Labor der Unsterblichkeit – Leo Lukas
Der Speicherkristall, den Icho Tolot auf Umwegen erhalten hat, enthält Hinweise, dass Wylon Hypertech an einem Physiotron geforscht hat. Ein Prototyp soll sich im Tertia-System befinden. Die HALUTA VII fliegt es an. Bevor das Ziel erreicht wird, empfängt die HALUTA ein Notsignal. Es stammt von einem alten Kreuzer der Topsider. Das Schiff ist ein von Waffenfeuer schwer beschädigtes Wrack. Der Kommandant hat eine Aufzeichnung hinterlassen. Als Wissenschaftler wollte er sich mit der „Geißel des Nebelwalds“ auseinandersetzen. Von der Oberfläche der Seuchenwelt, die er anflog, wurde sein Schiff jedoch beschossen. Die Seuchenwelt ist identisch mit dem Planet Neos Issos, dem dritten Planeten des Tertia-Systems und das Ziel von Tolot und seinen jungen Begleitern.
Neos Issos ist eine Welt unter Quarantäne und damit ideal als Stützpunkt für Wylon Hypertech. Von der HALUTA werden ausgedehnte Anlagen auf dem Planeten entdeckt. Sie sind verlassen. Ein Netz von bewaffneten Satelliten schirmt die Seuchenwelt ab. Der Haluter greift in die Programme der Satelliten ein, um sie zum Absturz zu bringen. Dadurch erhält er Informationen über die Abwehrsysteme des Wylon-Stützpunktes. Mit einer getarnten Space-Jet der ZALTERTEPE-Klasse landen Tolot und seine Begleiter Cameron Rioz und Jasper Cole in der Nähe der Forschungsanlagen. Die Anlage schützt sich mit einem Schutzschirm und einer psionischen Abwehrstrahlung, die insbesondere Jasper Cole zu schaffen macht. Er hat Halluzinationen.
Kampfroboter greifen das kleine Team an und werden von Tolot außer Gefecht gesetzt. In dem Gefecht bricht sich Cole den Unterschenkel. Um seinem Freund zu helfen erzeugt Cameron mit der Schattenhand einen Zornesfunken, der den Schutzschirm der Anlage durchdringt und einen Projektor zerstört. Die entstandene Strukturlücke nutzen die drei, um in die Forschungseinrichtung vorzudringen. Dank seines SERUNS kann Cole die anderen trotz seiner Verletzung weiter begleiten. Innerhalb der Anlage bleiben sie zunächst unbehelligt. Die Verteidigung scheint nur nach außen gerichtet zu sein.
Sie durchquerten leere, klinisch sauber wirkende Lagerhäuser und Fabrikhallen mit Restbeständen von Maschinenblöcken und Fertigungsstraßen. Cole macht weiterhin seltsame Beobachtungen, die seine Gefährten nicht wahrnehmen. Tolot kann einen Servo-Roboter reaktivieren und Lagepläne erhalten. In den Trümmern eines anderen Roboters entdeckt Jasper Cole ein handtellergroßes, dunkelgraues Maschinchen, das auf sechs Beinchen krabbelt. Er nennt es Krabbel und nimmt es mit. Bei ihren Nachforschungen geht Jasper Cole verloren. Als sie ihn wieder finden, scheint für ihn mehr Zeit vergangen zu sein, als für Tolot und Rioz. Die wenigen Daten, die Tolots Planhirn aus der Anlage filtert und analysiert sind wenig ergiebig. Insgesamt scheinen die Forschungen allesamt um Lebensverlängerung gegangen zu sein.
Schließlich können sie die Operationszentrale des Physiotrons entdecken. Tolots Analyse fällt nüchtern aus. Der gesamte Komplex auf der Oberfläche des Planeten ist das Physiotron. Es kann nicht abtransportiert werden, um es an anderer Stelle weiter zu erforschen. Abgesehen davon hat es nie funktioniert! Ein gescheiteter technischer Ansatz, der schließlich aufgegeben wurde.
Mit diesem Dämpfer muss das Team erstmal umgehen und wird in dieser Phase erneut von Robotern angegriffen. Mit Erstaunen beobachten sie, wie sich Krabbel auf einen der Roboter stürzt und in ihn eindringt. Mehr noch, das kleine Maschinchen verdoppelt sich anschließend. Es hinterlässt in der Hülle einen neunzackigen Stern. Das kennen sie. Überall in der Stadt Totensand auf dem Planeten Wroclow sind sie solchen Löchern begegnet. Krabbel ist in Wahrheit Fressmetall! Wie ein Multiduplikator vermehrt sich das Maschinchen immer weiter. Der Vervielfältigungsprozess läuft irrsinnig schnell ab. Das Team muss fliehen.
Wieder im Weltall mit Kurs auf die HALUTA VII erscheint ein Gigantraumschiff über Neos Issos und feuert auf den von Fressmetall befallenen Komplex. Es besteht aus zwei Kugelraumern mit Durchmessern von zweieinhalb Kilometern, die an einen zylindrischen, 1500 Meter langen Mittelteil angedockt sind. Es ähnelt der SOL vor ihrem Umbau. Allerdings trägt die Pseudo-SOL keine Beschriftung und reagiert auch nicht auf Tolots Funkanrufe. Nach dem Beschuss, der die gesamte Anlage mit Fressmetall zerstört, geht das ominöse Schiff in den Überlichtflug und verschwindet.
Rezension
Während des zurückliegenden Garching-Cons hatte ich ein wenig mit Leo Lukas über den 3333 geplaudert. Der Autor ließ durchblicken, dass die Schnapszahlnummer durchaus zum laufenden Zyklus zu zählen ist und einen ernsten Hintergrund hat. Nach der Lektüre bleiben bei mir allerdings ein paar Fragezeichen. Der Roman orientiert sich tatsächlich an der Hauptstory des Zyklus. Um ein weiteres Brennendes Nichts löschen zu können, benötigt die Schattenhand von Cameron eine Energieaufladung. Diese wiederum kann von Vitalenergie bezogen werden, wenn Cameron eine Zelldusche erhält. Insgesamt ist der Plan, in der Milchstraße ein Physiotron zu finden und zu nutzen, als illusorisch zu betrachten. Derartige Hochtechnologie ist in der Galaxis nicht vorhanden. Das Haus von ES aufzusuchen, war eine gute Idee. Aber auch nur der Griff nach dem berühmten letzten Strohhalm. Der ist gescheitert. Die schwächere Chance ist mit diesem Roman nun ebenfalls gescheitert. Bliebe noch FENERIK, wenn Bull darauf noch Zugriff hat.
Soweit zum ernsthaften Hintergrund der Schnapszahl-Story. Die Geschichte hat durchaus humorvolle Elemente und natürlich auch zahlreiche Anspielungen auf das Perry Rhodan-Umfeld. Mit den Nummern 1111 und 2222 lässt sich die Geschichte dennoch nicht vergleichen. Die Einordnung einiger Storyelemente fällt schwer. Die neunzackigen Sterne die Krabbel bei seinem „Einsatz“ hinterlässt, gleichen Symbolen, wie sie Rhodan und Co in der Agolei entdeckt haben. Die Pseudo-SOL mag ein nettes Spielzeug von Wylon Hypertech sein.
Gut war, das Leo Lukas das Selbstmitleid von Cameron nicht erneut fortführte. Alleine dafür muss man ihm danken! Dafür geht mir Jasper Cole auf die Nerven. Weniger wegen den Wortwitzen. Vielmehr mit dieser zur Schau gestellten Unbekümmertheit. Und natürlich wegen dem Honiglächeln. Dieses Wort nominiere ich im Übrigen zum Unwort dieses Zyklus! Es erzeugt Aggression in mir. Ich hoffe auf einen grausamen Serientod für den Freund von Cameron Rioz!

