Weltraumgeboren – Wim Vandemaan
Mit der DIRIKDAK erreichen Flint Cole und Alexios Lagoudaki den San-Hof CETUS. Die 1000 Meter durchmessende Kugel ist noch in der Bauphase. Dennoch befinden sich bereits tausende von Wesen an Bord. Die Neugierde hat sie hierhergetrieben. Die Arbeiten an der Station werden vom Ultratender MAGELLAN bewerkstelligt, der unweit der Station im Halo von Cetus schwebt. Neben den beiden Flüchtigen aus der Milchstraße verlassen weitere Passagiere den San-Clipper. Cole nennt sich nun Kaleb Lott und sein Begleiter gibt sich als sein Leibwächter Gordian Cavarcalla aus. Der Strahler, den Cole mit an Bord hat schmuggeln können, wird erkannt und mit einem technischen Siegel auf alleinige Paralysatorfunktion beschränkt. Zu den weiteren Passagieren, die mit Cole den Hof betreten gehören der Ganymedaner Xerxes Huxley, der Posbi Clockwise und der Mattenwilly Brutus.
Da Cole und Lagoudaki keine Ahnung haben, wie sie die von Cassandra benannten Kontaktleute treffen sollen, nehmen sie eine Einladung zum Essen des seltsamen Dreiergespanns an. Offerten, von an Bord befindlichen Lee, sie durch die Station zu führen, lehnen sie zunächst ab. Später gehen sie doch auf ein Angebot des Lee Shranghur ein, sie durch den Hof zu führen. Dabei erfahren sie auch, dass erst kürzlich ein Techniker der MAGELLAN auf dem San-Hof im Bereich der Energiespeicher spurlos verschwunden ist. Kommandantin Joana Kabaservice hat daraufhin die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Shranghur könnte die Besucher jedoch auch in Bereiche führen, die nun gesperrt sind. Seine Akkreditierung als Techniker im Dienst des Elysion erlaubt ihm das. Cole und Lagoudaki nehmen nun doch seine Dienste in Anspruch.
Inzwischen ist auch die TAL-1, der TALANIS-Träger, der die GIDEON transportiert hat, bei CETUS eingetroffen. Mit an Bord sind Leni Hazard und der Shinobi R. Cole glaubt, dass sein Begleiter mit Eintreffen der GIDEON nervös geworden ist. Er vertraut Alexios Lagoudaki nicht mehr und will ihn loswerden. Noch immer haben sie keinen Kontakt zu den Legaten. Cole gibt gegenüber Lagoudaki an, Cassandra hätte einen Treffpunkt im Bereich der Energie-Speicher-Farmen vorgeschlagen.
Auf den Weg dorthin macht sich auch Leni Hazard mit zwei TARAS, nachdem sie von Joana Kabaservice über den verschwundenen Techniker informiert wurde. Die Siganesin kann an Ort und Stelle Flint Cole und Alexios Lagoudaki trotz ihrer Masken identifizieren. Die beiden Flüchtlinge sind in Begleitung eines Lee. Cole seinerseits entdeckt zwei TARAS, die Siganesin hinter ihrem Deflektorfeld jedoch nicht. Cole improvisiert. Er nimmt seinen Begleiter als Geisel und behauptet gegenüber den TARAS einen Saboteur gestellt zu haben. Danach bedroht er Lagoudaki mit seinem Strahler, von dem er angeblich das Siegel hat beeinflussen können. Leni Hazard und der hinzukommende R reagieren. Cole wird von der Siganesin paralysiert. Beide können jedoch nicht verhindern, dass der Lee Shranghur Cole per versteckten Transmitter entführt. Hazard schießt noch im Thermomodus auf den Lee, aber vergebens.
Gleichzeitig wird ein Schadprogramm aktiv, das die Speicher überlädt. Der San-Hof muss evakuiert werden und wird schließlich zerstört. Leni Hazard schickt Alexios Lagoudaki mit der DIRIKDAK zurück in die Milchstraße. Sie selbst geht mit R an Bord der TAL-1, um eine Spur zu Flint Cole aufzunehmen. Der Gesuchte erwacht an Bord eines fremden Schiffes, das mit dreihundertmillionenfacher Lichtgeschwindigkeit einem unbekannten Ziel entgegenstrebt. Shranghur stirbt durch den Schuss von Hazard. Zuvor warnt er Cole vor dem Heiligenmörder Shrou Loubviwum. Er sei ein gefährlicher Mann. Die PELLOUISE wird Cole ans Ziel bringen.
Rezension
Der Roman von Wim Vandemaan führt in eine entfernte Galaxis der Lokalen Gruppe. Noch stärker als die Romane zuvor, werden Elemente des Elysion vom Autor vorgestellt. Wim Vandemaan benutzt dazu verschiedene Figurenpaarungen, um den Lesern den San-Hof näherzubringen. Mit der trauernden Aftyn Bayh, die an Bord der MAGELLAN tätig ist und die Lebensgefährtin des verschwundenen Technikers Etienne Wälterlin war, wird ein erster Blick auf den Tender und den San-Hof geworfen.
Mit einer Oxtornerin und ihrer Okrill geht es dann zu einem ersten Besuch an Bord der CETUS. Mit dem Dreiergespann aus Journalist, Posbi und Mattenwilly werden detailliertere Blicke in das Innere der Station geworfen. Und so geht es mit anderen Figuren weiter. In seinen Beschreibungen findet der Autor immer neue Variationen. Auch bei wiederholten Begegnungen gestaltet der Autor seine Sprache sehr facettenreich, findet neue Synonyme und weitere Bedeutungsnuancen, um Szenen und Figuren zu beschreiben. Vandemaans kreative Neubenennungen und Erweiterungen des sprachlichen Ausdrucks lassen die Geschichte nicht langweilig werden.
Zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Spätestens, wenn es Richtung Romanende geht, wird dann doch deutlich, dass der Roman kaum Handlung hat, bzw. es ihm an Dynamik mangelt, die auch der Schreibstil nicht mehr verbergen kann. Soll heißen, nicht nur den Figuren, wie bspw. Leni Hazard ist es langweilig geworden. Auch ich sehnte mich bei der Lektüre nach Abwechslung. Die kommt zum Ende hin und bleibt knapp. Die Legaten lernen wir wieder nicht kennen.

