Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3394

Malora erwacht – Michelle Stern

Der seltsame Eremit ist einer Rettungskapsel aus seinem Schiff entkommen. Sein biologisches Pendant ist an Bord des PHOENIX gestorben. Unklar bleibt, ob es von der käferartigen Kopie mehrere Exemplare geben könnte. Sorge bereitet den Galaktikern und ihren Verbündeten, den Leun und Portuu, dass der Eremit zuvor das Programm von Sky gestohlen und auf die Trassenmacher übertragen hat. Das Bordgehirn des PHOENIX sieht sich mit einer ungewohnten Situation konfrontiert. Vater zu sein, ist Sky neu. Doch was werden die Trassenmacher mit der neuen Programmierung anfangen? Werden sie ein eigenes Bewusstsein entwickeln?

Der PHOENIX und seine Begleitschiffe von den Leun und den Portuu haben die Rettungskapsel aufgespürt. Sie ist jedoch leer. Aufgrund der Unvorsichtigkeit einiger Portuu, die Trassenmacher anlocken, kann beobachtet werden, dass die Krabbelroboter sich nicht anders als zuvor verhalten. Sie fressen Materie und reproduzieren sich. Sky ist jedoch davon überzeugt, dass man mit den Trassenmachern kommunizieren könne. Sind sie Individuen oder eine Kollektivintelligenz?

Foersh möchte mit dem Sternwürfel zum Portal springen und Malora so schnell wie möglich verlassen. Die Gefahr, dass ein Trassenmacher unbemerkt auf die Welten des Konstrukts gelangt, ist zu groß. Die Portuu hingegen wollen die Trassenmacher nach wie vor unschädlich machen. Dazu muss aber der Eremit aufgespürt werden. Hilfe erhofft man sich von der Legende. Doch die Manipulationen, die der Eremit am Gehirn des Roboters vorgenommen hat, lassen sich nicht rückgängig machen. Solange der Roboter keinen Kontakt zur Technowolke hat, sind seine Fähigkeiten sehr begrenzt.

Man trennt sich. Der Sternwürfel mit Foersh, Liam Barstow und der Legende springt zum Portal. Wissenschaftler der Leun und der Portuu wollen dort daran forschen, wie sie der Legende helfen können. Reginald Bull und der PHOENIX, begleitet von Portuu- und Leun-Schiffen, versucht sich an einer Kontaktaufnahme zu den Trassenmachern. Die Leun Zhirr, als Vertretung von Foersh sowie Aelor und Kaelom begleiten den Terraner. Man fliegt eine größere Ballung an. Dort kann beobachtet werden, dass die Krabbelroboter aus ihren Körpern ein riesenhaftes Abbild des PHOENIX schaffen. Dessen „Hangar“ öffnet sich. Eine Einladung?

Am Portal ist die Situation verfahren. Die außerhalb des Siegels stehenden Portuu wollen das Portal nicht öffnen, solange es aktive Trassenmacher gibt. Und die Wissenschaftler im Sternwürfel finden keinen Weg, um der Legende zu helfen. Auch der Dakkarkom in 5-5-5 darf nicht genutzt werden, um die Technowolke zu kontakten. Selbst dafür soll keine Lücke geschaltet werden.

Am Cluster der Trassenmacher ist man sich einig, der Einladung zu folgen. Zuvor werden nachgebaute Trassenmacher als Späher ausgesetzt. Sie sollen sich unter ihre „Artgenossen“ mischen und Ausschau nach Spuren des Eremiten halten.

Der PHOENIX ist in die riesige PHOENIX-Nachbildung aus Trassenmachern eingeflogen. Bull und Zhirr gelingt es mit den Trassenmachern ins „Gespräch“ zu kommen. Diese bieten Frieden. Einen Frieden, der unumkehrbar ist. Bull kommt das bekannt vor. Der Eremit hat auch so gesprochen. Außerdem wollen die Trassenmacher eine Zivilisation gründen und Raumfahrt betreiben. Sie fordern Welten und Raumschiffe. Im Gegenzug darf der Sternwürfel Malora verlassen. Die „Verhandlungen“ kommen zum Abbruch, weil Aelor und Kaelom intrigieren. Sie haben versteckt Raumminen im Cluster ausgesetzt. Die beiden Portuu haben zuvor Eremitkäfer im Cluster entdeckt und vermutet, dass diese die Trassenmacher beeinflussen. Der Cluster explodiert und der PHOENIX muss sich zurückziehen.

Liam Barstow hat inzwischen eine Idee, wie sie die Technowolke kontaktieren können, ohne Malora zu verlassen. Sie bringen das Siegel aus Stellaren Hauch, das Malora umgibt, zum Schwingen. Wenn die Technowolke den letzten Standort seines Ablegers beobachtet, muss es die Impulse, die dabei entstehen, aufspüren können. Und tatsächlich. Vor Malora materialisiert die Technowolke.

Rezension

Der zweite Teil von Michelle Sterns Doppelroman wird von zwei Szenarien beherrscht. Eine Fraktion versucht der Legende zu helfen, wieder in Kontakt zur Technowolke zu kommen. Der Eremit hat diese Verbindung gekappt. Da die Manipulation nicht rückgängig gemacht werden kann, geht man anders vor. Getreu dem Motto: „Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg zum Propheten kommen.“ Wenn der Roboter also keinen Kontakt zum Berg hat, muss der Berg eben zum Roboter kommen. Das gelingt am Ende auch. Die Technowolke erscheint. Ich bin gespannt, ob der Problemlöser die Situation in Malora entschärfen kann.

Die andere Fraktion beschäftigt sich derweil mit den Trassenmachern. Die sind mit dem Programm von PHOENIX versehen worden. Aber offensichtlich nicht nur dem Basis-Programm. Die Nachbildung des PHOENIX bis ins kleinste Detail und die Schaffung von Figuren, die Sky als virtuelle Gesprächspartner genutzt hat, zeigt, dass auch Daten übertragen wurden. Aufgrund dieser Umstände ist es nicht plausibel, warum die Kommunikation auf einem derart niedrigen Level, wie es geschildert wurde, stattfand.

Die Aktion von Aelor und Kaelom ist, dass muss auch Bull einräumen, durchaus gerechtfertigt. Haben sie doch ein paar Käfer des Eremiten im Cluster entdecken können. Andererseits sind die paar Raumminen noch nicht mal ein Nadelstich gegen die Trassenmacher. Letztlich scheitern die Verhandlungen an dieser Aktion.

Die Figur Liam Barstow behält auch nach ihrer Befreiung aus der Gefangenschaft die Kontrolle über die Geschehnisse bei sich. Die Ingenieurin kann sich gegen die Phalanx aus Leun- und Portuu-Wissenschaftlern nicht nur behaupten, sie liefert die entscheidende Idee zur Kontaktaufnahme mit der Technowolke. Reginald Bull ist in der anderen Handlungsebene der mürrische, dennoch stets optimistische, aber auch misstrauische Gegenpart. Nur sind seine Aktionen nicht erfolgreich.

Der Romandoppel von Michelle Stern reiht sich ein in eine ganze Reihe gut geschriebener Einzelromane in diesem Zyklus. Plot-Junkies vermissen den Handlungsfortschritt. Leser, die charaktergetriebene Geschichten und Atmosphäre lieben, kommen auf ihre Kosten.


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