Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3392

Der Gefangene von Malora – Susan Schwartz

Der Sternwürfel ist mit einer Flotte von Portuu-Schiffen hinter das Malorische Siegel gesprungen. Nur wenn es gelingt, das Brennende Nichts zu löschen und die Trassenmacher dadurch auszuschalten, gibt es wieder einen Weg nach draußen. Zur Löschung des Zyklonwalls, dem letzten Brennenden Nichts, wird jedoch eine Schattenhand benötigt. Laut Flottenkommandant Uedim könnte eine solche Schattenhand, eingeschlossen in einer Hyperraumblase, in Malora existieren. An der vermuteten Position ist es sicher. Trassenmacher sind nicht vor Ort. Dennoch werden die Suchenden enttäuscht. Eine Explosion muss stattgefunden haben. Die hyperenergetischen Auswirkungen haben die Hyperraumblase zerfetzt und die Schattenhand zerstört. Die Stimmung in der Gruppe von Reginald Bull, Admiralin Foersh, Aelor, Kaelom, Uedim, Dr. Liam Barstow und Meghan Ontares ist auf dem Tiefpunkt. Das Verhältnis zwischen Aelor und Foersh gibt Bull zu denken. Er muss aufpassen, dass die beiden nicht aneinandergeraten.

Legende hat für das Problem eine Lösung. Die Schattenhände waren Artefakte, die beim Opfergang Geardals entstanden. Der Roboter ist der Ansicht, dass weitere Leichenpartikel von der Materiequelle zu finden sein müssen. Er könnte daraus einfache Handschuhe herstellen. Zwar nicht von der Leistungsfähigkeit einer Schattenhand aber bei mehreren Exemplaren könnte man damit das Brennende Nichts löschen. Eine aufwändige mehrwöchige Suche beginnt und ist vom Erfolg gekrönt. Mit einer gemeinsamen technologischen Anstrengung von Galaktikern, Portuu und Leun, gelingt die Erstellung mehrerer Handschuhe. Bevor sie eingesetzt werden, kann Reginald Bull Foersh davon überzeugen, Aelor nicht zu töten.

Die Handschuhe werden von Reginald, Foersh, Aelor und Kaelom verwendet. Und tatsächlich gelingt es, das Brennende Nichts zu löschen. Mehr noch, nach Aussage der Legende werden damit alle anderen noch existierenden Anomalien zum Erlöschen gebracht. Dies ist in der Agolei, im Nest Canephor und nicht zuletzt auch im Wycosystem zu beobachten.

Mit dem Vergehen des Zyklonwalls wird der erhoffte psionische Impuls ausgelöst, der durch Malora gesendet wird. Der Impuls wird eineinhalb Jahre benötigen, um ganz Malora zu durchlaufen. Doch erste Beobachtungen zeigen, dass bei der Hälfte der Trassenmacher die Positronik zerstört wird und die andere Hälfte sich abschaltet. Im Sternwürfel wird Party gefeiert. Doch dann meldet sich Sky mit einer Hiobsbotschaft. Ein zweiter psionischer Impuls wurde ausgelöst. Die abgeschalteten Krabbenroboter werden wieder aktiv. Die Suche nach dem Verursacher beginnt. Ein kleines Schiff, zylindrisch und nur etwa 15 Meter lang, wird entdeckt. Es antwortet nicht auf Rufe. Stattdessen greift es mit technisch rückständigen Torpedos an und transitiert dann. Der PHOENIX verfolgt das Schiff und setzt dessen Antrieb mit einem Schuss außer Gefecht. Foersh und Bull gehen mit dem Pentaferer an Bord. Im inneren ist es verwahrlost, voller Müll und Essensreste. Das Schiff macht nicht den Eindruck, für den psionischen Impuls verantwortlich zu sein. Schließlich können sie den einzigen Insassen entdecken, der sich verborgen hielt. Weil er sie angreift, streckt ihn Foersh mit einem Narkosestrahl nieder.

Das Wesen wird in der Medo-Abteilung des PHOENIX untersucht. Auf dem S-förmig gebogenen sehnig-muskulösen Körper sitzt ein marder- oder hundeähnlicher Kopf. Es ist eine peptidbasierende Lebensform, ähnlich den Lanathan. Beim Anblick der Legende meint Bull ein kurzes Aufleuchten in den Augen des Fremden zu erkennen. Der zeigt sich sehr verschlossen und gibt keine Informationen preis. Außer, dass er Malora mit der Absicht aufgesucht habe, hier Frieden zu finden. Damit bleibt unklar, wer den psionischen Impuls ausgelöst hat.

Dr. Liam Barstow und die Legende gehen an Bord seines Schiffes. Der Eremit, der keinen Namen nennt, bleibt auf dem PHOENIX. Liam und die Legende reparieren den Antrieb. Bei Untersuchungen geraten sie in einen Raum, der größer als das Schiff selbst ist. Hier finden sie hochwertige Ausrüstung und Trassenmacher in unterschiedlichen Konfigurationen. Sie verlieren den Kontakt zum PHOENIX.

Vom PHOENIX und der Portuu-Flotte wird beobachtet, wie plötzlich Krabbenroboter über das Schiff des Eremiten herfallen und es schließlich zerstören. Bull hat jedoch längst den Verdacht, dass die Vorgänge, die sie beobachten, sich nicht so abgespielt haben. Doch zunächst liegt der Vorteil bei dem Fremden. Der hat es auf die Legende abgesehen.

Rezension

Nach einer längeren Pause steuert Susan Schwartz wieder einen Roman zur aktuellen Handlung bei. Ihre Geschichte ist zweigeteilt. Im ersten Teil geht es darum, das Brennende Nichts zu löschen. Jene unheilvolle Auswirkung des Untergangs einer Materiequelle vor Äonen. Außerdem sollen die Trassenmacher ausgeschaltet werden. Letztlich gelingen, mit einigen Schwierigkeiten, die beiden Vorhaben. Der Konflikt zwischen Foersh und Aelor, der die Leun über Jahre in seiner geistigen Gewalt hatte, wird ebenfalls thematisiert. Die Autorin benutzt Bull, bzw. dessen Gefangenschaft in 5-5-5, als psychologisches Vehikel, um den Konflikt zu lösen, bzw. zu mindern.

In der zweiten Romanhälfte wird der geheimnisvolle Eremit von Malora ins Spiel gebracht. Zeitgleich wird der „Erfolg“, nämlich die Desaktivierung der Krabbenroboter, torpediert. Die Helden erleiden einen Rückschlag. Über den Fremden wird nicht viel bekannt. Es gibt eine Verbindung zur Legende und möglicherweise auch eine Verbindung zu den Legaten. Die Suche nach dem Frieden (für immer?) scheint der Eremit von Malora mit den Legaten gemein zu haben.

Auch für die typischen PR-Größenordnungen liefert Susan Schwartz einen Beitrag. Wobei es ihr allerdings nicht gelingt, die unvorstellbaren Dimensionen ihres Beitrags auch nur annähernd greifbar zu machen. Sie geht nämlich darauf ein, dass die Portuu ihre Heimatgalaxis neu aufbauen und mit Leben füllen. Gemeinhin gehe ich davon aus, dass SF-Autoren durch ihre Arbeit erst recht ihren Blick für die Realität, also das echte Leben, schärfen. Aber eine Galaxis neu bauen, mit Milliarden Sternen und noch mehr Planeten?

Susan Schwartz hat die menschliche Psychologie im Hier und Jetzt im Kapitel mit Aelor, Foersh und Reginald Bull ausdrucksstark umgesetzt. Dieser Part der Geschichte funktioniert durch glaubwürdig geschilderte Emotionen. Die Physik in der Geschichte funktioniert nicht.

Insgesamt betrachtet hat die Autorin die Thematik der Anomalien zu einem plausiblen Abschluss gebracht. Positiv hervorzuheben ist, dass dies lange vor Zyklusende geschieht. Im zweiten Teil der Geschichte konnte mich der Roman auch fesseln.


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