Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL Heft 4

Welt des ewigen Todes – von Ben Calvin Hary
Perry Rhodan und einige der Nachkommen der Solaner kennen nun einen Teil der Missionsgeschichte der SOL. Der Mittelteil des Generationenschiffes ist jedoch vom Yakonto Masling Dryw vor 150 Jahren zu einer Forschungseinrichtung geschickt worden. Leider sind die Koordinaten dieser Einrichtung unbekannt. Curcaryen Varantir könnte sie wissen. Dazu muss der Algorrian aber erst gefunden werden. Mit etwas Überredungskunst erhält Perry Rhodan vom Regierenden Rat Evolux die Koordinaten des Planeten Skamant-Efthon. Dort soll sich der geniale Wissenschaftler aufhalten. Die SZ-2 macht sich auf dem Weg. Skamant-Efthon entpuppt sich als ehemalige Welt der Chaosmächte. Die Algorrian, die dort einen Forschungskomplex unter einem Schutzschirm betreiben, sind arttypisch sehr abweisend. Perry Rhodan lässt sich davon nicht beeindrucken. Er landet in einer Space-Jet und vier Begleitern dennoch auf dem Planeten. Er ahnt nicht, dass er sich und seine Bergleiter dadurch in Lebensgefahr bringt. Denn Skamant-Efthon ist die Welt des ewigen Todes.
 
Ben Calvin Hary ist momentan das Gesicht der Perry Rhodan-Serie. In Ermangelung einer filmischen Umsetzung der größten Science Fiction-Serie der Welt veröffentlicht der Autor auf der Youtube-Plattform kleine Videos rund um Perry Rhodan. Die können sich sehen lassen. Sie sind dynamisch, witzig und liefern viele Informationen.
Welt des ewigen Todes ist die zweite Profiarbeit des Autors zum Perryversum. In der Arkon-Miniserie gab er sein Debüt und nun schickt er Perry Rhodan und die Nachkommen der Solaner auf einer Brotkrumenspur durch Tare-Scharm.
Der Stoff, den der Autor in seinem Roman verarbeitet, passt in die Zeit. Seit dem großen Erfolg von The Walking Dead erfreuen sich Geschichten über die Rückkehr der Toten großer Beliebtheit. Natürlich ist dieser Roman nicht ganz so einfach gestrickt. Die (Un)toten in diesem Roman sind quicklebendig und vor allem keine dumpfen Kreaturen, die bar jeder Intelligenz sich auf die Suche nach Frischfleisch machen. Die Zombies von Skamant-Efthon sind eigentlich gar nicht tot. Ihre ÜBSEF-Konstanten kehren nach dem Ableben in die Körper zurück. Eine, den Chaotarchen zunächst zugeordnete Technologie soll das ermöglichen. Siebendimensional natürlich, damit auch Curcaryen Varantir etwas zu knabbern hat. Und der Autor geht auch auf die so Geschundenen selbst ein, die nach dem Ableben offensichtlich anderen Zielen folgen. Letztlich entpuppt sich das Szenario dann doch ein bisschen anders. Ben Calvin Hary baut eine Wendung in seine Geschichte ein.
Insgesamt betrachtet wartet diese Episode über Untote dann doch in weiten Bereichen mit genretypischen Inhalten auf. Wie die permanente Gefährdung der Missionsteilnehmer und das massenhafte Auftreten der Untoten. Dazu kommt natürlich noch die Unklarheit, ob es jemand „erwischt“ hat und ähnliche Zutaten. Andererseits kommt die Story ein bisschen anders daher als eine „normale“ Zombieerzählung. Sie enthält SF-Elemente. Und sie kommt auch etwas anders daher als beispielsweise diese Episode aus DS9, in der eine gestrandete Gruppe Jem’Hadar nicht sterben kann, weil jeder, der auf dem Planeten stirbt, wiederbelebt wird. Allerdings erinnert die Wendung in Hary‘s Roman dann doch an die Lösung der DS9-Geschichte.
Der Plot hat mich letztlich nicht so gepackt. Die Geschichte zog mich einfach nicht in ihren Bann. Das lag auch an den Figuren. Die Nachkommen der Solaner, allen voran die Heilerin Mahlia Meyun, müssen sich an der Seite von Perry Rhodan behaupten. Einerseits sind da die „Rangkämpfe“, die sie austragen müssen, da sie alle noch auf der Suche nach ihrem Platz sind. Andererseits wirkten gerade diese Auseinandersetzungen kindisch auf mich. Wenn sich Mahlia Meyun zwischen zwei Streithähne stellt und im Anschluss die kleinen Wehwehchen verarztet, dann habe ich das Gefühl, es nicht mit Erwachsenen zu tun zu haben. Sie wirken immer noch wie Kinder auf mich. Wie die Kinder, die die Erwachsenen der SOL zurückgelassen haben. Aber seitdem sind 150 Jahre vergangen.
Ich haderte mit diesen Figuren. Die Dialoge wirkten etwas gestelzt auf mich. Die geschilderten Emotionen waren nicht nur einfach. Mich störte auch etwas ihre Zurschaustellung. Alles wirkte etwas „dick“ aufgetragen. Und trotzdem wurde so manches Gefühl auch noch erläutert oder hinterfragt. Ich mag es feinfühliger und sensibler mit mehr Raum für die Interpretation.
Jedenfalls bekamen die Figuren durch die Schilderungen von einfachen Gefühlen nicht die nötige Tiefe, um sie ernst zu nehmen. Es half auch nicht, dass sie zu Lösungen beitrugen. Die waren irgendwie ebenfalls zu simpel gestrickt und wurden dennoch als Heldentaten gefeiert. Thermitbomben gegen die Kälte beispielsweise.
Wie letztlich Masling Dryw die Flucht gelang, habe ich nicht verstanden. Er wird von Mahlia Meyun außerhalb des Beiboots gestellt. Dort kommt es dann zum Kampf und nachdem die Heilerin die Informationen von Dryw erhalten hat, paralysiert sie ihn. Später heißt es dann, er hatte den Autopiloten vorprogrammiert, so dass das Beiboot alleine starten konnte. Nur wäre das Beiboot eigentlich ohne ihn gestartet, denn er lag außerhalb.
Zusammengefasst ein interessantes Setting, in dem mich aber die Figuren nicht überzeugen konnten.

3 comments on “Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL Heft 4

  1. Dirk Rehm

    Moin Uwe. Ich habe gerade nochmal das Kapitel 12 gelesen, in dem Masling Drywalls von Mali Meyun gestellt wird. Das passiert aber definitiv im Beiboot. Somit lag er nicht außerhalb und der Autopilot konnte das Beiboot mit ihm an Bord starten.

    1. Uwe Bätz

      Hallo Dirk,
      auf Seite 54 der gedruckten Ausgabe betritt Mahlia zunächst das Raumschiff auf der Planetenoberfläche und kämpft sich anschließend durch den Rumpf. Sie erreicht eine weitläufige Halle, in der Dryw „vor“ dem Rumpf eines 30 Meter langen Beibootes hantiert.
      Mahlia bedroht ihn mit dem Strahler und gibt ihm die Anweisung vom Beiboot wegzugehen. Danach wird Mahlia angegriffen. Sie bemerkt noch, wie Tuffran sich ebenfalls in den Hangar mit dem Beiboot hangelt. Mahlia kommt nach wenigen Sekunden wieder zu sich. Sie ist erleichtert – „der Hangar drehte sich um sie“ – Dryw liegt auf dem Boden und wird von Tuffran in Schach gehalten. Sie verhören Dryw und paralysieren ihn dann. Zu keiner Zeit wurde das Beiboot betreten.

  2. Dirk Rehm

    Du hast recht, Uwe. Selbst beim zweiten Durchlesen, dachte ich, dass sie sich durch das Beiboot gekämpft hat. In Wirklichkeit betritt sie es tatsächlich nie. Hmm, jetzt verstehe ich auch nicht, wie das Beiboot mit Dryw an Bord starten konnte.

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