu überreden, ihm den Anzug der Vernichtung zu geben, scheitert aber mit diesem Wunsch. Schließlich erreicht die Walze die Koordinaten.

 

Das Sonnensystem mit vier Planeten zeigt anfänglich keine Besonderheiten bis die Androiden am Rande des Systems auf einem Planetoiden ein Energieecho orten. Dort angekommen zeigt sich auf dem Irrläufer eine Immaterielle Stadt. Aufgrund der Farbe bezeichnet Alaska die Stadt als Ultramarin-Stadt. Alaska hat auch die Berichte studiert, die Bull von seinem ersten Besuch des Stardust-Systems mitbrachte und ihn beschleicht eine dunkle Ahnung. Da Bull von 5 anderen Städten berichtete, vermutet Saedelaere, dass Ultramarin-Stadt, aus welchem Grund auch immer, auf dem Planetoiden festhängt und von ihr deshalb kein Abbild auf Katarakt zu sehen war. Die Stadt auf dem Planetoiden ähnelt ansonsten den anderen Städten, allerdings sieht ein großer Teil verfallen aus. Saedelaere begibt sich mittels UHF-Fenster an den Rand der Stadt. Aus dem Bericht von Bull ist dem Maskenträger bekannt, dass die Immateriellen Städte neue Bewohner mit unterschwelliger Beeinflussung anlocken. Er programmiert seinen SERUN, ihn nach einiger Zeit automatisch aus der Stadt zu fliegen. Tatsächlich „rettet“ ihn der Anzug, denn die Beeinflussung ist fast zu stark für ihn. Wieder zurück an Bord der LEUCHTKRAFT teilt ihm Eroin Blitzer mit, dass die Stadt nach sorgfältiger Untersuchung wohl schon seit Jahrtausenden auf dem Planetoiden weilt. Saedelaere will die Stadt erneut aufsuchen, um Samburi Yuras Spur aufzunehmen. Nur mit dem Anzug der Vernichtung argumentiert er, kann er den dunklen Versuchungen der Stadt widerstehen.

 

Diese Begründung scheint nun auch die Androidenbesatzung zu überzeugen. Von Eroin Blitzer wird Saedelaere aufgefordert, an den Ort in der Walze zurückzukehren, wo er den Anzug gesehen hatte. Alaska holt sich von dort den Anzug und streift ihn über seinen SERUN. Besser gerüstet begibt er sich erneut in die Immaterielle Stadt. Er trifft auf unterschiedlichste Bewohner. Allen gemeinsam ist, dass sie von Angst getrieben sind. Er wird wiederholt Zeuge von Gewaltexzessen und wird selbst auch angegriffen. Dank des Anzugs der Vernichtung kann er den Angriff zurückschlagen. Als eine Gruppe von Bewohnern ein einzelnes Fremdwesen attackiert und schwer verletzt, greift Saedelaere ein. Auch hier verleiht ihm sein Anzug überlegene Fähigkeiten. Die Bewohner werfen dem Fremden, der den Namen Korte Hanner trägt, vor, das Verderben über die Stadt gebracht zu haben. Alaska kann sie vertreiben und stellt Korte Hanner Medizin aus seinem SERUN zur Verfügung. Der Fremde gehört dem Volk der Jaranoc an. Der Maskenträger erhält nur wenige Informationen von dem Jaranoc. Auf einem Holobild, das ihm Alaska zeigt, erkennt Hanner jedoch das Sternjuwel wieder, das Samburi Yura trug. Korte Hanners Ehrenkodex gebietet ihm, von nun an nicht mehr von der Seite Saedelaeres zu weichen. Als sie aufbrechen hören sie ein unbekanntes Geräusch, das beständig lauter wird. Die Gebäude fangen an, sich aufzulösen. Der Jaranoc meint, dass die Stadt weiter reisen wird. In einer der Straßen sieht Alaska eine Enthonin. Er hält sie zuerst für Samburi Yura, erkennt dann aber eine Proto-Enthonin. Eine Funkverbindung zur LEUCHTKRAFT ist nicht möglich. Alaska kann offensichtlich nichts gegen die Weiterreise der Stadt unternehmen.

 

 

Rezension:

Marc A. Herren setzt gekonnt die Erlebnisse des Maskenträgers fort. Im Vordergrund der Geschichte steht der Wunsch des Haupthandlungsträgers nach dem Anzug der Vernichtung. Diesem Wunsch und der Gefühlswelt des Protagonisten widmet Herren gut die Hälfte seines Romans. Die andere Hälfte gehört der Erkundung der Immateriellen Stadt. Ich fand beide Ebenen interessant und in dieser Mischung auch ausgewogen. Obwohl Motive aus „Alice im Wunderland“ schon in früheren Romanen Verwendung fanden, ist es denkbar, dass sich der Autor von der Neuverfilmung Burtons hier hat inspirieren lassen. Für diesen Gedanken spricht die Vorlaufzeit der Romane und es ist auch noch nicht so lange her, dass der Film im Kino war. Die „Auftritte“ von Kaninchen und Grinsekatze sind für meinen Geschmack erfreulich kurz. Der Autor hat es also nicht übertrieben. Dass eine Person, die im 35. Jahrhundert der Menschheit geboren wurde, mit Geschichten von Lewis Caroll aufgewachsen ist, hat mich etwas verwundert. Da liegen immerhin gute 1500 Jahre dazwischen. Vielleicht hat sich auch der Autor gedacht, hier noch eine Begründung liefern zu müssen und hat uns aus diesem Grund einen Rückblick in die Kindheit seines Protagonisten gegeben und damit die „Erklärung“ mitgeliefert.

Ein anderer Aspekt der Gefühlswelt Alaskas ist seine Sehnsucht nach Samburi Yura. Dass diese Sehnsucht so übermächtig ist, dass er in einer Szene gleich die erstbeste Enthonin „bespringt“ war dann doch etwas überraschend. Mit dieser Sex-Szene, die Marc. A. Herren da seiner Hauptperson angedeihen lässt, hatte ich nicht gerechnet. Sicherlich waren in den früheren Romanen zumindest Andeutungen enthalten, dass diese Sehnsucht des Maskenträgers auch eine sexuelle Komponente beinhalten könnte aber dann gleich in die Vollen gehen? Noch dazu mit einer Proto-Enthonin! Was wohl Frau Samburi sagen wird, wenn sie davon erfährt?

(Anm.: Ganz so derb, wie ich das jetzt notiert habe, hat Marc A. Herren das natürlich nicht geschrieben. Abgesehen davon bleibt es unklar, ob es nicht nur eine Phantasie Saedelaeres war).

Fazit: Der Roman bot sehr gute Unterhaltung. Ob das Auftauchen der Immateriellen Stadt und des Jaranoc tatsächlich auch eine inhaltliche Verbindung der Alaska-Ebene zu der Handlungsebene Stardust-System/Anthuresta bedeutet, bleibt abzuwarten. Es könnte sich ja auch um reinen Zufall handeln. Ob das wohl im Exposé stand?

 

Perry Rhodan für den Unterricht

Ob es wohl Rhodan-Leser gibt, die über dieses Klett-Leseheft für den Unterricht in das Perryversum eingestiegen sind? Das ca. 170 Seiten starke Taschenbuch im Format 10,4 cm x 17,4 cm ist 1982 von Rainer Siegle und Jürgen Wolff im Klett-Verlag herausgegeben worden. Das Leseheft richtet sich an die Klassenstufen 9 bis 10 und enthält Materialien zur Perry-Rhodan-Serie zusammengestellt von Rolf Kellner. Das TB hat die ISBN 3-12-261080-9.

 

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Das Buch beginnt mit einer kleinen Leseanleitung auf der Umschlaginnenseite.

      Lies bitte den folgenden Perry-Rhodan-Text zügig durch

      Lasse Dich von unbekannten Wörtern nicht lange aufhalten, häufig werden sie wenig später erklärt

      Einige Wörter sind mit einem * versehen. Es handelt sich um Begriffe, die in den Lesehilfen (S. 117) oder in Artikeln des Perry-Rhodan-Lexikons (S. 118) erklärt werden. Nur wenn Du glaubst ohne Erklärung nicht auszukommen, sieh dort nach.

      Wird ein Wort nicht erklärt (hat also keinen *) dann handelt es sich um ein auch heute gebräuchliches Fremdwort, dessen Bedeutung Du in einem normalen Lexikon nachschlagen kannst.

 

Das Leseheft hat folgenden Inhalt:

Unter der Überschrift „Perry Rhodan – Der Erbe des Universums“ finden sich zunächst 2 gekürzte Texte der Heftserie. Es sind die Hefte „Der Computermensch (Nr. 1010)“ und „Angriff der Brutzellen (Nr. 1011)“. Die Romane stammen von Peter Griese. Beide Hefte zusammen wurden etwa auf die Länge eines Heftes zusammengestrichen. Die Auslassungen sind nicht gekennzeichnet. So wurden beispielsweise aus Heft 1010 die ersten Seiten bis ca. Heftseite 18 komplett übernommen, ab da sind dann einige Kapitel ausgelassen worden. Die „Übergänge“ zwischen den Kapiteln wurden z.T. dann minimal umgeschrieben, wohl um den Lesefluss nicht zu stören.

Es folgt ein Abriss der Handlung der Hefte 1 bis 1000. Die eineinhalb TB-Seiten vermitteln jedoch keine speziellen Inhalte. Vielmehr wird kurz erläutert, wie PR auf dem Mond die Arkoniden entdeckt und anschließend die Erde einigt und ins All vorstößt. Es folgen 2 Risszeichnungen aus der Serie, die SOL und ein Stratosphärengleiter und eine weitere RZ des Space Shuttle als „reales“ Gegenstück zu den fiktiven Raumschiffen. Dann gibt es noch Lesehilfen und Worterklärungen und einige Auszüge aus dem PR-Lexikon. Unter „STARDUST“ kann man beispielsweise lesen, dass dies der Name des Raumschiffes ist, mit dem Perry Rhodan und die anderen Genannten 1971 angeblich auf dem Mond landeten. Die Lexikonbeiträge sind z.T. der Ausgabe von 1971 (Nachauflage 1979) entnommen worden. Auch die Personenbeschreibungen zu Perry Rhodan und Julian Tifflor passen nicht mehr zum Stand der abgedruckten Erzählungen, denn Rhodan ist noch Großadministrator und Tifflor Solarmarschall.

Für Kenner der Serie gibt’s natürlich die eine oder andere Ungenauigkeit zu entdecken, dennoch kann man sagen, dass hier recht sauber recherchiert wurde.

 

Unter dem Titel „Materialien“ bringt der zweite größere Block des Leseheftes einige Informationen rund um das Produkt Perry Rhodan. Neben einigen Statistiken zu Auflagen, Erscheinungsweise und Lizenzen gibt’s Wissenswertes zu Merchandising und zum Thema „Wie ein Heft entsteht“. Die beiden letzten Themen sind einer Analyse der Rhodan-Heftserie von Claus Hallmann von 1979 entnommen. In den „Materialien“ finden sich auch Urteile über die PR-Serie aus Sicht des Verlages (entnommen aus einer Verlagsbroschüre von 1980), eines Lesers (Leserbrief aus Heft 1035) und eines Kritikers (E.Barmeyer, Science Fiction, UTB W.Fink 1972).

Auch der Leser wird hier näher beleuchtet. Es gibt Ergebnisse von Umfragen und eine Betrachtung des Fandoms (Text einem Fanzine entnommen). Die Materialien werden abgeschlossen durch „Andere Bilder einer zukünftigen Welt“. Darin sind auszugsweise 2 Texte von Jules Verne und George Orwell. Am Ende stehen dann noch 2 halbwissenschaftliche Texte.

 

Das Leseheft wird ergänzt durch ein Lehrerheft im gleichen Format, geklammert mit 16 Seiten. Das Lehrerheft hat die ISBN 3-12-261082-5.

 

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Das Lehrerheft beginnt mit einer Vorbemerkung. Ein Auszug daraus:

„Die PR-Serie gehört zu der Textkategorie, die als ‚Trivialliteratur‘ bezeichnet wird. Diese Bezeichnung ist nicht glücklich, signalisiert sie doch sehr offen die Minderwertigkeit dieser Literatur; das ist ungut, weil von diesem Urteil auch die ‚Trivialliteratur‘-Leser tangiert werden.

Die Bezeichnung ‚populäre Literatur‘ wäre günstiger, weil sie den positiven Aspekt dieser Literatur hervorhebt: ihre Beliebtheit, ihre weite Verbreitung“. Ende des Auszugs.

 

Des Weiteren werden im Lehrerheft Unterrichtsvorschläge gemacht. Dem Lehrer wird der Vorschlag für einen ‚projektorientierten‘ Unterricht gegeben. Er soll Arbeitsgruppen seiner Schüler bilden, die dann verschiedene Aspekte erörtern sollen. Dazu liefert das Lehrerheft auch verschiedene Arbeitsanregungen. In weiteren Phasen sollen die Arbeitsgruppen von ihren Ergebnissen berichten und es sollen Diskussionen geführt werden.

Zu den Materialien aus dem Leseheft werden dem Lehrer weitere Informationen gegeben. Auch zur ‚Leseanleitung‘ liefert das Lehrerheft einige zusätzliche Hinweise, die es zu beachten gilt. Auch daraus ein Auszug:

„Unbedingt vor der PR-Lektüre durchsprechen. Soll unnötige Frustrationen (und daraus resultierende Aggressionen gegenüber der Lektüre) vermeiden helfen. Wichtig zu betonen, dass nicht jedes Fremd- und Fachwort sinnerschließend ist (im Gegensatz z.B. zu einem naturwissenschaftlichen Text oder philosophischen Text). Gefahr der Ablehnung der Lektüre bei Schülerinnen besonders groß, da nur geringer Teil der Mädchen SF-Anhängerinnen (s. Tabellen III. 1.)“. Ende des Auszugs.

 

Anmerkungen von mir:

Wie schon erwähnt halte ich die Inhalte des Leseheftes für recht gut recherchiert. Es dürfte angesichts der Komplexität des Perryversums und dessen Umfelds ohnehin schwierig gewesen sein, auch schon 1982, eine Auswahl für eine Unterrichtseinheit zu treffen. Vermisst habe ich aber Stellungnahmen des Autors Peter Griese oder anderer Rhodan-Autoren. In dem „Urteil eines Kritikers“ im Leseheft gibt es zwar „Aussagen“ von PR-Autoren aber diese sind sehr alt und aus dem Zusammenhang gerissen. Zudem entstammt der kritische Text einer Zeit Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre, als es noch üblich war die Serie in die Nähe faschistischen oder nationalsozialistischen Gedankenguts zu rücken.

Differenziertere Analysen zum Phänomen Perry Rhodan sind erst später erschienen. Da Bücher für den Unterricht kein „Verfallsdatum“ besitzen, ist es zu hoffen, dass bei einer Auseinandersetzung mit dem Thema Perry Rhodan im heutigen Unterricht dann auch aktuellere Materialien in der Betrachtung mit herangezogen werden.

 

Ansichten zu PR 2557

Der Mentalpilot – Handlung:

Rhodan ist noch immer im Tank. Er versucht die fremde Beeinflussung zurückzudrängen. Nach einiger Zeit reicht sein Wille nicht mehr aus, um den hypnotischen Zwängen zu widerstehen. Er befürchtet im Schiff aufzugehen. Dennoch gibt er den hypnotischen Zwängen nach. Zu seiner Verwunderung werden seine Gedanken wieder klarer. Er hört Stimmen. Es sind die Gedankensplitter der früheren Piloten, an deren Erinnerungen er nun teilhaben kann. Seine Angst ist verschwunden, seine Bedenken, dass sein Bewusstsein mit dem Schiffspool verschmelzen könnte, bleiben. Rhodan kann nach einiger Zeit Einfluss auf die MIKRU-JON nehmen und er kann nun den Tank verlassen. Zurück in der Zentrale des Schiffes setzt sich Rhodan in den Sessel des Piloten. Von hier kann er nun das Schiff steuern. Mikru deutet allerdings an, dass in Rhodan noch eine Barriere vorhanden sei, die ihm die volle Kontrolle über das Schiff noch nicht erlaube.

Nach einigen Manövern nimmt Rhodan Kurs auf die Nebelgebilde. Unterstützung erhält er durch seinen B-Controller. Dieser erkennt, dass auch in der MIKRU-JON ein Controller integriert sein muss und synchronisiert sich mit diesem. Aus den Nebelgebilden schießt von Zeit zu Zeit ein Jet-Strahl, der die Dyson-Sphäre verlässt. Gleichzeitig verringert sich die Menge an Psi-Materie in den Gebilden. Die MIKRU-JON ortet in einem der Nebelgebilde eine Raumstation. Von Clun’stal erhält Rhodan die Auskunft, dass es sich um einen Psi-Materie-Dispenser handelt und das Kristallwesen an dessen Bau mitgewirkt habe. Er kennt auch noch einige Zugangscodes. Sie beobachten, wie ein kleines Schiff die Station verlässt. Rhodan fliegt das Obeliskenschiff an die Station. Zusammen mit Clun’stal und dem Konzept geht Rhodan  an Bord. Clun’stal führt sie in die Zentrale. Dort kann der Esnur einige Schaltungen vornehmen. Erneut beobachten sie, wie ein Fahrzeug die Station verlässt. Clun’stal gibt die Auskunft, dass es sich um Jäger handelt, die Fremdkörper in TALIN ANTHURESTA eliminieren sollen. Als ein weiteres Fahrzeug Kurs auf die MIKRU-JON nimmt, transportiert das Konzept alle zurück an Bord. Rhodan schafft es nicht, dem fremden Schiff auszuweichen. Das Fahrzeug erfasst die MIKRU-JON und transitiert sie aus TALIN ANTHURESTA hinaus.

Mondra befindet sich in der Halle der tausend Aufgaben auf Aveda im Stardust-System. Sie sieht Wissenschaftler der Stardust-Menschheit, die dabei sind, die Kartuschen zu untersuchen. Als sie die Menschen anspricht, erkennt Mondra, dass es sich um Projektionen handelt. Sie mutmaßt, dass sie nach wie vor auf Wanderer ist und vielleicht sogar das Original der Halle der tausend Aufgaben auf Wanderer steht, während die Halle auf Aveda im Stardust-System lediglich ein Spiegelbild darstellt. Da sie zunächst nichts erreicht, verlässt sie die Halle und findet sich auf Wanderer wieder. Jedoch ist sie in der Lage, jederzeit in die Halle zu gelangen. Bei einem neuerlichen Besuch trifft sie auf Geoffry Abel Waringer. Dieser behauptet als eine Art Sicherheitsbeauftragter an diesem Ort zu sein. Er gibt Mondra Tipps zum Entschlüsseln der Aufgaben. Mondra beginnt damit, Lösungssysteme für das Enträtseln der Kartuschen zu entwickeln. Wochen vergehen. Von Homunk erhält sie die Auskunft, dass das neue Galaktische Rätsel langfristiger und komplexer angelegt sei als das alte und damit nicht zu vergleichen. Als sie eines Tages erneut in der Halle ihren Forschungen nachgeht, betreten plötzlich Eindringlinge die Halle. Mondra geht zunächst davon aus, dass die Stardust-Terraner wie gehabt Projektionen sind. Aber die Neuankömmlinge reagieren auf sie und kommen mit Waffen auf sie zu. Mondra flüchtet. Plötzlich taucht Homunk auf und zeigt ihr einen Fluchtweg. Nach einigen Schritten befindet sich Mondra wieder auf dem Zentralplatz der Maschinenstadt. Sie begreift, dass ES ihr eine Vision geschickt hat, sie hat sich an alles erinnert, was sie auf Wanderer erlebt hat. Nur mit den Hinweisen kann sie noch nicht viel anfangen.

 

 

Rezension:

Der Roman ist vom Aufbau her identisch zu Montillons Roman der Vorwoche. Arndt Ellmer verfolgt die Handlungsstränge um Perry und Mondra weiter. Die Geschichte, die der Roman erzählt, lässt sich eigentlich in wenigen Sätzen niederschreiben. Rhodan wird zum Piloten von MIKRU-JON, düst durch die Dyson-Sphäre, entdeckt zufällig in den Nebelwolken ein seltsames Gebilde und wird ausgesperrt. Mondra macht derweil ein paar Ausflüge mit Ramoz.

Arndt Ellmer hat sich dafür ein bisschen mehr Zeit gelassen und natürlich die eine oder andere Information eingestreut, die uns Leser bei der Stange hält. Leider gibt die Geschichte, bzw. das Exposé nicht viel her. Dennoch mussten knappe 58 Heftseiten gefüllt werden, was zwangsläufig zu einigen Längen führte. Es finden sich die bekannten Historien-Einschübe in der Erzählung wieder. Sie werden vom Autor als „Erinnerungen“ Rhodans verpackt, beim Kontakt mit den früheren Piloten des Museumsraumers. Nur bei wenigen „Erinnerungen“ Rhodans passten diese zur aktuellen Handlung. Bei recht vielen war der Bezug nur mit Mühe oder gar nicht erkennbar. Natürlich waren diese Einschübe viel zu lang aber das sagte ich ja bereits. Da hat der Autor teilweise über eine komplette Seite Textstellen aus früheren Romanen der Serie abgeschrieben. Wenigstens waren diese Auszüge größtenteils in kursiv gehalten, man konnte also darüber hinwegspringen, ohne Angst zu haben, etwas zu verpassen.

An Stellen, an denen man endlich etwas an Handlung erwartet hat, scheut der Autor davor zurück wie ein aufgeschrecktes Pferd. Meist lässt er die Gedanken seiner Protagonisten „abschweifen“ statt endlich mal eine Aktion länger als nur über 2-3 Sätze auszuweiten. Ansonsten beschränkt sich der Autor darauf seinen Protagonisten Rhodan Fragen stellen zu lassen, die seine jeweiligen Gesprächspartner aber nie beantworten.

Mit der Entdeckung des Psi-Materie-Dispensers wird es etwas besser. Zumindest über einige Romanseiten wird eine Aktion geschildert. Leider endet die abrupt (um Rhodan wird es mal wieder dunkel) und erfahren tun wir nur wenig.

Der 2. Handlungsstrang ist leider auch nur befriedigend bis ausreichend. Die Geschehnisse des Handlungsparts Mondra wirkten zuweilen surreal. Den entsprechenden Textstellen fehlte es jedoch an Leichtigkeit. Ein Wim Vandemaan hätte dieses Thema wahrscheinlich besser zu Papier gebracht. An sich sind die surrealen Momente auf Wanderer seit Rhodans erstmaligen Besuch dort ein ständiger Wegbegleiter. Letztlich dienen diese phantastischen Elemente doch dazu, aus diesem Ort etwas Besonderes zu machen, etwas, das Wanderer von „gewöhnlichen“ Welten abhebt. In der Vergangenheit hat das recht gut funktioniert. Mondras Erlebnisse auf Wanderer wirkten auf mich zuweilen jedoch albern. Das phantastische Element hat bei mir nicht gezündet.

Auch in dieser Ebene irrt die Handlungsträgerin etwas uninspiriert durch die Gegend. Die Schilderungen der einzelnen Kartuschen bringt weder Mondra, noch mich als Leser weiter. Es gibt nur eine Stelle in der Mondra-Ebene, die mich als Leser angesprochen hat. Das ist die kurze Verfolgungsszene. Möglicherweise standen die Jäger unter dem Einfluss von VATROX-VAMU. Das wäre dann ein interessantes Bindeglied zur Stardustebene. Auch Mondras Geschichte endet damit, dass sie von Dunkelheit umfangen wird. Entzückend! 😉

 

Fazit: Der Roman von Arndt Ellmer konnte mich nur im letztem Viertel gut unterhalten. In den 45 Seiten davor sind für meinen Geschmack die Rückgriffe auf frühere Romane und Personen viel zu umfangreich gestaltet worden und offenbaren deutlich, dass der Autor seine Probleme hatte, eine eigene „neue“ Geschichte zu schreiben. Das kennt man ja auch aus Fernsehserien. Es gibt immer mal Serienfolgen, in denen verstärkt auf Szenen früherer Folgen zurückgegriffen wird. Diese Folgen bleiben jedoch Ausnahmen. Bei den derzeitigen Heften habe ich jedoch den Eindruck, dass die Ausnahme bei Perry Rhodan zur Regel wird.

Der Roman offenbart damit eine Schwäche, die ich zuletzt auch bei den Werken der anderen Autoren beobachtet habe. Dem Zyklus liegt zwar eine tolle Idee zugrunde und den derzeitigen Heften auch ein toller Handlungsort. Den Romanen fehlt es jedoch an Substanz. Das vorliegende Heft ist immerhin bereits der 8.Roman (!), der in und bei TALIN ANTHURESTA angesiedelt ist. Außer einer ansprechenden Umgebung und vielen geheimnisvollen Hinweisen passiert jedoch nichts Konkretes. Zudem ist der Handlungsaufbau unlogisch. Insbesondere die Vorgehensweise der Protagonisten ist irrational. Weder ist die Rettung der JULES VERNE der wesentliche Handlungstrieb, noch das Entschlüsseln von Geheimnissen anderer Art. Wie auf einer Sightseeing-Tour durcheilen unsere Helden das Wunder von Anthuresta. Sie beobachten nur, statt zu agieren, reagieren sie nur.

Es wird kein Versuch unternommen, die Dyson-Sphäre zu verlassen, den Kommandostand des Handelssterns aufzusuchen, eine Polyport-Verbindung ins Stardust-System zu schalten oder anderswohin, was naheliegend wäre. Nein, nichts dergleichen findet statt. Einige Autoren können aufgrund ihrer sprachlichen Fähigkeiten und ihrer Liebe zum Detail den einen oder anderen Roman verfassen, der für sich allein betrachtet eine gute Unterhaltung bietet. Letztlich sind es jedoch die Exposés, die hier schwächeln. Diese Schwäche kann auf Dauer nicht durch interessante Nebencharaktere, wie sie beispielsweise Frank Borsch und Leo Lukas in ihren Scheibenweltromanen geschildert haben, kompensiert werden. Und wenn, wie im vorliegenden Roman, auch noch die Nebencharaktere fehlen, dann wird’s eben kritisch. Dann greifen die Autoren verstärkt auf die Personen und Ereignisse der Vergangenheit zurück. Das kann in Einzelfällen funktionieren, wenn es denn die Handlung unterstützt. Bei zu häufiger Anwendung ist das Mittel allerdings schnell ausgereizt.