Ansichten zu PR 2549

Feueraugen – Handlung:

Nach der Zerstörung von Hibernation-6 leiden Atlan und die Besatzung der JV-1 nach wie vor unter einer starken mentalen Präsenz. Obwohl er in seiner Wahrnehmung eingeschränkt ist, beobachtet Atlan das Erscheinen eines Feuerauges. Das PSI-Phänomen greift jedoch nicht in die immer noch stattfindenden Kämpfe ein. Zudem beobachten die Orter der JV-1, dass das Feuerauge deflagriert oder von irgendetwas aufgezehrt wird, das die Orter nicht erfassen können. Ob der mentale Druck durch das Feuerauge bewirkt wird, kann der Arkonide nicht erkennen aber auch nicht ausschließen. Gucky fordert Atlan dazu auf, zum Handelsstern zu fliegen, um Rhodan zu warnen.

Nahe FATICO ist die Schlacht vorerst zu Ende. Die Alliierten halten weiter die Stellung um den Handelsstern und die beiden Feueraugen haben bisher nicht in die Kämpfe eingegriffen. Rhodan fühlt sich durch die Feueraugen beobachtet. Während Rhodan die Meldungen aus den verschiedenen Einsatzorten durchgeht, koppelt das Mittelteil der Verne an die Kugelzelle der JV-2 an und Tifflor kommt an Bord. Rhodan nimmt einen Reboot FATICOs vor, doch der Handelsstern, der bisher immer auf seinen B-Controller reagierte und die Sonnentarnung deaktivierte, reagiert diesmal nicht. Die Systeme werden trotz mehrmaliger Versuche nicht heruntergefahren. Tifflor und Rhodan vermuten dahinter den Einsatz eines C-Controllers und stellen Überlegungen an, dieses Gerät in die Hände zu bekommen. Außerdem kommen Rhodan, Tifflor und Diamond zu der Erkenntnis, dass irgendetwas die Vatrox bei den Kämpfen um den Handelsstern geschützt haben muss. Die Krathvira haben deutlich weniger Vamu gefangen, als dies an anderen Einsatzorten gelungen sei. Rhodan vermutet, dass entweder die Feueraugen oder der C-Controller die Vatrox vor dem Zwang der Entleibung schützte. Er will mit Tschubai/Lloyd reden, ob der ihn mit PSI-Materie-Unterstützung auf ein Schlachtlicht der FM bringen kann, wo er den C-Controller vermutet.

Da treffen Atlan und Gucky mit der JV-1 ein. Als Gucky per Transmitter auf der JV-2 eintrifft und mit Rhodan die Hauptleitzentrale betritt, gerät die Besatzung plötzlich unter eine starke mentale Belastung. Rhodan bleibt bei Bewusstsein. Gucky eröffnet ihm, dass er unter Kontrolle von VATROX-CUUR stehe. Rhodan ist bereit, mit dem zweiten Triumvir zu sprechen. Aus dem Mund Guckys fordert VATROX-CUUR Rhodan auf, sich für die Angriffe zu rechtfertigen. Das Polyport-Netz mit seinen Höfen, Distribut-Depots und Handelssternen befindet sich seit Jahrmillionen im Besitz der FM. Rhodan entgegnet, dass er lediglich die Freiheit und Selbstbestimmung der Völker verteidigen würde, die von der FM angegriffen werden. VATROX-CUUR benennt VATROX-VAMU als den eigentlichen Feind und fragt Rhodan, warum sie nicht gemeinsam gegen VATROX-VAMU vorgehen wollen. Rhodan vermutet das VATROX-CUUR geschwächt ist und die Alliierten mittlerweile sogar fürchtet. Er fordert die Einstellung sämtlicher Angriffe in allen Galaxien, dann wäre er bereit, mit der FM zu verhandeln. VATROX-CUUR lehnt ab und teilt Rhodan mit, das dieser nun die Konsequenzen selber tragen müsse. Plötzlich wechselt die Umgebung. Rhodan hat, wie es scheint, die JV-2 verlassen. Von der JV-1 verliert Atlan den Kontakt zur JV-2.

Rhodan findet sich unterdessen an einem ihm unbekannten Ort wieder. Nach und nach setzt sich in ihm aber die Erkenntnis durch, dass er nach wie vor auf der JV-2 ist und er unter dem Einfluss von VATROX-CUUR steht. Es sind vor allem Erinnerungen aus den letzten Monaten, die von VATROX-CUUR dazu verwendet werden, um Rhodan zu manipulieren. Doch Rhodan hat nun auch Momente, in denen er schemenhaft die Realität an Bord der JV-2 wahrnimmt. Er sieht einen Doppelgänger von sich, der sich an den Terminals der JV-2 zu schaffen macht. Atlan erkennt von außerhalb, dass die Schutzschirme der JV-2 deaktiviert wurden. Er lässt mit anderen Schiffen einen Schutzwall bilden. Rhodan hat sich erneut in die Realität zurückgekämpft. Er zündet eine der Kugeln mit PSI-Materie. Der geschwächte VATROX-CUUR beginnt sich aufzulösen. Wie es sich herausstellt, ist es der Atto, der unter der Kontrolle von VATROX-CUUR stand. Das Konzept teleportiert den geschwächten Atto in die Nähe des nächsten Krathvira. VATROX-CUUR verflüchtigt sich.

Dies wird auch von Sinnafoch beobachtet. Mit Kruuper und Philip verlässt er seinen Schlachtturm und wechselt per Transmitter auf den Handelsstern. Auf der JV-2 wird Ortungsalarm ausgelöst. Ein Teil der Sonnenkorona verändert sich und es werden Charakteristika angemessen, die denen der Transferkamine eines Polyport-Hofes vergleichbar sind. Es bildet sich ein Schlauch, der sich rasch in Richtung der JULES VERNE bewegt. Ein zweiter Schlauch bewegt sich in Richtung eines plötzlich materialisierten Schlachtturms. Rhodan schickt Gucky und den Atto von Bord und zündet die letzte Kugel PSI-Materie, die er zur Verfügung hatte. Den Transfer kann er jedoch nicht verhindern. Der Schiffsverbund aus JV-2 und Mittelteil wird von dem riesigen Transferkamin geschluckt, während der JV-1 die Flucht gelingt. Rhodan spürt noch, dass etwas ganz anders verlief als während eines üblichen Polyport-Transfers.

Am 26. April 1463 NGZ gibt OORT-149, eine automatische Messstation 49 Milliarden Kilometer von SOL entfernt Alarm. Ein Feuerauge ist materialisiert.

 

Rezension:

Der Einstieg in die Handlung ist ein wichtiges, vielleicht so gar das wichtigste Element des ganzen Romans. Spricht mich die Geschichte nicht sofort an, kann oftmals der ganze folgende Rest nichts mehr rausreißen. Um es vorwegzunehmen, der Einstieg war zäh und hat mir gar nicht gefallen. Der Autor hat gar nicht erst versucht, mit seiner Geschichte etwas Besonderes zu schreiben, ein bestimmtes Stilelement einfließen zu lassen oder eine andere Erzählperspektive als in den Romanen der Vorwochen zu wählen. Da dem Autor zumindest die Exposés bekannt sind, ist es enttäuschend, dass der Handlungsaufbau im Wesentlichen erneut den Schemata der vergangenen Wochen folgt. Der zweite Fehler, den Hubert Haensel aus meiner Sicht gemacht hat, sind diese erbarmungslosen trivialen Satzkonstruktionen, mit denen er seinen Einstieg ausstaffierte. Beispiel gefällig? „Er wimmerte unter dem Skalpell der Selbstvorwürfe, das seine Seele sezierte“ oder „Die Zeit verschlang alles und tötete jeden – früher oder später.“

Die Sequenzen, in der Rhodan unter dem Einfluss VATROX-CUUR’s stand, wirkten auf mich seltsam uninspiriert. Der Halbzyklusabschluss geriet nicht gerade zu einer Meisterleistung des Autors. Er war routiniert geschrieben. Wie oft habe ich diesen Ausdruck in meinen Ansichten zu den Romanheften eigentlich schon gebraucht? Ab wann geht Routine in Langeweile über? Na ja, früher oder später … 😉

 

Den Exposés der letzten Wochen fehlte es am logischen Aufbau. Das Eingreifen der Geistesmacht VATROX-CUUR kam zu spät. Die Demontage des Gegners geriet zu einfach. In den Romanen werden als „Argumente“ angeführt, dass die FM die Alliierten unterschätzt hat, dass die FM sich zu sehr auf die Suche nach dem PARALOX-ARSENAL konzentrierte und dass der FM die Sicherung des Polyport-Netzes wichtiger war. Doch genau davon war so gut wie nichts zu lesen! Von den ach so überzeugten Vatrox kennen wir nur einen einzigen Vertreter halbwegs gut, Sinnafoch. Doch der wurde von den Autoren in den letzten Heften geradezu stiefmütterlich behandelt, soll heißen, er war so gut wie nicht präsent. Von der ach so verzweifelten Suche nach dem PARALOX-ARSENAL durch die FM war auch so gut wie nichts zu lesen. Stattdessen tummelten sich die Schlachtlichter der FM in der Nähe der Hibernationswelten um darauf zu warten, abgeschlachtet zu werden. Sicher, ein paar Polyport-Höfe gerieten unter die Kontrolle der FM. Aber ansonsten glänzte der Gegner durch Passivität. Wurde die FM anfangs geschildert, als eine Macht, die dazu auserkoren war, zu herrschen, haben die recht wenig Eigeninitiative entwickelt, um diesen Anspruch gerecht zu werden.

 

Einige Themen, die von den Autoren in der Andromeda-Ebene angerissen wurden, sind nach wie vor offen. Ob sie in der 2. Zyklushälfte gelöst werden oder später nochmals aufgegriffen werden, bleibt unklar. Das Schicksal der Schattenmaahks sei hier erwähnt oder die Entdeckung des Wales durch Wissenschaftler der JULES VERNE.

 

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