Rebellen des Tartaros – Ben Calvin Hary
Buglosh-Garm, die Tochter des Runenmachers und seine Schülerin, bemüht sich, die Unschuld von Remmet-Pog zu beweisen. Sie kann nicht glauben, dass ihr Elter einen Verrat begangen haben soll. Doch der Mundschenk und sein Stellvertreter Lillepen-Urn verbreiteten anderes. Sie begibt sich in die Kaverne der echsenhaften Schellegmir, um dort ihre Suche nach Remmet-Pog aufzunehmen. Doch sie wird bereits von Lillepen-Urn erwartet. Ein Schellegmir scheint Lillepen-Urns Geschichte zum Verrat ihres Elters zu bestätigen. Wütend flieht sie per Nanotransmitter in ihre Werkstatt. Doch Lillepen-Urn lässt nicht locker. Der Stellvertreter des Mundschenks will, dass sie sofort die Nachfolge von Remmet-Pog antritt. Er zeigt ihr Holoaufnahmen, die ihren Elter mit vier Fremden, die aussehen wie Laana, zeigen. Zaliden haben sie mit sich genommen. Remmet-Pog ist zu den Feinden übergelaufen! Buglosh-Garm, die sich den Traditionen ihres Volkes verpflichtet sieht, beginnt im Auftrag von Lillepen-Urn damit, die Runen für den Zentraltransmitter umzuschreiben. Alle bisherigen Symbole würden ihre Bedeutung verlieren. Auch Individualsignaturen müssen angepasst werden.
Perry Rhodan und seine Gefährtinnen sind in der Gefangenschaft der Zaliden, obwohl das Inkuba gegenüber den Zaliden die Geschichte der Terraner bestätigt hat. Balard, die eigentlich eine Verbündete gegen die Kanequa sein sollte, hat Remmet-Pog mit Zeichenmaterial ausgestattet. Das Inkuba soll die Wege öffnen, die den Zaliden gestohlen wurden. Arion, der von den Kanequa verschleppt wurde, um auf Schachttiefe Null gegen den Erretter ausgetauscht zu werden, wird Ebene um Ebene tiefer gebracht. Dabei wird ein Chip, der in seine Brust implantiert wurde, jedes Mal einer Aufladung unterzogen. Der Wissenschaftler wird schließlich bis in die Werkstatt des Runenmachers gebracht und trifft dort auf Buglosh-Garm.
Als Balard die Gefangenen aufsucht und Perry Rhodan darauf drängt, an einem Vorstoß der Zaliden beteiligt zu werden, geschieht das Gegenteil. Kanequa stoßen in die Hauptstadt vor und dringen auch in das Gefängnis ein. Im Kampfgetümmel trifft Perry Rhodan auf Lillepen-Urn und kann ihm seine Nanokreide entwenden. Perry und Anzu können Remmet-Pog in Sicherheit bringen, indem sie mit ihm aus dem Gefängnis fliehen und in der Hauptstadt kurzfristig verstecken können. Dieser Erfolg und die Erbeutung der Kreide lässt ihn endlich in der Gunst von Balard steigen. Perry und Co sowie ein Trupp Zaliden unter der Führung von Balard lernen die Runen zu gebrauchen, die ihnen die Aufzeichnungen Remmet-Pogs zeigen. Dann ziehen sie gemeinsam in die Schlacht.
Sie rematerialisieren in der Werkstatt des Runenmachers. Dort ist auch Lillepen-Urn mit Kämpfern eingetroffen. Ein Kampf bricht aus. Die traditionsbewusste Buglosh-Garm steht zunächst auf der Seite von Lillepen-Urn, als sie erkennt, dass ihr Elter die vier Steuerrunen, mit denen sich der gesamte Steuersatz ersetzen lässt, an die Feinde verraten hat. Perry Rhodan versucht die Situation an sich zu reißen. Als Lillepen-Urn mit einem Pfeil Remmet-Pog tötet, wendet sich das Blatt. Rhodan soll zeigen, wohin Garrian-Zin geflohen ist. Er hat eine Oberweltrune verwendet, um den Schacht zu verlassen! Buglosh-Garm sieht in Rhodan nun einen Verbündeten. Sie will Lillepen-Urn sühnen lassen und macht Perry Rhodan zum neuen Runenmacher. Die Terraner können es nicht verhindern, dass Arion vor ihren Augen von Lillepen-Urn auf Schachttiefe Null befördert wird. Perry Rhodan, seine Begleiterinnen und Balard folgen ihm.
Rezension
Das Innere des Tartaros besteht aus 23 Segmenten. In einem klassischen, auf 100 Romane angelegten Zyklus hätten frühere Exposé-Autoren Perry Rhodan und seine Gefährten vermutlich linear durch jeden einzelnen Abschnitt geführt und dabei das eigentliche Ziel oft aus den Augen verloren. Unter der Ägide von Ben Calvin Hary wurde das erzählerische Tempo erfreulicherweise deutlich gesteigert. Die Figuren agieren fokussierter, zielorientierter und nehmen auch mal eine Abkürzung.
Ben Calvin Hary hat auch diese Geschichte verfasst. Habe ich ihn, was den Zyklusaufbau angeht, einführend gelobt, muss ich ihn für den Aufbau diese selbst verfassten Einzelhefts tadeln. Trotz des Handlungsfortschritts ist es für mich der bislang schwächste Roman des neuen Zyklus. Der Autor setzt in der ersten Romanhälfte die bisherigen Geschehnisse gefühlt wieder auf Anfang. Arion fällt in einer Rückblende erneut durch den Schacht, der Runenmacher wird wieder eines Verbrechens bezichtigt und seine Tochter sucht ihn. Perry und Co sitzen wieder oder immer noch im Gefängnis und können aus ihren bisher gemachten Erlebnissen kein Kapital ziehen. Auch die Scharmützel zwischen Zaliden und Kanequa wiederholen sich im bekannten Wechselspiel. Mal gewinnt die eine Seite, mal die andere. Als Arion schon zum Greifen nahe ist, wird er vor den Augen Perry Rhodans und seiner Gefährten erneut entführt. Ein frustrierendes erzählerisches Kreiseln.
Zudem kann der Roman seine Längen nicht verbergen. Der Versuch des Autors, die Tristesse mit Humor aufzulockern, misslingt. Er lässt seinen Protagonisten Perry Rhodan die Überlegung anstellen, wie seine Memoiren aussehen könnten, welche Episoden in eine endlose Reihe in Silber gebundener Folianten aufzunehmen wären. An und für sich mag ich solche augenzwinkernden Passagen. Nicht jedoch in der Situation, als Perry und die Frauen sich die Hände blutig schlagen, als sie unentwegt gegen die metallene Zellentür hämmern.
Stilistisch kann die Geschichte nicht punkten. Selbst in actionbetonten Passagen bremst der Autor den Lesefluss durch langatmige, theoretische Erklärungen aus, warum genau diese Handlung jetzt notwendig sei und warum Alternativen die Figuren nicht weitergebracht hätten. Für den Lesefluss und das Spannungsmoment eignet sich dieser Stil nicht.

