Ansichten zu Perry Rhodan Olymp Heft 7

Land der Seligen – von Madeleine Puljic – Handlung:
In Trade City schreibt man den 13. Mai 1550 NGZ. Piri Harper, Frank Sulu und Derin Paca halten sich im Yoshiwara auf, das dem Guru Ram Nanuku gehört. Nach der gemeinsamen Trivid-Ansprache ist auf den Straßen der Hauptstadt der Teufel los. Nun gilt es die Massen zu beruhigen und zu vermeiden, dass die Tefroderin Onara Gholad schwere Geschütze auffährt. Die Unruhen könnte sie motivieren einzugreifen, um zu demonstrieren, dass nur das Tamanium Ruhe und Ordnung herzustellen vermag. Ram Nanuku sieht sich nicht als der Anführer, der den Olympern sagen soll, wo es langgeht. Er schlägt Krystophar vor, einen Freund von ihm und Paca aus vergangenen Zeiten. Der Gesuchte hält sich in Elysion auf. Ein riesiges Urlaubsparadies für Touristen im Zentrum Hermeias. Krystophar soll ebenfalls so etwas wie ein Guru sein.
Piri Harper, Frank Sulu und Derin Paca machen sich auf, den Gesuchten nach Trade City zu bringen. Unterwegs werden sie jedoch von Drohnen und Ordnungskräften erkannt, denn mittlerweile ist ein Fahndungsaufruf nach Derin Paca in den Medien verbreitet worden. Derin Paca setzt sich von ihren Begleiteten ab, um die Ordnungskräfte abzulenken. Und Piri Harper und Frank Sulu reisen alleine nach Elysion. Da sie nur wenige Informationen über Krystophar haben, muss Piri Harper mit einem gekauften Gamopod umständlich Datenrecherche betreiben. Der erste Krystophar, den die beiden Widerständler in dem riesigen Vergnügungspark auftreiben können, entpuppt sich als Drogendealer und ist nicht der Gesuchte. Immerhin kann Frank Sulu sich in einige Netzwerke hacken und weitere zweiunddreißig Krystophars zutage fördern. Nach Filterung bleiben drei potentielle neue Anführer für Olymps Widerstandsbewegung übrig.
An Bord der OLMIN-ZOLL-4, Eigenname IBANI GALOA, ist seit dem Ultimatum Gholads ein Tag vergangen. Sichu Dorksteiger fällt nichts ein, was sie der Erpressung durch die Tefroder entgegensetzen kann. Gucky kann die Ator etwas aufrichten. Von Olymp werden Sendungen empfangen, dass eine gewisse Derin Paca dem Argyris mit einem Amtsenthebungsverfahren droht. Gucky plant eine Alleintour zum Kaiser, um diesen von den schlechten Absichten der Tefroder zu überzeugen. Mit einem kleinen Ablenkungsmanöver manövriert sich die IBANI GALOA dichter an Olymp, so dass der Ilt in den Palast teleportieren kann. Der Kaiserpalast ist riesig und da zu Guckys Ankunft Nacht herrscht, hat er Schwierigkeiten, den Kaiser zu finden. Schließlich teleportiert Gucky in einen Raum, der an das Schlafzimmer des Argyris grenzt. Und findet dort den schlafenden Talin Buff auf seiner Bank. Der Ilt espert in den Gedanken des ihm völlig unbekannten Wesens und findet ein friedfertiges Geschöpf. Er weckt den Rospaner. In Talin Buff findet Gucky einen Seelenverwandten, zumindest wenn es um die Einsamkeit eines Wesens geht. Er empfindet Mitleid mit dem Rospaner, doch alle Versuche des Ilts, Talin aus der Situation zu befreien, scheitern an der Loyalität Talins seinem Herrn gegenüber. Doch den muss das momentan nicht stören. Er ist nämlich entführt worden, wie Gucky und Talin bemerken, als sie in sein Schlafzimmer eindringen.
Die Überwachungsvideos zeigen zwei Tefroder, die über ein Fenster eingedrungen sind und sich keine Mühe gaben, unerkannt zu bleiben. Nur mit dem Leib des Kaisers hebt sich einer der beiden einen Bruch. Gucky ahnt wohin man den Argyris gebracht hat. Onara Gholad hat den Kaiser sicherlich zu seiner „eigenen Sicherheit“ an Bord der SHEONA gebracht. Da diese mit Schutzschirmen umgeben ist, geht der Ilt mit Hilfe der Schmerzteleportation an Bord. Er sucht und findet den Kaiser. Gucky schnappt auch einen Gedanken an Perry Rhodan auf, aber als Onara Gholad naht, packt er den Argyris und bringt ihn zurück in sein Bett. Der Herrscher hat die ganze Zeit friedlich geschlafen.
Piri Harper und Frank Sulu haben inzwischen auch die letzten beiden Krystophars, einen Asthmatiker und einen Alten im Schwebestuhl, aussortiert und stehen dem richtigen gegenüber. Der ist Alkoholiker auf Entzug und interessiert sich wenig für den Widerstand. Als im Trivid die Meldung von Derin Pacas Gefangennahme erscheint, ändert Krystophar blitzartig seine Meinung und gemeinsam fliegen sie nach Trade City. In die Stadt zu kommen ist schwer, aber Frank Sulu hat noch einen Bekannten, der ihm einen Gefallen schuldig ist. Und der bringt sie mit einem Müllcontainer nach Trade City. Auch Gucky hat Derin Paca im Trivid gesehen und lässt den Kaiser erstmal schlafen.
In Ram Nanukus Anwesen treffen sich alle Beteiligten wieder. Auch Derin Paca ist da. Eine Journalistin mit Biomolplastmaske hatte sich als Paca ausgegeben und die Tefroder zum Vergnügen der Bevölkerung getäuscht. Und auch Gucky ist da, der, als er Krystophar erblickt, von einem interessanten Wiedersehen spricht.
Auf Adarem will Ypheris Bogyr nicht länger die Hände in den Schoß legen. Seit Rhodans Verschwinden rätselt er, wohin dieser gebracht wurde. Zusammen mit Mahé Elesa will er etwas unternehmen. Sein Ziel ist der Direktor von Adarem.

 

Rezension:
Es ist der zweite Beitrag von Madeleine Puljic zur Miniserie Olymp. Und wie schon im Band 3 kommt der Neo-Autorin das Umfeld, in der Olymp angesiedelt ist, entgegen. Es gibt wieder nur minimalistischen Technikeinsatz und das Figurenhandeln steht im Vordergrund. Madeleine Puljic füllt ihre Geschichte mit vielen Innenansichten und den Gefühlen ihrer Protagonisten. Die Personen zeigen offen ihre Empfindungen oder werden mit ihren Gefühlen offen von Dritten beschrieben. Das macht die Autorin sehr gut. Der Gucky, den sie schildert, ist fein charakterisiert. Und auch seine Fähigkeiten hat Madeleine Puljic im Griff. In Band 3 war es Perry Rhodan und nun Gucky. Damit hat sie sich an zwei Schwergewichte der Serie gewagt und die Darstellungen der Unsterblichen sind ihr gelungen.
Aber zum wiederholten Male sind fast alle Figuren nur Opfer der Umstände und gehen den bislang aufgeworfenen Geheimnissen nicht aktiv auf dem Grund. Es gibt also keine neuen Erkenntnisse zu den Shoziden, zur Box, zu Ypheris Bogyr, seinem Verhältnis zur Familie Gholad, zu den Motiven der Tefroder usw.
Aktiv sind die Figuren auf Nebenschauplätzen. Als solchen bezeichne ich zumindest den Schauplatz Olymp mit seiner Widerstandsbewegung. Ich befürchte jedoch, dass dies gar kein Nebenschauplatz ist. Sondern der Schwerpunkt der Miniserie Olymp. Wenn der Widerstand und nicht die Shoziden-Box den Schwerpunkt der Serie markiert, dann erschließt sich mir allerdings nicht jeder Figureneinsatz dort. Ich habe es an anderer Stelle bereits geschrieben. Eingeführt wurden die Figuren Piri Harper und Frank Sulu als Aushängeschild des Widerstands. Die beiden gaben dem Widerstand ein Gesicht. Dann jedoch wurden sie an den Rand geschrieben. Erfreulicherweise holt Madeleine Puljic die beiden wieder aus der Versenkung. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Figurenhandeln in diesem speziellen Fall nicht überzeugen kann. Tatsächlich zaubern die Autoren unentwegt Figuren aus dem Hut, die den Widerstand anführen sollen. Sie werden mit Begriffen wie „Guru“ oder „fast ein Guru“ oder „mysteriös“ beschrieben ohne mich jedoch in Auftreten und Handeln überzeugen zu können.
Auch hier wiederhole ich mich. Derin Paca taucht überraschend auf und nimmt Harper und Sulu an die Hand. Sie bringt sie zu Guru Ram Nanuku. Der wiederum bringt Indrè Capablanca und Martynas Deborin ins Spiel, wie andere vor ihm auch schon. Nun wird Krystophar aus dem Hut gezaubert. Die Figur ist in diesem Roman sehr blass und es gelingt der Autorin nicht, ihr das versprochene „Mysteriöse“ anzuschreiben.
Möglichweise scheitert der Widerstand einfach nur daran, dass sie keinen geeigneten Anführer finden. Am Ende taucht Rhodan auf und klärt alles.
Olymp ist in gewisser Weise an mir vorbeigeschrieben. Ich würde gerne manche Gedankengänge, die mir beim Lesen in den Sinn kommen, im gleichen Roman bestätigt sehen oder zumindest eine Reaktion dazu präsentiert bekommen. Stellte ich zuletzt Überlegungen an, warum Piri Harper und Frank Sulu ein wenig in den Hintergrund traten und das Feld des Handelns anderen überließen, geht Madeleine Puljic gleich zu Beginn ihres zweiten Beitrags zu Olymp darauf ein. Das ist erfreulich, wie ich oben schrieb. Aber die Verzögerung irritiert mich etwas. Harper analysiert die Situation so, wie ich es im letzten Heft auch tat. Sie hat sich der Prinzessin angeschlossen. Aber es war kein Vorschlag der Bürgerversammlung gewesen, um die Aufständischen loszuschicken, um etwas zu unternehmen. Derin Paca hat sich eingemischt und die Unbekannte gibt auch ihre Gedankengänge in diesem Roman nicht preis. Nun wird ein weiterer Unbekannter ins Boot geholt. Und auch hier vermisse ich Überlegungen Harpers und Sulus dazu. Zuerst Paca, dann Nanuku, jetzt Krystophar.
Mir fehlen etwas die direkten Reaktionen der Figuren. Sie erfolgen in Olymp zeitverzögert. Ich erinnere mich gerne an Trivid. Dort erfolgten Reaktionen hautnah, auf dem Punkt. Olymp ist anders. Olymp ist ein langsamer ruhiger Fluss und hin und wieder spült es etwas an die Oberfläche.
Die Shoziden-Box wird mal wieder erwähnt. Wer es vergessen hat. Das ist eine kleine Schachtel, die in Heft 1 gefunden wurde und ihre Geheimnisse bislang für sich behalten hat. Madeleine Puljic dichtet der Box an, dass sie, nach allem was man weiß, möglicherweise ganze Sternsysteme auslöschen kann. Oder Schlimmeres.
Das Problem ist, man weiß nichts. Die Autorin dichtet hier. Für die Leser kann die Box auch nur ein Seifenspender sein oder ein Aufbewahrungsbehälter für Zellaktivatoren. Die Protagonisten machen sich auch keine Mühe, den Geheimnissen auf den Grund zu kommen. Dabei wäre das der Weg. Das Dilemma, die Box im Austausch gegen Perry Rhodan, bleibt bestehen. Aber Erkenntnisse über die Box würden, sollte es zum Tausch kommen, die Ereignisse danach beeinflussen. Immerhin will Sichu Dorksteiger in den verbleibenden zwei Tagen (des Ultimatums) doch nochmal die Box untersuchen.
Mein Fazit ist auch eine Wiederholung: Effektmäßig bietet die Geschichte zu wenig. Auch der Romantitel verspricht viel und hält wenig. Der Roman hat mehr Stil als Substanz.

Ansichten zu Perry Rhodan Olymp Heft 6

Olymp in Aufruhr – von Olaf Brill – Handlung:
Die geheimnisvolle Derin Paca hat Piri Harper und Frank Sulu ins Vergnügungsviertel Sin Sin geführt. Dort werden sie von mehreren Bewaffneten umringt. Derin Paca kann die Situation beruhigen. Sie identifiziert sich gegenüber den Männern und will von ihnen zu einer bestimmten Person geführt werden. Zwei Männer übernehmen diese Aufgabe und führen die drei Widerständler über Umwege zum Yoshiwara, einem bekannten Etablissement. Im inneren des Vergnügungspalastes treffen Paca, Harper und Sulu auf den Mann, der sie unterstützen soll.
Im Kaiserpalast von Olymp ist die Laune des Argyris auf einem Tiefpunkt. Der Handel auf der Freihandelswelt ist durch die Blockade der Tefroder zum Erliegen gekommen. Der Niedergang der Wirtschaft nimmt bedrohliche Ausmaße an. Seine Wut lässt der Kaiser an den Mitarbeitern seines Führungsstabes aus. Was seinem engsten Vertrauten, Talin Buff, sehr gefällt. Denn dadurch ist der Rospaner aus der Schusslinie. Ghenaria Clarres, die Pressesprecherin, hat indes medienwirksames Material zusammengestellt, das die Wiederaufnahme der Warenlieferungen zeigt, die vor allem die ärmeren Randgebiete von Trade City erreichen und den Kaiser in ein gutes Licht stellen. Die Tefroder haben zwar die Warenlieferungen von außerhalb erlaubt, aber die eigenen Schiffe Olymps werden nach wie vor festgehalten und dürfen nicht starten. Auch die Schiffe der wichtigsten Handelspartner dürfen den Planeten nicht verlassen. Beryn Mogaw muss unbedingt die Blockade beenden, bevor die Handelspartner aktiv werden. Es kommt anders. Die Vertreter der großen Handelspartner erscheinen zu einer Audienz. Allerdings kann Mogaw seinen Hals aus der Schlinge ziehen, indem er den Besuchern Lügen auftischt, ihnen neue Verträge und Gewinne verspricht.
Doch nun muss der Kaiser die Tefroder dazu bringen, die Blockade zu beenden. Onara Gholad ist nicht zu sprechen. Stattdessen gerät der Argyris an Falk Anrin, dem stellvertretenden Kommandanten der SHEONA. Der Tefroder lässt den Kaiser wenig diplomatisch abblitzen. Auch der Versuch des Kaisers, mit Vetris-Molaud sprechen zu wollen, scheitert am Widerstand Anrins. Der Tefroder lügt den Kaiser zudem an. Er behauptet, dass ein neuer Botschafter bereits auf dem Weg nach Olymp sei. Beryn Mogaw ist sauer. Wenn die Tefroder nicht bald die Blockade beenden und die Verträge unterzeichnen, können sie den Beitritt zum Tamanium vergessen.
Der Mann, von dem sich Derin Paca Hilfe gegen den Kaiser erhofft, ist den Olympern bekannt. Es ist Ram Nanuku. Der Eigentümer des Yoshiwara ist ein Guru und ein Wirtschaftsunternehmer. Seine Philosophie ist einfach. Der Einzelne soll jeden anderen dem ihm gebührenden Platz im Universum gewähren. Und dabei dennoch die eigenen Interessen im Blick haben. Und die darf man, nötigenfalls mit Nachdruck, durchsetzen. Nanuku soll nach Pacas Ideen die Leitfigur gegen den Kaiser sein. Der so Umworbene lehnt freundlich ab. Natürlich lehnt auch er den Kaiser ab. Und der Beitritt zum Tamanium wäre für ihn geschäftlich eine Katastrophe. Sein Plan ist, jemanden aus dem System zu schmuggeln, um die LFG zu informieren. Doch die anderen sind damit nicht einverstanden. Es sollen die Olymper selbst sein, die die Situation klären sollen. Der Stolz der Olymper verlangt es so. Es bedarf aber Personen, wie Indrè Capablanca und Martynas Deborin, denen die Olymper vertrauen. Der Guru soll die Massen anheizen, bis der Ruf nach dem alten Kaiserpaar immer lauter wird.
An Bord der SHEONA beginnt Falk Anrin damit, die Besatzung auszuspionieren. Er belauscht deren Gespräche und macht sich seine Gedanken. Obwohl er Vertreter von Gholad ist, hat Anrin von den Zusammenhängen keine Ahnung. Er kennt die Bedeutung der Shoziden-Box nicht, er weiß nicht was seine Kommandantin gerade macht, er kennt Ypheris Bogyr nicht und ist ansonsten relativ ahnungslos. Da kommt Onara Gholad zurück. Sie lässt sich unterrichten und will die Dinge beschleunigen. Ein Diplomat des Schiffes soll zum Kaiser gehen und mit diesem den Vertrag Punkt für Punkt durchgehen. Wenn der neue Botschafter eintrifft, der tatsächlich auf dem Weg ist, soll der Vertrag unterschriftsreif sein.
An Bord der SHEONA und auf ganz Olymp empfängt man eine Sendung. Der Guru wendet sich ans Volk. Auf dem Höhepunkt seiner Rede ruft er die Olymper auf, auf die Straße zu gehen, um Onara Gholad zu zeigen, dass die Entscheidung von 1518 NGZ, sich für den Verbleib in der LFG zu entscheiden, nach wie vor Bestand hat. Außerdem kündigt er zusammen mit Piri Harper an, ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Kaiser in die Wege leiten zu wollen.
Onara Gholad beeindruckt das wenig. Sie tätigt einen Funkspruch. Gesprächspartner ist ihr Vater. Demirius Gholad lässt sich unterrichten. Über Dorksteiger, über Rhodan und darüber, dass auch Ypheris Bogyr gefangen wurde. Sobald der Mutaktor in Onaras Händen ist, wird sie den Gefangenen zu ihm bringen. Ihr Vater ist von der Nachricht, Bogyr sei in ihren Händen, elektrisiert. Onara verlangt von ihrem Vater, dass der Tod des Botschafters im Tamanium nicht bekannt werden darf. Sie erläutert nochmal, warum es notwendig war, dass sie Zogef Rabild ermordet hat. Denn damit sollte Ypheris Bogyr aus der Reserve gelockt werden. Und konnte gefangengenommen werden.

 

Rezension:
Der erste Roman der Reihe, der sich weitgehend auf nur einen Schauplatz konzentriert. Mit Olaf Brill steigt der letzte Autor des Sextetts ein. Die Hefte 7 bis 12 werden von den Autoren der ersten sechs Hefte geschrieben werden. Soviel sei verraten.
Auf den Roman von Olaf Brill habe ich mich besonders gefreut. Mir sagt der Humor zu, den der Autor in den Comics der Alligatorfarm in seinen Texten zeigt. Und auch sein erster Roman zu Perry Rhodan in der Mini-Serie Terminus ist mir noch gut in Erinnerung. In „Finale für Arcane 2“ (Heft 8) konnte Olaf Brill schon mal ein Ausrufezeichen setzen. Der Alleingang des Agenten Zitarra war für mich das Highlight des Romans. Als sehr gut gelungen empfand ich die Szene, als Zitarra es endlich in den Magnetzug geschafft hat und Olaf Brill diesen Moment der Ruhe, der Stille, gekonnt vermittelt.
Olaf Brill steigt mit dem sechsten Band an einer Stelle in Olymp ein, in der die Fronten weitgehend abgesteckt sind. An den anderen Schauplätzen tut sich nichts und der Autor konzentriert sich ganz auf Olymp. Der Einstieg in die Geschichte lässt sich mit einem Wort ausdrücken. Klasse!
Aus Sicht von Piri Harper schildert der Autor die Anfangsszenen, als die Aktivisten von Bewaffneten eingekreist werden. Tolle Beschreibungen mit unterschwelligen Humor. Neckisch, aber nicht kindisch oder gar albern. Mein Lieblingssatz: „… Pacas Bewegung war so bedächtig und geschmeidig, dass der Narbengesichtige davon absah, den Finger zu krümmen und die schöne Prinzessin zu Sternenstaub zu zerstrahlen.“
Die Szenen im Anschluss zeigen viel olympisches Lokalorit. Als dann der geheimnisvolle Unterstützer der Aktivisten seinen Auftritt hat, hielt sich die Überraschung bei mir allerdings in Grenzen. Die Figur wurde im Vorgängerroman einmal erwähnt, weil sie in Holo-Werbebotschaften zu sehen war. Dass der Auftritt des Gurus auch sonst bei mir keinen nachhaltigen Eindruck hinterließ, hat verschiedene Gründe. Die Figur der Derin Paca wurde mehr oder weniger beiläufig eingeführt. Von dieser Figur wird nun eine weitere Figur, der Guru, mehr oder weniger beiläufig eingeführt. Das macht wenig Eindruck. Mit Piri Harper und Frank Sulu, den Aktivisten der ersten Stunde, hatten sich die Autoren viel Mühe gemacht und sie aufwändig charakterisiert. Nun wird Derin Paca als geheimnisvolle Prinzessin gezeigt, die, ohne dass dies plausibel erläutert wurde, die Aktivisten Harper und Sulu an die Hand nimmt. Ja, sie hat versprochen, sie in den Palast zu bringen. Aber nun werden diverse Zwischenstationen eingebaut und die beiden einzigen Figuren mit Hintergrund, Harper und Sulu, geraten zu Statisten.
Das Gebaren des Kaisers bringt nichts Neues. Auch hier kann der Autor viele nette Beschreibungen platzieren, ohne dass allerdings ein Funke auf mich, den Leser, überspringt. In den Szenen wird nur ein Status quo verwaltet.
Auch an anderer Stelle geht es nur darum, einen erreichten Stand zu verwalten. Es werden Figuren eingeführt, an Hand derer bereits bekannte Sachverhalte aus nur minimal anderem Blickwinkel betrachtet und beschrieben werden. Der stellvertretende Kommandant des tefrodischen Schiffes beispielsweise. Die Figur war schon nur mäßig interessant, als sie dem Kaiser Paroli bietet. Aber sie verliert durch die etwas ideenlose Handlungen an Bord der SHEONA. Mit Rückkehr von Onara Gholad dient Falk Anrin dann nur noch dazu, darüber den Leser auf einen bestimmten Status quo hinzuweisen.
Nochmal zurück zum Guru. Ein Guru und Wirtschaftsunternehmer? Gut, warum nicht. Einer, der lästigen Konkurrenten entgegentritt, der Expansionsdrang zeigt. Meinetwegen. Eine Philosophie, jedem Lebewesen im Universum den gebührenden Platz zu gewähren und die eigenen Interessen nicht zu vergessen und mit dem nötigen Nachdruck durchzusetzen, ist für mich keine (besondere) Philosophie. Sie ist Alltag.
Letztlich zeigt auch der Guru eine Tendenz zum Statisten. Harper und Sulu werden von der Prinzessin (Tochter von Indrè Capablanca und Martynas Deborin?) aufgegabelt, die gabelt den Guru auf und der macht den Vorschlag mit dem alten Kaiserpaar. Da sind wir wieder bei Band 2. Dort gab es den Vorschlag schon mal. Wie war das doch gleich mit dem Status quo?
Schön, weil längst überfällig, dass Olaf Brill auf die Identität der Olymper eingeht, wie sich das Volk selbst sieht. Welchen Traditionen es folgt, für welche Ideale sie kämpfen. In den ersten Heften war wenig bis gar nichts davon zu lesen, wie sich die Olymper sehen und warum ausgerechnet da die Mini-Serie spielt.
Auch Onara Gholad tritt auf der Stelle. Da nützt es auch nicht, wenn sie mit wehendem Haar und stahlharten Blick durchs Raumschiff tobt. Passiert ist nichts. Doch halt. Ganz am Ende kommt doch noch Bewegung in den Status quo dieser Figur. Sie bringt ihren Vater ins Spiel. Der hat ein Interesse an Ypheris Bogyr, der ein wenig in der Geschichte der letzten Hefte verlorengegangen schien. Und wir wissen nun, dass Onara Gholad den Botschafter höchstpersönlich getötet hat. Das korrespondiert nicht ganz mit dem Verhalten, das die Kommandantin in Innensicht im ersten Heft zeigte. Aber da ging es wohl eher darum, dem Leser dieses Geheimnis nicht zu schnell zu präsentieren.
Wie die anderen Olymp-Hefte zeigt sich auch dieser Roman effektmäßig zurückhaltend. Er hat Atmosphäre aber keinen Zündstoff. Gegenüber seinen Beitrag in Terminus glaube ich zu erkennen, dass Olaf Brill in Sprache und Stil zugelegt hat. Seine Figuren wirken nun lebendiger, auch wenn mir nicht alle Figuren zusagen.

Ansichten zu Perry Rhodan Olymp Heft 5

Die Prospektorin – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Der Direktor des Komplexes auf Adarem ist Kostin Shalaufdag. Er züchtet Mikrobonsai und hegt eine Freizeitanlage, in der auch winzige Kröten, Fische und Echsen leben. Vor Jahren ist Shalaufdag auf die Tefroderin Onara Gholad reingefallen. Ein Blick in ihre Augen und es war um ihn geschehen. Er konnte ihr den Wunsch nicht abschlagen, als ihre Vertrauensperson auf Adarem zu wirken. Und nun lebt er auf diesen öden Stein. Nur seine Zucht gibt ihm die Abwechslung, die er braucht. Die Gefangenen interessieren ihn nicht. In Mahé Elesa sieht er eine starke Frau. Doch Kontakte zu ihr würde er nicht eingehen. Das ist streng verboten. Elesa und die beiden Neulinge machen Ärger. Doch die Wärter sollen sich darum kümmern. Ihn interessiert es nicht.
Perry Rhodan indessen muss sich erstmal von dem Kinnhaken erholen, den er von Mahé Elesa verpasst bekommen hat. Ihre Reaktion auf seine Erwähnung archäologischer Funde auf Shoraz hat ihn überrascht. Bevor er und sein Mitgefangener Ypheris Bogyr sich weiter mit der Frau auseinandersetzen können, greifen die Wärter ein und betäuben alle mit Gas. Wieder bei Bewusstsein durchstreifen Rhodan und Bogyr den Zellentrakt. Sie stoßen in einem Versteck auf Mahé Elesa, die nun ein wenig von ihrer Vergangenheit preisgibt.
Im System von Boscyks Stern ist die Situation angespannt. Onara Gholad mit der SHAREE auf der einen Seite und Sichu Dorksteiger an Bord der ETSI und unterstützt vom Olymp-Kreuzer IBANI GALOA auf der anderen Seite stehen sich gegenüber. Die Tefroderin ist militärisch überlegen. Allerdings kann sie diesen Vorteil nicht nutzen. Zum einen ist ihre Position bei Olymp keineswegs so stark, wie sie es gerne hätte. Zum anderen ist Vetris-Molaud wohl nicht in allem eingeweiht, was sie so tut. Dazu zeigt der Kaiser immer mehr Widerstand. Und es besteht die Gefahr, dass bei einer Eskalation die LFG eingreift. Sie versucht sich in einem Psychoduell mit der Ator. An Bord einen kleinen Beiboots wird eine Begegnungskammer installiert. Die Technologie, die noch im Experimentierstadium ist, stellen die Tefroder zur Verfügung. Die beiden Frauen „begegnen“ sich dort auf virtueller Ebene. Die tefrodische Technik ähnelt der terranischen SEMT, ist aber deutlich primitiver. Sichu Dorksteiger legt Lippenstift auf, drapiert die Haare und wirft sich für die Tefroderin in Schale. Onara Gholad glaubt fast, ihr werden von der Ator sexuelle Avancen gemacht. Doch Dorksteiger spielt nur mit ihr und die Tefroderin kann kontern, indem sie durch geschickte Wortspiele und mit angeblichen Datensätzen über die Shoziden-Box Unruhe bei der Besatzung der ETSI schürt. Währenddessen ist es Guckys Aufgabe, die Shoziden-Box und die Besatzung der ETSI auf den Olymp-Raumer zu teleportieren.
Nachdem auf einer Sitzung der Widerstandsbewegung auf Olymp eine geheimnisvolle Frau namens Derin Paca aufgetaucht ist, geraten auch dort die Dinge in Bewegung. Piri Harper und Frank Sulu haben sich Derin Paca angeschlossen. Gemeinsam suchen sie das Vergnügungsviertel Sin Sin auf. Paca zeigt eine besondere Ausstrahlung. Als die Gruppe von einer Drohne und zwei tefrodischen Soldaten gestellt wird, offenbart die Unbekannte auch überraschende Fähigkeiten. Sie scheint die Drohne beeinflussen zu können, denn diese dreht plötzlich ab und verkündet, dass alles in Ordnung sei. Derin Paca führt ihre Begleiter in ein Etablissement. Dort werden sie von mehreren Bewaffneten umringt.
Mahé Elesa stammt von Abraham IV. Als sie ihre Heimatwelt verließ, war sie jung und feierte Erfolge im Dienste großer Prospektoren-Konsortien. Bei Hazle und Stone, bei Enipla und bei Tezah. 1499 NGZ will sie sich selbständig machen. Sie erwirbt auf Lepso ein gebrauchtes Schiff. Und sie stellt eine Mannschaft zusammen. Den Ferronen Schalkowski, mit dem sie auch ins Bett steigt und die Rohkamirin Abogene Dazu Harpanger, ein Terraner, den sie für den Fähigsten hält. Und Kyrytüsch, ein Apaso. Sie macht Schulden bei einem Kredithai namens Theeno. Ihr Schiff nennt sie BAD HOPE. Die folgende Zeit wird schwierig. Die großen Konsortien melden ihre Claims an und für selbständige Prospektoren bleibt manchmal kaum mehr als die Abraumhalden der Erstverwerter zu durchforsten. Es bleibt nur wenig zum Leben. Ihre Crew kann Mahé Elesa kaum bezahlen und Theeno schnappt sich seine horrenden Zinsen. Dennoch kann sich Elesa am Markt halten. Sie durchfliegen den Olymp-Komplex. Der ist gut erforscht und die Planeten wimmeln von Barken der großen Konsortien. Auf der Suche nach einer interessanten Signalquelle stoßen sie auf das System 118-N-3. Hier gibt es tatsächlich noch keine vergebenen Schürfrechte. Nach der Landung entdecken sie eine Ruinenstadt. Sie entdecken Grabkammern und Artefakte aus allen Teilen der Galaxis. Sie sind reich. Doch der Fund muss auf Olymp angemeldet werden, damit sie Tantiemen an den Funden erhalten können. Elesa entdeckt zwei Datenkristalle und nimmt einen mit, um den Fund auf Olymp beweisen zu können.
Auf Olymp wähnt sich Mahé Elesa am Ziel. Ein Beamter steht kurz davor ihren Fund zu besiegeln, als sich der Kaiser Konstate Brumeau einmischt. Er behauptet, dass ein Teammitglied einen Datenträger von der Fundstelle hat mitgehen lassen. Elesa verdächtigt Schalkowski. Der Kaiser wirft den Prospektoren vor, die Behörden auf Olymp über das Ausmaß des Fundes täuschen zu wollen. Letztlich verweigert er ihnen den Vertrag mit einem Tantiemen-Anspruch. Sie dürfen 50 Jahre lang nicht nach Shoraz, wie der Fundort getauft wurde. Mahé Elesa ist unsagbar enttäuscht, derart über den Tisch gezogen worden zu sein. Die Crew bricht auseinander. Jahre später erfährt sie, dass Harpanger sich den anderen Kristall geschnappt hatte und nicht Schalkowski. Harpanger hat 1504 die BAD HOPE verlassen und auch noch Geld mitgehen lassen. Rhodan ist nun etwas schlauer. Es gibt aber noch einen dritten Kristall, über den Mahé Elesa angeblich nichts weiß. Auch schweigt sie darüber, warum sie auf Adarem einsitzt. Die Prospektorin hat inzwischen auch ihr Gegenüber erkannt. Sie weiß, dass sie es mit Perry Rhodan zu tun hat.
Das Psychoduell zwischen Onara Gholad und Sichu Dorksteiger zeigt lange keinen klaren Sieger. Die Tefroderin will die Box. Sie zeigt Sichu Bilder von Perry Rhodan in Gefangenschaft. Sie droht, Perry Rhodan töten zu lassen.

 

Rezension:
Im fünften Band von Olymp setzt nun Michael Marcus Thurner die bekannten Handlungsebenen fort. Und er erzählt die Vorgeschichte der Prospektorin Mahé Elesa. Wie die Vorgänger zeigt sich auch diese Geschichte ausgewogen. Die Exposé-Autorin Susan Schwartz scheint viel Wert auf Balance und Harmonie gelegt zu haben. Die einzelnen Romane erscheinen fein aufeinander abgestimmt. Ein Gesamtbild entwickelt sich nur langsam. Mit der fünften Geschichte bleibt nach wie vor unklar, in welche Richtung sich die Mini-Serie bewegt. Worin liegt die Essenz, die Brisanz der Story?
Bedeutsamkeit zeigt sich momentan nur in kleinerem Maßstab. Gut dargestellt fand ich Onara Gholad. Der Autor zeigt sie nicht nur als starke Gegenspielerin. Er bringt auch Erklärungen ein, die das bisherige Verhalten der Figur erhellen. Sie scheint wohl in ihren Aktionen ein Stück weit selbständig zu agieren. Ihr Auftreten ist somit auch ein Balance-Akt. Sie will weder die tefrodische Seite noch die LFG auf die Geschehnisse im Olymp-Komplex aufmerksam machen. Trotz einer scheinbar starken Verhandlungsposition mit dem Gefangenen Perry Rhodan kann sie dennoch nicht schalten und walten wie sie will.
Die Darstellung Perry Rhodans in diesem Roman ist nicht besonders glücklich. Die Schwerpunkte lagen eindeutig auf dem Duell der beiden Frauen und der Historie der Figur Mahé Elesa. Perry Rhodan konnte in dieser Geschichte kaum aktiv werden. Seine Gedanken drehen sich dennoch ein bisschen zu sehr um den Kinnhaken und der wenig schmeichelhaften Betrachtung seiner Person durch die Prospektorin. Auch sein Begleiter ist ein Anhängsel, das der Autor durch die Geschichte schleifen muss. Ypheris Bogyr ist ein wenig untergegangen in diesem und dem letzten Roman.
Auf Olymp bedient sich der Autor eines Kniffs, um den Widerstand wieder interessant erscheinen zu lassen. Während im Vorgängerroman die Widerstandsgruppe und die Einführung der Figur Derin Paca aus Sicht des Mehandors beschrieben wurde, werden nun wieder Piri Harper und Frank Sulu aktiviert, die nun Derin Paca begleiten. Die Kapitel dazu sind sehr kurz und bringen das eigentliche Geschehen nicht voran. Sie sind dennoch sehr atmosphärisch und zeigen viel Detail. Allerdings vermisse ich dennoch etwas von der „Besonderheit“ Olymps. Dem Planet, Trade City und seinen Bewohnern fehlt es m.E. in dieser Darstellung und auch in den bisherigen Beschreibungen an einem Alleinstellungsmerkmal. An einem Merkmal, warum die Mini-Serie ausgerechnet dort spielt. Bislang hätte alles so auch auf irgendeiner anderen Welt spielen können. Was ist das Besondere? Wird das noch in den weiteren Heften herausgestellt?
Effektmäßig zeigt sich die Geschichte zurückhaltend. Daran ändern auch sexy Fummel und eine Brise Erotik beim Duell Onara Gholad und Sichu Dorksteiger nichts. Etwas durcheinandergekommen bin ich mit den Datenkristallen. Mahé Elesa findet zwei Kristalle und nimmt einen an sich. Auf Olymp sagt der Kaiser, dass ihm ein zweiter Kristall in die Hände gefallen ist. Und Jahre später entdeckt Mahé Elesa, dass Harpanger einen dritten Kristall hat mitgehen lassen. Aber das wird sicherlich noch geklärt. Ein unterhaltender Roman mit viel Atmosphäre in den einzelnen Handlungsebenen. Es fehlt nur ein wenig an Brisanz.