Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3023

Der On-Pirat – von Michael Marcus Thurner
Nach der Reparatur der RAS TSCHUBAI auf der Dunkelwelt Culsu führt Atlan das Schiff ins Mhoragsystem. In der Chromosphäre des Begleitsterns Haika wartet die Besatzung auf die Rückkehr Perry Rhodans. Doch nicht der Unsterbliche nähert sich dem Riesenschiff, sondern der Onryonen-Raumer des On-Piraten Buunyn Paccnarash. Der Kommandant der BELTECC wittert Beute, als er ins Nest der Piraten zurückkehren möchte, das sich ebenfalls im Stern Haika verbirgt. Die fortgeschrittene Halbraumtechnologie seines Volkes ermöglicht den Piraten die frühe Ortung des Kugelraumers, ohne dabei selbst entdeckt zu werden. Paccnarash setzt einen On-Legaten in Marsch. Das zylindrische Gerät erreicht durch den On-Raum die Zentrale der RAS TSCHUBAI und paralysiert im Umkreis von 200 Metern alle Besatzungsmitglieder. Der Zufall will es, dass Atlan und Gucky sich außerhalb des Bereiches aufhalten. Während die erste Offizierin Magebe Lenski die Delegation der Piraten, die an Bord gekommen ist, hinhält, statten Atlan, Aurelia und Gucky dem Nest der Piraten einen Besuch ab. Die drei entdecken zahlreiche gefangene Galaktiker an Bord, aber auch 50 Ladhonen und ein Wesen, das ein Zain-Konstrukt sein könnte. Atlan will die Geiseln befreien und für eine Situation sorgen, in der er Verhandlungen mit den Onryonen über die Freigabe der RAS TSCHUBAI führen kann. Doch seine Aktionen laufen nicht wie geplant.
 
Nicht Atlan steht im Mittelpunkt der Geschichte von Michael Marcus Thurner, obwohl der Arkonide mehrmals Nägel mit Köpfen macht und einsame Entscheidungen trifft. Und auch nicht Gucky, obwohl der Ilt mehrmals die Kastanien aus dem Feuer holt. Es ist auch nicht Aurelia, obwohl die Posmi mehr noch als Gucky unangenehme Aufgaben aufgetragen bekommt. Diese drei Protagonisten sind zwar präsent, aber sie werden von der Darstellung des On-Piraten Buunyn Paccnarash getoppt.
Allerdings ist die Figur des Paccnarash für mich als Leser schwer zu greifen gewesen. Das lag an der Ich-Form der Erzählperspektive, die der Autor für seinen Protagonisten gewählt hat. In anderen Erzählsituationen hätte verstärkt die Möglichkeit bestanden, das angeberische Auftreten des Piraten zu bewerten, zu hinterfragen und die Wirkung auf andere Figuren und ihre Einschätzungen ins Spiel zu bringen. Die Ich-Perspektive ließ das zwar auch zu aber der Autor manövriert Paccnarash in Situationen, in denen mir nicht immer klar wurde, wie diese Figur, die ja der Bösewicht der Geschichte war, tatsächlich tickt. Einige Szenen waren natürlich schon deutlich, insbesondere die, in denen er bewusst gelogen hat. Andere Szenen, in denen seine Prahlerei und seine Selbstüberschätzung dominierten, waren mehrdeutig.
Der Typ war schon sehr von sich eingenommen und das hat mich einerseits befremdet, weil ich das Innenleben dieser Figur nicht richtig greifen konnte. Andererseits hat es mich amüsiert. Denn es gab einige sehr humorige Szenen in dieser Geschichte. Eine herrlich komische Situation war beispielsweise die Aktion zum Start des Legaten mit dem Startbutton, den der On-Pirat betätigen musste.
In der Darstellung Aurelias und Atlans Umgang mit der Posmi ist der Autor dagegen so deutlich von früheren Darstellungen abgewichen, dass ich schnell den Verdacht hatte, dass die Posmi das Zeitliche segnen würde. Mit dem Zain-Konstrukt kommt jedoch ein anderes interessantes kybernetisches Wesen quasi als Ersatz an Bord.
Ein unterhaltsamer Roman. Atlan hat noch nicht ganz die Form aus dem letzten Zyklus erreicht, aber immerhin ist der Arkonide nach der Reparatur der RAS TSCHUBAI wieder im Einsatz.

One comment on “Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3023

  1. Dirk Rehm

    Schöne Zusammenfassung. Ich bin gespannt, ob aus Aurelias Überresten und dem Zain-Konstrukt nicht irgendein Doppelwesen „gebastelt“ wird.

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