Ansichten zu Perry Rhodan Olymp Heft 9

Rückkehr ins Chaos – von Olaf Brill – Handlung:
Auf Olymp schreibt man den 14. Mai 1550 NGZ. In Ram Nanukus Anwesen treffen sich Gucky, Piri Harper, Frank Sulu, Derin Paca und Krystophar, sowie der Hausherr selbst. Der Ilt zeigt sich von Derin Paca und Krystophar keineswegs überrascht. Er kennt die beiden offensichtlich. Und Piri Harper, die bis vor kurzen noch einen Trivid-Medienkanal betrieben hat, kann es nicht ganz glauben, als Paca und Krystophar die Masken fallen lassen. Die beiden sind das frühere Kaiserpaar Indrè Capablanca und Martynas Deborin. Harper entgeht auch nicht, dass sich die beiden Olymper, die zu ihrer Zeit zu den schillerndsten Figuren der jüngeren Geschichte zählten, auseinandergelebt haben. Deborin ist sehr schweigsam und hält Abstand zu Capablanca.
Nun interessiert alle, wie das Kaiserpaar nach so langen Jahren an diesen Ort zurückkehrte. Und Indrè Capablanca ist die erste, die erzählt, wie das damals war, vor 32 Jahren, als sie entmachtet wurde und Beryn Mogaw den Thron bestieg. Zu jener Zeit, im Juni 1518 NGZ, war die Bevölkerung Olymps aufgerufen, sich per Wahl zu entscheiden. Dem Anschluss an das Tamanium der Tefroder oder dem Verbleib in der LFT. Indrè Capablanca und Martynas Deborin waren bereit, jede Entscheidung zu respektieren. Öffentlich hatte Martynas Deborin seine Sympathie für das Tamanium ausgedrückt. Mit Perry Rhodan gab es den Plan, sollte der Entscheid zugunsten der Tefroder ausfallen, dass Capablanca und Deborin als Agenten der LFT operieren würden.
Die Entscheidung der Olymper war eindeutig. Sie votierten mit überwältigender Mehrheit für den Verbleib in der LFT. Capablanca war glücklich. Doch bei ihrem Mann war sie sich nicht sicher. Er schien von der Entscheidung des Volkes enttäuscht. In der Folgezeit mehrten sich die Signale. Das Kaiserpaar lebte sich auseinander. Indrè Capablanca machte die Bekanntschaft mit Ram Nanuku. Der 150 Jahre alte Mann war als Politberater tätig. Martynas Deborin hingegen schien sich nicht mehr für olympische Politik zu interessieren. Er blieb beruflichen Terminen immer häufiger fern und überließ die Geschäfte seiner Frau. In dieser Situation betrat der Unternehmer Beryn Mogaw die Bühne. Er war ein Paradiesvogel und in der sehr freizügigen Gesellschaft der Olymper wurde seine Kritik am Kaiserpaar immer häufiger beklatscht. Mogaw nutzte seine wirtschaftliche Macht, um der Regierung immer häufiger die Beteiligung der Wirtschaft an Projekten zu entziehen, die dann er umsetzte. In diese Zeit fiel der Tod Ftempars, des Symbionten der Kaiserin. Ihr erschien es wie ein Symbol des Untergangs. Schließlich waren die Parlamentarier derart unterwandert, dass sie einem Antrag auf ein Amtsenthebungsverfahren stattgaben. Kaiser und Kaiserin entschieden, sich dem Verfahren nicht zu stellen. Sie gaben die Erklärung ab, sich ins Privatleben zurückzuziehen. Aber auch ihre Bindung zerbrach an dem Tag endgültig.
Indrè Capablanca zog es nach Aurora, dem Sitz des Galaktikums. Dort lebte sie weitgehend anonym, bis sie die Bekanntschaft eines Arkoniden aus der kleinen Baronie Saka machte. Die Baronie drohte zu verarmen. Die dortige junge Regierungschefin, die nicht dem Adel angehörte, hatte einen schweren Stand. So kam Indrè Capablanca nach Saka. Sie freundete sich mit Amira Renu, der Baronin, an. Die Arkonidin hat einen erbitterten Feind, den adligen Satoran on Torasai. Amira Renu kennt die Identität der ehemaligen Kaiserin. Gemeinsam suchen sie eine neue Identität. Capablanca wird zu Derin Paca und zur Beraterin der Baronie. Gemeinsam suchen sie nach Auswegen aus der Wirtschaftskrise und finden sie in den Hon’kantari. Die riesigen Meerestiere haben einen den  Haluter ähnelnden Konvertermagen und reinigen die Meere des Planeten sehr effektiv. Man kommt auf die Idee, die Tiere zu anderen Planeten zu exportieren. Eine Sippe der Mehandor wird für den ersten Transport auf einen Testplaneten gewonnen. Doch der Transport einiger Tiere per Transmitter geht schief. Satoran on Torasai ist es gelungen, die Tiere abzufangen. Er will sie für andere Zwecke missbrauchen. Doch Derin Paca alias Indrè Capablanca, kann die Machenschaften des Arkoniden vereiteln. Die Baronie kommt in den nächsten Jahren zu Wohlstand. Eines Tages bekommt Derin Paca jedoch die schlechten Nachrichten von Olymp und kehrt nach Hause zurück.
Die Gruppe, die bislang gebannt der Geschichte Capablancas gelauscht hat, muss den Standort wechseln. Tefrodische Soldaten sind auf dem Weg. Gucky bringt alle in das Privatquartier von Capablanca. Dort erzählt nach langem Zögern nun auch Martynas Deborin, wie es ihm seitdem ergangen war. Tatsächlich war er enttäuscht gewesen, als sich die Olymper gegen das Tamanium entschieden. Als er später seinen Rücktritt erklärte, verließ er in Maske und ohne zu zögern Olymp, um nie mehr zurückzukehren. Wie ein Mehandor sprang er von Planet zu Planet. Er wurde zu einem Vagabunden. Eines Tages beschloss er, nach Tefor zu reisen. Er wollte in Erfahrung bringen, ob die Tefroder wirklich so übel waren, wie es Indrè und andere behaupten. Er tarnt sich als Tefroder und erreicht Tefor. Als angeblicher Prospektor will er einen draufmachen. Er verspielt Unmengen an Geld und beginnt zu trinken. Die tefrodische Polizei verhaftet ihn, den alkoholsüchtigen Vagabunden. Als er nach der Entlassung mal wieder in der Gosse liegt, wird er von Crystalla aufgelesen. Die Tefroderin findet, wie es scheint, einen Narren an ihm. Er entsagt dem Alkohol und baut ein Beratungsunternehmen auf. Eine Schwierigkeit, denn die Regierung Tefors kontrolliert alles. Doch er hat Erfolg und berät bald andere Tefroder.
Doch die Gläserne Insel verhaftet ihn und zerstört sein Unternehmen. Er wird gefoltert und soll seine Identität preisgeben. Krystophar, wie er sich nennt, ist nicht bereit, seine Herkunft zu verraten. Doch der Geheimdienst weiß längst Bescheid. Und Crystalla entpuppt sich als Agentin. Er soll nach Adarem gebracht werden. Doch auch Martynas Deborin hat immer noch gute Kontakte, die ihm vorher zur Flucht verhelfen. Auch er kehrte nach Olymp zurück.
Gucky hat genug gehört. Er ist sicher, dass sich Perry Rhodan auf dem Gefangenplaneten Adarem befindet. Er teleportiert auf die IBANI GALOA und berichtet Sichu Dorksteiger von Adarem. Die Ator will nach dem Planeten suchen lassen. Da kommt ein Funkspruch von der ETSI. Die Tefroder haben damit begonnen, Shoraz zu beschießen. Sichu beschließt, den Archäologen dort zu Hilfe zu kommen.

 

Rezension:
Olaf Brills zweiter Beitrag zur Miniserie Olymp beginnt mit dem Running-Gag. Gucky hat sich in den vergangenen Jahrzehnten aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. So der Autor. Nicht jeder Bewohner der Milchstraße mochte ihn daher erkennen. Eine geschickte Formulierung. Sie ist korrekt, plausibel, nicht angreifbar. Doch warum wird dieses Element immer und immer wieder durchgekaut? Möglicherweise macht sich Olaf Brill hier einen Spaß. Wenn es zum Zeitpunkt, als er seine zweite Geschichte schrieb, schon Leserreaktionen zu den ersten Bänden Olymps gab, dann hat er es mit Absicht nochmal aufgegriffen. Und wenn es nicht so ist, bleibt es weiterhin merkwürdig. Jedenfalls musste ich über den Einstieg schmunzeln.
Ansonsten knüpft der Roman an Heft 7, Land der Seligen, an. Darin hatte Madeleine Puljic die Figuren zusammengeführt, von denen Olaf Brill nun zwei davon ihre Vorgeschichten erzählen lässt. In Band 2 der Miniserie Olymp wurde kurz die Absetzung des Kaiserpaars thematisiert. Seitdem werden die beiden zu Hoffnungsfiguren hochstilisiert. Dass sich hinter Derin Paca die Kaiserin verbirgt, habe ich nicht erkannt. Das Anagramm des Vornamens zwar schon, aber ich habe da eher eine Tochter Capablancas vermutet. Doch das war zu kompliziert gedacht. Olymp ist einfacher gestrickt.
Nach der Enthüllung wird der Roman von zwei Erzählungen beherrscht. Die beiden ehemaligen Herrscher Olymps berichten, wie es ihnen ergangen ist. Während Indrè sich wieder fangen konnte, hatte Martynas einen Abstieg zu verkraften.
Die Geschichte, wie sich das ehemalige Kaiserpaar auseinanderlebte, bot für mich nur anfänglich einen gewissen Reiz. Die Frage des „Wie“ wurde recht schnell geklärt. Und obwohl sich der Autor für den „Werdegang“ dazwischen einiges hat einfallen lassen, interessierte ich mich dann eher wieder für das „Wie“ der Rückkehr. Für eine Serie, die am Anfang mit der Museumswelt, der Shoziden-Box, dem Auftreten der Tefroder und einigem mehr, zahlreiche Rätsel aufwirft, zeigt der Roman für mich zu wenig Bereitschaft, an diese Themen anzuknüpfen. Vergeblich wartete ich auf einen stärkeren Bezug zu Shoraz, zu den aktuellen Tefrodern, zu irgendetwas, das den Geschichten der beiden Protagonisten mehr Bedeutung geben würde.
Ganz am Ende fällt das Stichwort Adarem. Und schnipp haben wir ein neues Ziel. Na ja, nicht ganz. Shoraz hat Probleme und Sichu gibt ihrem Mann noch ein paar Stunden mehr zum Überleben. Zum Ende hin gab nur noch eine Textstelle, die mir besonders gefiel. Das war Olaf Brills Hommage an den Film Casablanca.
Die Serie dümpelt so dahin. Sie ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Sie hat keine Würze und keinen Pep. Die einzelnen Romane zeigen einen Schreibstil auf der Höhe der Zeit für eine Romanheftserie. Und auch dieser Roman von Olaf Brill ist gut geschrieben aber bietet erneut zu wenig Substanz für die Serie.

Ansichten zu Perry Rhodan Olymp Heft 8

Die Herren von Adarem – von Dietmar Schmidt – Handlung:
Es ist der 12. Mai 1550 NGZ. Auf Adarem ist Perry Rhodan von seinen Mitgefangenen getrennt worden. Der Unsterbliche wird in einen Bereich geführt, der sich deutlich vom Gefangenenkomplex unterscheidet. Aufschriften in tefrodischer Sprache verraten schnell, dass Rhodan in einem riesigen Forschungskomplex gelandet ist. Im Verwaltungsbereich wird er vom Direktor der Einrichtung empfangen. Adan Nibota zeigt sich jovial. Schon nach kurzer Zeit gibt er offen zu, dass er weiß, Perry Rhodan vor sich zu haben. Und er erklärt Rhodan auch, was man mit ihm vorhabe. Vetris-Molaud ist ein Zellaktivatorträger und die Wissenschaftler der Forschungsanlage interessieren sich brennend dafür, welche Einflüsse der Zellaktivator bekämpfen kann und bei welchen Einflussfaktoren das Gerät versagt. An Perry Rhodan sollen Experimente gemacht werden.
Derweil sind Ypheris Bogyr und Mahé Elesa noch immer im Gefängnistrakt. Ypheris Bogyr will zum Direktor. Er will ihn erpressen, damit er, Perry Rhodan und Mahé Elesa fliehen können. Wie er den Direktor unter Druck setzen kann, weiß er noch nicht. Er hofft, dass ihm etwas einfällt, wenn es soweit ist. Doch zunächst müssen die beiden Gefangenen erstmal überhaupt zum Direktor kommen. Mahé Elesa kennt ein geheimes Gangsystem, das von Wärtern benutzt wird, um unbemerkt an neuralgische Stellen des Gefangenentrakts zu gelangen. Sie kann Zugang dazu verschaffen. Auf dem Weg zu dem Geheimsystem gibt es Gelegenheit, dass Bogyr etwas von sich erzählt. Er war Prospektor und mit einer Crew auf der Suche nach Hyperkristallen. Dabei gerieten sie ein ums andere Mal in Gefahr.
Auf ihrem Weg geraten Bogyr und Elesa in Sektionen, die von Ebaryn abgehört werden können. Und Ebaryn hatten sie ausgetrickst. Der Tefroder, der sich verbirgt, will sich sicherlich rächen. Ein, zweimal können sie Ebaryn erneut täuschen, aber als sie schon fast im geheimen Gangsystem sind, schickt Ebaryn seine Schläger. Wieder kann Elesa sie retten. Und Ypheris Bogyr vermutet, dass Ebaryn sich selbst auch im geheimen Gangsystem verbirgt. Sie treffen ein Abkommen. Keiner verrät den anderen. Die beiden dringen in das Büro von Kostin Shalaufdag ein. Elesa lenkt den Direktor ab und mit einem Trick gelangt Bogyr an eine Waffe. Außerdem kann er das Funknetz blockieren. Shalaufdag hat panische Angst vor ihr. Gemeint ist Onara Gholad. Bogyr und Elesa haben leichtes Spiel. Sie wollen ein Schiff.
Perry Rhodan muss sich unethischen Tests stellen. In einem Labor, Stinkerraum genannt, wird er mit unterschiedlichen chemischen Substanzen in Kontakt gebracht. Von Mal zu Mal wird die Aggressivität der Stoffe auf Rhodans Haut gesteigert. Kadur, ein Rofter, ist derjenige, der die Experimente durchführt. Rhodan sieht Chancen, mit Kadur ins Gespräch zu kommen, denn Rofter gelten in der tefrodischen Gesellschaft als Außenseiter. Rhodan lernt andere Probanden kennen. Bevor die Experimente für ihn gefährlich werden, muss er fliehen. Kadur, der nicht weiß, dass sein Versuchskaninchen berühmt und ein Zellaktivatorträger ist, erstaunen Rhodans Heilungsprozesse. Er ändert eigenmächtig den Versuchsplan und bekommt Ärger mit seiner Vorgesetzten. Ihm unterlaufen Fehler. Bei einem dieser Fehler kann Rhodan unbemerkt an einem Terminal einen Störfall-Alarm auslösen. Im allgemeinen Chaos und mit Hilfe anderer Probanden kann sich Rhodan verstecken.
Auf der SHEONA hat Onara Gholad die Kontrolle über sich verloren und unter den Augen ihres Vaters etliche Tobsuchtsanfälle gehabt. Kurz zuvor musste sie entdecken, dass ihre Geisel, der Kaiser von Olymp, spurlos verschwunden ist. Er sollte die Beitrittspapiere an ihrer Seite live unterzeichnen und zurücktreten, damit sie Tamrätin werden kann. Die Aufzeichnungen zeigen, dass Gucky trotz HÜ-Schirm ins Schiff teleportieren konnte. Sie vermutet eine unbekannte Parafähigkeit und lässt den Paratronschirm des Schiffes aktivieren. Ihr Vater schickt ihr Vollmachten, die es ihr Erlauben, den Vertrag mit Olymp gegenzuzeichnen, so dass der Vertrag sofort wirksam wird. Die Unterschrift eines Diplomaten muss dann nachgereicht werden. Und sie muss des Kaisers habhaft werden. Sie lässt Adarem über Funk rufen. Doch der Planet meldet sich nicht.
Rhodan ist das Glück zunächst hold. Kaum wagt er sich aus seinem Versteck, kommt ihm der Institutsleiter mit zwei Wachen entgegen. Rhodan kann die drei ausschalten und mit den Codes von Nibota einen Terminal aktivieren. Er erhält Infos darüber, dass in der Anlage nach neuen Mutanten geforscht wird. Er speichert wichtige Daten auf einem Kristall. Doch seine Flucht ist kurz darauf zu Ende. Wärter paralysieren ihn.

 

Rezension:
Wie auch schon die anderen Olymp-Romane spielt auch der 8. Band an den bekannten Handlungsorten. Dietmar Schmidt steigt mit Perry Rhodan in die Geschichte ein, der von seinen Mitgefangenen getrennt wurde. Das Kapitel lieferte eine Bestandsaufnahme von Rhodans Situation. Weiterhin wurde grob das bisherige Geschehen der Miniserie rekapituliert. Der Autor vernachlässigt bei seinem Beginn eine wichtige Regel der Unterhaltungsliteratur. Der Einstieg muss den Leser neugierig machen. Tat es hier leider nicht.
Mit Ypheris Bogyr und Mahé Elesa geht es weiter. Und auch hier konnte mich das Geschehen zu keiner Zeit beeindrucken. Völlig unklar blieb das Motiv von Ypheris Bogyr. Er will den Direktor erpressen. Schön und gut. Alleine das wie will er entscheiden, wenn er vor Ort ist. Dort fällt den beiden alles in den Schoß. Und auch der Weg dorthin war unspektakulär. Es werden alle Figuren eingebracht, die wir schon aus früheren Romanen kennen. Neues wird der Geschichte nicht hinzugefügt. Die zwei, drei Anekdoten aus seinem Leben, die Bogyr von sich gibt, sind derart belanglos, dass ich sie schon vergessen hatte, als ich umblätterte. Die Lebensgeschichte von Mahé Elesa im fünften Band war zumindest halbwegs mit der Shoziden-Box verknüpft und ihre Geschichte so gestaltet, dass die Figur mehr Tiefe erhielt. Dagegen waren die Ausflüge in Bogyrs Vergangenheit völlig überflüssig. Seine Geschichten erzählten nichts über ihn. Aber auch wirklich gar nichts.
Der Roman tritt auf der Stelle. Die Geschichte bewegt sich nicht. Ebenso wenig bewegt sich die Serie. Boten bislang zumindest die Figuren einen Unterhaltungswert, sind interessante neue Charaktere und deren Handeln in diesem Band auch nicht zugegen. So anteillos, wie Rhodan die Experimente über sich ergehen ließ, so anteillos gaben sich die Figuren und riefen zu keiner Zeit eine Emotion bei mir, dem Leser, hervor.
Die Geschichte und die Serie befinden sich in einem Dornröschenschlaf. Und ein Prinz, der sie wachküsst, ist nicht in Sicht.

Ansichten zu Perry Rhodan Olymp Heft 7

Land der Seligen – von Madeleine Puljic – Handlung:
In Trade City schreibt man den 13. Mai 1550 NGZ. Piri Harper, Frank Sulu und Derin Paca halten sich im Yoshiwara auf, das dem Guru Ram Nanuku gehört. Nach der gemeinsamen Trivid-Ansprache ist auf den Straßen der Hauptstadt der Teufel los. Nun gilt es die Massen zu beruhigen und zu vermeiden, dass die Tefroderin Onara Gholad schwere Geschütze auffährt. Die Unruhen könnte sie motivieren einzugreifen, um zu demonstrieren, dass nur das Tamanium Ruhe und Ordnung herzustellen vermag. Ram Nanuku sieht sich nicht als der Anführer, der den Olympern sagen soll, wo es langgeht. Er schlägt Krystophar vor, einen Freund von ihm und Paca aus vergangenen Zeiten. Der Gesuchte hält sich in Elysion auf. Ein riesiges Urlaubsparadies für Touristen im Zentrum Hermeias. Krystophar soll ebenfalls so etwas wie ein Guru sein.
Piri Harper, Frank Sulu und Derin Paca machen sich auf, den Gesuchten nach Trade City zu bringen. Unterwegs werden sie jedoch von Drohnen und Ordnungskräften erkannt, denn mittlerweile ist ein Fahndungsaufruf nach Derin Paca in den Medien verbreitet worden. Derin Paca setzt sich von ihren Begleiteten ab, um die Ordnungskräfte abzulenken. Und Piri Harper und Frank Sulu reisen alleine nach Elysion. Da sie nur wenige Informationen über Krystophar haben, muss Piri Harper mit einem gekauften Gamopod umständlich Datenrecherche betreiben. Der erste Krystophar, den die beiden Widerständler in dem riesigen Vergnügungspark auftreiben können, entpuppt sich als Drogendealer und ist nicht der Gesuchte. Immerhin kann Frank Sulu sich in einige Netzwerke hacken und weitere zweiunddreißig Krystophars zutage fördern. Nach Filterung bleiben drei potentielle neue Anführer für Olymps Widerstandsbewegung übrig.
An Bord der OLMIN-ZOLL-4, Eigenname IBANI GALOA, ist seit dem Ultimatum Gholads ein Tag vergangen. Sichu Dorksteiger fällt nichts ein, was sie der Erpressung durch die Tefroder entgegensetzen kann. Gucky kann die Ator etwas aufrichten. Von Olymp werden Sendungen empfangen, dass eine gewisse Derin Paca dem Argyris mit einem Amtsenthebungsverfahren droht. Gucky plant eine Alleintour zum Kaiser, um diesen von den schlechten Absichten der Tefroder zu überzeugen. Mit einem kleinen Ablenkungsmanöver manövriert sich die IBANI GALOA dichter an Olymp, so dass der Ilt in den Palast teleportieren kann. Der Kaiserpalast ist riesig und da zu Guckys Ankunft Nacht herrscht, hat er Schwierigkeiten, den Kaiser zu finden. Schließlich teleportiert Gucky in einen Raum, der an das Schlafzimmer des Argyris grenzt. Und findet dort den schlafenden Talin Buff auf seiner Bank. Der Ilt espert in den Gedanken des ihm völlig unbekannten Wesens und findet ein friedfertiges Geschöpf. Er weckt den Rospaner. In Talin Buff findet Gucky einen Seelenverwandten, zumindest wenn es um die Einsamkeit eines Wesens geht. Er empfindet Mitleid mit dem Rospaner, doch alle Versuche des Ilts, Talin aus der Situation zu befreien, scheitern an der Loyalität Talins seinem Herrn gegenüber. Doch den muss das momentan nicht stören. Er ist nämlich entführt worden, wie Gucky und Talin bemerken, als sie in sein Schlafzimmer eindringen.
Die Überwachungsvideos zeigen zwei Tefroder, die über ein Fenster eingedrungen sind und sich keine Mühe gaben, unerkannt zu bleiben. Nur mit dem Leib des Kaisers hebt sich einer der beiden einen Bruch. Gucky ahnt wohin man den Argyris gebracht hat. Onara Gholad hat den Kaiser sicherlich zu seiner „eigenen Sicherheit“ an Bord der SHEONA gebracht. Da diese mit Schutzschirmen umgeben ist, geht der Ilt mit Hilfe der Schmerzteleportation an Bord. Er sucht und findet den Kaiser. Gucky schnappt auch einen Gedanken an Perry Rhodan auf, aber als Onara Gholad naht, packt er den Argyris und bringt ihn zurück in sein Bett. Der Herrscher hat die ganze Zeit friedlich geschlafen.
Piri Harper und Frank Sulu haben inzwischen auch die letzten beiden Krystophars, einen Asthmatiker und einen Alten im Schwebestuhl, aussortiert und stehen dem richtigen gegenüber. Der ist Alkoholiker auf Entzug und interessiert sich wenig für den Widerstand. Als im Trivid die Meldung von Derin Pacas Gefangennahme erscheint, ändert Krystophar blitzartig seine Meinung und gemeinsam fliegen sie nach Trade City. In die Stadt zu kommen ist schwer, aber Frank Sulu hat noch einen Bekannten, der ihm einen Gefallen schuldig ist. Und der bringt sie mit einem Müllcontainer nach Trade City. Auch Gucky hat Derin Paca im Trivid gesehen und lässt den Kaiser erstmal schlafen.
In Ram Nanukus Anwesen treffen sich alle Beteiligten wieder. Auch Derin Paca ist da. Eine Journalistin mit Biomolplastmaske hatte sich als Paca ausgegeben und die Tefroder zum Vergnügen der Bevölkerung getäuscht. Und auch Gucky ist da, der, als er Krystophar erblickt, von einem interessanten Wiedersehen spricht.
Auf Adarem will Ypheris Bogyr nicht länger die Hände in den Schoß legen. Seit Rhodans Verschwinden rätselt er, wohin dieser gebracht wurde. Zusammen mit Mahé Elesa will er etwas unternehmen. Sein Ziel ist der Direktor von Adarem.

 

Rezension:
Es ist der zweite Beitrag von Madeleine Puljic zur Miniserie Olymp. Und wie schon im Band 3 kommt der Neo-Autorin das Umfeld, in der Olymp angesiedelt ist, entgegen. Es gibt wieder nur minimalistischen Technikeinsatz und das Figurenhandeln steht im Vordergrund. Madeleine Puljic füllt ihre Geschichte mit vielen Innenansichten und den Gefühlen ihrer Protagonisten. Die Personen zeigen offen ihre Empfindungen oder werden mit ihren Gefühlen offen von Dritten beschrieben. Das macht die Autorin sehr gut. Der Gucky, den sie schildert, ist fein charakterisiert. Und auch seine Fähigkeiten hat Madeleine Puljic im Griff. In Band 3 war es Perry Rhodan und nun Gucky. Damit hat sie sich an zwei Schwergewichte der Serie gewagt und die Darstellungen der Unsterblichen sind ihr gelungen.
Aber zum wiederholten Male sind fast alle Figuren nur Opfer der Umstände und gehen den bislang aufgeworfenen Geheimnissen nicht aktiv auf dem Grund. Es gibt also keine neuen Erkenntnisse zu den Shoziden, zur Box, zu Ypheris Bogyr, seinem Verhältnis zur Familie Gholad, zu den Motiven der Tefroder usw.
Aktiv sind die Figuren auf Nebenschauplätzen. Als solchen bezeichne ich zumindest den Schauplatz Olymp mit seiner Widerstandsbewegung. Ich befürchte jedoch, dass dies gar kein Nebenschauplatz ist. Sondern der Schwerpunkt der Miniserie Olymp. Wenn der Widerstand und nicht die Shoziden-Box den Schwerpunkt der Serie markiert, dann erschließt sich mir allerdings nicht jeder Figureneinsatz dort. Ich habe es an anderer Stelle bereits geschrieben. Eingeführt wurden die Figuren Piri Harper und Frank Sulu als Aushängeschild des Widerstands. Die beiden gaben dem Widerstand ein Gesicht. Dann jedoch wurden sie an den Rand geschrieben. Erfreulicherweise holt Madeleine Puljic die beiden wieder aus der Versenkung. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Figurenhandeln in diesem speziellen Fall nicht überzeugen kann. Tatsächlich zaubern die Autoren unentwegt Figuren aus dem Hut, die den Widerstand anführen sollen. Sie werden mit Begriffen wie „Guru“ oder „fast ein Guru“ oder „mysteriös“ beschrieben ohne mich jedoch in Auftreten und Handeln überzeugen zu können.
Auch hier wiederhole ich mich. Derin Paca taucht überraschend auf und nimmt Harper und Sulu an die Hand. Sie bringt sie zu Guru Ram Nanuku. Der wiederum bringt Indrè Capablanca und Martynas Deborin ins Spiel, wie andere vor ihm auch schon. Nun wird Krystophar aus dem Hut gezaubert. Die Figur ist in diesem Roman sehr blass und es gelingt der Autorin nicht, ihr das versprochene „Mysteriöse“ anzuschreiben.
Möglichweise scheitert der Widerstand einfach nur daran, dass sie keinen geeigneten Anführer finden. Am Ende taucht Rhodan auf und klärt alles.
Olymp ist in gewisser Weise an mir vorbeigeschrieben. Ich würde gerne manche Gedankengänge, die mir beim Lesen in den Sinn kommen, im gleichen Roman bestätigt sehen oder zumindest eine Reaktion dazu präsentiert bekommen. Stellte ich zuletzt Überlegungen an, warum Piri Harper und Frank Sulu ein wenig in den Hintergrund traten und das Feld des Handelns anderen überließen, geht Madeleine Puljic gleich zu Beginn ihres zweiten Beitrags zu Olymp darauf ein. Das ist erfreulich, wie ich oben schrieb. Aber die Verzögerung irritiert mich etwas. Harper analysiert die Situation so, wie ich es im letzten Heft auch tat. Sie hat sich der Prinzessin angeschlossen. Aber es war kein Vorschlag der Bürgerversammlung gewesen, um die Aufständischen loszuschicken, um etwas zu unternehmen. Derin Paca hat sich eingemischt und die Unbekannte gibt auch ihre Gedankengänge in diesem Roman nicht preis. Nun wird ein weiterer Unbekannter ins Boot geholt. Und auch hier vermisse ich Überlegungen Harpers und Sulus dazu. Zuerst Paca, dann Nanuku, jetzt Krystophar.
Mir fehlen etwas die direkten Reaktionen der Figuren. Sie erfolgen in Olymp zeitverzögert. Ich erinnere mich gerne an Trivid. Dort erfolgten Reaktionen hautnah, auf dem Punkt. Olymp ist anders. Olymp ist ein langsamer ruhiger Fluss und hin und wieder spült es etwas an die Oberfläche.
Die Shoziden-Box wird mal wieder erwähnt. Wer es vergessen hat. Das ist eine kleine Schachtel, die in Heft 1 gefunden wurde und ihre Geheimnisse bislang für sich behalten hat. Madeleine Puljic dichtet der Box an, dass sie, nach allem was man weiß, möglicherweise ganze Sternsysteme auslöschen kann. Oder Schlimmeres.
Das Problem ist, man weiß nichts. Die Autorin dichtet hier. Für die Leser kann die Box auch nur ein Seifenspender sein oder ein Aufbewahrungsbehälter für Zellaktivatoren. Die Protagonisten machen sich auch keine Mühe, den Geheimnissen auf den Grund zu kommen. Dabei wäre das der Weg. Das Dilemma, die Box im Austausch gegen Perry Rhodan, bleibt bestehen. Aber Erkenntnisse über die Box würden, sollte es zum Tausch kommen, die Ereignisse danach beeinflussen. Immerhin will Sichu Dorksteiger in den verbleibenden zwei Tagen (des Ultimatums) doch nochmal die Box untersuchen.
Mein Fazit ist auch eine Wiederholung: Effektmäßig bietet die Geschichte zu wenig. Auch der Romantitel verspricht viel und hält wenig. Der Roman hat mehr Stil als Substanz.