Archive für März 2011

Ansichten zu PR 2588

Aufmarsch der Titanen - Handlung:
Überall in Anthuresta tauchen die Kegelstumpfraumer der Jaranoc auf und beziehen Positionen in der Nähe wichtiger Machtzentren der Frequenz-Monarchie. Neben diesen beiden unversöhnlichen Parteien operieren auch die Terraner in der Ringgalaxis. Ihre Aktivitäten gelten allerdings alleine der Suche nach dem PARARLOX-ARSENAL. Der Frequenzfolger Ellonit bekommt den Auftrag, den von den Terranern übernommenen Polyport-Hof ESHDIM-3 anzugreifen und zu besetzen. Mit seiner Kriegsordonnanz Craganaxi fliegt der Vatrox an Bord des Schlachtlichts SCITON in Begleitung 9 weiterer Schiffe den Hof an. Dort werden die Schlachtlichter von 10 Netzwebern attackiert. Die Netzweber drängen die Schlachtlichter ab und berauben die Vatrox-Kommandanten ihrer Erinnerungen.
Der Frequenzfolger Fyeran soll mit seiner Ordonnanz Storgell an Bord der JORAR gehen und die Verteidigung von Hibernation-8 übernehmen. Diese Schlafwelt der Vatrox ist eigentlich ein umgebauter 3000-Kilometer-Handelsstern ohne die typischen Stacheln. Hibernation-8 verbirgt sich in der Atmosphäre eines Gasriesen und wird von 25.000 Schlachtlichtern gesichert. Bevor Fyeran diese Aufgabe antritt geschehen merkwürdige Dinge im Handelsstern. Die Referror scheinen zum Teil außer Kontrolle zu geraten. Diese Kunstgeschöpfe, deren Aufgabe die Begleitung von Vatrox nach der Wiedergeburt ist, entwickeln eigene Aktivitäten. Storgell vermutet, dass der Zustand der in Panik befindlichen Vatrox-Bewusstseine, die im Mentaldom von Hibernation-8 auf die Wiedergeburt warten, die Kunstgeschöpfe beeinflusst.
Sinnafoch leitet unterdessen die Verteidigung von TZA’HANATH. Er befiehlt den Einsatz aller 225 Sektorknospen. Jeweils 100 werden zu den Hibernationswelten und 25 zum Forschungszentrum geschickt. Vor TZA’HANATH entbrennen die Kämpfe. Zu seiner Überraschung bekommt der Statthalter von VATROX-DAAG einen neuen Auftrag. Er soll mit seinem Flaggschiff und einigen Einheiten ESHDIM-3 anfliegen. Als er zusammen mit Satwa an Bord des Schiffes geht, wird er als Frequenzfolger und nicht als Statthalter begrüßt. Er scheint degradiert worden zu sein. Am Polyport-Hof ESHDIM-3 angekommen registriert Sinnafoch die Situation der 10 Schiffe von Frequenzfolger Ellonit. Als VATROX-DAAG aus dem Mund von Philip verkündet, dass VATROX-VAMU die Hibernationswelten angreift, wird die Flotte bis auf ein Schiff, das einen bestimmten Auftrag ausführen soll, abgezogen.
Um Hibernation-7 ist indessen eine gewaltige Schlacht ausgebrochen. Nach einigen Anfangserfolgen der FM wendet sich plötzlich das Blatt. Schienen zuerst die Jaranoc im Kampf orientierungslos, ergreift dieser Effekt nunmehr die Besatzungen der Schlachtlichter. Immer mehr Schiffe der Frequenz-Monarchie werden vernichtet. Auch die Sektorknospen werden stark dezimiert. Aus der Distanz beobachtet Frequenzfolger Ellonit den Untergang von Hibernation-7. Er überlegt, ob die 291 Millionen Vamu der Vatrox von VATROX-DAAG oder gar von VATROX-VAMU aufgenommen wurden. Außerdem rechnet er in Kürze damit, dass die Angreifer sich nun Hibernation-8 zuwenden, dessen Verteidigung ihm obliegt.

Rezension:
Der Roman hat oberflächlich betrachtet einen akzeptablen Unterhaltungswert. Der Autor Arndt Ellmer wertet ein erneut schwaches Exposé mit vielen kleinen abwechslungsreichen Episoden auf.
Betrachtet man sich die Geschichte(n) jedoch im Detail dann erscheint vieles unausgegoren und ungereimt. In einigen der Teilepisoden lässt der Autor die notwendige Sorgfalt vermissen. So lässt er beispielsweise Storgell gegen die Referror vorgehen, als noch unklar war, was diese Wesen scheinbar um den Verstand gebracht hat. Dann erkennt Storgell die Absicht der Referror, die Vatrox-Klone in Sicherheit zu bringen und hindert sie dennoch daran und schließlich setzt der Autor diesen wirren Handlungen die Krone auf, wenn er Storgell sagen lässt, dass man die Vatrox-Klone unbedingt retten müsse. Was denn nu?
In der Sinnafoch-Episode erweckt der Autor den Eindruck, dass der bisherige Statthalter keinen Plan verfolgt, sondern von VATROX-DAAG degradiert wurde und aus unbekannten Gründen nach ESHDIM-3 geschickt wird. Im Widerspruch dazu steht das Ende der Episode mit den Referrorn, denn dort wird das Gefühl vermittelt, dass Sinnafoch doch einen Plan verfolgt, nämlich die Evakuierung der Klone über die Transferkamine und über ESHDIM-3. Nun könnte man ja vermuten, dass der Plan von VATROX-DAAG stammt und Sinnafoch, wenngleich unwissend, dann eben nur der Ausführer des Plans ist. Dann bleibt allerdings unklar, warum Sinnafoch von VATROX-DAAG nach ESHDIM-3 geschickt wird, nur um ihn vor Ort angekommen, gleich wieder abzuziehen? Hier hatte ich eher den Eindruck, dass die Protagonisten keinerlei Plan verfolgen, weil auch der Autor keinen Plan hat. Viel heiße Luft um Nichts! Aktionen, die mit viel Tamtam beginnen, um dann zu zerfasern.
In der Schlacht um Hibernation-7 können die angreifenden Jaranoc nicht erkennen, welcher von 2 Planeten in dem Sonnensystem die Hibernationswelt ist. Solange bis sich die Vatrox durch einen Funkspruch verraten. Das ist albern, was der Autor hier schreibt und widerspricht allen Darstellungen der eingesetzten Technik. Auch die mächtigsten Waffen der FM, die Sektorknospen werden plötzlich wie Tonscheiben abgeschossen.
Die Episode um Sichu Dorksteiger dient dem Autor dazu, die Situation in der Anthuresta-Galaxis dem Leser vor Augen zu führen. Er benutzt dazu das Galaxien-Modell im Berg Otamaro auf Katarakt. Eine an sich gute Idee, die wievielte Wiederholung in einem Roman geschickt zu verpacken. Leider eben eine Wiederholung zu viel!
An einer Stelle im Roman lässt der Autor seinen Protagonisten Sinnafoch denken, dass ihn das Geistwesen VATROX-DAAG mal wieder aufs Glatteis führen wolle. Diesen Satz kann man auch sinnbildlich auf den Stil Arndt Ellmers anwenden. Der Autor führt seine Leser aufs Glatteis. Allerdings steht dahinter selten eine Intention sondern vielmehr Unvermögen.

Ansichten zu PR 2587

Krieg in der Schneise - Handlung:
Die Besatzungen der Silberkugeln unter Icho Tolots Kommando beobachten aus sicherer Distanz das Aufeinandertreffen der Flotten von Jaranoc und Frequenz-Monarchie beim Forschungszentrum TZA’HANATH. Zwischen den Hilfsvölkern von VATROX-VAMU und VATROX-DAAG entbrennt eine blutige Schlacht. Dem Haluter stehen mit den Silberkugeln zwar technisch fortschrittliche Fahrzeuge zur Verfügung, dennoch wäre ein Eingreifen in diesen Vernichtungskrieg verhängnisvoll. Allerdings will Tolot dem Geschehen nicht tatenlos zusehen. Er fliegt mit zwei Silberkugeln in die Schneise, wo ebenfalls Kämpfe stattfinden. Mittels psychologischer Kriegsführung will er in einem Gefecht von Jaranoc und Vatrox eingreifen. Die Schiffe der FM haben den Gegner eingekesselt. Tolot droht den Vatrox mit der Vernichtung ihrer Hibernationswelten und damit der Beraubung ihrer Möglichkeit zur Wiedergeburt. Er unterstreicht seine Drohung mit Datenpaketen, in denen die Geschehnisse in Andromeda beschrieben werden.
Rhodan betreibt unterdessen seinen Aufbruch bei TALIN ANTHURESTA. Die Schiffe aus Andromeda, insgesamt 6000 Einheiten, sind mittlerweile eingetroffen und können den Handelsstern schützen oder im Stardust-System eingesetzt werden. Rhodan will so schnell wie möglich in die Schneise fliegen, um dort mit der Suche nach dem PARALOX-ARSENAL zu beginnen. Allerdings sind in der Schneise auch viele Schiffe der Vatrox unterwegs, die verstärkt von den Dienern VATROX-VAMUs angegriffen werden. Schließlich brechen Rhodan und Diamond mit der Sektorknospe QUEEN OF ST.LOUIS und der MIKRU-JON auf. Der Flug geht zunächst zum Forschungszentrum TZA’HANATH. Ungeachtet der dortigen Kämpfe werden die Silberkugeln in die Sektorknospe eingeschleust und der Flug geht in die Schneise.
An Bord eines Schlachtlichts, das in der Schneise operiert, der FRUKETT, kommt es zu einer Meuterei. Einige Wissenschaftler aus dem Volk der Ator unter der Führung von Milian Cartento entwickeln einen Plan, wie sie die herrschenden Vatrox und die Darturka an Bord ausschalten und das Schiff übernehmen können. Das Vorhaben gelingt. Die Ator können das Schlachtlicht übernehmen. Ihr Sieg wurde durch die Botschaft von Icho Tolot begünstigt, der die Vatrox an Bord in Panik versetzt hatte. Die Ator bitten Tolot um Asyl. Mittlerweile ist auch Rhodan eingetroffen und nimmt das Schlachtlicht an Bord. Die Kollaborateure übermitteln Rhodan alle bekannten Daten über das Forschungszentrum TZA’HANATH. Anschließend machen sich die Silberkugeln auf, die Schneise nach Auffälligkeiten zu durchstreifen.
Tolot und sein Vasall Tarba greifen unterdessen erneut in ein Gefecht zwischen Jaranoc und Vatrox ein. Diesmal allerdings zugunsten der Vatrox, indem sie versuchen die Jaranoc von ihrer Abhängigkeit von VATROX-VAMU zu befreien. Auf einem Mond kommt zu einem Zweikampf zwischen Kardo Tarba und dem Anführer der Jaranoc-Flotte. Tarba gewinnt. Als sich die ersten Einheiten der Jaranoc-Flotte tatsächlich zurückziehen, nutzen die Schlachtlichter der FM die Situation eiskalt aus und greifen die verbliebenen Jaranoc-Schiffe an. Der Kampf tobt noch schlimmer als zuvor. Nun greifen auch die Silberkugeln zugunsten der Jaranoc ein. Als mehrere Schiffe mit dem Mond kollidieren meldet die Silberkugel Tolots eine seltsame Ortung, die zunächst nicht näher bestimmt werden kann. Schließlich gewinnen Jaranoc und Silberkugeln das Gefecht. Angesichts der bitteren Erfahrungen sollen jedoch weitere Einmischungen in die Kämpfe durch Rhodan und seine Mitstreiter zukünftig unterbleiben. Man will die Suche nach dem PARALOX-ARSENAL intensivieren.

Rezension:
Der Roman folgt in seinem Aufbau den üblichen Zyklus-Abläufen. In der Vorwoche wurde Aufbruchsstimmung propagiert. Die längst überfällige und vom Exposé mit fadenscheinigen Gründen verzögerte Suche nach dem PARALOX-ARSENAL sollte nun endlich beginnen. Von daher war zu erwarten, dass im Folgeroman erst mal auf die Bremse getreten wird. Und so ist es leider auch gekommen.
Nebenbei bemerkt wurde die Unlust der Figuren/Autoren, eines der Hauptziele gezielter zu verfolgen, mit einem Mangel an Informationen begründet. Doch seit letzter Woche sind keine neuen Hinweise zum PARALOX-ARSENAL hinzugekommen. Dennoch beginnen unsere Helden dort mit Ihrer Suche, wo der geneigte Leser sie schon vor 30 Wochen begonnen hätte, nämlich in der Schneise!
Der Einstieg in den Roman von Christian Montillon war lang und quälend. Der Autor weigert sich geradezu beharrlich eine spannende oder interessante oder überraschende oder erschreckende Einleitung zu schreiben. Stattdessen füttert er den Leser über mehrere Seiten mit Aufzählungen und Wiederholungen. So vergrault man seine Leser!
Der Roman offenbart zahlreiche unsichere Handlungen der Figuren, die mit den bisherigen Schilderungen nicht übereinstimmen. Insbesondere mit dem Charakter des Haluters Icho Tolot kommt Montillon überhaupt nicht zurecht. Das ist nicht neu. Auch in anderen Romanen des Stardust-Zyklus hat Montillon diese Figur bereits eingesetzt. Ich erinnere mich an die höchst unlogischen Einsätze dieser Figur in Montillons Roman über die Geschehnisse auf Katarakt. Auch da war es dem Autor schon nicht gelungen, das spezielle intellektuelle Potential der Figur zu nutzen. Damals hat Christian Montillon auch die Figur Eritrea Kush an der Seite von Tolot eingeführt. Das war damals sehr gelungen. Leider ist von Eritrea Kush im aktuellen Heft nicht viel mehr übrig geblieben als eine Stichwortgeberin in wenigen Szenen.
Der Autor versteht es einfach nicht, die Figur Tolot adäquat einzusetzen. An keiner Stelle im Roman wird deutlich, dass man es mit einem Haluter zu tun hat. Ein Koloss mit zwei Gehirnen, enormen wissenschaftlichen Verstand und unglaublichen Reaktionsvermögen. Und doch schildert der Autor den Haluter in Situationen, die einfach nicht zur Figur passen. Mal wird der Haluter bei Start- und Flugvorbereitungen, die aufgrund der überlegenen Technologie der Silberkugeln als Spaziergang abgetan werden, durch einen ankommenden Funkanruf abgelenkt. Ein anderes Mal fühlt sich der Haluter bei einem Gespräch überfordert. Bitte was soll das? Dann doch lieber auf diese Figur verzichten! Der Fortgang der Geschichte wäre ebenso erzielt worden, hätte der Autor Icho Tolot durch einen x-beliebigen Terraner ersetzt.
Unglücklich geriet auch die Darstellung von Piet Rawland. Eigentlich klar, dass Christian Montillon nicht mit dem schriftstellerischen Leckerbissen der Vorwoche mithalten kann. Umso trauriger, dass er der guten Darstellung dieser Figur durch Wim Vandemaan nun eine mehr als dürftige Darbietung folgen lässt. Der arme Piet musste in Montillons Plot sogar die unvermeidlichen Aufzählungen herunterleiern. Den gelungenen Dialogen eines Vandemaans lässt Montillon ein in Teilbereichen dummes Plappern folgern. Diese Sequenzen waren holprig geschrieben und wirkten ungelenk.
Die Geschichte war einfallslos. Es fehlte ein Grundgedanke, eine Idee, anhand derer die Ereignisse geschildert werden. Stattdessen liefert der Autor Konservenkost. Eine Wiederauflage der Jaranoc-Mentalität, die zum unvermeidlichen Zweikampf, wenngleich mit einem anderen Gegner führt. In den Plot um die Ator-Wissenschaftler setzte ich anfangs die Hoffnung, dass darin die eigentlichen neuen Ereignisse erzählt werden. Aber auch hier Fehlanzeige. Der Autor erzeugt nur mäßig Spannung in dieser in weiten Bereichen wenig inspiriert geschriebenen Teilhandlung. Letztlich entpuppte sich die Cartento-Tiralto-Liebelei als langweiliger Aufguss der Dorksteiger-Byrask-Episode.
Fazit: Raumschlachten, Zweikämpfe, Meutereien und PAROLOX-ARSENAL-Suche suggerieren einen handlungsintensiven Roman. Passiert ist trotzdem nichts!


Ansichten zu PR 2586

Die Sektorknospe - Handlung:
Ein kleiner Junge sitzt auf einem Steg am Fluss, sieht die QUEEN OF ST.LOUIS vorbeiziehen und träumt davon wie es wäre an Bord eines Schaufelraddampfers zu fahren. Er trägt eine Taschenuhr aus Holz, deren Ziffern immer auf 11:56 Uhr stehen. Eine zuverlässige Uhr. Jahre später ist aus dem Jungen ein Mann geworden, ein Herumtreiber, der ab und zu Handlangertätigkeit auf einer Ranch annimmt. Er überfällt Postkutschen und schließlich auch Banken. An dem Tag in El Paso, an dem er sterben würde, hat er eine seltsame Begegnung. Er trifft mit seinen Kumpanen einen alten Mann, der von Schmetterlingen umkreist wird. Der Alte zieht einige Zeit lang mit ihnen und verschwindet dann. Er hinterlässt dem Mann eine Nachricht: „Bin schon vorgegangen, Jungchen, warte dann auf dich, wir sehen uns auf jeden Fall.“
Der Überfall auf die Bank in El Paso geht gründlich schief. Der Mann wird erschossen. Am Ufer des Rio Grande erscheint ihm der Alte wieder. Der Alte macht dem Mann ein Angebot. Er soll einen Freund des Alten auf die Probe stellen. Wenn er das Angebot nicht annimmt, kann er ganz und gar sterben. Nimmt er es an, wird er nicht altern aber gelegentlich sterben. Der Mann nimmt das Angebot an. Sein Name: Piet Rawland.
Perry Rhodan und Mondra Diamond sind nach der Begegnung mit Ernst Ellert auf dem Transferdeck der Maschinenstadt Ambur-Karbush auf der Kunstwelt Wanderer angekommen. Die Kälte ist trotz der SERUNS kaum zu ertragen. Sie erreichen den zentralen Platz mit dem filigranen Turm und dem Kuppelbau. Der Wind und die Kälte hält sie davon ab, den Platz zu überqueren. Sie werden in eine Seitenstraße getrieben. Nach einiger Zeit erkennen die beiden Terraner, dass sie dirigiert werden. Erst müssen sie ein Rätsel lösen, bevor ihnen der Zugang zur Sektorknospe gewährt wird. Sie treffen schließlich auf Piet Rawland, der die Sektorknospe bewacht. Der Revolverheld prüft die Identität Rhodans und ist wegen dessen fehlender Ritteraura zunächst nicht bereit, die beiden an Bord zu lassen. Piet Rawland muss erneut sterben.
In der Schaltzentrale der Sektorknospe löst Rawland ein Band von seinem Hut und verbindet die Handgelenke von Rhodan und Diamond damit. Nach seiner Aussage handelt es sich um einen mnemotischen Leitfaden. Damit sollen die beiden Terraner eine Hilfe erlangen, was die Sektorknospe ihrem Wesen nach ist. Perry und Mondra nehmen Teil an den Erinnerungen der Erbauer und der Piloten der Sektorknospe BATIOVREE. Der Leitfaden sorgt dafür, dass sie die Aufzeichnungen so erleben, als seien sie dabei gewesen.
Vor 9,87 Millionen Jahren steht die erste Sektorknospe vor ihrer Bewährungsprobe. In Anthuresta im Orbit um die Wasserwelt Utra Benedesh in einer Orbitalwerft schwebt die erste aller Sektorknospen, mit dem Planeten verbunden über eine Art Nabelschnur. Durch die Nabelschnur steigt in einer Wasserblase der Anthurianer Tataoperan, der berühmte erste Steuermann der Sektorknospe, zur Orbitalstation auf. Vhasinc, ein Wesen aus dem Volk der Suicpathu, macht den ersten Flug auf Einladung der Anthurianer mit. Rhodan erfährt durch den mnemotischen Leitfaden, dass die Anthurianer den Suicpathu eine Scheibenwelt in der Schutzzone von TALIN ATHURESTA angeboten haben. Die Suicpathu haben dankend abgelehnt, obwohl sie wie andere Völker auch unter dem erhöhten Hyperwiderstand leiden. Rhodan fragt den mnemotischen Leitfaden nach Informationen über ES. Ihn würde interessieren, ob die Anthurianer aufgrund ihrer Paragaben irgendwie Kenntnis von Wanderer erlangt haben und daher die Schutzzone mit Welten nach dem Vorbild der Kunstwelt gebaut haben oder ob ES die Anthurianer in seinem Sinne manipuliert hat. Leider gibt das Gebilde ihm dazu keine Erinnerung.
Der mnemotische Leitfaden offenbart aber weitere Erinnerungen aus dem Gespräch zwischen Tataoperan und Vhasinc. Die Kernstruktur der Sektorknospe basiert auf dem genetischen Material der Anthurianer. Das Schiff lebt. Es ist ein Derivat anthurianischen Erbgutes. Sie besteht aus 10 unsymmetrischen Sphärenzonen, Organen gleich, die von Milliarden von Kristallwesen bevölkert werden. Diese unterstützen das Derivat in seinen vitalen Funktionen. Die Sektorknospe ist ein kompletter, kybernetischer Organismus. Der Flug der BATIOVREE geht zu einem Tryortan-Schlund. Der Steuermann fliegt das Schiff hinein. In den Gewalten wird die Sektorknospe fast vernichtet. Aber sie schafft den Weg zurück. Die Erkenntnisse der Mission nutzen die Anthurianer zum Bau des Polyport-Netzes. Die Mission der BATIOVREE diente letztlich dazu, einen Weg durch die Realitätsbrüche zu finden.
Rhodan erlebt die Erinnerungen weiterer Steuerleute der Sektorknospe. Er erlebt, wie Polyport-Höfe und Distribut-Depots eingerichtet werden. Er sieht die Etablierung von Handelssternen, die dem System eine intergalaktische Dimension verleihen. Und er erlebt den ersten Vatrox als Steuermann. Er sieht den Putsch der Vatrox und erlebt das Ende des Zeitalters der dritten Hyperdepression. Die Vatrox hatten sich bereits zurückgezogen. Eine Flotte von 95 Sektorknospen ist auf dem Weg nach Amringhar. Kybb-Traken dringen an Bord der Sektorknospe vor. Die Kybb brechen den mentalen Widerstand der Derivate. Aus einigen Sektorknospen werden so die Kybb-Titanen.
Zurück in der Realität setzt Rhodan Piet Rawland als Steuermann ein. Auf Vorschlag des Revolverhelden tauft Mondra Diamond die Sektorknospe auf den Namen QUEEN OF ST.LOUIS. Der Flug geht zur JULES VERNE. Rhodan kann mit dem nun voll funktionsfähigen Controller eine Verbindung zwischen TALIN ANTHURESTA und FATICO in Andromeda schalten. 3000 LFT-BOXEN, 1000 Fragmentraumer und 2000 Haluterschiffe treten den ersten Transfer an. Rhodan nimmt die Krathvira-Geräte an Bord und fliegt wieder Wanderer an. Über dem zentralen Platz der Maschinenstadt stoppt die Sektorknospe. Rhodan, Tifflor und Diamond erörtern ihr Vorhaben. Obwohl sie Skrupel haben, treffen sie letztendlich die Entscheidung und liefern die Krathvira mit den enthaltenen Vamu an ES. Die SI nimmt das Vamu in sich auf. Teile des Eispanzers verschwinden. Man hat Zeit gewonnen. Zeit, um nach dem PARALOX-ARSENAL zu suchen.

Rezension:
Howdy liebe Leser! Ein wenig breitbeinig bin ich nach der Lektüre von Wim Vandemaans letzten Beitrag zur größten Westernserie der Welt an den Schreibtisch getreten. Das Schreiben fällt mir schwer, denn ich lasse einen Arm hängen. Mein Sechsschüsser hängt am Gürtel. Sollte sich dieser Piet Rawland hier blicken lassen, ich bin bereit!

Danke an Wim Vandemaan für seinen Ausflug in den Wilden Westen. Ich fühlte mich so gut unterhalten, wie schon lange nicht mehr. Der Autor hat sich Mühe gemacht und nicht einfach nur ein paar Kapitel im ausgehenden 19.Jahrhundert angesiedelt. Er hat die Geschichte auch sprachlich in diese Zeit gerückt und die Geschehnisse mit allerlei skurrilen Einfällen geschmückt. Zum besseren Verständnis empfehle ich, den einen oder anderen Begriff aus dem Roman mal im Internet zu recherchieren. Insbesondere beim Angebot von ES an Piet Rawland, die Uhren zu tauschen, musste ich lauthals lachen über die Namen Flötenschniedel und Leonidenschwärmer. Ich war baff, als ich die Namen im Internet entdeckte.
Auch die Vorstellung der Sektorknospe, die Historie dieser Schiffe, ihr Innenleben und die Ereignisse der Anthurianer-Vergangenheit werden vom Autor in eine wirklich lesenswerte Geschichte verpackt. Da macht es auch nichts, dass der Autor die eine oder andere schon bekannte Begebenheit zum besseren Verständnis mit einbaut. Wo andere Autoren bei Schilderungen bekannter Ereignisse einfach nur die sprachlich unveränderte x-te Wiederholung bringen, erfindet Vandemaan eine spannende und vor allem variantenreiche Story. Auch diese Kapitel waren große Klasse.
Das Kapitel mit Julien Tifflor hätte sich der Autor allerdings verkneifen können. Es war unnötig, diese Figur zu erwähnen, trägt sie in diesem Zyklus sowieso nichts zur Handlung bei.
Mehr Gedanken macht sich der Autor auch um die Gewissensbisse, die Rhodan und Co plagen, als es daran geht, das Vamu an ES zu liefern. Der Autor weigert sich nicht, diese Problematik anzusprechen. Letztlich liefert der Autor nachvollziehbare Gedankengänge für die Entscheidung seiner Protagonisten, das Vamu an ES zu liefern, dennoch hätte dieser Part für meinen Geschmack noch etwas tiefgehender behandelt werden können.

Ansichten zu PR 2585

Der Tanz der Vatrox - Handlung:
Sinnafoch hat seine Waffe auf Vastrear gerichtet und droht damit ihn zu töten. „Kannst du mir einen Grund sagen, weshalb ich dich am Leben lassen soll?“ Und Vastrear erzählt von Equarma. Vor 9,79 Millionen Jahren trifft Frequenzanwärter Vastrear bei der Eroberung eines Planeten der Voidular zum ersten Mal auf die geheimnisvolle Vatrox-Frau. Equarma Inalter lebt seit Jahren unter den Voidular, hat ihre Sprache und Gebräuche studiert. Equarmas Erscheinung und ihre Art faszinieren Vastrear von Beginn an. Er, der unerfahrene Frequenzanwärter, lässt sich von Equarma helfen. Er lässt sich von ihr zu einer verrückten Mission überreden. Equarma gelingt es, die Voidular zur Zusammenarbeit mit der Frequenz-Monarchie zu bewegen.
Für seinen Erfolg wird Vastrear vom Vatrox Akestat zum Frequenzfolger ernannt. Doch seine Beförderung kommt zu einer Zeit, als die Hyperdepression sich ihrem Ende nähert. Die Völker, die von der Frequenz-Monarchie unterdrückt werden, können den technologischen Vorsprung der Vatrox nach und nach aufholen. Als Vastrear 250 Jahre im Dienst der FM steht, trifft er auf der Heimatwelt der Shictul wieder auf Equarma, die dort lebt. Auch die Shictul haben sich von der Frequenz-Monarchie losgesagt. Während seine Flotte im Raum vernichtet wird, sterben auch Vastrear und Equarma durch die Hand eines Shictul.
Eineinhalb Millionen Jahre später wird Vastrear zum ersten Mal wiedergeboren. Seine ersten Gedanken nach dieser langen Zeit gelten Equarma. Es gelingt ihm seine Induktivzelle für sich zu gewinnen. Mehr noch, die Induktivzelle unterstützt ihn auf der Suche nach der Frau seiner Sehnsüchte. Obwohl kein Garant besteht, dass ihr Vamu in der gleichen Zeit wiedergeboren wird, dauert es nur drei Feldzüge, bis er eine Spur von ihr auf dem Planeten Tamontain entdeckt. Vastrear ignoriert Anweisungen des Flottenkommandos und sucht Equarma auf. Sie arbeitet in einem Klon-Labor. Er verbringt eine ganze Woche mit ihr. Vastrear lebt und kämpft, liebt und stirbt. Immer und immer wieder. Wann immer er eine Möglichkeit findet, sucht er Equarma auf Tamontain auf. Seine Eskapaden werden vom Flottenkommando geduldet, er ist einer der erfolgreichsten Frequenzfolger der Monarchie. Als er eines Tages Frequenzfolger Akestat trifft, jenen Vatrox, dem er seine Beförderung zu verdanken hat und dieser sich nicht an ihn erinnert, ist Vastrear zum ersten Mal verunsichert. Kann er auch seine Liebe vergessen?
Nach seiner nächsten Wiedergeburt ist das Labor auf Tamontain verwaist. Er findet Equarma auf Hibernation-5 wieder, wo sie in einem Labortrakt tief unter der Oberfläche arbeitet. Sie zeigt sich abweisend. Ihre Forschungen scheinen ihr mehr zu bedeuten als ihre Liebe. Sie hat entdeckt, dass die Vatrox aussterben. Jede 50. Wiedergeburt geht schief, das Vamu will nicht in den Klonen haften. Und die Klone sind steril, ohne natürliche Geburten wurde kein neues Vamu erzeugt und damit keine neuen Vatrox. Vastrear war unsterblich. Der Gedanke, möglicherweise zu den letzten Vatrox zu zählen, die das Ende miterleben, machte ihm Angst. Er suchte Trost bei Equarma. Doch der Trost bleibt ihm verwehrt. Equarma verbitterte und alterte. Als er ihr vorschlägt, sich zu töten und damit in einem jungen Körper wiedergeboren zu werden, verlässt sie ihn.
Vastrear trifft auf den jungen Frequenzfolger Expeput. Dieser warnt ihn vor Equarma. Sie gehöre dem Orden der Frauen an und plane einen Umsturz. Vastrear schlägt die Warnungen in den Wind. Als er Equarma erneut aufsucht, hat sie sich getötet. Ihr Vamu wird in einem defekten Klonkörper wiedergeboren. Sie ist blind. Trotzdem ist sie voller Elan und nimmt ihre Forschungen wieder auf. Doch mit der blinden Equarma ist das Verhältnis gestört. In dem Maße, wie sie ihm entglitt wachsen die Zweifel in Vastrear. Er beobachtet Equarma heimlich bei einem Treffen mit anderen Frauen. Die Frauengruppe wird vor seinen Augen gefangen genommen. In der Zelle offenbart sich Equarma. Sie gibt zu, an einem Umsturzversuch beteiligt zu sein. Sie ist eine Vamu-Sammlerin und erhält dadurch Zugriff auf die Erinnerungen der Vatrox und kann diese sogar beeinflussen. Vastrear flieht aus der Zelle, als Equarma ihn angreift und verletzt.
Auf einem Polyport-Hof wird den Frauen der Prozess gemacht. Frequenzmittler Cedosmo lässt die Genproben der Frauen vernichten und zerstreut das Vamu der Frauen in den Transferkaminen. Für Equarma hat er jedoch eine viel härtere Strafe. Ihr Vamu wird in einem Vamu-Kerker gefangen. Viele Jahre später nutzt Vastrear eine Gruppe unzufriedener Darturka und Okrivar für einen Angriff auf das Sektorhauptquartier der Flotte. Die Ablenkung ermöglicht es ihm, den Vamu-Kerker mit Equarma in seinen Besitz zu bringen. Eines Tages würde er sie wiederauferstehen lassen.
Sinnafoch hat sich den Bericht Vastrears angehört. Er befiehlt Vastrear einzusperren. Satwa erhält den Auftrag, für eine Bestattung Kruupers zu sorgen. Plötzlich wird Alarm gegeben. Eine überlegene Flotte der Jaranoc formiert sich um TZA’HANATH.

Rezension:
Der Einstieg in den Roman und damit meine ich nicht die kurze Reflektion der letzten Ereignisse der Vorwoche sondern die erste Begegnung von Vastrear mit Equarma, war sehr gut gelungen. Dem Autor ist es mit wenigen Sätzen gelungen eine Figur einzuführen, die mich sofort fasziniert hat und über die ich mehr wissen wollte. Gleichzeitig hat Frank Borsch mit seiner Geschichte dem Vatrox Vastrear aber auch ein anderes Gesicht gegeben. Dazu komme ich später noch.
Einmal mehr zeichnet Frank Borsch eine facettenreiche Episode um und mit den Vatrox. Der Tanz der Vatrox, für sich alleine betrachtet, ist stimmig und zeigt in Sprache, Stil und Aufbau ein Detailreichtum, das andere Autoren der Serie vermissen lassen. Auch die Tatsache, dass sich der Autor an Dialoge wagt, wird von mir besonders honoriert. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Frank Borsch genau die Elemente in seine Romane einbaut, die andere PR-Autoren mehr schlecht als recht oder gar nicht bringen. Und es gibt einige Romanstellen, die geradezu leidenschaftlich geschrieben sind. In Erinnerung ist mir die Stelle, als Vastrear hinter Equarmas Geheimnis kommt und sie ihm einen Spiegel vorhält. Dass er aus seiner Unsterblichkeit nichts machen würde, das er dasselbe Leben immer und immer wieder lebt.
In Borschs Romanen sind stets eigene Ideen erkennbar und seinem Schreibstil mangelt es glücklicherweise an etwas, dass so viele andere Autoren der Serie im Laufe der Zeit ereilt hat: Langweilige Routine. Frank Borsch ist eine Bereicherung der Serie, sein Roman bot eine überdurchschnittlich gute Unterhaltung.
Und doch gibt es einen schwerwiegenden Kritikpunkt. Er betrifft die Storyline. So sehr ich es schätze, dass die Figur Vastrear durch Frank Borsch mehr Tiefgang erhalten hat, so unpassend oder vielmehr überraschend kommt diese Charakterzeichnung aber auch. Die bisherigen Schilderungen der Gefühlswelt Vastrears decken sich nicht mit seiner Lebenserfahrung, wie sie uns im vorliegenden Heft präsentiert werden. Wäre der Vastrear, den wir aus verschiedenen Romanen dieses Zyklus bereits kennen, in den bisherigen Erzählungen auf eine bestimmte Weise geschildert worden und hätte Frank Borsch diese Charaktereigenschaften mit dem nun erfolgten Rückblick untermauert, dann wäre das eine stimmige Entwicklung gewesen. Doch bisher war Vastrear ein „normaler“ Vatrox. Ihm haftete nichts Ungewöhnliches an und seine Handlungen und Aktionen ließen den nunmehr aufgezeigten Lebensweg in keiner Weise vermuten. Vastrear wird erstmals in Heft 2525 erwähnt. Er unterbreitet den Gaids das Angebot, für die Frequenz-Monarchie tätig zu werden. Der Handelsstern FATICO steht später unter seinem Kommando. Trotz seines C-Controllers verliert er den Handelsstern. In Heft 2565 ist von der Figur nicht mehr viel übrig geblieben. Selbst seinen Ordonnanzen wird mehr Interesse durch das Geistwesen der Vatrox zuteil, als ihm selbst. In 2566 wird er an die Seite von Sinnafoch gestellt.
Und nun plötzlich stellt Frank Borsch den Vatrox in den Mittelpunkt seines Romans. Unabhängig davon, wie es mit dieser Figur weitergeht, sollte die Expokratie der langfristigen Entwicklung von Seriencharakteren verstärkte Aufmerksamkeit schenken.
Ein letzter Gedanke: Borsch stellt die Behauptung auf, dass ohne natürliche Geburten kein neues Vamu erzeugt würde, es also keine neuen Vatrox geben würde. Ein interessanter Gedankengang, der vom Autor leider nicht weiter verfolgt wird. Die Klonkörper werden als „leere“ Hüllen bezeichnet. Warum eigentlich? Warum sollte sich nicht auch in einem Klon nicht auch ein eigenes Vamu entwickeln können?


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