Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3383

Brennpunkt TERRANOVA – Wim Vandemaan

Der von Olga Moynhatta initiierte Anschlag auf die Solare Residenz führt zum erwünschten Ergebnis. Der TERRANOVA-Schirm wird aktiviert und das Solsystem dadurch vom Rest der Milchstraße abgeschottet. Außen vor bleiben auch die ES-Süchtigen, die sehnsüchtig auf die Ankunft des ES-Konvois warten. Im Solsystem leitet die Residentin eine Krisensitzung. Nicht nur auf den Welten des Solsystems, auch in der Regierung selbst tobt ein Krieg der Meinungen. Der TERRANOVA-Schirm bleibt eingeschaltet und die Solare Flotte soll innerhalb und außerhalb des Systems Sorge tragen, dass die Situation nicht eskaliert.

Auf die Station des Sammlers haben es nur Perry Rhodan, die Paramag Savali und die Tefroderin Toio Zindher geschafft. Die Vitaltelepathin erkennt zahlreiche Vitalimpulse an Bord. Darunter auch die von ES. Das Trio macht sich auf dem Weg durch die seltsame Station. Der Eigner, der Porleyter Demen-Boro-Melg, hat inzwischen Interesse an den Eindringlingen gefunden. Einer ist Zellaktivatorträger und zudem Träger eines sechsdimensionalen Zeichens, von dem Demen-Boro-Melg glaubt, schon davon gehört zu haben. Er ändert seinen ursprünglichen Plan. Sein Verwalter Mon Mon Hravat, den er mit einem Kardec-Schild ausgestattet hat, soll die Eindringlinge nicht töten. Stattdessen soll er Kontakt zu ihnen aufnehmen, Nachforschungen anstellen und eine Einladung aussprechen.

Der ES-Konvoi unter dem Kommando von Atlan beschließt, das Solsystem anzufliegen. Man weiß um die Aktivierung des TERRANOVA-Schirms, will aber die Karten, dass ihnen ES abhandengekommen ist, nicht offen auf den Tisch legen.

Toio Zindher warnt den Unsterblichen vor der Begegnung mit Demen-Boro-Melg. Sie bezeichnet beide als Odysseus. Rhodan trifft also auf einen listenreichen Gegner. Der Porleyter ist in einem Block aus PEW-ähnlichen Material aufgegangen. Der Terraner blufft, indem er dem Porleyter weismacht, den Corpus einer toten SI aufgenommen zu haben, den Rhodan eigentlich im Solsystem zu Grabe tragen wollte. Der Porleyter lässt sich schließlich auf einen Handel ein. Er bringt die SI ins Solsystem und erhält dafür Perry Rhodan. Allerdings erst nach Ablauf der Zeit, die ihm der Zellaktivator verschafft. Per Distanzlosen Schritt erreicht die Station des Sammlers das Solsystem und beginnt damit den TERRANOVA-Schirm zu durchqueren. Vorher kann Rhodan Kontakt zu Atlan aufnehmen und Anweisungen zur GOLIPOLLON und dem ÜBSEF-Kollektor dem Freund aufzutragen. Alle Pararealitäten des TERRANOVA-Schirms direkt zu passieren, verlangt auch dem Porleyter alles ab. Prompt bleibt die Station in einer Pararealität hängen.

Savali findet heraus, dass die Station von einem anderen PEW-Vorkommen angezogen wurde. Man befindet sich im Orbit von Triton, einem Mond des Neptuns. Eine seltsame Gruppierung von Menschen lädt Rhodan und die anderen auf einen Besuch ein. Perry Rhodan findet heraus, dass diese Pararealität eine religiös-mystische Grenze hat. Das Solsystem hat hier eine finale Zone, den Schimmer, hinter dem nichts anderes existieren soll. Auf Triton findet Mon Mon Hravat, der ein Imaginator ist, eine neue Bestimmung. Auch der Porleyter, der zwischenzeitlich Perry Rhodan hintergehen wollte, ist von dieser Pararealität angetan. Er will hierbleiben und diese Welt erforschen.

Perry Rhodan kann die Mentalsubstanz von ES kurzzeitig auf die Hülle der GOLIPOLLON übertragen, bevor sie in die ÜBSEF-Konstante von NATHAN integriert wird. Ein Teil der ES-Substanz geht an die Nomaden und wird dort in einem PEW-Block aufgenommen.

Rezension

In der SF wird häufig bemängelt, dass Fremdwesen allzu menschlich dargestellt werden. Auf die Figuren von Wim Vandemaan trifft das nicht zu. Allerdings wirken Außerirdische bei Vandemaan nicht einfach fremd, weil sie anders aussehen oder einer anderen Moralität folgen. Die Außerirdischen Vandemaans werden meist exaltiert dargestellt. Dadurch, dass der Autor in seinen Romanen auch die menschlichen Gegenparts überspannt auslegt, ergeben sich im Zusammenspiel der Figuren nicht selten exzentrische Szenerien. Man könnte auch sagen, viele der Figuren Vandemaans, ob Mensch oder Alien, haben einen Spleen!

Wie schon in der Geschichte der Vorwoche, die Wim Vandemaan hier fortsetzt, zeigt auch dieser Roman eine vielfältige, bunte und sich stetig verändernde Abfolge von Eindrücken, Bildern und Ideen. Der Autor zeigt ein Kaleidoskop an Möglichkeiten. Mich erinnert das an einen Traum, aus dem ich gerade erwache. Die Figuren und Bilder aus meinem Traum sind aus verschiedenen Abschnitten meines Lebens zusammengewürfelt. Im Traum erscheint mir alles real und ich hinterfrage nichts. Kaum erwacht, verwirrt es mich, wenn Personen meinen Traum in Situationen bevölkerten, die so nie in der Realität zusammenkamen.

Ähnlich wie nach einem Traum, verblassen allerdings die Eindrücke recht schnell wieder. Der Autor schafft mit diesem Roman keine langlebigen Eindrücke. Vieles wird keine Rolle mehr spielen. Wen interessiert es später noch, wenn Perry Rhodan auf dem Weg zu Demen-Boro-Melg auch auf den Rat der Schattenlosen trifft. Eine der Cynos ist Distiratsua Goort, Schwester von Hesze Goort. Es mag Leser geben, die jauchzen hier vor Vergnügen. Doch es werden damit keine neuen Erkenntnisse zum Schwarm oder zu anderen Themen vermittelt. Und auch keine tiefschürfenden Hintergründe aufgedeckt. Der Autor schafft ein lesenswertes, weil vielschichtiges Spektrum. Seine Hommagen an die Serienhistorie habe ich immer dann gut gefunden, wenn das Vergangene eine neue Bedeutung oder eine andere Richtung erhalten hat. Das fehlt mir in letzter Zeit an den Romanen von Wim Vandemaan. Das Perryversum wird sich ohne die vielen Bilder aus diesem Kaleidoskop weiterdrehen.

Genug der Kritik. Wim erzählt zwei Geschichten in seinem Roman. Die von Perry Rhodan auf seinem Weg, um ES zu retten. Und in einer Binnenerzählung die von Menschen in der Pararealität auf dem Mond Triton. Dieser Part hat mir sehr zugesagt. Hier schafft der Autor auf kleinem Raum eine stark sinnbildliche und aussagestarke Erzählung. Dieser Mikrokosmos ist aufgrund der dichten und konzentrierten Erzählweise besser als die Hauptstory geraten.


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