Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3375

Hetzjagd durch die Milchstraße – Robert Corvus

Dem ehemaligen Wylon-Mitarbeiter Flint Cole ist die Flucht aus der Hochsicherheitsanstalt auf dem Merkur gelungen. Zusammen mit Alexios Lagoudaki macht er sich gemäß einer letzten Botschaft von Cassandra auf dem Weg in die Cetus-Kleingalaxis. Dort soll Cole Shrou Loubviwum und Legat Kom aufsuchen. Die USO kennt das Ziel ebenfalls. Die Organisation verfolgt die Spur der Ausbrecher durch die Milchstraße. Man will letztlich den Verfolgten das Gefühl geben, Cetus zu erreichen. Ihnen aber den Weg dorthin nicht zu einfach machen.

Coles Ziel ist der San-Hof der Milchstraße. Dieser kreist im intergalaktischen Leerraum um die Dunkelwelt Faroutside. Nur von dort starten die San-Klipper, die privilegierte Passagiere unter anderem in die Zwerggalaxis Cetus bringen können. Um dort hinzugelangen, wechseln die beiden Flüchtlinge mehrmals ihr Beförderungsmittel. Außerdem streben sie danach, sich mit Ausrüstung aus einem Geheimdepot von Cassandra zu versorgen. Und sie benötigen neue Identitäten. Ihr Weg führt sie nach Birmrea III. Auch Dale Fortune und drei Siganesinnen haben den Planeten erreicht. Als Flint Cole und Alexios Lagoudaki Gerätschaften und Waffen von Cassandra bergen, kommt ihnen das Einsatzteam der USO dazwischen. Die Agentin Sina Everest wird dabei von Flint Cole schwer verletzt.

Cole und sein Begleiter erreichen schließlich Faroutside. Dort droht ihnen die Aufdeckung, denn die Posbis dort durchschauen ihre Tarnung. Mit einigen Schwierigkeiten können sie jedoch an Bord eines Klippers der PHOENIX-Klasse kommen, der nach Cetus fliegt.

Leni Hazard, die nicht am Einsatz auf Birmrea III beteiligt war, setzt alles daran, ebenfalls nach Cetus zu gelangen. Doch das Elysion ist gegen einen Einsatz der USO in der Kleingalaxis. Auch ein direktes Gespräch mit Monkey ändert an dieser Haltung nichts. Der ehemalige Lordadmiral der USO lenkt Leni Hazards Bestrebungen jedoch in eine andere Richtung. Ein Shinobi könnte sich der Angelegenheit in Cetus annehmen. Hazard denkt sofort an Jasper Cole. Schließlich ist es sein Vater, der da gerade dabei ist, zu den Legaten zu fliegen.

Der Shinobi, der längere Zeit Hazards Kontaktversuche ignoriert, lässt sich dann doch auf ein Treffen ein. Sehr zur Enttäuschung der Siganesin will Jasper Cole seinen Einsatz in der Yodor-Sphäre jedoch nicht abbrechen. Die Rettung von ES genießt Priorität. In George Seymour Adams findet Leni Hazard mit viel Überredungskunst jedoch einen Unterstützer ihres Plans. Er vermittelt ihr einen anderen Shinobi. Die Mabomkolonie R will Adams als Leibwächter begleiten und nimmt Leni als Assistentin mit. Sie gehen an Bord des OXTORNE-Schlachtkreuzers GIDEON. Ein San-Hypertrans-Progressor-Träger der TALANIS-Klasse wird das Schiff befördern.

Rezension

Die Geschichte von Robert Corvus wird als Hetzjagd bezeichnet. Darunter verstehe ich eigentlich eine systematische Verfolgung, ein Kesseltreiben, mit dem Ziel, die Flüchtigen zu stellen oder auszuschalten. Aus Sicht der Flüchtigen kommt es in dieser Geschichte nur einmal zu einer Konfrontation mit Agenten der USO. Weil dies ungewöhnlich ist, macht sich Flint Cole Gedanken darüber, wem die Loyalität von Alexios Lagoudaki gilt. Nicht zu Unrecht, denn in einem Dialog der USO-Agenten wird angedeutet, dass Alexios Lagoudaki für sie Informationen liefert. Ungewöhnlich ist dann allerdings auch, warum die Agenten auf Birmrea III so stümperhaft vorgehen.

Die Schilderungen einer Abgrenzung zwischen Elysion und der USO vermögen nur zum Teil zu überzeugen. Erstens wurde in den vorangegangenen Romanen von anderen Autoren etwas anderes geschrieben. Zweitens halten sich die Autoren sowieso nicht daran, wie die neu definierte Rolle der USO-Agentin als Assistentin eines Shinobi verdeutlicht. Anderen Zivilisationen wird gerne mal ein ungewöhnliches Verhalten zugeschrieben. Bspw., dass sie ohne Gesetze, Regierungen etc. auskommen, und der Einzelne wüsste immer genau, was er für die Gemeinschaft tun könne oder tun soll. Dies auf die Shinobi anzuwenden, wird der Autorenschaft nur schwerlich gelingen. Das Konstrukt, jeder sucht sich seinen Auftrag selbst, scheint eine Art Empowerment statt Kontrolle 4.0 in die Zukunft gedacht. Und Monkey unterliegt wohl einem Corporate Social Responsibility 4.0? Ist der Oxtorner mit seinem derzeitigen Job wirklich zufrieden?

Bitte lieber Expokrat, Du solltest nicht vergessen, dies ist eine Raketenheftchenserie. Wenn in Cetus eine Gefahr für die Milchstraße heranwächst, solltest Du die schlagkräftigsten Figuren und Organisationen dorthin schicken. Purpose und andere soziale Konzepte müssen dann hintenanstehen!

Eine Hetzjagd war es nicht. Wie schon im Roman davor, wird die Gelegenheit genutzt, das Elysion zu untermauern. Es ist schade, dass dies nur mit ein paar Begriffen und Zahlen geschieht, die in die Geschichte eingeworfen werden. Warum lesen wir keine Geschichte, in der ein San-Klipper eine andere Galaxis bereist? Wie wäre es mit sechs Kurzgeschichten im Format der Perry Rhodan Storys (Galacto City oder die verlorenen Jahrhunderte)? Elysion bildet den Hintergrund und das erklärte Angriffsziel in diesem Zyklus. Den Aufbau der Organisation hat man jedoch lange verschlafen.


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