Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3198

In Schrödingers Palast – von Christian Montillon
Nachdem die beiden Einsatzteams, angeführt von Perry Rhodan und Atlan, das Audhem erreicht haben, sieht es für beide Gruppen so aus, als ob das jeweils andere Team durch eine Energieentladung getötet wurde. Die Erzählung setzt jedoch die Ereignisse aus Sicht von Perry Rhodan und seinen Begleitern fort. Über der zentralen Eiskugel, auf der tausende Audhs ihren Eistanz aufführen, gibt es eine Station. Dorthin begibt sich die Gruppe, als sie von Munuam angegriffen wird.
Während Perry Rhodan im Zentrum FENERIKS nach Wegen sucht, eine Katastrophe von der Milchstraße abzuwenden, werden von Addanc, dem Taucher, außerhalb des Chaoporters Maßnahmen ergriffen, genau diese Katastrophe herbeizuführen. Die Kollision FENERIKS mit dem Bauplatz der Kosmokraten. Der Quintarch sieht sich als alleiniger Herr über die Truppen des Chaoporters. Zwar gibt es noch Farbaud und Reginald Bull, die ebenfalls Quintarchen sind, doch für Addanc haben sie keine Bedeutung mehr. Seinen Plänen nach wird FENERIK die Kollision überstehen und stärker aus der Lage herauskommen. Er entsendet alle Truppen, um insbesondere die Galaktiker in der Yodor-Sphäre zu bekämpfen. Punktuell lässt Addanc auch Chaofakta einsetzen, um bedeutsame Basen der Yodoren zu vernichten. Seine Truppen säen Tod und Verderben. Die Galaktiker stemmen sich dagegen, sind aber weitgehend machtlos. Mit der THORA und der RAS TSCHUBAI identifiziert der Quintarch zwei Schiffe, die er ausschalten will, um den Widerstand der Galaktiker zu brechen. Gleichzeitig treten raumzeitliche Verwerfungen der Kollision auf und reißen Planeten und Raumschiffe in den Untergang. Addanc richtet zudem einen Teil seiner Aufmerksamkeit auf das Zentrum FENERIKS. Ihm sind die beiden Einsatzteams unter Atlan und Perry Rhodan nicht entgangen. Er entsendet auch hier eine seiner Larven, um diese Bedrohungen auszuschalten.
Perry Rhodan und seine Begleiter machen die Bekanntschaft eines Audhs, der sowohl vom Aussehen, als auch hinsichtlich seiner Kommunikationsbereitschaft aus dem bekannten Rahmen fällt. Der Operator, wie er sich nennt, führt sie über einen Transmitter in einen sicheren Bereich und klärt sie darüber auf, dass beide Teams sowohl lebendig als auch tot sind. Analog des Gedankenexperiments Schrödingers Katze, wird ein Team sterben, das andere leben, wenn die Wahrnehmung des Schattens auf sie fällt. Denn im Chaoporter existiert der Schattenwurf eines weiteren Chaotarchen. Den von Fenetay Rik, dem eigentlichen Initiator FENERIKS, für den die beiden Chaotekten den Chaoporter entworfen haben. Perry Rhodan sucht nach einer Lösung, die beiden Teams das Überleben ermöglicht. Dies kann nur funktionieren, wenn das andere Team in die Realität des eigenen Teams geholt wird. Treten sie dann in die Wahrnehmung des Schattens, besteht eine Chance, das alle überleben.
Außerhalb FENERIKS haben die Galaktiker zusammen mit den Kastellanen die LUCTU von Addanc umzingelt und können dem Schiff Schäden zufügen. Schließlich greifen die LEUCHTKRAFT und Reginald Bull auf dem Roten Stern in die Geschehnisse ein. Quintarch Bull kann die Truppen FENERIKS zum Rückzug in den Chaoporter bewegen. Doch Addanc ist längst noch nicht geschlagen. Seine Larve jagt nun Rhodans Team. Der Unsterbliche selbst will den Schattenwurf von Fenetay Rik finden. Als Zellaktivatorträger und mit Hieroglyphe versehen, bringt er die besten Voraussetzungen mit. Und Alaska Saedelaere überlässt ihm zudem den Anzug der Verheißung.
 
Man könnte den Zyklus auch den Kollisionen-Zyklus nennen. So viele Kollisionen, wie in den letzten 100 Heften hat es noch nie gegeben. Kobaltblaue Walze kollidiert mit Chaoporter, Sextadim-Kapsel mit Quintarch-Schiff, Quintarch-Schiff kollidiert mit Kobaltblaue Walze u.s.w.
Am Ende von Christian Montillons Roman streift sich Perry auch noch den Anzug der Verheißung über. Ich bin kein Freund solcher Kleidungsstücke. Sie entfalten zwar hin- und wieder ein wenig kosmisches Flair. Aber meistens sind es auch Spannungskiller. Und erinnern mich zudem an den schrecklichen Einfall vom Anzug der Universen im Neuroversumzyklus. Perry hatte sich den Strampelanzug zum Zyklusauftakt übergezogen und dann nicht mehr abgelegt. Er hat ihn gar nicht gebraucht. Allerdings dürfte es hier doch ein bisschen anders laufen. Ist ja nur noch 1 Roman.
Plötzlich ist Finale, wollte ich eigentlich letzte Woche schon mal einwerfen. Wie immer geht plötzlich alles ganz schnell. Rein in FENERIK und gleich ins Zentrum. Hilfe erhalten von allen Seiten und zudem noch kurz vor Ultimo einen alten Chaotarchen ausgegraben, der seinen Schatten im Chaoporter hinterlassen hat. Ich hätte es begrüßt, wenn „das“ Geheimnis FENERIKS sich aus einer Konstellation der bereits bekannten Elemente herauskristallisiert hätte. Oder dem Wesen des Chaoporters zuletzt eine Wendung gegeben worden wäre. Aber vielleicht kommt da noch was. Allzu viel Hoffnung setze ich jedoch nicht in den abschließenden Band nächste Woche. Zu deutlich sind die Pflöcke nun eingeschlagen worden. Perry muss nun den gordischen Knoten lösen. Die Chimäre aus Chaoporter und Yodor-Sphäre.
Christian Montillons Roman liegt das Gedankenexperiment von Schrödingers Katze zugrunde. Wenn ein System zwei verschiedene Zustände einnehmen kann, wird erst durch die Beobachtung festgelegt, welcher Zustand einkehrt. Anders als zunächst von mir vermutet, wirft der Autor jedoch seinen Blick, und damit den der Leser, nur auf Rhodans Gruppe. Atlan bleibt außen vor. Der „Zustand“ macht Perry Sorgen, denn nur eine Gruppe würde überleben. Wobei ich Atlan zugetraut hätte, dass der Arkonide eben nicht dazu tendieren würde, die Gruppen in einer Realität zu vereinigen, wie es Perry plant. Wie der Operator zu Bedenken gibt, kann man da zwar alles gewinnen aber eben auch alles verlieren. Wären die Gruppen jedoch getrennt, überleben tatsächlich aber immer die Mitglieder zumindest einer Gruppe. Bei Perrys Plan könnten jedoch alle sterben. Ob dieses Kapitel noch im letzten Heft geschrieben wird, weiß ich natürlich nicht. Es wäre jedoch amüsant, wenn Atlan einen anderen Weg als Perry verfolgen würde. Schade auch, dass niemand in Perrys Gruppe dem Unsterblichen widerspricht.
Jenseits dieser Gedanken schildert der Autor in Einsprengseln das Grauen, das die Truppen FENERIKS und die Chaofakta entfesseln. Und schildert einen größenwahnsinnig gewordenen Quintarchen. Die Abläufe gestaltet der Autor nicht immer plausibel. Das späte Auftauchen der LEUCHTKRAFT dient einzig dem Zweck, den Showdown anzuheizen. Und Bull? Hatte der die ganze Zeit geschlafen? Warum kommt auch sein Eingreifen so spät? Auch hier setzt der Autor eher auf Effekte als denn auf plausible Abläufe. Die Geschichte bot insgesamt betrachtet, einen guten Unterhaltungswert. Etwas mehr Pfeffer in das Gedankenexperiment, bspw. mit einer Betrachtung Atlans, hätte es sein dürfen.
Nun bin ich gespannt, wie Andreas Eschbach den gordischen Knoten löst.