Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3378

Der kosmische Kurator – Leo Lukas

Reginald Bull und die Legende sind in der Steuerwelt unterwegs. Die Aufzeichnungen Guckys hat Bull gefunden und hat nun endlich eine Spur des Sternwürfels. Um ihn einzuholen, müssen er und seine Begleiter der Trasse folgen, die von den Portuu auch Straße der Gottheit genannt wird. Reginald Bull weiß, dass er es mit einem Volk von Händlern zu tun hat. Kommerz und damit Werbung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Portuu-Kultur. Aus dem Wirrwarr an Funksprüchen wird aber auch deutlich, dass die Portuu beabsichtigen, die Steuerwelt aus dem Psi-Materie-Asteroiden zu lösen. Das gefährdet Bull und den Roboter. Sie müssen schnellstens an ein Funkgerät kommen oder Bauteile requirieren, die den Funk ihrer SERUNS aufwerten können, um den PHOENIX zu erreichen.

Die Geschäfte der Portuu laufen in der Region nicht mehr so gut wie früher. Grund sind die andauernden Nachschubverzögerungen des Hypersteinbruchs. Genaueres wissen nur wenige Portuu in der streng hierarchischen Struktur der Portuu-Gesellschaft. Schwierigkeiten hat auch Froubben, ein Großmakler. Er sammelt Informationen und erfährt, dass demnächst Einheiten zum Hypersteinbruch nahe der Galaxis Volabre verlegt werden sollen. Und dass diese Raumschiffe auch die KIWE-Station Eins mitführen werden, samt dem Kurator. Froubben will unbedingt dabei sein. Der Kurator des Kosmischen Instituts zur Wahrung des Einst (KIWE) ist eine ebenso verehrte wie verhasste Persönlichkeit. Aber dieser Kurator propagiert eine Geschichte zur Entstehung der kosmischen Trasse.

Demnach entwickelten sich Superintelligenzen zu Materiequellen, bzw. -senken. Diese diffundierten in ein höherwertigeres Kontinuum, den Raum jenseits der Materiequellen, in dem sich diese transzendierten Wesenheiten jedoch nicht halten konnten. Bis Thez kam und das GESETZ erließ. Nun konnten sich Kosmokraten und Chaotarchen entwickeln. Hinter den Materiequellen stieg die Population an und eines Tages kam es zu einem Schulterschluss zwischen den Kosmokraten und Chaotarchen. Ein Friedensstifter zeichnete dafür verantwortlich. Das Wissen, wer dieser Stifter war, ging verloren. In der Folge neutralisierten sich die HM und es kam zu einer Katastrophe. Im Standarduniversum, zweieinhalb Millionen Lichtjahre vor Malora, brach der Raum hinter den Materiequellen ins Diesseits ein. Ein kugelförmiger, stetig wachsender Aufriss entstand. Die Materiequelle Geardal wollte ein Opfer bringen. Sie selbst wollte in das Brennende Nichts gehen, das inzwischen dreieinhalb Millionen Lichtjahre durchmaß und dereinst das Universum verschlingen würde. Der Opfergang sollte zudem den Twist zwischen Kosmokraten und Chaotarchen beleben, damit derartiges nicht nochmal geschieht. Da eine Materiequelle nicht mobil ist, wurde die Straße der Gottheit geschaffen. Ein meisterhafter Erfinder sollte die Bündnispartner, darunter die Portuu, unterstützen.

Froubben hat es geschafft, an dem Flug zum Hypersteinbruch teilzunehmen. Und er versucht, mit dem Kurator in Kontakt zu treten. Doch der zeigt ihm die kalte Schulter. Froubben hat das meiste seines Kapitals ausgegeben. Er wagt einen riskanten Plan. Er veräußert seine Flottenanteile und setzt alles auf fallende Kurse des KIWE. Zudem sorgt er für eine Havarie der KIWE-Station Eins mit Kaelom, dem Kurator, an Bord. Die Station stürzt ausgerechnet in der Nähe von Bull und der Legende ab. Die beiden zögern nicht lange und eilen Kaelom zu Hilfe. Sie können den PHOENIX kontakten und vor den anrückenden Portuu die KIWE-Station Eins mit Kaelom in den Hangar des PHOENIX bergen und verschwinden.

An Bord des PHOENIX warten weitere Enthüllungen auf Bull. Schon auf der Steuerwelt konnte er beobachten, dass die Mineure, die den Planeten entfernen wollten, dazu sechsbeinige Roboter einsetzen, von denen Bull aus Berichten Dorksteigers gehört hat. Kaelom zeigt sich erleichtert, das sein wertvollster Schatz, nämlich das Exemplar 1 der sechsbeinigen, krabbenähnlichen Roboter, unversehrt ist. Diese Roboter sind auch die Trassenmacher. Und kein geringerer als die Legende, hat die Roboter geschaffen. Meghan Ontares kann eine weitere Sensation liefern. Kaeloms Gehirn enthält einen Symbionten der gleichen Art wie Aelor. Hier ergibt sich auch eine Namensgleichheit der Ennu Malor zu den in den Dioramen des Kurators erwähnten Galaxis Malora. Bull will sich auf eine Pilgerreise begeben.

Rezension

Ein Diorama dient u.a. der Veranschaulichung von historischen Ereignissen. Leo Lukas lässt in seine Geschichte mehrere Sequenzen, der vom Kurator verbreiteten Historie zu den Hohen Mächten und der Entstehung der Trasse einfließen. Das macht der Autor sehr geschickt. Die ersten Erwähnungen nahm ich als Leser nicht sonderlich ernst. Andere Völker, andere Geschichten über die Chaotarchen und Kosmokraten, so mein erster Eindruck. Je weiter jedoch die Geschichte voranschritt, desto mehr legten einige Inhalte an Gewicht zu. Denn nun wurden die historischen Ereignisse mit dem Wissensstand der Protagonisten und dem der Leser verknüpft und es ergaben sich Übereinstimmungen.

Inwieweit die historischen Ereignisse, die der Kurator verbreitet, tatsächlich bare Münze sind, darf dennoch bezweifelt werden. Allein schon die Hereinnahme von Thez und der Initiierung des GESETZES, sofern damit die ultimate Frage gemeint ist, kann von der Abfolge gar nicht stimmen. Thez hat sich weiter als die Kosmokraten entwickelt, so der bisher beschriebene Stand. Da diese aber, gemäß der hier geschilderten historischen Ereignisse, als Wesenheiten jenseits der Materiequellen nicht existieren konnten, kann es auch kein Thez gegeben haben. Baron Münchhausen, der sich am Schopf selbst aus dem Sumpf zieht. Sehr lustig. Auch der Schulterschluss und die Populationsgeschichte sind wohl eher Amüsement des Autors. Die kosmische Trasse und die Roboter sind hingegen handfeste Fakten. Und von Geardal haben wir auch schon gehört. Warum muss ich dabei bloß immer an Gourdel (Materiequelle im Kosmische-Burgen-Zyklus) denken? Und in der Folge an Gundel Gaukeley?

Unterhaltsamer Roman, bei dessen Lektüre ich das schelmische Grinsen des Autors stets vor Augen hatte!


Beitrag veröffentlicht

in

von

Schlagwörter: