Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3167

Kampf der Kastellanin – von Susan Schwartz
Sälsindes Tod hat Reginald Bull etwas Handlungsfreiheit zurückgegeben. Doch der Unsterbliche weiß, dass es andere Agenten des Chaos geben wird, die ihn verfolgen und ihn zu einem Quintarchen FENERIKS machen wollen. Für den Terraner gibt es keinen Schutz. Außer vielleicht bei den Yodoren. Also macht sich Bull in neuer Tarn-Identität und mit Hilfe der USO auf den Weg zur Yodor-Sphäre. In der Hoffnung, dass das Hilfsvolk der Kosmokraten ihn hereinlässt.
Tatsächlich hat bereits die nächste Chaogentin FENERIKS das Zertifikat erhalten, Reginald Bull aufzuspüren. Es ist Apehei. Die vermeintliche Deserteurin hat durch Sälsindes Tod ausgelöst, den Inhalt der Schatulle zurückgespielt bekommen und kann sich nun an alles erinnern. Auch an ihren Auftrag. Über einen Vorwand kommt sie in Kontakt zur Kastellanin Ioniv-Vinoi Etter und raubt deren ÜBSEF-Konstanten für einen begrenzten Zeitraum. Der reicht aus, um von Umbriel zu fliehen und sich auf die Spur Reginald Bulls zu setzen.
Alschoran hatte die Deserteure jedoch verwanzt. Deshalb kann Etter, nachdem sie wieder zu sich gekommen ist, die Chaogentin verfolgen. Die hat inzwischen Reginald Bull aufgespürt und will den Terraner töten, sollte er sich nicht für FENERIK entscheiden.
 
Autorin Susan Schwartz schildert in der Fortsetzung das Erwachen der Schläferin und deren Flucht. Hatte ich zu Oliver Fröhlichs Roman noch angemerkt, dass Lejani durchaus auch positive Persönlichkeitseigenschaften hatte, werden diese nun vollständig in der Fortsetzung ignoriert. Hier fehlt mir etwas. Entweder hätte schon der Vorgängerroman darüber aufklären müssen, dass eben nicht alle der früheren Persönlichkeitsmerkmale im Genetischen Algorithmus gespeichert wurden und daher nun Apehei keinen Zugriff darauf hat. Oder in diesem Roman hier hätte ein Konflikt geschildert werden müssen, wenn Apehei sich an Merkmale erinnert, die sie verloren zu haben glaubte.
Die Flucht der Schläferin brachte die eine oder andere Ungenauigkeit mit sich. Bei all den Sicherheitsmaßnahmen fertigt Apehei eine Datei mit allen Fluchtinformationen und löscht sie anschließend. Das ist Unsinn. Zumindest ist es Unsinn, dass in einem überwachten Raum so etwas möglich ist. Und mit der Fähigkeit einer ÜBSEF-Übernahme und der Para-Diffusion wäre sie nicht an den TARAs und den elektronischen Überwachungseinrichtungen vorbeigekommen. Die Autorin schildert selbst unmittelbar zuvor, dass nur Lebewesen damit getäuscht werden können.
Seis drum, die Schläferin entkommt. Und eine Kastellanin jagt sie. Nebenbei erfahren wir, was die Kastellane in der Zwischenzeit getan haben. Nämlich nichts. Wir erinnern uns. Die Eingreiftruppe von ES wirbelt die Politik der LFG durcheinander, verdächtigt jeden, insb. Reginald Bull, mit FENERIK zu paktieren und hat ansonsten den Anspruch, die Galaxis zu retten. Vor was, wissen wir noch nicht. Und auch nicht wie. Immerhin leistet Etter in dieser Geschichte Abbitte. Das davonjagen von Reginald Bull sei falsch gewesen.
Der so Gejagte hat inzwischen das verfolgt sein satt und sucht Schutz. Die Yodoren sollen das bewerkstelligen. Reginald Bull macht sich also auf zur Yodor-Sphäre. Ihm fehlt nur noch der Schlüssel zum Eintritt. Dorksteiger und Tolot sollen ihm dabei helfen. Zunächst jedoch macht Bull alles falsch. Statt schnellstmöglich und unentdeckt das Ziel zu erreichen, lässt er sich Zeit, legt Zwischenstopps ein und macht sogar gezielt auf sich aufmerksam. Ein mehr als verstörendes Szenario, das die Autorin sich hier ausgedacht hat.
Susan Schwartz lässt Bull in ihrer Geschichte sich auch mal wieder Gedanken zu Toio Zindher und Shinae machen. Der Unsterbliche ist der Meinung, dass es für die Beiden das Beste sei in Allerorten zu leben. Wie kommt er darauf? Zindher hatte lediglich 1 Zelldusche. Und seine Tochter mag ein wenig länger leben als Tochter eines Aktivatorträgers. Aber über 500 Jahre sind eine Bank. Und Physiotrone und Zellaktivatoren wachsen auch in Allerorten nicht auf den Bäumen. Realistisch wäre, hier einen Schlussstrich zu ziehen. Zumindest von Autorenseite. Es macht keinen Sinn, diese Figuren immer wieder ins Spiel zu bringen.
Die Geschehnisse spitzen sich indessen zu. Bull feiert auf einer Party und wird von Apehei entdeckt und entführt. Etter trifft ein und es kommt zu einem Damenringkampf. Mit Messern. Eine merkwürdige Szene, bei der sich Bull dilettantisch verhält, der Einsatzanzug der Kastellanin sich als wertlos erweist, ebenso wie die hochgezüchtete Sextatronik ihres Raumschiffs. Sechs-D ist auch nicht mehr das, was es mal war. Überraschend ist Bulls Einschätzung, was den Raub der ÜBSEF-Konstanten angeht. Der Terraner, der von der Gabe nichts weiß, hat einen Geistesblitz. Genauer gesagt, fließt ihn an dieser Stelle Autorenwissen zu. Sorry, manchmal wünsche ich mir, dass Unsterbliche aufgrund ihrer unermesslichen Erfahrung unklare Situationen schneller durchblicken. Aber bitte nicht so.
Bleiben noch ein paar Informationen, die aus dieser etwas kläglichen Geschichte hängen bleiben. Unter dem Nabel von Zou Skost zu knien ist nicht nur ein Ausdruck von Demut. Die weiteren Ausführungen von Apehei lassen den Schluss zu, dass FENERIK noch eine andere Aufgabe hat. Vielleicht ist er so etwas wie eine fliegende Entbindungsstation für Chaotarchen. Und Bulls Weigerung als Quintarch zu dienen hat noch eine Auswirkung. Den Grund konnte Apehei in diesem Roman noch nicht nennen. Aber FENERIK lässt aus einem bestimmten Grund keinen Kompromiss zu und serviert Bull lieber ab.