Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2984

Projekt Exodus – von Susan Schwartz – Handlung:
Einen Monat nach Auslösung des Weltenbrands, es ist Ende Mai 1552 NGZ, treffen sich die Vertreter von über 400 galaktischen Zivilisationen auf Aurora, der zentralen Welt des Galaktikums. Das Halo-System, zu dem der Planet gehört, liegt im dünn besetzten Halo der Milchstraße. Der nächste Stern ist über 400 Lichtjahre entfernt. Die Auswirkungen der galaxisweiten Katastrophe sind hier noch nicht zu spüren. An Bord der GALBRAITH DEIGHTON VII unter dem Kommando von Anna Patoman trifft auch Perry Rhodan ein. Der Terraner hat einen Plan, den er den galaktischen Völkern vorstellen will. Die nächsten Tage werden nicht einfach werden. Er ist einer der Kardinalfraktoren. Viele werden ihn für die Auslösung des Weltenbrands verantwortlich machen. Schon im Vorfeld der entscheidenden Sitzung ist der Unsterbliche auf der Suche nach Bündnispartnern.
Die Posbis kommen in Frage. An Bord der BOX-11211 trifft sich Perry Rhodan mit Sallnech, dem führenden Wissenschaftler der Posbis, den Weltenbrand betreffend. Nach der Tiuphoreninvasion verfügen die positronisch-biologischen Roboter nur noch über 55.000 Schiffe. Diese könnten sie zur Verfügung stellen. Galaktiker würden damit vorrübergehend auf Welten der Posbis transportiert werden. Doch Rhodans Plan geht weiter. Er denkt an den kompletten Auszug aller Intelligenzwesen aus der Milchstraße.
Weitere Vertreter vor Ort sind die Gataser. Die BELLÖRCY fällt auch Rhodan auf, weil sie ungewöhnliche Triebwerksaufsätze zeigt. Kommandant des Schiffes ist Anüyü-Trü-Zyr. Zusammen mit seiner ersten Offizierin Pyolu Yuz pflegt der Gataser ein Geheimnis vor seiner Besatzung. Mehrere Fremdwesen aus dem Volk der Kooblenus sind an Bord. Und den Ornithoiden soll eine besondere Aufgabe zukommen.
Den ersten Vorsitzenden des Galaktikums, den Akonen Arval Las’Andossu, weiht Perry Rhodan im Vorwege in das Projekt Exodus ein. Auch wenn der Akone auf Perry Rhodans Seite steht. Ein Vorhaben wie dieses, das dazu dienen soll, Billiarden an Wesen zu evakuieren, übersteigt alles Vorstellbare. Und dabei sind das nur die Mitglieder des Galaktikums. Die vielen unbekannten Zivilisationen, die keine Raumfahrt entwickelt haben, sollen ebenfalls berücksichtigt werden. Viele von ihnen gilt es jedoch erstmal zu entdecken. Zusammen mit dem Vorsitzenden begrüßt Perry Rhodan auch Tropar Lendellec. Der Vertreter der Onryonen ist mit dem Raumvater SOOZORD angereist. Lendellec stellt in Aussicht, dass die On-Ökumene, die in den Linearraum entrückt ist, Galaktiker aufnehmen kann. Jedoch nicht von Dauer.
Anüyü-Trü-Zyr hat es geschafft, dass die drei Kooblenus zur Sitzung zugelassen wurden, obwohl sie kein Mitgliedsvolk des Galaktikums sind. Außerdem wurden ihnen die primitiven Pfeile und Bögen gelassen, da sie keine Gefahr darstellen. Am 24. Mai findet schließlich die Konferenz statt, an der 220.000 Intelligenzwesen teilnehmen. Viele Vertreter schildern zunächst die Folgen des Weltenbrands. Die Forschungslage wird ebenfalls debattiert. Als Perry Rhodan auftritt, kommt es zu Tumulten. Dennoch trägt er seinen Plan zur Evakuierung einer ganzen Galaxis vor. Die Hürden scheinen unüberwindlich. Und nur fortzugehen, hilft alleine nicht. Man muss auch wissen, wohin man geht. Und ob man dort willkommen ist. Perry Rhodan bleibt optimistisch. Es folgt der Auftritt der Kooblenus. Die Ornithoiden verschießen Pfeile in Richtung Perry Rhodans. Und zur Überraschung des Terraners und aller Beteiligten, verschwindet der Unsterbliche spurlos. Er wurde entführt.
Perry Rhodan materialisiert in einem Transmitter und in einem geschlossenen Raum. Er muss nicht lange warten. Seine Entführer sind Anüyü-Trü-Zyr und Pyolu Yuz. Die beiden Gataser gehören einer radikalen Vereinigung an, die Terra als das Übel bezeichnet. Sie wollen Rhodan nicht töten. Aber die BELLÖRCY wird mit Perry Rhodan weit in den Leerraum gesteuert und soll dort 500 Jahre verbringen, ehe ihm die Rückkehr erlaubt wird. Rhodan erkennt schnell die Schwäche des Plans. Denn die beiden Radikalen haben den Rest der Besatzung nicht eingeweiht. Rhodan schafft es, in das KOM-System einzudringen und die Besatzung zum Aufstand zu bewegen. Derweil haben auch die GALBRAITH DEIGHTON VII und die BOX-11211 dem Diskusschiff folgen können. Das verdanken sie der SOOZORD, die die Daten der Linearraumverfolgung an die anderen Schiffe übermittelte. Perry Rhodan kann befreit werden.
Anna Patoman informiert ihn über eine Entdeckung. Bei der Verfolgung haben die onryonischen Linearraumdetektoren ein riesenhaftes Objekt entdeckt, das aus dem oberen Halo der Milchstraße zu kommen scheint.
 
Rezension:
Der Roman von Susan Schwartz lässt mich insgesamt betrachtet etwas hilflos zurück. Ich bin unentschlossen, wie ich die geschilderte Hauptstory bewerten soll. Also konzentriere ich mich erstmal auf die Elemente, die ich bei der obigen Zusammenfassung schlicht ignoriert habe, obwohl sie jenen Teil des Romans betreffen, den ich als gut gelungen empfand.
Denn auch Susan Schwartz beschreibt in ihrer Geschichte die Auswirkungen des Weltenbrands. In Einschüben zur Hauptstory bringt sie beispielsweise Tagebuchauszüge einer jugendlichen Terranerin. Und sie schildert, wie der Weltenbrand über eine Welt hereinbricht, die an der Schwelle zur Industrialisierung steht. Sie schildert Eltern, deren Kleinkind nur noch schreit und dem nicht geholfen werden kann. Wie andere Autoren vor ihr kann Susan Schwartz dem Geschehnis einen eigenen Stil verleihen. Und die Schilderungen in diesen Szenen sind emotional und sehr drastisch. Sie zeigen schonungslos, was mit den Intelligenzwesen geschieht, wenn es kein Mittel gegen den Weltenbrand geben wird.
Im anderen Teil des Romans hingegen beschäftigt sich die Autorin mit dem Mittel gegen den Weltenbrand. Eigentlich ist es kein Mittel. Es ist eine Flucht. Der Gedanke gefiel mir. So kurz vor der Schwelle des Bands 3000 der Serie stehend, könnte Projekt Exodus das Tor für phantastische Geschichten öffnen. Und gleichzeitig ergibt sich die Chance, sich von Altlasten der Serie zu trennen.
Doch so wie Susan Schwartz die Hauptstory vorantrieb, scheint es den Autoren nicht wirklich ernst mit dieser Entwicklung zu sein. Die bajuwarisch-naive Vorstellung einer Evakuierung einer ganzen Galaxis erheiterte und verärgerte mich bei der Lektüre gleichermaßen. Die Hauptstory hat mir nicht zugesagt. Katastrophen dergestalt, wie sie momentan geschildert werden, erfordern natürlich rasches Handeln. Und zwangsläufig sind solche Handlungen von viel Lärm begleitet. Das Geschehen muss hektisch und unfertig wirken. Und diese Wirkung muss sich auf den Leser übertragen. Das tut es auch. Aber anders als es die Autorin wohl im Sinne hatte.
Denn die Handlungen, Beschreibungen und Figuren werden doch arg naiv in Szene gesetzt. Es sind diese hin und wieder auftretenden Hopplahop-Szenarien, die in jedem Zyklus zum Ende hin für Überraschungen sorgen sollen. Plötzlich ist der zur Verfügung stehende Raum knapp geworden, weil Sprosse ins Uferlose wuchsen und thoogondische Gedächtnismanipulationen uns vergessen ließen, was in der ersten Zyklushälfte geschah. Und nun soll ad hoc die Galaxis evakuiert werden. Nö, das wird so nichts.
Die Auswirkungen des Weltenbrands auf einzelne Individuen kann die Autorin packend und nachvollziehbar schildern. Bei den Maßnahmen dagegen, bzw. bei den Aktionen auf einer höheren, einer politischen Ebene, wirken die Geschehnisse, zumindest auf mich, provinziell. Es fehlte an Zündstoff. Genauer gesagt, war der Zündstoff da, bloß die Autorin wollte die Lunte nicht anzünden. Da kommen 220.000 Wesen aus allen Teilen der Galaxis zusammen, um sich von Perry Rhodan, dessen Name untrennbar mit der Katastrophe verbunden ist, einen Plan vorstellen zu lassen. Und Susan Schwartz belässt es bei ein paar Zwischenrufen. Und zwei radikalen Tölpeln. Das war mir zu wenig.
 

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